Diaz, ehemals Belial ehemals Goliath - Troll, Straßensamurai. Immer noch keine Einbauten, immer noch ungehobelt, aber neues Aussehen nach einer kosmetischen OP. Und immer noch gesucht von Interpol. Tatze, Gestaltwandler, Schäferhund. (Mit Regi/Duales Wesen/Silberallergie, nicht die kastrierte SR5 Variation). Mystischer Adept. Lebt als "Glückshund" bei einer orkischen Sippe. Solange er da ist, lässt sich der feige Poltergeist des Hauses nicht blicken. Er wird so gut durchgefüttert, dass er die Straßenköter aus der Umgebung mit anschleppt, die größtenteils auch in der Sippe heimisch werden. So haben die Orkkinder immer Spielkameraden. Er trägt zwei Halsbänder, beide sind Foki. An einem seine Hundemarke, am anderen ein Täschchen mit Metalink, Credstick, Jogginghose und Sweatshirt. Sucht den Weltenbaum, um ihn anzupinkeln. Hasst Katzen. Neo, Norm, Ki-Adept. Bürgerlich Leon Meier. Ehemals in Ausbildung bei S-K-Prime. Nach dem Tod seiner Frau aufgrund einer Forschungsreise im Ausland verfiel er den Drogen. Ihm wurde von S-K das Sorgerecht für seine Tochter entzogen (ebenfalls magisch begabt) und er wurde aus seiner Einheit hinausgemobbt. Aus Trotz und um seine Tochter zurückzugewinnen, ging der Konzernbürger in die Schatten. Der Dekan, ehemals Bembel und zuvor Uff - Troll, Streetsam, Rigger und Face. "Experte für multidimensionale zwischenmenschliche Interaktion". Nur noch ein Hauch von Essenz. Biegt sich über Religion und eingebildete KFS die Welt zurecht. Gefühlskalt aber loyal. Knochenhatz 15.03.2080, 14.07 Uhr. Tatze am Komm. Er hätte irgendeinen Auftrag. Ob ich Zeit hätte. Bekommt die Daten aber erst in zehn Minuten. Nach zehn Minuten waren dann um 14.50 Uhr auch schon vorbei. Treffen in der Pizzeria Arte e Gusto in Egelsbach. Heute. 20.30 Uhr. Tatze, Neo und Diaz würden sich um 20.25 Uhr vor der Pizzeria treffen. Anscheinend hatte Tatze mal wieder mit seinem Komm zu kämpfen und vorher mit drei (!) Leuten telefoniert. Die Homepage zeigte Innenräume, typisch bürgerlich, Gerichte erwartbar Pizza und Pasta. Die Preise recht gehoben für ein Mittelklasse-Restaurant. Im Impressum wurden als Kontakte Sylvia Ferrone (Geschäftsführerin) und Antonelli Gasperi (Eigentümer) geführt. Irgendwas klingelte da bei mir, aber ich kam irgendwie nicht drauf. In der Nähe befindet sich ein stark gesicherter Privatflugplatz, aber sonst eine durchschnittliche Mittelklasse-Gegend. Ich beschloss, zum Treffen legal aufzulaufen. Abgesehen von meinen gefälschten SINs, der panzerbrechenden Mun in der Walter und einem Schalldämpfer, den ich versteckt in einer kleinen Tasche in meinem Mantel trage. Ich bin schon eine Stunde vorher da, um mir die Gegebenheiten anzuschauen. Gewohnheit. Vor dem Restaurant ein gut angezogener Türsteher mit Waffe unter dem Sakko, der den Gästen die Türe öffnet. Auf der Straße sind viele Leute unterwegs. Vornehmlich Pärchen. Auf dem Dach und an der Seite des Arte e Gusto versteckte Kameras. Ich sehe an der Straße Neos BMW Gaia, aus dem er gerade mit Tatze aussteigt. Ich stoppe neben ihnen und senke das Fenster. "Bissl früh, hm?" "Ich dachte, wir brauchen ein bis zwei Stunden." Tatze knabbert an einem Hühnerbein. "Diaz kommt noch." "Kanal 33." Neo kümmert sich gleich um die Gruppenkommunikation. Sehr gut. "2025 wieder hier." Die beiden gingen rein, während ich mir einen Parkplatz an der Straße suchte. Der Türsteher ließ Neo trotz seiner Panzerjacke durch. Nach fünf Minuten kamen sie wieder heraus. Sie wollten sich wohl eine Pizza holen und sie war ihnen zu teuer. Wir bestellen bei McDöner. Also einem lokalen Partner davon. Der Döner kam von einem Laden, gerade mal fünfzig Meter weiter... Warum ist der uns nicht früher aufgefallen? Naja, wir warteten. Um 20.20 Uhr fuhr Diaz vor. Er parkt weiter unten. Als wir uns vor dem Laden treffen, raunzt Diaz Neo zur Begrüßung an: "Verfolgst du mich?", dann krault er Tatze (!). "Wegen dir bin ich hier." Er scheint also nur gegenüber Menschen ein Arschloch zu sein, nicht gegenüber Tieren. Als wir mit zwei Trollen und Neo als Elf ankommen, wird Tatzes Reservierung überprüft. Der Türsteher weist uns zu einer Hintertür. Diaz kann sich einen Kommentar nicht verkneifen: "Ich will doch nur eine