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Autor Thema:  (Gelesen 2425 mal)

Mr.F.Johnson

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  • 16. Dezember 2016, 00:05:20
Degenesis Rebirth - Plattform
« am: 16. Dezember 2016, 00:05:20 »



Degenesis Plattform



Degenesis Rebirth Plattform ist unser Versuch ein etwas innovativeres Spielmodell als die routinemäßigen Gruppen- und Spontan-Runden anzubieten. Wir wollen versuchen mit starren Gruppen- und Charakterformationen zu brechen, um einen narrativeren Ansatz von Rollenspiel zu verfolgen.

Unsere aktuellsten Machenschaften findest Du am unteren Ende des Threads

EDIT (29.04.2017):
Es ist einige Zeit vergangen und wir haben einiges geschafft mit unserer Plattform, vieles aber auch nicht. Zeit für eine Anpassung unseres Vorhabens an die gegebenen Realitäten: Die Spielerschaft dieser Gruppe hat sich auf 4-6 eingependelt. Diese möchte ich jetzt in eine regelmäßig (ca. 14-tägige) gemeinsam spielende Runde entwickeln. Wir werden aber weiterhin versuchen uns einige Elemente der ursprünglichen Plattform (insbesondere den narrativen Ansatz) zu bewahren.

EDIT (24.10.2017):
Wieder ist einige Zeit vergangen. Wir haben in der Zwischenzeit mit einem harten Kern von 4 Spielern das Element 2 GeneSys für alle Charaktere mehr oder weniger abgeschlossen und stehen kurz davor zum 14-tägigen Rhythmus überzugehen und Element 3, unsere Borca-Kampagne "Sturm der Gezeiten", zu beginnen. Zwischendurch haben uns auch immer wieder des Elements 1 bedient und einige tolle Oneshots, darunter 2 in Südfranka eingeschoben.

Spielstil / SL-Ansatz
Die Entwickler von Degenesis positionieren sich eindeutig dazu, wie sie sich ein Rollenspiel vorstellen: "Ein Rollenspiel – manchmal auch Erzählspiel genannt – ist ein Gesellschaftsspiel, [... bei dem] die Spieler [...] aufregende Abenteuer unter dem Deckmantel einer anderen Identität [erleben]." Man muss jetzt nicht gleich von einem improvisierten Hörbuch sprechen, aber ich denke es ist klar geworden, dass Degenesis als ein sehr narratives Spiel konzipiert wurde. Das merkt man dem Produkt auch an: Mit KatharSys wurden die Regeln an diesen Anspruch angepasst und präsentieren sich relativ schlank, unkompliziert und eingängig. Gleichzeitig ist die Spielwelt umso interessanter, spannungsreicher und atmosphärisch dichter und besticht durch eine tolle Mischung aus Lost Tech, Postapokalypse, Mystery und Horror. Die Entwickler geben ein informationsreiches Gerüst für das Spiel an die Hand, vieles bleibt aber Anspielung und so haben Spielleiter*innen und Spieler*innen jede Menge Freiraum, um dieses Gerüst mit spannenden Geschichten und Details zu ummanteln und mit Leben zu füllen. Degenesis arbeitet dabei stark mit Archetypisierung (aber eben auf seine ganz eigene Art): Der grimme Richter, der seine Gerechtigkeit mit dem Hammer durchsetzt; der geheimnisvolle Chronist auf der fanatischen Suche nach verlorenem Wissen; der getriebene Spitalier, der die Welt heilen möchte - um jeden Preis. Dafür ein Auge zu entwickeln ist das Minimum, aber dann kann man tolle Sachen darauf aufbauen!
Hierzu schlage ich einen engen Austausch vor und zwischen den Terminen zwischen mir als SL und meinen Mitspieler*innen vor, sodass unsere Vorlieben und Impulse sich organisch ergänzen. Ich möchte nicht x-beliebige Charaktere durch x-beliebige Abenteuer jagen, sondern mit euch zusammen gehaltvolle und spannende Geschichten zum Leben erwecken. Dazu gehört auch eine gute (= produktive) Gruppendynamik sowohl outgame zwischen den Teilnehmer*innen, als auch ingame zwischen Charakteren und ein gutes Gespür für die Trennung von Spielerwissen und SC-Weltwahrnehmung. Unbefriedigende Situationen sollen aktiv und gemeinsam vermieden werden. Während der Spielabende übernehme ich natürlich trotzdem die gewohnten SL-Aufgaben (Umwelt-Beschreibung, Szeneneinrichtung, Nebenfiguren, etc.) ;)
Mehr zu mir und meinem SL-Stil gibt's hier.
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Dabei arbeiten die Spieler*innen und ich als SL gemeinsam an folgenden drei Spielelementen:

  • Element 1 - "Degenesis Stories": Degenesis bietet eine breite Spielwelt, deren Vielschichtigkeit kaum in einer Kampagne eingefangen werden kann. Mit Degenesis Stories sollen solche Aspekte einen Raum bekommen. Es handelt sich um One- oder Fewshots, bei denen die Spieler*innen neue, ungewohnte Rollen annehmen können. Im Gegensatz zu den meisten Spontanrunden stehen sie aber in einem inneren Zusammenhang, weil sie als Teil der Plattform zu einem narrativen Mosaik gehören und mit anderen Spielelementen ein Kontinuum bilden. Die Zusammensetzung der Teilnehmenden darf variieren, auch die Spielleiterschaft kann bei Wunsch übernommen werden. Element 1 ergänzt Element 2 und 3, auf denen der Schwerpunkt liegen soll.
    Beispielhafte Ideen:
          ○ "Konvoi": Sprung in die Vergangenheit, kurz nach dem Eshaton, Vorgeschichte des Enemoi-Klans
          ○ "Schwingen der Ehre": Fokus Balkhan, Sipplinge, Dushani
          ○ "Kopfjagd": Crime Noir und Verschwörungen in Justitian
          ○ "Der Haufen": Eine routinemäßige Beobachtungsmission in Südfranka gerät zusehends aus den Fugen
          ○ "Das Feld von Rost und Knochen": Eine Expedition zu einem urvölkischen Tempel gerät unversehens zum Überlebenskampf in einem blühenden Sporenfeld
  • Element 2 - "GeneSys": Degenesis-Charaktere starten quasi mitten im Leben, nicht bei null. Der Weg von Rang 0 bis zum eigentlichen Startpunkt bietet aber mindestens so viel erzählerisches Potential, wie der Weg vom Start zur Legende. Zu schade, um einfach übersprungen zu werden. Mit GeneSys gehen wir zurück an den Anfang der Legende und vollziehen diesen Weg gemeinsam. Im Scheinwerferlicht steht hier für ein paar wenige Runden ein*e Spieler*in und ein Char, während die übrigen Teilnehmer kooperativ die von diesem vorangetriebene Geschichte mit Nebenfiguren ergänzen (denkt dabei an kooperative Rollenspiele wie Fiasko - nur eben mit einem Hauptakteur). Es sind aber auch Übeschneidungen von mehreren Chars denkbar. Dieses Element eignet sich besonders gut (aber nicht ausschließlich) für Neulinge. Es ist auch eine tolle Möglichkeit, um für Element 3 geeignete Charaktere zu destillieren.
  • Element 3 - "Legends after Eshaton": Es gibt Geschichten, die man sich hier und da am Feuerfass erzählt, Stories eben. Und es gibt Legenden - die oft erzählten und teils vergessenen, epischen Erzählungen, die den Stoff der post-eshatonischen Kultur ausmachen. Und mittendrin: wir.
    Eine solche Legende wäre der "Sturm der Gezeiten": Es fing alles ganz harmlos an, in Tumbler, einem verschlafenen Nest am Rande des Protektorats. Doch die Ereignisse dort betten sich ein in ein Geflecht von Intrigen, Zufällen und Schicksal, die die Existenz der einzigen gefestigten Herrschaft Borcas infrage stellen!
    Hier stellen wir uns den großen Handlungsbögen, dem Metaplot und schreiben selbst die Geschichte der Welt von Degenesis fort. Ob in einer klassischen Festrunde oder mit einem flexibleren Ansatz - das "wie" entwickeln wir gemeinsam, aus den anderen beiden Elementen heraus.
    Aber auch die hervorragenden offiziellen Kampagnenbände wollen wir natürlich nicht schmähen. Der erste, dem wir uns stellen ist "In thy Blood":
    Lucatore, Heiligtum der Wiedertäufer im Norden Purgares. Die Wunden der Adriakriege, vom Täufer Altair mit einem Friedensschluss beendet, sind noch nicht verheilt. Der Kult und alte Klans ringen um die Macht. Blut und Geheimnisse werfen drohende Schatten.

Mitspieler*innen-Liste

-NameAktueller Hauptcharakter
1.ubersquidZaid, Sichel der Anubier, ein Sucher der Wahrheit in fremden Landen
2.h0neyp0tMadikwame, ein junger Neolibyer mit einem Faible für die Jagd, überzeugt von der zivilisatorischen Überlegenheit Afrikas
3.Kholek92Decker, ein abenteuerlustiger Fuchs aus Borca, den die Wanderlust (und Schlimmeres) nach Purgare verschlagen haben


PausierteCharaktere
1.h0neyp0tMauser, ein junger Fuchs, der den Ruinen des Protektorats seine Rune aufdrücken will
2.Kholek92Jorhann, ein junger Stadtrichter mit Ambitionen zum Protektor


Ehemalige Charaktere & Spieler
  • Richard Steiner (Herugrim): Africa, Der Eroberer, Spitalier - Abfällig "Weißer Neger" genannt, später als "Der Paradontologe" gefürchtet
  • Jarovik (Herugrim): Kriegsversehrter Orgiast, dessen verlorener Glaube nur Leere in seinem Herzen hinterlassen hat.
[li]Şivan Isaak (Herugrim): gesegneter Sohn der Jehammedaner Justitians
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Und schon bald: Aesop
« Letzte Änderung: 13. November 2018, 14:08:44 von Mr.F.Johnson »
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"Der Mensch ist frei geboren, doch überall liegt er in Ketten" - Rousseau, Rabe von Geneva

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Vorstellung

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  • 09. Januar 2017, 23:42:47
Degenesis Stories - Konvoi (08.01.2017)
« Antwort #1 am: 09. Januar 2017, 23:42:47 »

Zitat von: ubersquid
"Konvoi"
[08.01.2016]

((Musikbegleitung))

2077. Der Wiederaufbau ist immer noch das alles beherrschende Ziel 4 Jahre nach dem Eshaton.
Lokale Krisenstäbe aus Militär und zivilen Kräften haben in Europa die Kontrolle übernommen, Pioniereinheiten und medizinische Noteinrichtungen stemmen sich gegen Tod und Zerstörung. Eine fragile Ordnung ist mancherorts aus diesen Bemühungen entstanden.
In den Ruinen Dortmunds z.B. haben sich die Krisenbewältigungs-Einheiten von Konvoi 12 verschanzt und betreiben ein Feldlazarett mit angeschlossenem Auffanglager für Flüchtlinge aus dem Norden und Osten, wo das zunehmend frostige Klima bzw. die Tücken einer tektonischen Verwerfung, im Volksmund Sichelschlag genannt, das Überleben zunehmend unmöglich machen.
Die Lage ist angespannt, die Versorgung mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und medizinischen Vorräten ist prekär, die Stimmung in der überlebenden Zivilbevölkerung ist aufgeheizt. Ein Funke würde genügen, um das nicht gänzlich sprichwörtliche Pulverfass zu entzünden.

Charaktere:
  • Hauptfeldwebel Leonie Overmeyer, Veteran/in der Afrika-Krise, UEO-Militär - [Narrenspiel]
  • Prof. Dr. Ines Schmidt, ehemalige Philosophie-Dozentin, gewählte Beirätin des Bürgerkomittees für das Flüchtlingslager "Kurt Schumacher" - [Nizuaka]
  • Dr. Martin Brandt, Facharzt für Allgemeinmedizin, Krisenbewältigungs-Stab Südliches Ruhrgebiet - [Ubersquid]
  • Unteroffizier Süleyman Ateş, Fahrzeug-Logistiker & Techniker, Krisenbewältigungs-Stab Südliches Ruhrgebiet - [Faenwulf]


Dortmund - Frühling 2077, Gedankenprotokoll von Dr. Martin Brandt

Die Katastrophe hat uns geradewegs ins 20. Jahrhundert zurückversetzt. Ich habe das Personal angewiesen, Patientendaten und Anamnesen wieder auf Papier zu erfassen. Die Datenpads sind zu unzuverlässig geworden und fallen nach der Reihe aus. Auch Strom ist keine Selbstverständlichkeit. Solange wir die ServoOp-Einheit nicht reparieren können, führen wir Eingriffe ausschließlich mit bloßen Händen durch. Ohne Ersatzteile werden wir sie nicht wieder flott bekommen. An Operationen ist aber ohnehin selten zu denken. Es ist genug zu tun, und ohne die so dringend benötigten Medikamente und Nahrungsmittel aus dem Zentrallager Siegen gibt es dringendere Probleme.
Zumindest mit Arbeitszeit und Blutspenden könnten wir uns selbst helfen, doch es gibt kaum Zusammenhalt in der Bevölkerung. Die Menschen misstrauen dem Militär, dass die Ordnung gerade so aufrecht erhält. Die UEO hat aus den verbleibenden Truppentransportern um das Krankenhaus einen Schutzwall improvisiert um uns und die Vorräte zu schützen. Es kommt zu Überfällen und Plünderungen - Auch auf unsere eigenen Versorgungstransporte. Eine sektierende Gruppe, die sich die "Apokalyptiker" nennt, predigt Egoismus und Prasserei und bietet Nahrung, Medizin und Suchtmittel zum Verkauf und Tausch an. Einen Gutteil ihrer Waren haben sie sich mit Sicherheit mit Gewalt angeeignet. Frau Schmidt hat heute versucht, eine aufgebrachte Menge zu beruhigen und wurde zu mir in Behandlung gebracht (Va. l. c. pariet.)