Pizza bestellen." Das Lokal schien gut gefüllt. Wir gingen allerdings gleich nach hinten durch. Dort erwartete uns ein älterer Herr mit Sonnenbrille. Ein Tisch gedeckt mit Pasta und Pizza aller Arten. Es gibt eine längere Auseinandersetzung wegen Abgabe unserer Waffen. Sonnenbrille besteht darauf. Es sei Vorschrift. Diaz will einfach nicht ablegen, er ist sogar noch weniger gewillt als ich. Wir handeln aus, dass das Essen frei ist und wir dagegen die Wummen abgeben. Das Essen wäre sowieso frei gewesen, aber irgendetwas musste ich Diaz als Gewinn verkaufen. Sonnenbrille verschwand durch eine getarnte Türe. Nach fünf Minuten kamen aus dieser zwei Gestalten. Ein alter Norm und ein Hund. Pitbull. Humpelnd, mit Verband an der rechten Vorderpfote. Er setzt sich neben sein Herrchen. "He, Kleiner, alles gut bei dir?", Diaz will ihn kraulen, aber der Hund humpelt weg vom Troll. "Ich mag Tiere mehr als Menschen." Ob Diaz zu uns sprach oder nur laut dachte, war nicht so ganz klar. Aber das erklärte vieles. Der alte Norm lachte, schaute auf den Pitbull und sprach mit italienischem Akzent: "Netter Versuch. Er spielt verletzt, der alte Simulant." Beim Wort Simulant jaulte der Hund leise auf. Dann wandte sich der gut gekleidete Herr zu uns: "Setzt euch. Der Tisch ist warm und der Grappa kalt. Für gute Freunde." Dabei breitete er seine Arme aus und lächelte uns gewinnbringend an. Diaz aß erst im Stehen. Als wir ihn zum Sitzen überredeten, setzte er sich auf den Boden... Ja, alles klar, du willst dir von keinem etwas sagen lassen... Irgendwann sah Diaz ein, dass nicht nur die eigenen Leute den Kopf schüttelten, sondern sogar Tatze und er erbarmte sich endlich, sich auf einen Stuhl zu setzen. Am Ende des Essens, währenddessen eine Konversation eher ...zäh bis zickig war, was einem gewissen Troll ohne Manieren zu verdanken ist, kam Sonnenbrille wieder durch die getarnte Türe zurück. "Mein Name ist Luciano. Wir hätten einen Job für euch. Wird nicht einfach, aber lohnt sich. Es geht um eine Hündin..." "...eine richtige Kämpferin", fiel der alte Norm ein, "um Ivanna." Bei Erwähnung des Namens winselte der Pitbull wieder. Luciano wartete kurz. Dann nahm er den Faden wieder auf. "Drei Kämpfe, drei Siege. Jedes Mal gewann sie schnell und brutal..." "...diese osteuropäischen Bastarde tauchen hier einfach auf. Diese Bratva. Und nehmen mir einfach meinen Sieg weg. Die Yaks und die Vory lachen schon über mich!" Der Alte war die ganze Zeit schon aggressiv, aber die Quelle seiner Aggression schien nicht ausschließlich das kindische Verhalten Diaz zu sein. Er lamentierte weiter vor sich hin. Wir sollten dafür sorgen, dass Ivanna verliert oder besser, erst gar nicht antritt. "Man sagt, sie hat eine besondere Erziehung, ist ein besonderer Hund." Er schien langsam wieder durch seinen Wortschwall beruhigt zu werden. "Was ist also ihr Angebot, Herr Schmitt?" Ich wollte diese Farce hier beenden. "Meine Freunde nennen mich Domingo Lupo. Aber ihr seid keine Freunde. Zwölf Tausend, wenn sie verliert, fünfzehn, wenn sie erst gar nicht antritt." Nein, wir sind keine Freunde. Und es war mir egal. "Fünfzehn, wenn sie verliert, zwanzig, wenn sie nicht antritt." "Ihr wisst Gastfreundschaft nicht zu schätzen. Vierzehn und achtzehn. Mehr zahle ich nicht!" Ich wartete ab. Alle nickten. Tatze wollte Ivanna befreien. "Das ist annehmbar. Welche Informationen haben Sie, Herr Schmitt?" Die Betonung lag auf Schmitt. Es gab einen speziellen Tierarzt, den Tatze zufälligerweise kannte, weil es auch einer seiner Kontakte war. Dort wären mehrere verletzte Tiere behandelt worden. Letztes Wochenende fand der letzte Kampf statt. Im Raum Mühlheim, in einem Industriegebiet. Dann gab es einen Flyer für den nächsten Kampf. "Knochenhatz 20.03.2080". Ein Link führte zu einer Matrix-Seite. "Bekanntgabe der Location in ... " Der Counter stand auf etwa 48 Stunden. Bei 24 Stunden wird die Location öffentlich gemacht. Wir bekamen noch eine Nummer als Kontakt, sobald wir den Auftrag erledigt hätten. Diaz ließ sich die Rest einpacken. Mal schauen, ob er das alles packt, bevor es schlecht wird. Tatze und ich stinken Diaz wegen seines Benehmens an. Neo sah ruhig zu. Diaz spielte das Unschuldslamm...
Wir einigten uns darauf, gleich das Industriegebiet in Mühlheim am Main anzuschauen. Tatzes Kontakt meldete sich leider nicht gleich. Öffnungszeit erst wieder morgen früh. Dort vor Ort war ein großes Industriegebiet am Bahnhof gelegen. In der Nähe so etwas wie ein Life-Club, die Kulturhalle Schanz. Heute Abend eine U30 Party. Also: jetzt. Eine rostige Drohne machte noch Werbung dafür auf dem Parkplatz gegenüber des Bahnhofs. "Die letzten Takte" spielen live. Neo will reingehen und sich umschauen. Vielleicht übervorsichtig, aber er lässt sich von Tatze magisch sein Äußeres verändern. Von mir bekommt er ein paar Kanmuchis in die Hand gedrückt. Nur zur Sicherheit will ich Bilder vom Inneren haben. Als er sich der Schanz nähert, hört man schon "...das sind die letzten Takte, mein Freund, für ne Welt, die sich längst nicht mehr lohnt..." durch die Verbindung. In der Matrix werden sie angepriesen als Dark-Folk oder Endzeit-Rock. Es gibt sie seit vier Jahren. Janus, ein Rigger, Gesang und Gitarre, Mira Keyboard und Gesang, Rust am Bass und DJ Delay legt auf und macht Drums. Bekannteste Songs sind Grauzone Süd, Plattenbauromantik, Auf Kanal 6 weint der Mond und natürlich Die letzten Takte. Neo bekommt Bedenken, ob er überhaupt rein kommt. Die Schlange ist lang, aber an der Abendkasse gibt es tatsächlich noch Karten. Als Neo zahlt ("Stimmt so"), bimmelt die Kassiererin eine Glocke und ruft "Trinkgeld!", was bejohlt wird. Dann wieder Neo: "Boah, geiler Flyer! Der kommt zu meiner Sammlung." Drin lässt Neo erst einmal meinen ersten Krabbler los, den ich im Eingangsbereich platziere. Einen zweiten setze ich mittig an die Decke und einer landet an der Toilette. Was auffällt ist, dass im Laden kaum Orks oder Trolle sind. Also eigentlich keiner außer den beiden Troll-Türstehern draußen. Nach einiger Zeit entdeckt Neo eine Tür zu einem Außenbereich. Ich lasse die Kanmuchi von der Decke zu dieser Tür krabbeln und gehe dann mit Neo raus. Draußen jede Menge Jungspunde. Jung. Männlich. Aggro. Wannabes. Neo versteht nichts, aber sie sprechen in erster Linie polnisch, was Dank meiner Mutter neben Deutsch meine Muttersprache ist. Über Kommlink von Neo versuche ich, sie zu belauschen. Sie sprechen von einem Medved (der Bär), der hier wohl die Größe im Kiez ist. Seinen Namen hört man immer wieder. Ich höre auch raus, dass sie irgendwie nicht wissen, was sie tun sollen. Sie haben Angst. Später finden wir auch raus warum, denn einer wurde im Kiez umgelegt. Was wie zusammenhängt, bleibt leder unklar, weil die Übertragungsqualität sehr zu wünschen übrig lässt. Tatze quasselt neben mir vor sich hin. Sein Tierarzt ist wohl am Komm. Hat doch noch abends zurückgerufen. Tatze kommt gleich zum Punkt: "Es gibt Hundekämpfe und du betreust sie." "Hey ich bin Tierarzt.", höre ich es aus dem Komm quaken. "Und ich muss auch von was leben. Aber mit den Kämpfen habe ich nichts zu tun." Nun ja. Ivanna war noch nie bei ihm. Kunden aus Mühlheim hatte er vor zwei, drei Wochen, alle mit Biss- und Kratzwunden. Aber mehr an Info war da nicht zu holen. Im Außenbereich machen wir drei Jungs aus, die was zu sagen haben. Einer hat einen offensichtlichen Cyberschädel. Mit Diaz und Tatze beschließen wir, die drei mal auszufragen. Ich ziehe schon Mal meine Kiez-Kluft an. Panzerjacke, Helm, Beinschienen. Tatze kann in seiner Hundeform seinen Helm und das Halsband nicht anziehen. Diaz hilft ihm. "ich mach den Bad Cop, klar!", sicherte er sich gleich seine Lieblingsrolle. Dann streichelte er Tatze: "Sei ein böööser Hundi für mich, jaaaa." Ich nehme die Komik der Situation wahr und lächle pflichtgemäß. Neo beobachtet die drei weiter. Die schauen erst noch der Band zu, dealen hier und da und holen während der Zugabe ihre Jacken. Wir positionieren uns etwa 50 Meter vom Eingang entfernt Richtung Bahnhofsparkplatz. Die drei kommen lachend raus, einer nicht einem der Troll-Türsteher zu und sie kommen in unsere Richtung. Auf sie zu liefen ein knurrender Tatze, der hart an der Leine zog und Diaz, der ebenfalls... knurrte. "Bei euch kann man Stoff kaufen?" Die Antwort kam auf polnisch. "Wir verkaufen nicht an Trolle!" Als Diaz ihnen Kippen anbot, bezeichneten sie ihn als Schlampe. Ich übersetzte mal lieber nicht. Dann fuhr er auf Deutsch fort: "Du verstehst kein Wort, oder?" Diaz schüttelte den Kopf. "Ich darf nicht an Trolle verkaufen." "Dann lass uns wohin gehen, dann sieht keiner was." Die drei hatten wohl doch etwas Respekt vor dem Troll mit seinem Kampfhund, denn es kam ein Friedensangebot: "Ich schenk dir was an Jazz und das wars dann..." "Wo krieg ich dann mehr davon? In Trollgröße?" "Ihr kriegt Ärger. Die finden alles raus!" "Du bist doch dieser Medved. Dann können.." Als sie alle drei das Lachen anfingen, wusste ich schon, dass Diaz jetzt den Bad Cop raushängen lassen würde. Ich ging über die Straße, während Diaz Eisenschädel mit einem Tritt die Beine wegzog und er auf die Fresse fiel. "Geiler Move.", entfuhr es mir, zog das Messer und sah die drei an: "Wollt ihr es wirklich drauf ankommen lassen?" Diaz war schneller als ich erwartet hatte, holte den zweiten Wingman von den Beinen. Im Fallen sah man seine Wumme unter der Panzerjacke. Dann fragte er den Typen nochmal: "Bist du Medved?" "Ihr werdet ihn kennenlernen!" Beim Wegrennen kramte der Brillenträger in seiner Jackentasche und holte ein Kommlink raus. Eisenschädel stand schnell auf. "In diesem Viertel schon." und rannte ebenfalls. Wumme stand auch auf und rief während des Rennens "Hilfe, Hilfe!" Neo meldete sich über die offene Komm-Verbindung: "Kriegt ihr das hin oder braucht ihr mich?" Tatze rennt Wumme hinterher und springt ihn an. Ich renne Brille hinterher und steche in den Arm, in dem er sein Kommlink hielt. Er lässt es fallen und schreit. Diaz übernimmt Eisenschädel und tritt ihm wieder mit dem geilen Move die Beine weg. Dabei brüllt er: "Stehen bleiben! Sternschutz!" Ich nehme Brille in den Festhaltegriff, bereit, ihm durch Druck auf den Hals das Licht auszuschalten. Er versucht sich zu befreien, aber das war aussichtslos. Ich sehe, wie Neo den Erschrockenen spielt und Richtung Schanz zurück rennt. Tatze hat den Hals vom gestürzten Wumme im Maul und knurrt. Neo warnt uns über die Verbindung: "Achtung, von Halle!" Wir hören zeitgleich aus der Richtung der Schanz "Zur Seite!" Eine Taschenlampe, dahinter ein Troll mit Schrotflinte. Diaz raunzte: "Zurück! Zivile Sicherheit!" Ich knipse Brille das Licht aus. "So Jungs, einpacken und dann zurück." Der Troll-Türsteher kam nun an: "Was ist hier los? Das sind unsere Gäste! Was ist hier los?" "Nimm deine Taschenlampe runter! Die haben Drogen verkauft und sind festgenommen!" Diaz übernahm. Ich ließ derweil meinen Bulldog vom Parkplatz in unsere Richtung fahren. Der Türsteher senkte tatsächlich seine Taschenlampe, die an der Schrotflinte verbaut war. Ich nehme Brille auf die Schulter. "Ab in die Zentrale." "Arschlecken Sternschutz! Das sind irgendwelche Penner, die uns ausrauben wollen!" Wumme war ganz schön mutig dafür, dass sein Hals in Tatzes Maul steckte. Der Türsteher wurde ruhig, lächelte fast. "Ihr seid kein Sternschutz, oder? Der da", er richtete seine Schrotflinte Richtung Eisenschädel, "hat mich immer beleidigt, aber bringt auch was an Kohle." Er sah zu, wie der Bulldog angefahren kam und ließ uns machen. "Passt auf, so Leute wie die werden beschützt." Dann lachte er. "Aber nicht hier und jetzt." Ich nicke ihm zu. "So lange noch ein Troll steht..." Er nickte auch. Als wir durch das traurig verfallene Industriegebiet auf der Lämmerspieler Straße nach Süden Richtung Wald fuhren, fiel uns am ein am Wald angrenzendes ummauertes Gelände auf, in dem Licht brannte und jede Menge Sicherheit versteckt war. Merkwürdige Sache. Ich fuhr in das Gebiet des Birnbaumsgraben, so dass wir von der Straße aus nicht mehr zu sehen waren. Licht aus, nur den Sensoren des Bulldog vertrauend. "Diaz, willst du nicht in das Face-Gewerbe einsteigen? Hast n Händchen für." "Sagst du, ich bin hässlich?!" "Das weißt du doch selbst, das muss ich dir nicht sagen." Ich warf ihm ein Kussmündchen zu. So war das mit Diaz. Wir suchten uns also ein lauschiges Plätzchen und hängten die drei mit einer Hamburger Acht gefesselt kopfüber an Bäumen auf. Bei Eisenschädel fiel ein Taser aus den Taschen, bei Brille eine Fly Spy und bei Wumme ein Päckchen Jazz. Ich suche die Komms zusammen. An dem von Brille, ein Renraku Sensei, ist ein Modul dran, Marke Eigenbau. Ich stecke es in eine Tasche, die ein faradayscher Käfig ist. Wir quatschen etwas über die Strategie im Verhör, als sich Neo zu Wort meldete. Er hörte wohl mit, auch wenn er noch am Bahnhof war: "Denkt dran, wir suchen einen Hund. Ihr werdet nicht fürs Töten bezahlt." Nun gut. Wir entscheiden uns für Eisenschädel und ich klatsche ihm ein Stim-Patch auf den Hals. Er kam zu sich. Er kam sofort zu sich und schaute sich um. "Was habt ihr mit Krot gemacht? Und Pyanitsa?" "Ah, so heißen die. Und du?" "Zub.", spuckte er mir ins Gesicht. Tatze übernahm und fragte höflich: "Kennst du zufällig die Bratva Zoloto?" Zub schwieg. Tatze wusste nicht weiter. Diaz blaffte ihn an: "Kennst du Medved?" "Nein." "Medved? Du kennst Medved nicht? Das ist die neue osteuropäische Gang. Das ist der Boss von denen." Er sah ihn lange an. "Wenn wir Informationen bekommen, kommt ihr vielleicht lebend hier raus." Das schien zu wirken. "Ja, aber wir sind ganz neu. Kleine Lichter und so. Wir haben die Tatoos erst bekommen." Wir begutachteten die Tatoos hinter ihren Ohren. Die waren frisch. So etwa eine Woche. Da stand Bratva Zoloto. Sehr kreativ. "Ok, was weißt du über den Hundekampf?" "Ja, in den wollen wir uns einkaufen", unterstützte Tatze Diaz Verhör. "Äh, keine Ahnung. Ich glaub, demnächst ist wieder einer irgendwo. Das müssen die Typen wissen, die die Tierleichen entsorgen. Da hinten, am Waldrand." "Das ummauerte Gelände mit Licht und Kameras?" "Äh. Welche Kameras?" Na gut, die waren versteckt. "Aber das habt ihr nicht von mir. Die bringen mich um!" Über Funk gab ich Diaz durch, dass wir Eisenschädel umbringen sollten, da er weiß, dass wir uns für die Hundekämpfe interessieren. Von Neo kam ein Geo-Ping mit dem Standort meiner Kanmuchis. Sehr gut. "Von wem bekommst du dein Zeug?", fuhr Diaz mit dem Verhör fort. "Von Kholod. Das is mein direkter Dealer." "Und wie hast du die", er nickte Richtung der anderen beiden, "wie hast du die kennengelernt?" "Wir waren schon Kumpels und sind zusammen eingestiegen." Neo schaltete sich wieder zu. "Ich habe da was in einer Datenbank gefunden. Medved wird gesucht wegen Körperverletzung und Totschlag, außerdem Menschen- und Drogenhandel. Ich habe hier ein Foto und seinen bürgerlichen Namen. Leider nichts über die Bratva Zoloto. Muss richtig neu sein." Bild und Name. Ist doch was. Lächelnd drehe ich mich zu Diaz um, der gerade seine Axt aus Eisenschädel zog und achselzuckend meinte trocken: "Typischer Holzfällerunfall." Ich musste lachen. Das ist mir schon länger nicht mehr passiert. Humor hat er.