Auch der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab. Täglich kommen aus allen Richtungen mehr zerschundene und ausgehungerte Gestalten an. Ich lasse mich so oft es geht für die Erstuntersuchungen einteilen. Es ist fast unmöglich aber ich habe immer noch Hoffnung, dass Marie noch lebt.
          ---
Kollege Rössler aus der Quarantäne lässt mir beunruhigt ein paar Gewebeproben zukommen. Sie sollen im Spital in Menden untersucht werden. Ich soll sie persönlich dort hin bringen.
Außerdem ist die Nachschublieferung überfällig. Kommandant Brunner schickt Hauptfeldw. Overmeier um an der Verteilerstelle Menden nachschau zu halten. Funkverbindungen sind aufgrund der atmosphärischen Störungen durch den Fallout und die Einschläge immer noch rares Luxusgut. Frau Schmidt soll uns begleiten, um auch als zivile Vertreterin um ein Aufstocken der Rationen anzusuchen. Der junge Unteroffizier Ates soll uns fahren. "Wird schon gutgehn," sagt er - ich wünschte ich könnte seinen jugendlichen Optimismus teilen. Wir nehmen den letzten verbleibenden Orion - wendig, geländegängig, gepanzert. Damit soll die Fahrt nur drei Stunden dauern. Ates meint, wir schaffen's in zweieinhalb. Ein weiterer UEO-Soldat steht am MG-Turm und soll für unsere Sicherheit sorgen.
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Wir passieren den Tunnel stadtauswärts und tappen in eine Falle. Quer über die Fahrbahn gespannter Natodraht, bei voller Fahrt passiert, bringt unseren Bordschützen zu Fall. Eine Gruppe Plünderer auf Motorrädern versucht uns zum Anhalten zu bringen, bewirft uns mit improvisierten Sprengsätzen und Brandbomben. Die Panzerung hält. Overmeyer übernimmt das Geschütz, Ates überzeugt uns von der Agilität seines Orion. Schmidt assistiert mir mit dem verwundeten Soldaten. (Va. sciss. Multipl; V. sciss. colli et disciss. A. carotis communis) Röchelnd verrät er mir seinen Namen. Werner. Werner wird durchkommen.
Wir können den Angriff abwehren und erreichen das Tunnelportal.
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In Menden angekommen erwartet uns kein guter Anblick. Den Menschen hier geht es keinen Deut besser als in Dortmund. Auch hier blieben die letzten Versorgungslieferungen aus. Der Kontakt zum Zentrallager Siegen ist seit Tagen abgebrochen. Schmidt und Overmeyer haben mit ihren Plädoyers kaum Erfolg. Die Mendener haben selbst nichts zu entbehren. Wir sollen uns eigenständig an den havarierten Transportern in Lüdenscheid bedienen. Auch hier Egoismus, jeder für sich. Ich treffe im Spital einen alten Freund. Auch er versinkt in Arbeit, aber ich kann ihn von der Dringlichkeit der Proben überzeugen. Ich finde Gelegenheit mir die Mendener Flüchtlingsregister anzusehen. Auch hier keine Spur von Marie und unserer Tochter - war auch unwahrscheinlich.
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In Menden gibt es noch weniger militärische und logistische Ressourcen. Wir beschließen mit unserem flinken Orion selbst zum Zentrallager Siegen zu fahren.
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Am Weg gibt mir Overmeyer einen Schnellkurs im Umgang mit der Pistole. Sie sagt, ich halte sie nicht richtig. Ich bin Heiler, kein Soldat...
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Wir nähern uns nach längerer Fahrt bei Einbruch der Dämmerung dem Zentrallager, eine mehrfach eingezäunte Festung. Doch die Zäune und Mauern sind von Sprengsätzen beschädigt - Spuren eines Überfalls. Das Lager ist noch bemannt, doch die Scheinwerfer, die die Anlage ausleuchten sollen, bleiben aus. Wir finden heraus, dass das Lager nur mehr von AMSUMOs bewacht wird. Automatisierte zweibeinige Kampfroboter, weiß Overmeyer zu berichten: Sie wurden eigentlich schon vor den Einschlägen vorsorglich deaktiviert, als der Stream vom Virus befallen wurde, der auch den Paladinschild (Satelliten-Asteroidenabwehrsystem) außer Gefecht gesetzt hat.
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Wir nehmen per Funk Kontakt mit dem letzten Überlebenden in der Kommandozentrale auf. Overmeyer stellt eine rethorische Falle und wir finden heraus, dass es sich nicht um UEO-Personal handelt. Wir gehen davon aus, dass die AMSUMOs uns nicht als freundliche Einheiten wahrnehmen. Es müsste allerdings in der Kommandozentrale des Lagers noch Gerätschaften geben, die uns für ihre Sensoren unsichtbar machen.
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Wir beschließen einen waghalsigen Plan: Schmidt und Ates machen mit dem Orion und dem MG darauf genug Lärm auf einer Seite der Basis um die Aufmerksamkeit der Roboter solange auf sich zu ziehen, bis Overmeyer und ich uns auf der anderen Seite hinein schleichen können.
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Schwieriger als ich dachte. Overmeyer wirkt unzufrieden mit meinen sportlichen Leistungen beim überklettern der Mauer. Ich bin Heiler, kein Leichtathlet.
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Eine Horde AMSUMOs wirft sich auf Ates und Schmidt und versucht den Orion zum Stehen zu bringen. Zumindest sind sie nicht bewaffnet. Am Eingang der Kommandozentrale läuft uns eine Gestalt in die Arme, Overmeyer überwältigt den Mann, ich kämpfe noch immer mit mir selbst. Der Mann nennt sich selbst einen Streamer - Menschen die Zeit ihres Lebens wohl mehr in der Virtuellen Realität des Streams verbracht haben, als in der Wirklichkeit. Unter vorgehaltener Waffe wird er gezwungen uns zu helfen. Er beteuert, nichts mit dem Überfall auf das Lager zu tun zu haben. Hat er die Roboter aktiviert? Er sei nur auf der Suche nach Daten - er wirkt süchtig nach dem Stream. Ich verstehe nur wenig von dem was er sagt. Der Streamer trägt einen Transponder bei sich, der ihn vor den Robotern schützt. Er meint er könne den Effekt auf alle ausdehnen, wenn er das Gerät mit dem Computer im Orion verbindet.
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Wir versuchen den Orion zu erreichen, Ates kommt uns entgegen. Unzählige Kampfdrohnen klammern sich bereits an das Fahrzeug. Alles geht sehr schnell. Ich stehe plötzlich auf dem Orion, zwischen der Luke und einem der Roboter. Hinter mir versucht Overmeyer den Streamer in das Fahrzeug zu drängen. Ich benutze zum ersten mal in meinem Leben eine Pistole. Sie brüllt den AMSUMO an. Ich weiß nicht so recht, wie ich mit dieser Gewalt umgehen soll, aber Overmeyer hat recht - es gibt keine Zivilisten mehr. Am Ende war es ohnehin nicht ich, der das Ungetüm aus Metall und Elektronik zurückgehalten hat, sondern Ates, der im letzten Moment den Transponder ans Fahrzeug angeschlossen hatte.
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Unsichtbar für die Verteidigungseinheiten wagen wir nun, das Lager noch genauer zu untersuchen. Wir können nicht mehr sagen, wer wen angegriffen hat, aber vermuten eine Meuterei unter den UEO-Einheiten selbst. Die Lagerbestände bieten ein trauriges Bild und sind beinahe aufgebraucht. An weitere Versorgung der umliegenden Lager und Städte ist nicht zu denken. Außerdem eine weitere Hiobsbotschaft meines Kollegen aus Menden. Dringender Verdacht von HIV-E. Die neuartige Form des Virus, extrem ansteckend und epidemisch, das vor Jahren bereits für die Afrikakrise verantwortlich war, ist nun trotz unseren damaligen Bemühungen auch in Europa angelangt.
Wir treten die Heimreise nach Dortmund an.
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Ohne Lebensmittelversorgung ist die Stadt dem Untergang geweiht. Menden hat die Tore um das Spital geschlossen und nimmt niemanden mehr auf. Sie verteidigen es mittlerweile mit scharfer Munition. Jeder für sich gilt anscheinend noch immer. Kommandant Brunner beschließt hier abzubrechen und nach Siegen zu fahren, dort aus dem Lager die letzten Reste zu holen und weiter zu ziehen. Weg von den Flüchtenden, weg von der Verantwortung, weg vom HIV-E. Ich bleibe hier, ich kann nicht weg. Nicht ohne Marie.
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Sie lassen uns zwei der Mannschaftstransporter und ziehen mit den anderen sechs und dem Orion ab. Nur Kollege Rössler bleibt ebenfalls, in der Quarantänestation befinden sich mittlerweile ausschließlich HIV-E Patienten. Pest und Cholera wirken dagegen wie eine leichte Grippe. Rössler ist besessen davon im letzten Moment noch eine Heilung zu finden - was ganze Universitäten und selbst die Recombination Group über Jahre zuvor nicht geschafft haben.
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Es geht schneller als erhofft. Habe heute die ersten Symptome an mir entdeckt. Mein Medikamentenvorrat ist bald aufgebraucht, lange werde ich das Fieber nicht unterdrücken können.
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Rössler hat mich in Quarantäne werfen lassen - nach allem was ich für ihn getan habe.
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Ich betreue die Infizierten in der Quarantäne, es kann nicht schlimmer werden. Es kommen immer noch Flüchtende an, ich beobachte sie durch das Fenster. Es ist fast Juni doch der Frühling bleibt noch immer aus.
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Rössler erzählt mir durch die Schleuse von den Zuständen draußen. Nur die Angst vor der Ansteckung hält die verzweifelten Menschen davon ab, das Lazarett zu stürmen. Einer der Transporter wurde gestohlen, der zweite sei ausgebrannt.  Ich erzähle ihm von Marie
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Ich entdecke Marie unter den Neuankömmlingen, versuche durch das Fenster nach ihr zu rufen, doch sie hört mich nicht. Ich bin sicher dass sie es ist.
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Kollege Rössler steht neben mir, sein Schutzanzug ist gerissen. Infizierte seien aus der Quarantäne ausgebrochen - es hat sie niemand mehr bewacht - und haben ihn überwältigt. Ich bin mittlerweile zu schwach um aufzustehen. Rössler meint, er habe die Lösung gefunden. Er zeigt mir eine Pistole. Er hält sie nicht richtig, soweit erinnere ich mich. Die Pistole brüllt nur ein einziges mal. Rössler sitzt mir gegenüber in der Ecke und lacht mich aus, aus seiner Schläfe kriecht ein dunkelroter Wurm.
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Marie kommt mich jetzt jeden Tag besuchen. Unsere Tochter ist bei den Großeltern. Wenn ich wieder gesund bin fahren wir auf Urlaub, irgendwohin wo's wärmer ist.
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Lore-Auswirkung
Der an jenem Tag gestartete Konvoi schafft es tatsächlich über die Jahrhunderte hinweg in Bewegung zu bleiben und bildet im weiteren Verlauf der Geschichte die Grundlage für den Stamm der Enemoi.
Noch heute wälzen diese Enemoi mit ihren fünf multi-segmentierten UEO-Trucks und dem Orion durch Wälder und Ruinen, bringen den Sippen außerhalb des Protektorats den Segen des Urvolks: Medizin, Wissen und Gerechtigkeit. Und warten darauf, dass das Volk sich wieder zusammenfindet, denn wenn die Menschen soweit sind und sich mehrheitlich für eine Führung entschieden haben, werden sich die Enemoi in den Dienst einer gewählten Regierung stellen. So wie es die ersten Ältesten niederschrieben.
In ihrer Festung bewahren die Enemoi den Schlüssel zur Zukunft in ihren Händen. Doch sie würden ihn eher zerstören, als ihn den Kulten zufallen zu lassen.
« Letzte Änderung: 10. Januar 2017, 00:06:12 von Mr.F.Johnson »
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"Der Mensch ist frei geboren, doch überall liegt er in Ketten" - Rousseau, Rabe von Geneva

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Vorstellung

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  • 14. Januar 2017, 21:41:17
Re: Degenesis Rebirth - Plattform
« Antwort #2 am: 14. Januar 2017, 21:41:17 »

Zitat von: Lanistra
Der Nebel von Verdun
[04.02.2017, 11.01.2017]

Charaktere
  • Jean d'Normané, Stammeskrieger der Resistance (Lanistra)
  • Wombat, Mechanist & Sprengstoffexperte der Schrotter (Duke de Vil)
  • Abraham, ein erfahrenes Schwert Jehammeds (Herugrim)
  • Johannes, Furor der Wiedertäufer (Uhu79)



Jeans Erzählung und Aufruf
Als Jean zurückkehrte waren seine Wunden fast verheilt. Langsam schritt er unter dem tosenden Applaus seiner Brüder und Schwestern über einen der Holzstege, welche die schwimmenden Häuser miteinander verbanden. Jeder, selbst die Entstellten, hatten Ihren Masken abgenommen um dem großen Erfolg in Verdun respekt zu zollen. Seit dem Ereignis am Souffrance-Krater waren solche Erfolge selten und wertvoll im Kampf gegen die Insekten. Eine große Inspiration für den Widerstand.

Aber was war geschehen und warum behandelt die Sippe nun ausgerechnet Schrotter mit dem Respekt, den sonst nur echte Patrioten erfahren?

Setz dich ans Feuer und lausche.
Erfahre warum der Widerstand keinesfalls zwecklos ist.



Der Nebel war alarmierend dicht und bedrohlich, als ein selbst gebauter Geländewagen kurz vor einem Dorf nahe Verdun zum stoppen kam. Es waren nur vier Mann, die entschlossen waren den Ursprung des Nebels und der Insekten eine Ende zu bereiten.
Ihre Namen merkt euch gut, es waren Johannes der Täufer, Abraham im Namen Jehammeds, Jean d'Normané und Wombat der Schrotter.

Über Verdun heißt es, wacht die Mutter der Nebel. Mit Tücke und Verlockungen pflanzt sie den Willen des Schwarms in die Köpfe der Menschen.

Als die vier Männer das Dorf erreichten schien dies zunächst verlassen. Wenige Häuser und Holzschuppen machten einen wenig einladenden Eindruck. Doch angesichts des immer dichter werdenden Nebels, beschlossen Sie das Dorf zu erkunden und in den Gebäuden Schutz zu suchen. Ein Plan der sich bereits mit dem ersten Haus als problematisch erweisen sollte. Mehrere schrecklich anmutende Leichen zeugten von einem Massaker das offensichtlich durch Insekten verursacht wurde. Eine absonderliche Gestalt hockte wimmernd und jammernd in der Ecke des Raumes. Ihr Verstand war schon längst durch den Nebel getilgt und absonderliche Insektennester waren Teil ihres Körpers geworden. Beherzt und voll inbrunst Schritt Johannes zu Werke. Wenige Flammenstöße reichten aus um das Gebäude und die Unzucht im Inneren zu vernichten. Währenddessen entdeckten die Anderen in der ehemaligen Gastwirtschaft weitere absonderliche Gestalten. Schwarze Schmetterlinge erfüllten den Raum mit einer dicken und flockigen Luft. Sie schienen mit den Gestalten, die noch halbwegs bei menschlichen Verstand waren, eine Art symbiose zu bilden. Wir alle kennen diese Verräter, die sich den Insekten hingeben statt ihnen zu trotzen. Bevor auch diese Absonderlichen dem Feuer der Rechtschaffenheit übergeben wurden, gaben Sie Preis, dass die Mutter der Nebel in den verseuchten Feldern von Verdun zu finden sei.

Wohl wissend, dass dieses Dorf verloren war, machten sich die Männer am nächsten Tag Richtung Felder von Verdun auf. Hinter Ihnen die rauchenden Überreste des Dorfes und vor Ihnen der Weg durch die Hexenwälder. Rasch und unentdeckt bewegte die Gruppe sich unter der Führung Jeans durch die Wälder, um unbeschadet die verseuchten Felder von Verdun zu erreichen.

Der Nebel lag dick wabernd über den Feldern und es war schwer zu sagen, wo die Felder ihren Anfang nahmen und wo sie endeten. Die Versporung war hier allgegenwärtig. Nur mit Tüchern über Mund und Nase, machten sich die Männer auf um die Quelle des Nebels zu finden. Es dauerte nicht lang bis Jean einen Verfolger bemerkte, der schnell und unbarmherzig angriff und Jean verletzte. Ein großer, abscheulicher und schrecklich anmutender Wächterhund hatte sie aufgespürt und lauerte zwischen den wild wuchernden Gräsern. Ein Kampf entbrannte, der aber dank der tödlichen Schwerthiebe Abrahams, schnell ein Ende fand. Teilweise verletzt aber entschlossen setzte die Gruppe ihren Weg fort, um schon nach kurzer Zeit vor einem riesigen rauchenden Ziggurath zu stehen. Dort wo einst eine Scheune stand, erhob sich ein pyramidenartiges Gebäude aus Stein und Lehm, mit großen Schloten aus denen dicker, undurchdringbarer Nebel quoll. Wahrlich nur die Spitze eines unterirdischen Kavernen Systems.

Johannes, Abraham, Jean und Wombat brauchten eine Weil bis sie einen entsprechenden Plan ausgearbeitet hatten. Sie würden tiefer in den Insektenbau eindringen, da die mitgebrachten Sprengladungen aus unmittelbarer nähe gezündet werden müssten.
Doch dann, sicherlich wohlwissend um der Ereignisse am Souffrance-Krater, war es der Schrotter Wombat, der die Sprengladung und den aktivierten Zünder einfach in eines der Insektenlöcher warf. In der folgenden Explosion kollabierte das gesamte Kavernen System, wie damals in Souffrance. Weite Teile der Felder bei Verdun sackten unter dem reinigenden Feuer der Rechtschaffenheit ab. Was nicht verbrannte, fand sein Ende unter Schutt und Asche.

Der Mann Namens Wombat, ein einfacher Schrotter und ein wahrer Held des Widerstandes, überlebte die Explosion nicht. Wombat gab für Franka sein Leben, er war ein echter Patriot.
Wir wollen seinem Namen ehren in dem wir weiter Widerstand leisten.




Drum schließt euch uns an!
Johannes der Täufer, Abraham der im Namen des Propheten Jehammeds handelt und Jean d'Normané aus unserer Sippe sind wieder da draussen um im Namen Frankas und im Namen Wombats gegen die Fäulnis zu kämpfen.
Versteckt euch nicht länger in euren Häusern sondern schließt euch dem Widerstand an! Denn unser Widerstand hat gerade erst begonnen!
[close]
« Letzte Änderung: 14. Januar 2017, 21:43:09 von Mr.F.Johnson »
Gespeichert


"Der Mensch ist frei geboren, doch überall liegt er in Ketten" - Rousseau, Rabe von Geneva

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Vorstellung

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  • 03. März 2017, 13:28:09
Re: Degenesis Rebirth - Plattform
« Antwort #3 am: 03. März 2017, 13:28:09 »

Zitat von: h0neyp0t

"Schwingen der Ehre" - ein Balkhan-Oneshot

Faenwulf - Milan, Sohn des Voivodul von Czarny
Lanistra - Slavo, desertierter Hellvetiker und Vertrauter Milans
h0ney - Gefolgsmann Milans, der seine Vergangenheit als Bleicher vergessen hat
SL - Brückner, einziger Überlebender einer Spitalier-Expedition auf der Jagd nach Dushani-Psychonauten (NSC)


Spoiler
Elektronisches Logbuch der Anlage der Recombination Group #52

Beginn der Aufzeichnungen von Sergej dem Erbauer, neuer Demagoge und Vater der Wiedergeburt.

Nach vielen Jahren der Irrungen konnte ich endlich nachhause zurückkehren. Bei meinen Reparaturarbeiten an den Solarpanels vor einigen Jahren hatte ich einen Unfall, bei dem ich mein Gedächtnis verlor. Die primitiven Sipplinge in der nahen Ortschaft Czarni nahmen mich auf. Mittlerweile ist weder hier im Bunker noch im Dorf jemand übrig. Die Macht des schlafenden Gottes war es, die mich damals zu meinem Schutz fortgeführt hat. Er hat mich auserwählt. Als letztem Überlebenden obliegt es nun mir, die Angelegenheiten hier fortzuführen, wie es der Wille des letzten schlafenden Gottes ist. Die Ereignisse um die glorreiche Wiedergeburt dieser Anlage sollen in den Chroniken für die Nachwelt festgehalten werden.

Alles begann nach unserer Rückkehr vom diesjährigen Vidovdan. Wir fanden Czarni verlassen vor. Nur verstümmelte Leichen erzählten die blutige Geschichte dessen, was hier vorgefallen sein musste. Gemeinsam mit Milan, dem Erben des Voivoduls Jaroslav, Brückner, einem Expeditionsmitglied der Spitalier und dem Söldner Slavo machten wir uns auf die Suche nach den anderen Sipplingen und der Schamanin Marika. Wie es Brauch bei den primitiven Sippen ist, hatte Milan Rache geschworen für das, was man seinem Volk angetan hatte und wurde begleitet von seinen tapfersten Kriegern.

Diese Fremden gaben ihr Leben für den Schutz dieser Anlage – ihre Namen sollen niemals in Vergessenheit geraten!

Bei unserer Suche entdeckten wir die Spuren einer großen Gruppe von Menschen, die in die Berge hinauf führten. Wir folgten den Spuren und gelangten in die Nähe des Hauptportals. Unsere Pferde hatten wir wegen des unwegsamen Geländes zurücklassen müssen. Es dauerte nicht lange, bis wir ihre schmerzerfüllten Todesschreie vernahmen. Und dann sah ich meine früheren Brüder und Schwestern, grässlich entstellt und gezeichnet vom Verfall der Spore. Sie waren zu Entseelten geworden, dürsteten nun nach unserem Blut. Uns blieb nur der Rückzug in das Innere der Anlage. Und plötzlich kamen die Erinnerungen wieder – sofort war ich mir meiner neuen Bestimmung bewusst – in den Hallen würden wir sicher sein, geschützt durch die schlafenden Götter. Doch ich durfte mir nichts anmerken lassen. Es war ein leichtes, die primitiven Sipplinge und ihre Anhänger in die Irre zu führen. Der Bunker schien komplett verlassen. Wie sich später herausstellen sollte, war die Außenhülle des Bunkers stark beschädigt, so das Sporen in unsere heiligen Hallen eindringen konnten. Das heilige Reich der schlafenden Götter war war enweiht. Wie ein Pilzgeschwür hatte sich der mächtige Duchani Mokosh hier eingenistet und wartete nur darauf, auch uns zu einem Teil seines Gefolges zu versklaven. Dieser Frevel durfte nicht ungestraft bleiben!

Wir drangen immer tiefer in die Bunkeranlage ein, stetig begleitet vom zersetzenden Lockruf des Dushani. Unter meiner Führung stellten wir den Dushani und der schlafende Gott wachte über uns. Er gab Milan und Slavo die Kraft, in einem letzten Gefecht und unter Opfer ihres Lebens den falschen Gott Mokosh zu vernichten. Die Erde erzitterte und es regnete Feuer, als Mokosh und seine unwürdigen Anhänger in Flammen aufgingen. Die Namen der Helden Milan und Slavo sollen für alle Zeiten in diese heiligen Hallen gemeißelt werden. Sie sollen uns ewig daran erinnern, dass der schlafende Gott bereit ist, auch die Fremden zu seinem Werkzeug zu machen. So wie auch ich nun weitere Fremde zu seinen Werkzeugen machen werde. Sobald ich die nötigen Reparaturarbeiten erledigt und die Anlage abgesichert habe, werde ich losziehen um weitere Anhänger an diesen Ort zu führen. Unter meiner Anleitung werden wir die diese heiligen Hallen wieder bevölkern und für den Krieg gegen die Dushani rüsten. Es obliegt nun uns, den letzten schlafenden Gott zu schützen, bis er erwacht, und uns in ein neues Zeitalter des Ruhms führt!

Ende der Aufzeichnung
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  • 03. Oktober 2017, 20:05:14
Re: Degenesis Rebirth - Plattform
« Antwort #4 am: 03. Oktober 2017, 20:05:14 »

"Der Haufen" - Ein Franka-Oneshot für Zaid und Steiner

Charaktere
  • Zaid, der Zeremonienmeister (ubersquids Haupt-SC)
  • Steiner, Pfleger (Herugrims ehemaliger Haupt-SC)
  • LaVache, Grenouille (Ahre)
  • Wombat, Dachs (Kholek)
  • Lyons, Résistance-Späher (h0neyp0t)


Beobachtungsposten West-8
Feldbericht D'Ecour 26/07/2590
Registrarin Woznan,

Ich schreibe diesen außerordentlichen Feldbericht aufgrund der äußerst beunruhigenden Ereignisse während der routinemäßigen Patrouille vom 24.07.2590. Die Patrouille wurde von Résistance-Soldat Lyons (eingesetzt als Führer) und Grenouille LaVache (eingesetzt als Vermesser und wissenschaftlicher Sekundant) - meinen fähigsten Mannschaftern - sowie dem Schrotter Wombat und in Begleitung des von der Bastion entsandten Pflegers Steiner und des Anubiers Zaid durchgeführt.

Der Kontrollgang umfasste drei Missionsparameter: Kontrolle des unidentifizierten Idols (Phänomen ID-1) nördlich des Beobachtungspostens (-> Verweis: Feldbericht D'Ecour 02/07/2590), Übergabe von 12 Standardeinheiten Ex an Balzac, Oberhaupt der Sippe Balzac und Kontrolle des Versporungsgrades und Gesundheitszustandes der ansässigen Versuchsobjekte (siehe Experiment-Dokumentation EX-Vsp-001) sowie Kontrolle und Vermessung von Phänomen ZG-9, der "Haufen".

Zusätzlich gewährte Ausrüstung:
   - Vermessungsgerät LAM-72629 (Grenouille LaVache)
   - 12 Standardeinheiten EX zur intravenösen Verabreichung (Grenouille LaVache)
   - Ozongranate, Standard-Ausführung (Grenouille LaVache)
   - Noumenon-Vocalizer mit Eichstoffen des Raptus Pheromantik (Pfleger Steiner)

Der folgende Bericht basiert auf den mündlich erfassten Aussagen der Patrouille nach deren Rückkehr:

Truppführer Lyons entschied, zunächst den Aufgaben im Rahmen von EX-Vsp-001 nachzugehen, um dann auf direktem Weg über ID-1 zur Kontrolle von ZG-9 voranzuschreiten.

Auf halbem Wege zu Balzacs Siedlung stieß die Patrouille auf einen großen Insektenschwarm (Kat. 10, fragmentiert), der sich zur Aufnahme biologischer Nährmasse (3 unidentifizierte Leichname) in einer trockengefallenen Bachrinne niedergelassen hatte. Die Beobachtung des Schwarms blieb weitgehend inkonklusiv (Art des Schwarms: Teilordnung Stechimmen; Quelle: unbekannt, vermutlich nicht heimisch, keine Anzeichen von direkter pheromantischer Kontrolle). Auf Vernichtung des Schwarms und Untersuchung der Leichname wurde aus Rücksicht auf unsere knappen Ressourcen verzichtet [ANMERKUNG 1].