Nach Mitternacht verließen wir unser lauschiges Plätzchen und ließen die drei einfach hängen. Um Nulldreißig fuhr ich auf den Parkplatz Feuchtgebiet Spessartstraße. Gerade am anderen Ende der Ost-West-Achse des Birnbaumgrabens, an dem auch das Gelände der Bratva Zoloto lag. Diaz wäre am liebsten direkt rein, aber wir waren nicht sicher, ob sich unser Ziel dort befindet. So kamen wir überein, das Gelände einige Zeit zu überwachen und noch Informationen zum Gelände zu sammeln, auf dem der nächste Hundekampf sein würde. Als Notfallplan. Als erstes schauten wir uns über meine Fly Spys um. Als groben Überblick. Das Gelände war ummauert. Die Zufahrt war mit einem Tor verschlossen. Vier Gebäude. Ein Büro, drei Lager. Ein großer Haufen Tierleichen im Norden an der Mauer. Lager 1 hat einen Schornstein, alle Fenster sind zu und ganz. Das ganze Gelände ist beleuchtet. Auch in Lager 1 brennt jetzt noch Licht. Das Bürogebäude ist dunkel. Die Fenster der Lager sind aus Milchglas. So kamen wir also nicht weiter. Tatze schickte einen Geist. Das Büro hatte einen Keller. Mehrere Räume hatten eine magische Abschirmung. In einem Raum waren zwei Lebewesen. Vermutlich Wachen. Lager zwei war groß und überschaubar. Große Haufen, ein LKW lädt gerade ab. In Lager eins kam er nicht rein. Es war komplett abgeschirmt. Außerdem erschien dort ein anderer Geist. Der schickte Tatzes Geist weg. Meine Drohne schickte ich erst einmal woanders hin und wir überprüften, ob es physische oder magische Verfolger gab. Da nichts zu entdecken war, ließ ich die Fliege wieder zurück kommen. In der Zwischenzeit hatte Neo ein Bild von Ivana Volkova in der Matrix gefunden. Schon merkwürdig, dass ein Hund Vor- und Nachnamen hatte. Wir sahen Tatze an. Der hatte keinen Nachnamen. Wir diskutierten unsere Pläne bis in die Morgenstunden, dabei verteilte ich Meine wenigen Fliegen um das Gelände. Gerade als wir uns schlafen legen wollten, piepte ein Komm. Der Timer war auf 24 Stunden und der Ort wurde bekannt gegeben. Die anderen schliefen und ich durchsuchte das Netz. Zu irgendwas musste der Schlafregulator auch einmal gut sein. Aus dem kurzen Nachschauen wurde längeres Nachschauen, wurde noch längeres... Der Ort des Kampfes lag in Darmstadt-Kranichstein. Ein abgelegener Hof kurz vor einem alten Bahnhof, auf dessen Gleisen schon lange irgendwelche rostigen Wagons standen. Als die anderen aufwachten, war ich immer noch damit beschäftigt, Daten zusammenzustellen. Unglaublich, wie schnell die Zeit verging. Wir ließen uns per Drohne Frühstück und Mittagessen liefern. Wir verstrickten uns in immer mehr Diskussionen, die allerdings wenig zielführend waren. Nennen wir es Brainstorm. Alles dreht sich darum, dass wir noch nicht wussten, wo unser Ziel war. Unser Plan B und Notfallplan war Exekution am Ort des Kampfes. Zwischen all den Leuten der Syndikate. Wird ein Spaß. Es endete damit, dass Neo meine Kanmuchis den Waldweg entlang verteilen wollte. Diaz kam noch auf die geniale Idee, dass sich Tatze die typischen Gerüche um das Gebiet einprägen sollte. Ich lobte ihn ausdrücklich dafür. Neo meinte, ich solle mir jetzt den fehlenden Schlaf gönnen, damit ich fit bin, wenn es losgeht. Das tue ich auch. ...schlummere vor mich hin... ...Türe öffnet sich, Leute steigen zu... ...schlummere... ...träume von langweiligen Diskussionen... ...schlummere... ...Trollgrunzen Beschwerde über Langeweile... ... Diskussionen... genervtes Schweigen... ...ich drehe mich um... ....Türknallen.... Tür geht nochmal auf und zu.... ...Ruhe...nur Funkgeräusche meines Zugs... ... ...der Kampfheli hatte uns voll unter Beschuss. Der ganze Zug sprang von den LKWs und Jeeps ab, zwei der Laster explodierten. Schreiende Kameraden. Geknatter. Helmut beschießt den Heli mit dem aufgebauten MG auf dem LKW. Er wird von Phosphor getroffen, während ich mein MG bereit mache und auf den hinteren Rotors des Heli anlege... der Schuss muss einfach sitzen, sonst sind wir alle Hack... .... ratttatatatat .... ich wache langsam auf und realisiere, dass das Geräusch von automatischem Feuer aus der Verbindung mit Neo, Tatze und Diaz kommt... Ich ziehe mir den Messergürtel an. "Was ist los?" Draußen ist dunkel. 22.43 Uhr. Tatze bellt. Weiteres Rattern einer 6er Salve. Diaz: "Wir ham Spaß." Hundegebell von vielen Hunden. Rumms! Granate. Neo: "Wir kommen klar." Ich starte den Wagen, schnalle mir einen der Pistolenhalfter um: "Wo seid ihr?" Sperrfeuer. Nachricht von Neo mit einem Geo-Ping auf einem der Waldwege des Birnbaumgrabens. "Bin unterwegs." Ich heize vom Parkplatz über eine Kreuzung von Waldwegen. Ein Auto kommt. Ich weiche hart aus. Neo: "Hab die Person verloren." What the fuck... Nachricht von Diaz: "ABFANGEN!" mit Geo-Ping im Süden. Ich fahre den Birnbaumsgraben gerade Richtung Westen auf das Gelände zu. Vorher gab es Abzweigmöglichkeiten nach Süden. Tatze: "Da is noch n Geist!" Eskaliert wohl gerade. "Wo seid ihr eigentlich?" Nichts. "Ihr Hurensöhne, wo seid ihr jetzt, verdammt nochmal!" Ziehe zweiten Pistolenhalfter an. Neo: "Wir sind verstreut. Mein alter Ping zählt nicht mehr." Eine fremde Stimme mischt sich in Neos Übertragung, polnisch: "Kurwa (Schlampe) - Deine Mutter!", gefolgt von einem Schuss. Tatze: "Mann. Weg. Geist." Diaz schickt mir einen Geo-Ping westlich von mir, auf dem Parallelweg. "Wo bist du?" "Auf m Weg zum ersten Geo-Ping." Neuer Geo-Ping von Neo. Im Süden. Zwischen Standpunkt Diaz und Neo sind zwar nur 2-300 Meter Luftlinie, aber ich muss mich im Bulldog an die Waldwege halten. Ich entscheide mich dennoch gegen das Aussteigen. Tatze: "Der andere ist mit dem Geist im Wald verschwunden." Neo: "Wir haben einen Gefangenen. Ist bewusstlos. An meinem Geo-Ping." Tatze: "Brauche Unterstützung." Ich ändere Farbe und Nummernschild des Bulldogs. ALI war schon längst abgeschalten. Schüsse. Da es eine 6er Salve war, vermutlich Diaz. Tatze: "Astraler Magier!" "Neo, ich komme." Neo war einfach näher. Außerdem war es besser, wir kommen zu zweit als Unterstützung. Neo war auch stärker gegen Geister als ich. Jetzt kam ich endlich dazu, meine Panzerjacke anzuziehen und Monster aus dem Geheimfach zu holen. Mit einigen Magazinen. Zum Glück hatte ich nach dem Atre e Gusto noch die volle Ausrüstung geholt. Auf den Helm verzichte ich. Magie heißt Unsichtbarkeit und dafür benötige ich mein Ultrasound-System. Neo: "Ich komme Dir entgegen." Tatze: "Tatze Angst!" Kurve. Geheimfach zu. "Bin gleich da." Diaz: "Waffen runter, sonst reiß ich euch den Kopf ab!" Gefolgt von einem Fluchen seinerseits. Tatze: "Geist und Mensch und Zauber." Ich mache einen U-Turn für Neo. Der steigt mit dem Gefangenen auf seinen Schultern zu. "Na, ausgeschlafen?" "Komme zu Abholpunkt 2" und bestätige Diaz Geoping. Diaz: "Wie lange brauchst du?" "30 Sekunden." Neo: "Danke fürs Abholen. Den Typen hätt ich nicht die ganze Strecke schleppen wollen." Tatze: "Hat der nich n Tracker?" Ich trete den Typen auf den Hals und schmeiße ihn raus. Neo immer mit seinen Hemmungen, Probleme einfach zu lösen statt mit sich rumzuschleppen... "Wir holen jetzt den Dreksköter!" Wir müssen einfach hoffen, dass er da ist. Mindestens müssen wir den Magier erwischen, sonst sind wir voll gearscht. Tatze: "Wir wissen nicht, ob der da drin ist." "Ihr Kasper fangt nen Krieg an mit einem Magier und wisst nicht, wo das Ziel ist. Jetzt ziehen wir durch!" Nicht weil wir wollen. Wir müssen. Wir treffen die anderen beiden am zweiten Geo-Ping. Da die beiden nicht mehr direkt im Gefecht waren, lasse ich den Bulldog zurück zum Parkplatz fahren, während wir zum Gelände gehen. Unterwegs hatte ich jede Menge Hundeleichen gesehen und ein, zwei Leute, die bei ihnen tot rumlagen. Sie erzählten mir, dass sie mit den Hundetrainern "in ein Gefecht verwickelt wurden", wie Neo es ausdrückte. Meiner Einschätzung nach konnte es Diaz vor Langeweile nicht mehr aushalten und hat sie einfach umgelegt. Aber das war jetzt egal. Der geflohene Typ war mit dem Geist nach Norden in den Wald östlich des Industriegeländes verschwunden. Das bedeutet, dass der Gegner vorgewarnt ist. Prima. Aber wenn wir warten, werden sie uns mit Geistern zermürben. Also los!
Auf der Mauer um das Gelände war Nato-Draht. Es roch nach verwesendem Fleisch. LKW. Klatsch. Fallende Kadaver, vermutlich. "Wenn ihr wollt, könnt ich uns durchsprengen", meinte Diaz. "Was spricht gegen klettern?" Tatze macht Neo, Diaz und sich selbst unsichtbar. Ich verzichte darauf und vertraue auf meine Sturmhaube. Außerdem rennen die sicher nicht freiwillig zur Polizei und in den Schatten darf sich ruhig rumsprechen, wer hier die Leute umgelegt hat. Ich gebe den anderen Kletterhilfe, auch wenn sie kaum benötigt wird. Tatze: "Wollen wir ihn schlafen legen?" "Was los da drüben?" "Da ist einer im Führerhaus." Neo: "Den schnapp ich mir." Rumms. "Ziel ausgeschaltet." Ich hüpfe über die Mauer. Schriller Alarm. Die restlichen Strahler im Hof werden angeschalten. Ich mach die Fahrertür des LKW auf, schmeiße den Fahrer raus. "Hat jemand n Taxi gerufen?" Diaz schaut sich um. Neo betrachtet mit Abscheu die Tierkadaver. "Schwingt eure Ärsche rein, wir ham hier n Schlüssel fürs Lager!" Ich bereue es sofort, als mir klar wird, dass der Kipplaster noch hochgefahren ist und es lange dauern wird, ihn in den Fahrbetrieb zu versetzen. "Wir laufen. Dauert zu lange. Wir müssen schnell sein wegen dem Magier." Ich steige wieder aus. Die anderen waren glücklicherweise noch nicht zugestiegen, Diaz hält Ausschau: "Ich seh den Magier nich." "Auf zu Lager 1." Ich renne nach hinten zum Eck von Lagerhalle 2 und schaue um die Ecke. Hinter Lager zwei waren Tierkadaver aufgehäuft. Es stank erbärmlich. Das Tor von Lager eins hatte LKW-Größe, kleine Türen gab es auch. An der Hausecke ein Strahler, eine Kamera. Über Ultrasound