Bei Ankunft auf Balzacs Hof nach Einbruch der Dämmerung, erschien die Siedlung der Patrouille zunächst verlassen, die üblichen Absicherungs- und Kontaktaufnahme-Protokolle blieben aus. Auf dem Hof entdeckte die Patrouille die Leichname von mind. einem Dutzend Erwachsener. Feldautopsie nach Augenschein durch Pfleger Steiner: Tod durch exzessive Gewalteinwirkung (stumpf & penetrativ) -> Schluss auf Drohnenaktivität. In den Ruinen des Haupthauses wurde ein Idol errichtet, das Brandspuren aufwies. Patrouillenteilnehmer äußern verdacht es handele sich um ID-1, das an den neuen Ort verlegt wurde. Zwei Individuen näherten sich der Patrouille, die diese als pheromantische Bedrohung auffassten. Die Mitglieder beschreiben auffälliges Insektenverhalten (Lampyridae),  Mutationen entsprechend Klassifizierung Raptus-Pher-Advent im Schambereich bei Individuum 1 (weiblich, geschlechtsreifes Alter, identifiziert als Balzacs Tochter Annabelle -> Aufzeichnungen EX-VSP-002 & Personalakte Res-18d74-Lyons) sowie Individuum 2, das außerdem ein auf einem Stab befestigtes Insektennest zu tragen schien. Die Beschreibungen der Patrouille, trotz schlechter Sichtverhältnisse und mangelnder Real-Erfahrung, lassen auf eine Amme und eine Alarmdrohne schließen. Dies wäre der erste Kontakt mit einem Pheromanten bzw. mit Drohnen nördlich von Beobachtungsposten West-7!
Die Drohne scheint an Kontaktaufnahme mit Lyons interessiert, der dieser stattgab. Ob es sich um pheromantische Beeinflussung handelte, ist aufgrund der Vorgeschichte Lyons (-> Personalakte) nicht zweifelsfrei klärbar. In jedem Fall kam es in der Folge zum Handgemenge zwischen Lyons und Wombat, wobei letzterer die Drohne mit seiner Schrotflinte tötete und Lyons von Mitglieder des Expeditionstrupps niedergerungen wurde.
Im Zuge der Tötung der Drohne muss es zu einer Ausschüttung von Alarmpheromonen gekommen sein, die von der Patrouille trotz Verfügung über eine Ozongranate nicht unterbunden wurde. Der Trupp zog sich daraufhin vor einer großen Gruppe bewaffneter Drohnen zurück, wobei auf eine Evakuierung des bewusstlosen Lyons verzichtet und dieser von Pfleger Steiner hingerichtet wurde. Grenouille LaVache wurde von mir für beide Versäumnisse disziplinarisch belangt. Ich empfehle darüber hinaus dringendst eine psychologische Evaluation von Pfleger Steiner!
Eine Untersuchung von Balzacs Hof wurde am darauffolgenden Tag durchgeführt [ANMERKUNG 2].

Der Rückzug zum Beobachtungsposten führte den verbliebenen Trupp  zur Position von ID-01, wobei dieses nicht aufzufinden war und Brandspuren auf dessen Zerstörung hinwiesen bzw. eine Verbindung zu dem neuen Idol auf Balzacs Hof zuließen.
Die Patrouille bezichtigte den Schrotter Wombat des Angriffs auf ID-01, was den Angriff auf Balzacs Hof als Vergeltungsmaßnahme erscheinen lässt. Der Schrotter Wombat wurde daraufhin von mir aus dem Beobachtungsposten exiliert und ich empfehle gegen dieses verhaltensgestörte Subjekt eine vollständige Arbeitssperre durch die Bastion auszusprechen.

Die anschließend durchgeführte Kontrolle von Phänomen ZG-9 verlief hingegen weitgehend inkonklusiv: Die Vermessung lieferte keine Befunde entgegen der Erwartung: Die Höhe des Haufens beträgt seit nunmehr 363 Tagen 7 Meter und 12 Zentimeter. Allerdings scheint der Makroorganismus stärkere Verteidigungsmechanismen aufzubauen: Die Patrouille geriet unter Bedrängnis durch einen großen Insektenschwarm (Kategorie 10, Stechimmen und Markierkäfer, koordiniertes Vorgehen) [ANMERKUNG 3].

ANMERKUNG 1:
Mobilisierung eines zweiten Kontrolltrupps (Grenouilles Maupert, Bala, Rennes) am 25.07.2590: Schwarm aufgelöst, keine humanoiden Leichname aufgefunden, Probenexemplare (Post-Exitus) gesammelt. Untersuchung der Probenexemplare lässt mit hoher Probabilität darauf schließen, dass der Schwarm von Süden aus umgelenkt wurde (geringer Versporungsgrad, keine Anzeichen pheromantischer Kontrolle, passives Selbsterhaltungsverhalten am Platz bis zum fatalen Entzug der Nahrungsgrundlage, Spuren von Petro-Rauschvergiftung).

ANMERKUNG 2:
Mobilisierung eines dritten Kontrolltrupps (Grenouilles Makat, Brunoz, Patellière) am 25.07.2590: Alle Leichen auf Balzacs Hof, bis auf die "dekorativen" Elemente rund um das Idol sind verschwunden, obwohl reichlich Kampfspuren vorhanden. Keine Sichtung von Drohnen oder Pheromanten, aber der Kontrolltrupp entdeckte ein weiteres, unbeschädigtes Idol ca. 10km nordwestlich von Balzacs Hof.

ANMERKUNG 3: Auch bei der folgenden Kontrolle wurde der Trupp nach kurzer Zeit von Markierkäfern ins Visier genommen und wenig später von Hornissen attackiert. Die Vermessung konnte durchgeführt werden (keine Veränderung zum Vortag), aber die zunehmende Aggressivität der Insekten erschwert unsere Bemühungen merklich.

Die Sichtungen von Drohnen und vielleicht sogar einer Pheromantin, wenngleich die Ausführungen der verbliebenen Truppmitglieder durch Entsendung weiterer Erkundungstrupps nicht verifiziert werden konnte, legen ein dringliches Zeugnis der unmittelbaren Gefahr für Beobachtungsposten West-8 ab und ich ersuche Sie inständig, meiner Anforderung von kampferfahrenem Personal inkl. Unterstützung durch Hygieniker und Preservisten-Korps stattzugeben.

Der Haufen ist nicht was er zu sein scheint und unterirdisch könnte eine Gefahr erwachsen, die die Stellung des Spitals in Südfranka nachhaltig schwächen  könnte!

Gez. Gian d'Ecour, Epigenetikerin
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« Letzte Änderung: 25. Oktober 2017, 00:31:33 von Mr.F.Johnson »
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  • 25. Oktober 2017, 00:19:47
Re: Degenesis Rebirth - Plattform
« Antwort #5 am: 25. Oktober 2017, 00:19:47 »

Im Moment sind wir noch mit unserer Vorkampagne (Element 2 - GeneSys) beschäftigt um unsere späteren Spielercharaktere kennenzulernen und aufzubauen. Gelegentlich schieben wir die ein oder andere Degenesis Story dazwischen, meist auch mit einem der Spielercharaktere.

Bisherige Termine:
Montag, 29.05. 20 Uhr: Erster Spieltermin GeneSys (Zaid: Akt 1, Teil 1) - Zaids Kindheit und Auswahl durch den Anubier Akeba
Freitag, 02.06. 19 - ca. 21 Uhr: GeneSys (Steiner Akt 1, Teil 1) - Steiners Kindheit/Jugend als Sklave des Neolibyers Ounuto
Montag, 05.06. 20 - ca. 23 Uhr: GeneSys (Zaid Akt 1, Teil 2) - Zaids Initiation in den Kult und erste Seelenwägung durch Anubis
Montag, 19.06. 20 - ca. 23 Uhr: GeneSys (Jorhann Akt 1) - Jorhanns Kindheit, Verlust der Familie und Aufnahme bei den Richtern
Montag, 03.07. 19 - ca. 22 Uhr: GeneSys (Steiner Akt 1, Teil 2) - Steiners Auslösung aus der Sklaverei durch den Hippokraten von Rieger und erstes Zusammentreffen mit Zaid
Montag 24.07. & 31.07. 19.30 - 23 Uhr: Stories (Der Haufen) - Zaids und Steiners Außenmission zu einem Beobachtungsposten in Südfranka
Mo 14.08. ab 19.30 Uhr - GeneSys (Jorhann Akt 2) - Jorhanns Zeit als Vagant: Burnschmuggel, Apokalyptiker und eine zwielichtige Richterin
Mo 21.08. ab 19.30 Uhr - GeneSys (Mauser und Domain Akt 1) - Das Zusammentreffen eines unbedarften jungen Chronisten und eines Straßenkinds, der sich von seiner Kinderbande lossagt
Mo 04.09. & 11.09. ab 19.30 Uhr - GeneSys (Steiner Akt 2) - Steiners Ausbildung im Spital
Mo 18.09. & 25.09. ab 19.30 Uhr - GeneSys (Mauser Akt 2) - Mausers Zeit bei der Mechanistin Freda und sein Zwist mit Boschs Kartell
Mo 02.10. & Mo 16.10. ab 19.30 Uhr - Stories (Feld von Rost und Knochen)
Mo 23.10 ab 19.30 Uhr - GeneSys (Jorhann Akt 3)
Mo 30.10 ab 19.30 Uhr - GeneSys (Sivan)
Mo 06.11 ab 19.30 Uhr - Der Haufen. Reprise (Aspiranten-Test)
« Letzte Änderung: 19. Dezember 2017, 07:58:46 von Mr.F.Johnson »
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  • 08. Dezember 2017, 13:20:57
Re: Degenesis Rebirth - Plattform
« Antwort #6 am: 08. Dezember 2017, 13:20:57 »

Sturm der Gezeiten - Eine Kampagne im Protektorat

Am 27.11.2017 begann unsere erste vollwertige Kampagne, die wir im (mehr oder weniger) 14-tägigen Rhythmus spielen. Die Spielabende werden auf unserem Twitch-Kanal gestreamt und die Aufzeichnungen im Laufe der Woche bei Youtube hochgeladen. Wir freuen uns über alle Zuschauerinnen und Zuschauer, auf konstruktives Feedback und Diskussionen und hoffen damit unseren Beitrag zu leisten, neue Spielerinnen und Spieler für dieses großartige Rollenspiel begeistern zu können.

Ein fettes Dankeschön an Eisenkessel, dessen TS wir nutzen dürfen, an die Drachenzwinge, unsere Heimat und an die grandiosen Entwickler von Sixmorevodka um Marko Djurdjevic für das "beschde Setting wo gibt" und all das wunderbare Material, das sie uns großzügig zum Spielen zur Verfügung gestellt haben.

Nächster Termin:
Mo 05.03. ab 19.45 - Embargo Aftermath, Dritter Teil

Bisher gespielte Termine:
  • Mo 27.11. ab 19.30 Uhr - Start Kampagne - Prolog
  • Mo 11.12. ab 19.30 Uhr - In den Staub, Erster Teil
  • Mo 18.12. ab 19.30 Uhr - In den Staub, Zweiter Teil
  • Mo 05.02. ab 19.30 Uhr - Embargo Aftermath, Erster Teil
  • Mo 19.02. ab 19.30 Uhr - Embargo Aftermath, Zweiter Teil
« Letzte Änderung: 24. März 2018, 20:41:55 von Mr.F.Johnson »
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  • 08. Dezember 2017, 13:22:33
Re: Degenesis Rebirth - Plattform
« Antwort #7 am: 08. Dezember 2017, 13:22:33 »

Kampagnentagebuch - 1. Spielabend am 27.11.

Prolog

Eintrag aus der Sicht von Şivan.

Heimwärts
Das Wetter ist gut, der Frühling ist vollends ausgebrochen. Als ich mich auf Saqar, meinen guten Freund und treuen Percheronrappen schwinge, ist es bereits Mittag. Es wird zunehmend wärmer, aber noch kühlt die Brise eines leichten Nordwinds die Stirn. Die letzten Wochen hatte ich auf den Weidegründen und in den Gegenden etwas südlich davon verbracht, hatte nach der Stelle gesucht, an der Baruch und ich im Winter den Fremden begegnet waren. Zu meiner Enttäuschung hatten Winter und Frühlingsbeginn sämtliche Spuren fortgetragen - die vielen Ziegen und Schafe, die in den kalten Monaten rund um die Wasserstelle leben, haben dabei sicher nicht geholfen. Jetzt aber geht es zurück nach Justitian. Ich gebe Saqar mit einem leichten Druck der Waden zu verstehen, dass er sich in Bewegung setzen soll. Das stämmige und kräftige Tier schüttelt Kopf und Hals, lässt die in die Mähne geflochtenen Perlen leicht klingeln, ehe er sich in raschem Trab gen Norden wendet. Unter hellblauem Himmel, auf rotem Staub geht es nach Hause.
Baruch und meine liebe Schwester Esther möchten mich sprechen, so richtet mir einer der Ismaelis am Rande unseres Viertels aus. Was da wohl dahinter steckt? Ein letztes Mal streiche ich mir über den Bart, ehe ich Saqar rasch durch die Straßen treibe, vorbei an den vielen blaugekachelten Häusern und geschäftigen Hagari und Ismaeli, zum Zentrum hin. Hufklappernd kommt der Rappe am Fuß der großen Gebetshalle „Jehammeds Einkehr“ zum Stehen, an ihrem oberen Ende erkenne ich die Gestalten Esthers und Baruchs. Als ich von Saqars Rücken gleite, nähert sich Zinar, ein Ismaeli und einer meiner Halbbrüder, mit einer gewissen Vorsicht dem gewaltigen Tier. Viele der Ismaeli haben bereits mit Saqar Bekanntschaft gemacht und nicht viele sind erpicht darauf, sich in die Nähe des Pferdes zu begeben. Noch während sich Zinar nähert hat ihn Saqar bereits ins dunkelbraune Auge gefasst. Ich drehe seinen Kopf zu mir, streichle ihm sanft mit den Fingerspitzen über die Nüstern. Das große Pferdeauge schließt genüsslich. „Sei artig, ja? Sei bitte gut zu ihm.“ flüster ich Saqar zu. Anschließend begrüße ich Zinar mit einer Umarmung und reiche ihm den Zügel, wohl darauf achtend, dass Saqar die Übergabe des Lederstücks bemerkt. Immerhin hat er ihn noch nicht gebissen.
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Die Sorgen einer Freundin
Mit schnellen Schritten eile ich die Treppe hoch, schließe Esther in meine Arme und drücke auch Baruch kurz. „Es ist schön dich wiederzusehen, Bruder.“ Die helle Stimme meiner Schwester schwingt schon vor Sorge, aber ein Blick in ihr makelloses Gesicht hat mir bereits von der Last auf ihrem Herzen erzählt. Baruch sieht ebenfalls nicht sorgenfrei aus. „Gut, dass du wieder bei uns bist. Es gibt etwas, worum wir dich bitten müssen.“ In Baruchs tiefer Stimme klingt mehr Anspannung denn Sorge mit, dennoch scheint er es kaum abwarten zu können, sich mitteilen zu können. Rasch erklären mir die Beiden, dass Giada, die Handzofe und gute Freundin meiner Schwester und Tochter eines anderen Abrami namens Halil, verschwunden sei. Ich kenne Giada. Sie ist eine Hagari, die schon in der Vergangenheit des Öfteren aufgefallen ist, allerdings nicht wegen ihrer Tüchtigkeit, sondern vielmehr für einen durch mehrere Verfehlungen gezeichneten unkeuschen Lebensstil. Sie war es, die beim letzen Bairam versuchte, mich zu einem Schäferstündchen ins Badehaus zu verführen. Wie sie gekichert hat.. Sie verschwendet wirklich keine Gedanken an die Konsequenzen ihrer Taten. Ihr Verschwinden sei nun bereits mehrere Tage her, doch statt nach ihr zu suchen, schickte Halil meiner Schwester nur eine andere Hagari als Ersatz. Baruch erläutert mir, dass er hoffe, ich könnte vermitteln, nach ihr suchen. Allerdings sei hierfür die Zustimmung ihres Abrami nötig. Er habe deshalb sowohl Halil Abraham, als auch meinen eigenen Vater Hiram in die Gebetshalle eingeladen, damit wir gemeinsam entsprechende Schritte besprechen könnten. Allerdings wüssten die Geladenen noch nichts davon. „Ich würde ja selbst versuchen, zu vermitteln, aber ich fürchte, mit schwarzen Schafen spricht nicht jeder unbedingt gerne..“ gibt Baruch grinsend von sich und streicht dabei über den schwarzen Schafspelz auf seinen Schultern.
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Diplomatische Gespräche
Nachdem wir uns gereinigt und gewaschen hatten, betraten wir schließlich einen der Nebenräume der Gebetshalle und gesellten uns zu Baba Hiram und Halil Abraham. Halil ist ein sehr strenger Mann. Sehr pflichtbewusst, ehrlich und traditionsbewusst. In seiner Familie hat jeder seinen Platz zu kennen und zu tun, was Gott von einem jeden von uns erwartet. Ob er seine Hagari auch bei der Geburt schlägt, weil sie ihm zu viel schreit?
Ich begrüße erst Baba, dann Halil und danke allen für ihr Kommen. Bevor ich das Thema anspreche, bitte ich die Anwesenden auf den am Boden verteilten Kissen Platz zu nehmen. Gemeinsam besprechen wir die Abwesenheit Giadas. Halil erklärt, Giada sei eine Delilah, sie hätte Schande über seine Familie gebracht, hätte Jehammeds Wort durch ihr unkeusches Verhalten beleidigt. Aber war sie zum Zeitpunkt ihres Abschieds noch Teil der Herde? Welcher Hirte lässt das im Nebel verlorene Lamm im Stich, weil es sich vom Weg der Herde entfernt hat? Giadas Verschwinden gibt Rätsel auf. Sie hat sich nicht verabschiedet, so meine Schwester. Ich kann Halil klarmachen, dass sie eigentlich noch keine Delilah ist und als verlorenes Mitglied der Familie gilt. Halil ist einfach froh, dass sie fort ist, kein Wunder, dass er sie kurzerhand zur Delilah erklärt. Glücklicherweise vermeide ich es, die Tatsache nicht anzusprechen, dass er selbst nicht nach ihr suchen ließ. Vermutlich wäre es ihm ganz recht, wenn sie niemals wiederkäme. Auf meine Bitte hin gibt er mir die Erlaubnis, nach ihr suchen zu dürfen. Wenn sie sich wieder im Kreis der Herde befände, dann soll darüber entschieden werden, ob Giada eine letzte Chance erhält, oder ob sie mit ihrem Verhalten dem Ruf ihrer Familie bereits Schande bereitet hat. Ob sie verstoßen wird, hinaus in die Einöde, fort von der Sicherheit und Vertrautheit der Herde. Oder ob Halil seine Familie misshandelt und seine Hand gegen Mitglieder seiner Sippe erhoben hat. Wir werden sehen.
Baba lobt mich während des Gesprächs, wie weise ich geworden sei. Ich bin mir nicht sicher, ob er es tatsächlich so meint oder nur vor Halil einen guten Eindruck machen will. Fühlt sich trotzdem gut an.
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Erste Spuren und ein Weggefährte
Von meiner Schwester erfahre ich nach dem Treffen, dass sie sich heimlich hin und wieder, wenn Halil vom Haschisch berauscht oder vom Wein betrunken ist, mit einem großen Grubenkämpfer aus dem Technikcentrum getroffen hat. Er soll unter einer harten Schale einen weichen Kern haben. Wenn du mir sagen willst, dass sich Giada in ihn verliebt hat, dann sprich es doch aus, Schwesterherz. Bei meinen Nachforschungen im Technikcentrum habe ich allerdings etwas Schwierigkeiten. Alles ist grau, rostig, verwinkelt und an vielen Stellen so übereinander gebaut, dass man den Himmel nicht mehr sehen kann und man sich durch spärlich beleuchtete Tunnel vorwärts begibt. Als ich mich nach einem der Kämpfe einem großen Hünen nähern will, den ich irrtümlich für den Gesuchten halte, treten mir zwei Männer in den Weg. Die sind auf Ärger aus. Besser hier keinen Streit zu suchen. Ein kleiner Mann - ist er bereits ein Mann? Vielleicht eher ein Junge? - kommt mir zu Hilfe, begleitet von einem kleinen Hund, der ihm immer um die Beine herumläuft. Oberlippenflaum, unreine Haut, eine große Zahnlücke. Er hat das Gespräch mitgehört und hilft mir die zwei loszuwerden. Mauser ist sein Name. Passend. Mauser führt mich zu einer Werkstatt, die wohl seiner Meisterin gehört. Von ihr erhält er Informationen über diesen Hünen, die er an mich weitergibt. Blechschmied soll er heißen. Aus irgendeinem Grund haben die Chronisten ein Embargo gegen ihn verhängt, woraufhin er mit einer Frau zusammen Justitian verlassen hat. Der Weg soll sie nach Norden zu einem Ort namens Tumblr führen. Das muss Giada gewesen sein! Klingt aber so, als ob sie freiwillig gegangen wäre. Ob sie sich schon von allem losgesagt hat? Der Junge sagt, er muss ebenfalls in diese Richtung und man könne doch gemeinsam reisen. Ich nenne ihn Effendi, aber er scheint die Schmeichelei nicht zu verstehen. Auch von Jehammed hat er noch nie etwas gehört. Irgendwie habe ich Mitleid mit ihm. Er wirkt er ganz verloren. Ich kann die Einsamkeit in seinen Augen sehen. Vielleicht kann ich ihm am Ende unserer Reise etwas behilflich sein, um den Gefallen zurückzuzahlen. Wir verabreden uns für den folgenden Tag, um gemeinsam Richtung Norden aufzubrechen.
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« Letzte Änderung: 10. Dezember 2017, 12:24:40 von Mr.F.Johnson »
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  • 21. Dezember 2017, 23:16:38
Re: Degenesis Rebirth - Plattform
« Antwort #8 am: 21. Dezember 2017, 23:16:38 »

Kampagnentagebuch - 2. Spielabend am 11.12. & 3. Spielabend am 18.12.2017

Aus Sicht des Richters Jorhann

Aufbruch
Mein erster Auftrag als Stadtrichter und er kommt von Vorsitzenden Rutgar persönlich! Zwar fühle mich geehrt, aber ich fürchte mich davor ihn und Fechner zu enttäuschen. An der nächsten Richterkaserne die erste große Ernüchterung: Wie ein mächtiges Streitross wirkt der halbtote Gaul, der mir zugewiesen wird, wirklich nicht. Kaum habe ich das Nordtor passiert, muss das Vieh schon rasten. Das fängt ja wunderbar an.
In einer Trinkhalle der Ernährer kehre ich ein, der Eintopf ist nicht übel und, wie es einem Richter des Protektorats gebührt, umsonst. Der letzte freie Platz ist am Tisch eines auffällig gemischten Haufens von Personen: Ein älterer Sippling, ein Jehammedaner und ein sehr junger Schrotter. Tatsächlich sitzt auch ein Africaner mit am Tisch, könnte ein Schamane oder so etwas sein. Man kommt ins Gespräch. Der bunte Haufen will ebenfalls in den Tumbler. Es kommt zu einem Disput über die Bezahlung des Sipplings, der vom Spital als Führer für den Africaner angeheuert wurde. So bricht die Gruppe getrennt auf. Mich begleiten Sivan, der Jehammedaner, und der Schrotterjunge Mauser. Ich erinnere mich ihn in der Nacht des Kleinen Reinemachens im Technikzentrum getroffen zu haben. Ob er mich erkennt?
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Eine unerfreuliche Reise

Trotz unserer geringen Geschwindigkeit machen wir gut Strecke. Der Gaul schafft zwar nicht mehr als Schritttempo, aber damit werde ich mich wohl abfinden müssen. Am zweiten Tag schließen wir zu Zaid, dem Anubier und Solon, seinem Führer auf. Als der Abend zu dämmern beginnt, hören wir seltsame Geräusche aus einer Senke. Es klingt danach, als würden sich Tiere über einen Kadaver hermachen. Wir entschließen uns dem nachzugehen.
Beim Heranpirschen an den Rand der Senke bricht plötzlich ein Stück Boden unter mir weg. Bevor ich weiß wie mir passiert, stürze ich bereits in die Senke. Als die Welt aufhört sich zu drehen, schmerzen mir alle Knochen und ich sehe mich dem Verursacher der Geräuschen gegenüber: Ein großer, ausgehungerter Bär, der auf der Leiche irgendeines armen Schwein herumkaut.
Für einen Moment bin ich wie von Angst gelähmt. Doch dann kommt mir eine Lektion vom alten Fechner in den Sinn: Rasch zu schlagen, nicht zögern! Ein überraschter Gegner ist ein toter Gegner! Ich beantworte das Brüllen des Bären und stürze mich mit gezückten Hammer auf das Vieh. Alles zieht sich zusammen, wird zu einem Malstrom aus Hieben, Ausweichen und dem Geräusch knackender Knochen. Schließlich verreckt das Vieh und auch die beiden Gendos, die sich inzwischen angeschlichen, werden von der Gruppe schnell in die Flucht geschlagen.
Es stellt sich heraus, dass es sich beim Schmaus des Bären um einen Chronisten handelt, wenn auch die typische Maske fehlt. Die andere Leiche scheint Hellvetiker gewesen zu sein, allerdings trägt er eine eher unauffällige, getarnte Rüstung. Seltsam an der Sache ist, dass bei den Beiden weder Waffen noch sonstige Ausrüstung zu finden sind. Nur zwei bemerkenswerte Dinge finden wir bei dem Hellvetiker: Hundemarken mit der Aufschrift " Aufklärer Ahren" und Dienstnummer und eine Kupferscheibe, die eine Art Gesicht darzustellen scheint. Solon entdeckt in einiger Entfernung mehrere Blutlachen. Auf mich wirkt es so, als habe man die Beiden getötet, ihnen die Ausrüstung abgenommen und sie dann in die Senke geworfen. Während ich noch darüber rätsele, macht sich das Wiesel von einem Schrotter schon daran, den Toten alles noch Verwertbare abzunehmen. Wir entschließen uns die Leichen mitzunehmen, vielleicht weiß man in Tumbler mehr.
Ich bereue es Zaid gefragt zu haben, sich um die Wunden von dem Sturz zu kümmern. Keine Ahnung was er mit dieser stinkenden Salbe gemacht hat, aber die Wunde hat sich entzündet und schmerzt wie Hölle. Den Rest der Reise bringe ich mit zusammengebissenen Zähne hinter mich. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt endlich Tumbler in Sicht.
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Ankunft
Tumbler ist kaum mehr als ein paar windschiefe Hütten im Ödland. Die beiden größten Gebäude scheinen ein Gasthaus und der Alkoven der Chronisten zu sein. Der Alkoven ist in besonders schlechtem Zustand: Sieht aus als wäre er angegriffen worden! Kaum dass wir uns dem Ort genähert hatten, zielt man bereits mit Musketen auf uns. Der hiesige Richter Magnus "begrüßt" uns. Der Mann ist ein Fettsack und seine Kindsfrau Amsel macht ihn nicht sympathischer. Als wir erklären wer wir sind, bringt er uns zu dem hier stationierten Spitalier. Laut Magnus könne dieser uns die Lage besser erklären.
Vor dem Gasthaus von Tumbler begrüßen uns drei weitere Männer mit vorgehaltenen Waffen. Einer von ihnen stellt sich als Famulant Falk Wallenstein vor. Nachdem wir ihm die Leichen gezeigt hatten, war er bereit mit uns sprechen. Bei den Toten handelt sich um Reisegefährten von ihm. Wolf Eisenfaust, der vermisste Richter, den ich im Auftrag des Vorsitzenden suchen sollte, gehörte wohl auch zu dieser Gruppe. Doch ich habe Pech, denn Wallenstein kann mir nur das Grab hinter dem Gasthaus zeigen, in dem sie Eisenfaust begraben haben. Es gehen hier wirklich seltsame Dinge vor. Der Famulant bittet uns alle hinein. Ich bin auf seine Erklärung schon gespannt...
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"Der Mensch ist frei geboren, doch überall liegt er in Ketten" - Rousseau, Rabe von Geneva