waren solche optisch leicht zu erkennende Dinge nicht so einfach zu sehen, aber mein System war das beste, was der Markt zu bieten hatte. Und schweineteuer. Die Wände waren aus Alu oder Stahl. Möglicherweise auch Plastik-Verbundstoffe. Diaz gibt Sperrfeuer Richtung Süden. Die Bewegungen aus dem Büro hatte ich auch auf dem Schirm. Zwei Leute. Ich drehe mich um. Ein Gegner versucht, aus dem Sperrfeuer zu laufen. Ich nehme ihn aufs Korn. Er fällt. Schade um die panzerbrechende Mun. Die hatte ich extra für die Geister eingelegt. Der Typ schießt auf Diaz, der ausweicht. Dann geht er hinter dem Türrahmen in Deckung. Tatze huscht an mir vorbei. Der Typ im Süden schießt auf mich. Ich weiche aus. Diaz feuert wieder. Der Typ im Türrahmen fällt um. "Der steht nicht mehr auf!", triumphiert der Troll. Neo läuft ebenfalls an mir vorbei um die Ecke Richtung Lager eins, irgendwas magisches geht im Astralraum durch mich durch. Geister! Kurz darauf ist Neo in einen Astralkampf verwickelt. Ich spüre, wie Magie gewirkt wird. Vermutlich Tatze, der gerade einen Geist für uns herbeiruft. Von hinten höre ich eine Salve und Diaz über die offene Funkverbindung: "Noch einer weg." Vom Dach trifft mich eine Salve. Die Rüstung hält, aber das gibt blaue Flecken. Schieße zurück und der Typ auf dem Dach von Lager eins fällt. Neo keucht: "Zwei Geister sind hier!" Ich schalte auf HM-Modus, gebe einen Schuss auf die Kamera ab. "Dreks Magier killen!" Neo rennt zum Rolltor (die Geister scheinen Geschichte zu sein) und haut drauf. Es ergibt sich ein etwa drei Quadratmeter großes Loch. Könnte von mir sein. Schließe zu Neo auf, schalte wieder auf AM um und sichere nach innen. Bewegung. Salve. Drohne zerfetzt. Ein kleiner Dobermann mit Sturmgewehr drauf. Ganz so, wie ich eine habe. Neo: "Ich bin drin. Rechts." Ich gehe geradeaus. "Aufschließen, Leute, aufschließen!" Sichere den Raum. Tatze: "Schild noch da?" Wovon zur Hölle redet der? Neo: "Mögliche Bewegung auf sieben Uhr." "Sechs Uhr gesichert." Tatze wieder: "Soll ich das Schild wirklich zerstören? Vielleicht verhindert es einen Ausbruch?!" Muss was astrales sein. Drohne auf neun Uhr feuert auf mich. Kann gerade so ausweichen. Ein Feuergeist materialisiert sich vor mir. Neo slidet auf seinen Knien aus zwölf Uhr nach sechs Uhr an mir vorbei und zieht sein Schwert. "Feuergeist", bemerke ich lakonisch, während ich auf den Geist feuere, aber die Wirkung hält sich in Grenzen. Drek, trotz panzerbrechender Mun! Der Geist will mich verängstigen, schafft es aber nicht. Diaz: "Bin am Tor." Neo schlägt mit seinem Schwert zu und trifft. Der Geist verschwindet. "Feuergeist ausgeschalten." Schieße auf die Drohne. Matsch. Mundane Sachen sind einfach mein Ding. Hinter mir kommt ein Hund rein. Muss Tatze sein. "Den Magier killen!" Neo: "Ich such ihn." Tatze: "Muss nich hier sein." Diaz: "Ihr könnt mich alle mal." Neo geht nach sechs Uhr hinter die Kisten. Ich geradeaus zur Bürotür. Verschlossen. "Büro verschlossen.", gebe ich pflichtgemäß durch. Neo: "Betrete gleich Treppenhaus." Trete die Tür ein. Licht geht automatisch an. "Büro offen." Rechner, Kontrollpanells mit Lichtern, zwei leuchten dauerhaft rot. "...und leer." Tatze läuft hinter mir vorbei nach Süden zu Neo. Panell 1: Grünes Licht und allgemein irgendwas, paar Leitungen. Panell 2: Unser Gebäude, zwei Türen rot markiert. Blinklicht. Allgemeiner Betriebsalarm. Noch ein Plan mit einem grünen Kontrolllicht. Schaue mir die Pläne genauer an. Die beiden eingetretenen Türen blinken rot. Allgemeiner Alarm blinkt. Einzelalarme nicht aktiv. Der zweite Plan ist interessant, weil er das Untergeschoss zeigt. Eine grüne Diode an einer Türe Das muss die Fluchttüre sein, zwei andere Dioden sind nicht an. "Magier ist unten!" Neo: "Achtung, sie werfen Granaten!" Gefolgt von einer Detonation, die ich über Verbindung wie auch live höre. Tatze: "Soll ich schon runter?" "Hier sind nur Pläne und Chips." Neo: "Nein, bleib hier." Tatze bellt. "Wartet, ich nehm die Treppe!" Granaten! Ich steh auf Granaten! Laufe los nach Süden. Tatze: "Feuergeist bei mir." Vom Feuergeist war nichts zu sehen, aber Neo und Tatze kümmerten sich um den im Astralraum. Schieße Granate die Treppe runter. Schrei. Hundegebell, Winseln. Noch eine hinterher. Hundegebell jetzt nur noch von einem Hund. Stöhnen, Schleifgeräusche. Tatze bellt auch. Neo stürmt die Treppe runter. "Unten ist sauber." Runter. Gleich Richtung Fluchttür. Ihr Drekheads entkommt uns nicht! Jemand hatte wohl eine Rauchgranate geworfen. Macht weder Neo noch Tatze noch mir was. Astrale Wahrnehmung und das Ultraschall-System knacken das. Ziel. Schieße. Fällt um. Jemand schießt eine Salve auf mich. Weiche aus und trete ihn um. Von hinten eine unbekannte Stimme: "Verpiss dich, Freak!" und eine weitere auf Polnisch: "Der Bär wird euch alle holen!" Gehe zur Fluchttür und trete sie ein . Dahinter ein dunkles