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Mr.F.Johnson

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  • 18. Februar 2018, 23:42:59
Re: Degenesis Rebirth - Plattform
« Antwort #9 am: 18. Februar 2018, 23:42:59 »

Kampagnentagebuch - 4. Spielabend am 05.02.2018

Aus Sicht des Richters Jorhann

Fragen und Antworten
Kaum dass wir im Gasthaus waren, begann Famulant Wallenstein seinen Bericht. Er berichtete uns, dass der Schrotter names Blechschmied vor etwa drei Wochen in Begleitung einer Frau den Tumbler passiert hatte und Richtung des Viktoria-Schrottfelds weitergezogen war. Zuvor brach er aber einen Streit mit dem Mediator des hiesigen Alkovens, Token, vom Zaun und versuchte sich dort gewaltsam Zutritt zu verschaffen, wodurch der Alkoven erheblich beschädigt wurde.
Vergangene Woche wurde dann einer der Einwohner des Tumblers, der schwachsinnige Jatzek, nach dem Fund einer größeren Menge Wechsel von zwei Herumtreibern angegriffen. Anscheinend handeltes es sich dabei um abtrünnige Chronisten. Dies veranlasste Token, den besagten Chronisten, eine Gruppe mit einem Paket in das Viktoria-Feld zu schicken. Diese Gruppe bestand aus Famulant Wallenstein, dem Richter Wolf Eisenfaust, dem Hellvetiker Ahren und einem weiteren Chronisten names Linux.
In Viktoria angekommen fand die Gruppe einen Alkoven vor, an dem sie das Paket abgaben. Dieses explodierte jedoch überraschend. Daraufhin drang die Gruppe in die Höhle des Blechschmieds ein, wo sie zahlreiche Fallen überwinden mussten um zu ihm vorzudringen. Laut Wallenstein löste sich im Gerangel mit dem Blechschmied und seiner Begleiterin Waffe ein Schuss, der den Richter tödlich traf. Daraufhin schoss ein unbekannter, blonder Mann den Blechschmied an und entführte dessen Begleiterin auf einem Motorrad.
Nachdem der Famulant seinen Bericht abgeschlossen hatte, entschieden wir, dass wir uns ebenfalls mal im Viktoria-Feld umsehen wollten. Während die anderen dafür Vorbereitungen trafen, gelang es mir den Chronisten Token zum Reden zu bringen. Es sieht so aus, als wäre aus dem Alkoven in Viktoria Falschgeld vertrieben worden und dass deswegen Jatzek angegriffen wurde.
Diese ganze Angelegenheit scheint komplizierter als gedacht. Und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, ist es Mauser irgendwie gelungen aus meinem Richthammer einen Flachmann zu machen. Immer diese Schrotter....
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« Letzte Änderung: 26. Februar 2018, 21:50:45 von Mr.F.Johnson »
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  • 26. Februar 2018, 22:07:42
Re: Degenesis Rebirth - Plattform
« Antwort #10 am: 26. Februar 2018, 22:07:42 »

Kampagnentagebuch - 5. Spielabend am 19.02.2018

Aus Sicht Zaids

Expedition nach Viktoria
Wir sind heute morgen zu dem Viktoria-Schrottfeld aufgebrochen. Şivan schien es kaum erwarten zu können und der Richter Jorhann ist hauptsächlich damit beschäftigt, den kleinen Schrotter im Auge zu behalten. Eine gewisse Paranoia scheint in seiner Natur zu liegen. Meine drei Expeditionsgefährten sind so allerdings sehr mit sich selbst beschäftigt und beachten mich kaum. Gut, so kommen wir rasch voran. Der junge Mauser hat eine starke Verbindung mit dieser Einöde und erweist sich als exzellenter Führer. Trotz des aufkommenden dichten Nebels erreichen wir das Schrottfeld rechtzeitig, bevor der Sandsturm über uns hereinbricht.
Eine Ansammlung riesiger Hallen liegt vor uns. Jorhann meint, zwischen den Gebäuden etwas gesehen zu haben und stürmt mit dem ungeduldigen Şivan sofort los. Wir beiden Unberittenen erreichen die Hallen etwas später, Jorhanns verdacht hat sich jedoch nicht erhärtet, die Pfade zwischen den Hallen sind leer. Auf dem vordersten Gebäude sind unzählige Schrotterrunen aufgemalt, die selbst Mauser nicht alle entziffern kann. In einer der Hallen - die großteils leergeräumt sind, findet er jedoch das Zeichen Trebers, des Schrotters, den er im Auftrag seiner Meisterin sucht, und einen verlassenen Lagerplatz.
Wir mühen uns durch den Sturm auf eine der Hallen zu, die wegen ihrer seltsamen Konstruktionen am Dach auf den Alkoven der Chronisten hindeutet. Tatsächlich treffen wir dort im Inneren auf einige Menschen, die sich - teilweise betrunken und übermütig - um ein voll beladenes Fahrzeug aufhalten. Zwei von ihnen sind wie Chronisten gekleidet, die anderen beiden sind wohl von der Sorte Abschaum, der für ein paar Dinare oder eine Knospe jede Arbeit annimmt. Der Versuch uns vorsichtig zu nähern wird mit Feuer und blitzenden Klingen vereitelt, es kommt zum Kampf. Obwohl wir schnell die Oberhand gewinnen können, nicht zuletzt wegen Sivans gutem Umgang mit dem Bogen, müssen wir uns für einen Moment zurückziehen, der leichtfertige Umgang mit dem Petro seitens unserer Widersacher bringt das Fahrzeug zur Explosion. Wir sammeln uns kurz - Jorhann wurde ein weiteres Mal verwundet. Obwohl sein Körper beim letzten Mal etwas widerspenstig auf meine Behandlung reagiert hat, scheint er mir weiter zu vertrauen.
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« Letzte Änderung: 26. Februar 2018, 22:58:22 von Mr.F.Johnson »
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  • 13. März 2018, 09:19:21
Re: Degenesis Rebirth - Plattform
« Antwort #11 am: 13. März 2018, 09:19:21 »

In thy Blood - Eine Kampagne im Norden Purgares

Lucatore, Heiligtum der Wiedertäufer im Norden Purgares. Die Wunden der Adriakriege, vom Täufer Altair mit einem Friedensschluss beendet, sind noch nicht verheilt. Der Kult und alte Klans ringen um die Macht. Blut und Geheimnisse werfen drohende Schatten.

Es spielen:
  • Ubersquid spielt Zaid, Sichel der Anubier
  • h0neyp0t spielt Madikwame, Schreiber der Neolibyer
  • Kholek92 spielt Radomir, Famulant der Spitalier
  • Herugrim spielt Jarovik, Orgiast der Wiedertäufer

Am 16.04.2018 haben wir unsere zweite vollwertige und erste offizielle Kampagne aus dem Hause Djurdjevic begonnen. Mit Sturm der Gezeiten werden wir derweil pausieren. Wie gehabt werden wir im (mehr oder weniger) 14-tägigen Rhythmus spielen und die Spielabende auf unserem Twitch-Kanal livestreamen sowie die Aufzeichnungen im Laufe der Woche bei Youtube hochladen. Wir freuen uns über alle Zuschauerinnen und Zuschauer, auf konstruktives Feedback und Diskussionen und hoffen damit unseren Beitrag zu leisten, neue Spielerinnen und Spieler für dieses großartige Rollenspiel begeistern zu können.

Ein fettes Dankeschön an Eisenkessel, dessen TS wir nutzen dürfen, an die Drachenzwinge, unsere Heimat und an die grandiosen Entwickler von Sixmorevodka um Marko Djurdjevic für das "beschde Setting wo gibt" und all das wunderbare Material, das sie uns großzügig zum Spielen zur Verfügung gestellt haben.

Nächster Termin:


Bisher gespielte Termine:
  • Mo 16.04. ab 19.30 - In thy Blood - Roter Frühling - Session 1
  • Mo 23.04. ab 19.30 - In thy Blood - Roter Frühling - Session 2
  • Mo 07.05. ab 19.30 - In thy Blood - Roter Frühling - Session 3
  • Mo 14.05. ab 19.30 - In thy Blood - Roter Frühling - Session 4
  • Mo 04.06. ab 19.30 - In thy Blood - Roter Frühling - Session 5
  • Mo 18.06. ab 19.30 - In thy Blood - Roter Frühling - Session 6
  • Mo 25.06. ab 19.30 - In thy Blood - Roter Frühling - Session 7
  • Mo 02.07. ab 19.30 - In thy Blood - Roter Frühling - Session 8
  • Mo 09.07. ab 19.30 - In thy Blood - Roter Frühling - Session 9
  • Mo 16.07. ab 19.30 - In thy Blood - Die Ankunft des Archonten - Session 10
  • Mo 30.07. ab 18.30 - In thy Blood - Die Ankunft des Archonten/Bluterbe - Session 11 - Das Finale


The story so far
Inmitten der Dolomiten, auf der Reise von Bergamo nach Lucatore über den unwegsamen Klansmarsch, trifft der neolibysche Schreiber Madikwame an einem Schmelzwasser-See auf einen Landsmann. Der Anubier Zaid wurde von seinem Meister von Toulon nach Lucatore entsandt, um dem Täufer Altair seine Aufwartung zu machen. Den einen treiben das Geschäft und der Wunsch nach einer Flinte von einem angeblich dort ansässigen africanischen Büchsenmacher, den anderen ein ungeklärter Auftrag religiöser Natur. Die beiden beschließen gemeinsam den Rest des Weges zu reisen - zwei Fremde im Land der alten purgischen Klans und des gebrochenen Kreuzes.
Von Osten her erreichen kurz nacheinander ein Wiedertäufer und ein Spitalier Lucatore. Jarovik,  Orgiast und Adria-Veteran, sucht eine Unterredung mit dem Täufer Altair, um den er sich sorgt und von dem er sich seelischen Beistand erhofft. Doch der Täufer vertröstet ihn auf ein Treffen am nächsten Morgen, vor seiner Abreise. Radomir, Famulant und ebenfalls verdienter Veteran mehrerer militärischer Operationen des Spitals, ist nur auf der Durchreise: Dem hohen Anspruch  des Chef-Chirurgen des Lazaretts in Vivaco, Carmino Ferro, hat er nicht genügt, nun erwartet ihn erneut der Frontdienst, diesmal in Franka. Jarovik und Radomir treffen sich auf der Suche nach einer Unterkunft. Doch weder im Blutenden Widder noch im Armenhaus findet sich ein Bett: ersteres ist ausgebucht, letzteres für eine Gruppe wandernder Prediger aus dem Süden reserviert.
So landen die beiden im Kommissionshaus vor den Toren der Stadt, wo sie auf die beiden Africaner treffen. Man tauscht Geschichten und versucht sich in interkulturellem Austausch - Neugier und Irritation liegen nahe beieinander an diesem Abend.



Am nächsten Morgen bricht Jarovik in aller Herrgottsfrühe zu dem versprochenen Treffen mit Altair auf, doch er wartet vergebens - der Täufer kommt nicht. Ein Alarmhorn dröhnt über der Stadt und reißt seine Bewohner und Gäste aus dem Schlaf, die Wachen an den Toren setzen sich hektisch in Bewegung. Was ist geschehen? An den Wassertürmen erwartet Jarovik eine erschütternde Wahrheit: Der Täufer wurde hinterrücks ermordet!
Jarovik glaubt den Mörder zu kennen, doch Neva, des Täufers Weib und Witwe, weist den temperamentvollen Balkhani in die Schranken. In den Straßen herrschen Verunsicherung, Verzweiflung und Misstrauen gegenüber Fremden, und die Stadtwache beschließt fürs Erste, die Tore zu verschließen, sodass die Gruppe sich ins Kommissionshaus zurückzieht. Dort versucht der verstörte Jarovik die anderen Reisenden von seiner Sicht der Dinge zu überzeugen: Dass Lucio Bastardo, Altairs Ziehsohn und Furor des Klosters, der Mörder sei, von Eifersucht und Neid getrieben und dass er weiterhin den Sohn des Täufers auf dem Gewissen habe. Man trinkt auf Brüderschaft und auf die Jagd nach dem Mörder, doch bleiben Zweifel an der Wahrhaftigkeit von Jaroviks Aussagen und Uneinigkeit über die beste Vorgehensweise. Madikwame verfasst erst einmal Briefe an Ennio Benesato, Oberhaupt des ansässigen Klans und Altairs Bruder, an den Furor Lucio und die Emissärin Neva sowie an Carmino Ferro, den Leibarzt Altairs. Darin bringt er Bedauern über den großen Verlust zum Ausdruck und bietet Hilfe für die Mordermittlungen an. Die Briefe werden an die Torwächter und einen Botenreiter übergeben. Danach erklimmt die Gruppe den steilen Aufstieg zum Kloster, doch dort weist man sie ab.
Auf dem Tauschplatz vor den Stadttoren haben sich derweil zwei lauthals streitende Lager gebildet: Anhänger des gebrochenen Kreuzes schüren Verdächtigungen gegen Ennio und seine Verlobte, Gala Lombardi, gegen die sich die Anhänger des Klans erbittert wehren. Jarovik schließt sich den Wiedertäufern an und besäuft sich.
Am Abend kommt der Furor mit einigen Bewaffneten zum Kommissionshaus, um die Reisenden zu verhören. Das von Madikwame erneut vorgetragene Hilfsangebot wird ausgeschlagen und der Furor versucht, Jaroviks Verdächtigungen gegen diesen zu lenken. Er schwört die Reisenden darauf ein, Lucatore nicht ohne seine Erlaubnis zu verlassen und stellt die Öffnung der Tore für den folgenden Tag in Aussicht.



Wie schon am Morgen zuvor entdeckt Zaid am zweiten Tag nach der Ankunft an seinem Körper Insektenbisse: Bettwanzen! Doch diese Entdeckung und das Frühstück müssen warten: Von überall aus der Region strömen die Leute nach Lucatore und die Wache öffnet die Tore zur Stadt. Das Gerücht macht die Runde, der Täufer sei bereits in aller Frühe auf dem Friedhof zur Ruhe gebettet worden. Von einem Orgiasten am Stadttor erfährt Madikwame, dass Altair tags zuvor hinterrücks die Kehle  durchgeschnitten worden war. Doch zum Tatort, den Wassertürmen wollen die misstrauischen Wiedertäufer die Fremden nicht vorlassen. Auch an der Destillat-Brennerei von Kaspar und Morvin erfahren sie nichts Neues. In der Casa Benesato suchen sie eine Unterredung mit Ennio, doch dieser sei in schlechter Verfassung ob seines Bruders Ermordung, weshalb die beiden Africaner sich mit Gala Lombardi, Tochter des Oberhaupts von Bergamo und Verlobte Ennios, begnügen müssen. Diese nimmt Madikwame und Zaid mit ihrem jungfräulichen Charme und ihrer tiefen Sorge um den geliebten Patriarchen für sich ein und versichert sie werde deren Hilfsangebot mit Ennio besprechen.
Vor dem Friedhof findet sich die Gruppe inmitten eines gewaltigen Trauerzuges wieder, doch die Wiedertäufer um den Abt des Klosters, Abakus, lassen nur ihre Glaubensbrüder und -schwestern zum Grab des Täufers vor. So steht Jarovik allein am Grab des Mannes, der ihm so viel bedeutete, um Abschied zu nehmen. Ein schlichtes Steingrab, wie so viele andere auf dem Friedhof - Altair hätte es für gut befunden, ist der Orgiast sich sicher. Im Gespräch mit Jarovik noch freundlich und verständnisvoll, zeigt Abakus  Zaid gegenüber ein anderes Gesicht: Missgünstig und paranoid flüstert er dem Africaner eine Drohung ins Ohr.



Auf dem Rückweg vom Friedhof treffen die Reisenden auf eine Gruppe aufgebrachter Asketen, die sich vor dem Osttor zusammengerauft haben um die Umgebung nach dem Mörder Altairs zu durchkämmen. Die Stadtwache scheint ihnen zu langsam zu arbeiten. Die Reisenden schließen sich dem wütenden Haufen an und folgen ihm zum Hof des Asketen Sergio, der in der Nacht eine verhüllte Gestalt umherstreifen gesehen haben will. Die Spuren erscheinen der Gruppe uneindeutig, doch die ganze Sache stellt sich schnell als ein Ehebruch unter Nachbarn heraus, woraufhin sich der Mob auflöst. Von einem anderen Asketen erfahren die Reisenden zum ersten Mal von Ambroggio und Siphon, zwei jungen Orgiasten und Altairs persönlichen Leibwächtern, die den Täufer am Morgen seines Todes zu den Wassertürmen begleitet hatten.
Doch zunächst beschließt die Gruppe noch einmal die Schmiede aufzusuchen, wo sie tags zuvor vor verschlossener Tür standen. Zwar erweist sich der Schmied, ein Schrotter namens Custus, nicht als der von Madi gesuchte Büchsenmacher, dafür aber als Betreiber der einzigen Funkanlage Lucatores. Obwohl er mit der Funkerei nach Altairs Tod gut ausgelastet ist, erklärt er sich bereit für Jarovik dessen Bidenhänder zu modifizieren - für die Kosten stellt Madi Jarovik einen Schuldschein aus. Wegen des Büchsenmachers verweist Custus die Gruppe an den Marktplatz, wo er den Africaner mehrmals gesehen haben will. Später schickt Madi noch einmal Obuye mit drei Kanistern Petro zu Custus. Mit den ersten beiden macht er ein gutes Geschäft. Den dritten bietet er dem Schmied im Tausch gegen Informationen über die Funksprüche der Wiedertäufer an.
Auf dem Marktplatz hören sich Madi und Zaid nach dem mysteriösen Africaner um, Radomir und Jarovik machen sich hingegen auf der Suche nach Ambroggio und Siphon in Richtung Blutender Widder auf. Tatsächlich scheint der mysteriöse Africaner regelmäßig den Markt zu besuchen, obgleich er sich weder in Lucatore noch in den umliegenden Dörfern niedergelassen zu haben scheint. Was er hier will? Keiner weiß es. Die Herumfragerei ruft einen schmutzigen Straßenjungen auf den Plan, der vorgibt Madi und Zaid für einen Dinar zu einer Person zu führen, die den Africaner kennt. Stattdessen werden die beiden - wie von ihnen erwartet - von zwei abgerissenen Gestalten überfallen. Die beiden scheinen nicht auf Geld aus und attackieren sofort. Madi und Zaid können sich der heftigen Attacke erwehren und die beiden niederstrecken, doch Madi wird dabei leicht verletzt. Zwischen den letzten Worten des einen Mordsgesellen hören Zaid und Madi deutlich zwei Namen heraus: Tom. Und Papa. Was ist hier los?
Von einem anderen Jungen gewarnt, stoßen Radomir und Jarovik, die im Blutenden Widder nicht fündig geworden waren, zu ihren verletzten Kameraden. Kurz darauf trifft die Stadtwache ein. Die Situation wird als Angriff von Landstreichern abgetan. Gesinde, das mit den vielen Trauernden in die Stadt gelangt sein muss. Man begleitet die Gruppe zum Kommissionshaus, wo Madis Stichwunden und gebrochene Rippen mehr schlecht als recht von Spitalier und Anubier versorgt werden.



Nach der missglückten Operation von Madis gebrochenen Rippen, macht sich die Gruppe noch einmal auf den Weg in die Stadt: Von Obuje haben sie erfahren, dass die gesuchten Leibwächter Altairs - Ambroggio und Siphon - nun tatsächlich noch im Blutenden Widder eingekehrt seien. In dem von einer großen Gruppe betrunkener Orgiasten frequentierten Etablissement machen sie zunächst die Bekanntschaft des eigenbrötlerischen Jägers Fernex - und seines Jagdhunds, Attila, dem aber nicht nach (Jaroviks) Gesellschaft ist. Eine von Madi spendierte Flasche Destillat verschafft der Gruppe einen Platz am Tresen, wo die Orgiasten sich abwechselnd über Ambroggio und Siphon lustig machen und sie zu trösten versuchen. Die beiden sind sich ihrer Fahrlässigkeit bewusst und geben sich die Schuld an Altairs Tod: Wegen ihrer früheren Unzuverlässigkeit rief der Furor Lucio am Morgen von Altairs Ermordung überraschend früh zum Appell. Entgegen ihres eigentlichen Befehls, verließen sie Altairs Seite und eröffneten so dem/den Mördern die Gelegenheit zum Todesstoß. Obwohl der Furor Altair vor der Unerfahrenheit der Beiden gewarnt hatte, hatte dieser darauf bestanden, die jungen Orgiasten unter seine Fittiche zu nehmen.
Die Situation am Tresen heizt sich auf, als Jarovik sich mit dem Orgiasten Tosco anlegt. Als dann auch noch zwei junge Burschen von Klan Benesato aufkreuzen und ebenfalls Ambroggio und Siphon befragen wollen, kommt es zur Schlägerei - die aber sehr schnell per Schrotflinten-Warnschuss von Fernex unterbunden wird. Die Schlägerei zwischen Jarovik und Tosco wird vertagt, die Benesatos ziehen sich zurück
Die Gelegenheit nutzt Madi um sich mit den kauzigen Alten und seinem Hund anzufreunden. Er erhält eine Einschätzung der Lage und eine Einladung ins Jagdhaus des Sipplings.
Am nächsten Morgen treffen sich vor dem Kommissionshaus wie verabredet Tosco und Jarovik zum Faustkampf. Eine Gruppe schaulustiger Asketen und Orgiasten wohnt dem Spektakel bei - wieder fließt reichlich Destillat. Jarovik besiegt Tosco mit Leichtigkeit und lässt sich von der Menge feiern. Hätte Madi doch nur auf Jaroviks Sieg gewettet! Er war aber mit Custus, dem Schmied, beschäftigt, der Madi gemäß ihrer Abmachung eine Abschrift von Funknachrichten der Eisernen Emissärin an Domstadt und die Alpenfestung überbrachte. Es scheint als wolle Nevas Ehefrau tatsächlich jede Einmischung von Außen verhindern - nur warum?
Zaid, immer noch auf der Suche nach Hinweisen zu den mysteriösen Elysischen Ölen, sucht das Gespräch mit einem Asketen. Doch die beiden Weltanschauungen sind zu verschieden für eine fruchtbare Auseinandersetzung.
Zurück im Kommissionshaus erhalten Zaid, Madi und Radomir eine Einladung zum Mittagessen ins Haus des Patriarchen von Klan Benesato.



Während Jarovik das Bad in der Menge genießt und sich mit den anderen Wiedertäufern zuschüttet, macht sich der Rest der Gruppe auf den Weg zu ihrer Audienz bei Ennio Benesato. Die Flagellanten, die am Abend zuvor entgegen der Regeln für die Trauerzeit noch auf dem Marktplatz gepredigt hatten, sind in der Zwischenzeit vom Furor mit Nachdruck in ihr Quartier im Armenhaus verwiesen worden. Böse Blicken begleiten die Gruppe auf ihrem Weg zur Residenz des Statthalters. Auf dessen Haus wurde in der Nacht ein Anschlag verübt: Schmierereien verunstalten die Pforte.
Ennio Benesato, Bruder des Ermordeten und Oberhaupt der nicht-konvertierten Reste seines alteingesessenen Klans, ist von dem Angriff und der üblen Nachrede durch die Wiedertäufer gezeichnet. Er kann sich nicht erklären, wer ein Motiv für den Mord an Altair haben könnte und warum die Wiedertäufer ausgerechnet ihn verdächtigen. Er will der üblen Nachrede entgegentreten, doch der Abend zuvor hat ihn vorsichtig gemacht: Anstelle seiner Neffen will er die Gruppe als unabhängige Ermittler gewinnen und stattet sie dazu mit dem Siegelring seines Klans aus. Madikwame fährt eine riskante Gesprächsstrategie und bringt den Alten mehrmals fast an den Rand des Nervenzusammenbruchs, bis dieser sich erschöpft zurückziehen muss - erfährt dadurch aber auch eine Menge: Über das Verhältnis der alten Klans mit dem Gebrochenen Kreuz, über den verstorbenen Sohn des Täufers und über die Elysischen Gärten. Am Ende der Audienz versucht Ennios Verlobte, Gala Lombardi, wieder Madikwame mit ihren Reizen in ihren Bann zu ziehen. Was gelingt.
Zum ersten Mal ausgestattet mit echter, wenn auch brüchiger Autorität begibt sich die Gruppe erneut zu den Wassertürmen, dem Tatort. Hier erfahren sie von den mit der Reinigung beschäftigten Orgiasten so Einiges, Radomir und Zaid ziehen aber bei der Untersuchung des Tatorts auch falsche Schlüsse und sorgen mit ihrem taktlosen Betragen dafür, dass alle drei des Platzes verwiesen werden.
Danach machen sie sich noch einmal an den Aufstieg zum Kloster, werden aber von Lucio Bastardo abgefangen. Trotz der unverhohlenen Drohungen des Furors folgen sie diesem hinauf zum Kloster und erhalten tatsächlich eine Audienz bei der Emissärin Neva.
Diese beweist, dass sie ihren Beinamen zurecht verdient hat: Der Verlust erst ihres Sohnes und nun ihres Mannes haben sie hart, voreingenommen und kompromisslos gemacht. Dennoch lässt sie die Gruppe mit ihren in ihren Augen sinnlosen Ermittlungen gewähren. Für sind die Schuldigen klar: Altairs missgünstiger Bruder und seine Hure, die vom Weißen Wolf von Bergamo als Saboteurin nach Lucatore geschickt worden sei. Ihre Abscheu wird überdeutlich.
Der Gruppe gelingt es vom Furor ein Verhör des Asketen Toscano, der Altairs Leichnam nach seiner Ermordung aufgefunden hatte, zu verhören. So erfahren sie wie der Täufer wirklich ermordet worden war.
Auf dem Weg aus dem Kloster werden sie Zeugen wie eine Ladung des kostbaren Elysischen Öls durch eine Unachtsamkeit zweier Berührter zu Bruch geht - nun wird der Furor zum Elysier zum Furor und weist die jungen Mädchen mit brutaler Gewalt zurecht. Könnte es sich bei der einen Berührten um Verena handeln, von der der Neffe Ennios zuvor gesprochen hatte?
Die nächste Station auf dem Weg der Ermittler ist das Grab des Täufers auf dem Friedhof. Dort finden sie zwar nichts Neues heraus, werden allerdings Zeugen des Absturzes eines unbekannten Fluggeräts - jemand war im Begriff sie auszuspionieren! Im Laufschritt verfolgen sie eine mysteriöse Gestalt in den Wald hinter dem Friedhof. Das Gelände ist unwegsam und bald fällt der nach wie vor verletzte Neolibyer zurück, währen Zaid behände wie eine Dschungelkatze und Radomir wie eine Dampfwalze dem Unhold nachsetzen. Tatsächlich können sie aufschließen, doch auf einer Lichtung wird Zaid plötzlich durch einen Schuss aus einem Scharfschützengewehr niedergestreckt und der Angreifer verschwindet im Schutz einer Rauchgranate!