Treppenhaus mit einer Wendeltreppe nach oben. "Treppenhaus gefunden." Neo: "Tatze, Diaz, kommt runter." Hundegebell. Schockgranate explodiert hinter mir. Kurze Stille. Neo: "Tatze, komm her, überprüf den Hund." Tatze: "Fühl mich nicht gut." Gehe zurück zur Ecke und sehe ein Ziel. Fällt nach einer Salve. Die Geschosse aus der schweren MG sind so effektiv, dass sie den Körper förmlich zerreißen. Aus dem Blutnebel kommt ein Hund gesprungen, seine Leine fliegt hinter ihm her. Ich kann ihm knapp ausweichen. Er landet hinter mir. Tatze bellt, aber sein Helm übersetzt es automatisch in menschliche Sprache: "Hey, wer bist du denn? Ich bin Tatze." Noch mehr bellen von einem anderen Hund. Neo: "Bleib erstmal hier." Krachen. Vermutlich von einer Türe. Ich erschieße den Hund bei mir. Über Komm höre ich das Splittern einer Türe. "Ich habe die Magier gefunden." Neo freute sich hörbar. "Bring sie um." Gleich mehrere. Neo: "Es tut mir Leid." Gehe den Gang rein. Stinkendes Fleisch. Hundefutter. Gehe durch eine Tür. Gegenüber im Gang eine Panzertür. Trete sie auf. Ein Raum, Neo vor einem der beiden Betten, sein Schwert in der Hand. Aus dem Hals des Magiers vor ihm spritzt Blut. Der zweite ist an ein MedKit angeschlossen. "Oh, bist doch kein Lappen." Tatze bellt wieder und das Übersetzungsprogramm springt an: "Wenn du Ivanna bist, sollen wir verhindern, dass du im nächsten Kampf Teil nimmst." Der andere Hund bellt. Ein Feuergeist erscheint im Pentagramm, das hier im Raum auf dem Boden gezeichnet ist und geht zu Neo, der den Magier vor sich nun enthauptet. "Erschieß den Magier im anderen Bett!" Das tue ich. Der Geist verschwindet. Zeige Neo ein Daumen hoch. Tatze wieder: "Wir wollen dich nicht verkaufen, aber wenn du willst, kannst du dich meinem Rudel anschließen. Du bist frei." Der andere Hund bellt wieder. Wir befreien den Hund, dr sich als Ivanna Volkova herausstellte noch von einem Halsband, das mit Sprengstoff und GPS ausgestattet war. Der eine Magier hat ein blinkendes Band am Handgelenk. Ivanna verspricht uns eine Belohnung, wenn wir hier alles verwüsten. Der Bär war keiner von den Magiern. Medved wohnt woanders. Hier wäre nur eine von zwei oder drei Außenstellen. Wir kommen überein, noch die Server zu zerlegen. Ich sprinte ins Büro in Lager 1. Neo übernimmt das Büro. Ich nehme mehrere Festplatten mit, reiße sie einfach raus. Neo findet einen "Jackpot". Diaz legt Sprengladungen in Lager 3, das sich als Droenlabor entpuppte. Neo fand Beweise über Korruption. Ich ließ das Benzin aus einem der LKW ab, indem ich mein Messer von unten in den Tank stecke.In Lager 2 war eine Tiermehl-Herstellung. Als wir wieder draußen sind, hält Diaz den Auslöser für die Sprengung Ivanna hin. Ich bin schon etwas verwundert, wie viel Herz hinter dieser dicken Schale steckt. Tatze ruft einen Feuergeist, der den Rest in Brand steckt. Wir gehen zusammen noch etwas essen. Diaz gibt mir eine Adresse von einem Dojo nördlich von Offenbach. Da hat er den geilen Beinfeger her. Neo trainiert da wohl auch und bildet sogar aus. Dumm ist nur, dass da keine Waffen erlaubt sind. Ist wohl irgendwie zwischen zwei Ganggebieten, die Rivalen sind. Die trainieren da alle und man soll sich nicht mit den Kids anlegen. Während des Essens bestellen wir auch ein paar billige Klamotten für Ivanna, damit sie sich in menschlicher Form zeigen kann. Wir legen die Sticks zusammen. Beute und Belohnung von Ivanna waren zusammen 23k. Ivanna geht dann mit Tatze. Sie kann immer noch nicht glauben, dass wir sie einfach gehen lassen und sie frei ist. Sie war / ist ebenfalls eine Runnerin und ist schon mit einem Rudel / festen Team unterwegs. Tatze nahm die erbeuteten Foki mit und wollte zu Geld machen, was er nicht brauchen kann.
Zwanzig Stunden vor dem Kampf geben wir Schmidt Bescheid. "Ihr habt ganz schön Staub aufgewirbelt. Aber gute Arbeit, so weit ich sehen kann."
Eine Stunde vor dem Kampf treffen wir uns alle wieder und warten den Countdown mit einem Kaltgetränk ab. Wir schauen immer wieder die Zwischenstände des Hundekampfes an. Ivanna findet es sehr befremdlich, selbst nicht dabei zu sein. Ein gewisser "Capitano" wird der Sieger. Tatze zeigte sein Missfallen an den Kämpfen sehr deutlich. Anruf von Schmidt. Frühstück morgen, 8.00 Uhr im Arte e Gusto.
Wir treffen uns in Egelsbach. Luciano "Lupo" Ferrone hat die 18k pro Nase. Außerdem spendiert er Tatze einen Knochen. Von "Patiente Zero", der das Turnier zehn Jahre am Stück gewann. Tatze erkannte den Knochen als Fokus. Bei den Festplatten und Dokumenten, die wir Schmidt anboten, bekam er große Augen, ob nun gespielt oder echt. Es gab noch einmal 20k extra.
Tatze bat uns nach dem Treffen, noch mit ihm und Ivanna Essen zu gehen. Neo, Diaz und ich waren uns einig, abzulehnen. Die beiden Turteltäubchen sollten den Abend zu zweit genießen...
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