Zaids Schicksal bleibt zunächst im Dunkeln.
Nach einigen Stunden im Rausch des Hiddekel, eines aufputschenden Elysischen Öles, und nachdem das Gelage der Wiedertäufer ausgeklungen ist, macht Jarovik sich auf die Suche nach seinen Weggefährten, die ohne ihn ihre Ermittlungen fortgeführt haben. Auf dem Weg zu Haus Benesato schließt er sich einer Gruppe Wiedertäufer auf, die den Flagellanten, die entgegen der Weisungen für die Trauerzeit schon wieder auf dem Marktplatz eine Predigt halten und die Menschen gegen die Wiedertäufer aufzubringen versuchen, eine Abreibung zu erteilen. Die Predigt wird gewaltsam unterbunden, die Flagellanten zum Armenhaus eskortiert und dort eingesperrt. Nachdem er auch bei den Wassertürmen und am Kloster die Schritte seiner Gefährten nachverfolgt hat, findet er sich schließlich an Altairs Grab wieder. Plötzlich lässt ein lauter Schuss über dem nahen Wald die Vögel auffliegen.
Nachdem er bewusstlos zu Boden gegangen ist, hat Zaid ein außerkörperliches Erlebnis: Am Ufer einer tiefen, schwarzen See tritt er erneut Anubis entgegen. Doch seine Zeit ist noch nicht gekommen, er muss noch die von Lucatore ausgehenden Störungen der Welle tilgen. Er erhält von Anubis eine merkwürdiges Omen: ein Schmetterling, dessen Flügelschlag einen Sturm auslöst? Er ertrinkt unter Anubis Griff in den schwarzen Fluten...
... nur um auf der Lichtung im Wald wieder zu Bewusstsein zu kommen! Die Kugel hat ihn denkbar knapp verfehlt - Glück oder Absicht? Der Angreifer wird die Frage nicht beantworten können, er ist unter dem Schutz der Rauchgranate verschwunden. Auch Madikwame und Jarovik stoßen auf die Lichtung und ihre Kameraden.
Auf der Suche nach Fußspuren des Angreifers, wandert die Gruppe durch das Zwielicht stolpernd tiefer in den Wald. Doch sie verlieren die Fährte schnell. An einem Baum finden sie zumindest eine seltsame Rune, die in die Rinde eines Baums geritzt wurde: ein großes X und ein kruder Schädel. Plötzlich löst sich wieder ein Schuss, diesmal durch eine Drahtschlinge ausgelöst - und Madikwame geht mit einem Beintreffer zu Boden! Die Gruppe bricht die Jagd ab und evakuiert den Verwundeten zum Kommissionshaus, wo der junge Neolibyer erneut von den beiden ungleichen Heilern notoperiert wird - diesmal halbwegs erfolgreich. Und auch für den juckenden Ausschlag, der Jarovik seit dem Morgen plagt, findet sich eine Lösung.
Am nächsten Morgen machen sich Jarovik, Radomir und Zaid ohne Madi auf zu den Elysischen Gärten, wo angeblich das Grab von Altairs und Nevas Sohn liegen soll. Sie verschaffen sich Zugang durch ein unter Ranken verborgenes, längst vergessenes Portal an der Friedhofsmauer, während die Asketen in die Morgenandacht vertieft sind. Denn der Zugang ist allen anderen verboten. Die Erhabenheit und Schönheit des Ortes schlägt Zaid und Jarovik in seinen Bann - und überall fliegen Schmetterlinge. Unvorsichtig wie sie sind, stolpern sie in eine verängstigte, junge Berührte hinein: Es ist das Mädchen, das tags zuvor vom Elysier Abakus aufgrund ihrer Unachtsamkeit verprügelt worden war. Obwohl sie in Rätseln spricht, scheint sie tiefe Einblicke in die Geschehnisse rund um das Kloster zu haben: In Nevas Trauer, den Tod ihres Sohns und die Rolle, die die Schmetterlinge spielen... Die Schmetterlinge? "Sie tragen das Leben in sich, aber Neva sieht nur Verderben in ihnen und macht sie kaputt! Weil er sie immer so gemocht hat..."
Bevor sie noch mehr Fragen stellen können, werden sie von einem alten Asketen vertrieben. Doch anscheinend hat das Mädchen Zaid eine Zeichnung zugesteckt: ein Bursche, den ein Schwarm Schmetterlinge umschwirrt und eine weinende Frau. Vielleicht bergen die Schmetterlinge selbst eine Antwort? Zaid fängt einen davon in einem Tiegel ein, zur späteren Untersuchung.



Zurück am Kommissionshaus schließt sich der erholte Madikwame wieder der Gruppe an, während Jarovik, für den ein Bote eine persönliche Nachricht überbracht hat, sich allein in der Stadt auf die Suche nach dem Schmied machen will.
Madikwame, Radomir und Zaid brechen also ohne den Orgiasten auf: Erneut geht es zur Schmiede, die nach wie vor verlassen ist. Danach verfolgen die drei den am Vortag gegangenen Weg zurück und finden so die Lichtung wieder, auf der Madikwame in die Selbstschussfalle geraten war. Die Falle wurde über Nacht reparariert! Außerdem identifizieren sie das in die Rinde eines Baumes geritzte Piktogramm als eine Schrotterrune - eine Warnung für arglose Eindringlinge. Der Büchsenmacher? Der masikierte Schütze vom Vortag? Madikwame überzeugt die anderen beiden, dem Urheber der Falle eine Nachricht zu hinterlassen, eine Einladung ist Kommissionshaus, und dann die Falle auszulösen. Ein brillianter Plan mit durchschlagendem Erfolg!
Auf dem Rückweg zum Kommissionshaus treffen sie nun tatsächlich bei der Schmiede auf Custus, der gerade mit einem beladenen Handkarren, zurückgekehrt ist. Der Schmied versichert, dass er die vergangenen Tage äußerst beschäftigt war, u.a. mit einer explodierten Distille der Brennmeister Caspar und Morvin. Die neugeschmiedete Klinge Jaroviks ist darum noch nicht fertig, Custus vertröstet auf den nächsten Tag. Ansonsten fragt er die Gruppe über den Stand ihrer Ermittlungen aus und gibt ihnen den ein oder anderen Tipp. Was die Drohne angeht, verweist Custus auf Black Tom, den Büchsenmacher. Ein plausibler Verdacht, befindet Madikwame.
Zurück im Kommissionshaus und in Erwartung einer Antwort auf ihre im Wald hinterlassene Nachricht, beginnt Zaid eine minutiöse Untersuchung des gefangenen Schmetterlings, die mit dessen Nekropsie endet. Obwohl Zaid ein watteartiges Gespinst erkennt, das am Hinterleib des Schmetterlings hängt, schlägt Radomirs Molluske nicht aus. Ob es sich um Versporung handelt, vermag der Spitalier nicht einwandfrei zu belegen oder auszuschließen.
Der Abend bringt einen beunruhigenden Besucher zum Kommissionshaus: Als Radomir die Tür öffnet, erwartet ihn eine maskierte Gestalt, die ein Gewehr auf ihn richtet und in der anderen Hand eine entsicherte Granate hält! Der Africaner ist bereit mit der Gruppe zu sprechen, aber er ist äußerst paranoid und lässt keinen Zweifel daran, dass er bereit ist, sie mit den Tod zu nehmen, falls sie ihn attackierten würden. Madikwames Verdacht, Black Tom habe auf Zaid geschossen, bestätigt sich nicht. Aber der Büchsenmacher berichtet von einer maskierten Gestalt, die schon mehrfach seine Fallen im Wald ausgelöst habe - ein Chronist, so seine Vermutung. Zaid glättet die Wogen, als er der Runde eine Handvoll Psychovorensamen anbietet, was der heimwehkranke Africaner begrüßt. Unter der Einigkeit stiftenden Wirkung des Warui erzählt Black Tom seine Geschichte: Als Jugendlicher war Tomero, der Sohn eines Händlers auf Bedain, von einem Romano-Fürsten entführt worden, wodurch sein Vater Atos in den Ruin getrieben wurde. Tomero fand bei den Schrottern Bedains eine zweite Heimat. Nun jagt er Papa Chicco, seinen Peiniger, und die Spur hat ihn hierher nach Lucatore geführt. Es waren die Romanos, die aufgrund einer Verwechslung Madikwame und Zaid angegriffen hatten. Noch hat er ihr Lager nicht gefunden, aber wenn es soweit ist, wird er auf die Gruppe zählen können?
Am nächsten Tag bricht die Gruppe wieder in die Stadt auf, wo sie frohe Botschaften erwarten. Die Trauerzeit gilt frühzeitig als aufgehoben und auf dem Volksplatz soll dem Täufer zu Ehren von den Dorfkindern ein Schauspiel aufgeführt werden, das seiner Heldentaten an der Adria gedenkt. Die ausgelassene Stimmung schlägt in Panik um, als Fernex Hund Atilla ein Kind anfällt und in eine spastische Raserei verfällt. Die verängstigte Menge schlägt mit Stöcken und Fäusten auf den Hund und den Jäger ein, der seinen treuen Gefährten abzuschirmen versucht, bis die Gruppe dazwischen geht und sich schützend vor Fernex stellt. Madikwame gibt einen Warnschuss in die Luft ab und die Menge weicht zurück. Danach legt er auf den Hund an. Doch Atilla stirbt einen grausigeren Tod, als seine Bauchdecke aufreißt und sich aus seinen Gedärmen ein Schwall Insektenlarven und Maden ergießt. Plötzlich steht ein anderer Spitalier auf dem Platz und reißt das Kommando an sich: Carmino Ferro, Leiter des Lazaretts Vivaco und Leibarzt Altairs! Auf sein Geheiß enthauptet Radomir den Hund mit dem Spreizer und verbrennt sodann den Kadaver mit seinem Fungizidgewehr.
Scirocco, der Sünder und Flagellanten-Prediger, ergreift die Gunst der Stunde und hetzt die Menge gegen Lucio und seine Orgiasten auf: Das Zweite Zeichen sei angebrochen und es künde vom Untergang Lucatores! Die Orgiasten schlagen die Flagellanten nieder und Lucio wendet sich an die Gruppe, um den Sünder und sein Gefolge zum Armenhaus zu eskortieren.



Auf dem nun verlassenen Volksplatz erstattet Famulant Radomir seinem ehemaligen Vorgesetzten Bericht: Über den bisherigen Stand der Ermittlungen und über die Ereignisse in Lucatore seit Altairs Ermordung. Der Chirurg Carmino Ferro ist ungehalten über die Verschleppungstaktiken der Wiedertäufer. Es kommt zu einem hitzigen Wortgefecht zwischen dem Chirurgen und dem Famulanten: Radomir sieht das unsichtbaren Wirken eines Psychonauten als verbindendes Element zwischen der Ermordung und allen anderen Ereignissen von den Bettwanzen bis zu Atillas Tod, sieht gar in Altairs und Nevas verstorbenem Sohn einen potentiellen Absonderlichen; Der Chirurg hingegen dringt auf lückenloses empirisches Beweismaterial bevor eine solche hochtrabende Theorie auch nur ansatzweise in Betracht gezogen werden kann.
Zaid und Madikwame begleiten derweil die Orgiasten, die die Flagellanten zum Armenhaus abführen. Während Madikwame von erhöhter Position versucht einen Überblick über die Lage zu behalten, lässt sich Zaid auf ein Gespräch mit Scirocco, dem Sünder ein. Dieser enthüllt eine weitere Prophezeiung zum nahenden Untergang Lucatores, doch Zaid tut dies als religiöse Verblendung ab.
Die beiden Gruppen treffen sich im Kommissionshaus wieder, wo die beiden Spitalier die entnommene Probe des Gewürms überprüfen und mit den Befunden zu dem Schmetterling vergleichen: Bei dem Schmetterling hatte die Molluske nicht ausgeschlagen, ebenso wenig beim Bettwanzen-Befall im Kommissionshaus, bei dem Gewürm aus Atillas Kadaver aber schon. Der Streit zwischen Radomir und Ferro verschärft sich.
Gerade als die Gruppe sich auf die Suche nach Fernex machen will, werden sie von Hilferufen aus der nahen Viscotti-Kapelle abgelenkt. Dort angekommen finden sie den ausgemergelten Leichnam des alten Wiedertäufers. Sein Körper ist von Einstichstellen übersäht, vollkommen ausgeblutet und mit Insekteneiern gestopft. Kein Zweifel: Der Mann wurde bei lebendigem Leibe leergesaugt. Der Leichnam wird unter Ferros strengem Blick zum Kühlhaus transportiert wo der Chirurg ihn weiter untersuchen will. Zaid findet derweil in der Kapelle eine kleine Schachtel mit 3 Fläschchen Elysischer Öle, die er an sich nimmt, aber nicht benutzt.
Am Jagdhaus müssen die Ermittler feststellen, dass Fernex bereits vor Stunden in Richtung des Lombardischen Moores aufgebrochen ist, um den Quell von Atillas Wurmbefall zu finden. Die beiden Jagdfrauen an Fernex Hütte sind sehr besorgt und unterstützen die Ermittler mit Ausrüstung, damit diese dem Jäger folgen können.
Am Rand der dichten Wälder muss Madikwame sein Ross zurücklassen. Die Gruppe folgt den Spuren des Jägers bis in die Nacht hinein tiefer in den Wald. Das Lager, das sie aufschlagen, ist der Unbill des sich verschlechternden Wetters nicht gewachsen, sodass die Ermittler ohne viel Schlaf und Erholung auskommen müssen. In der Nacht folgen sie einem rätselhaften Geräusch zu einer morastigen Lichtung, wo das Zeichen der Psychokineten in den Grund gegraben wurde. Die Lichtung verbirgt eine Art Brutgube, wo in mehreren Tierkadavern ein Schwarm von Maden und Würmern am Entstehen ist.
Am folgenden Tag versuchen die Ermittler wieder Fernex Spuren zu verfolgen, doch sie geraten an einen weiteren Tierkadaver, der von ekelhaften, geflügelten Egeln verarbeitet wird. Der Egel-Schwarm attackiert die Gruppe, die sich erbittert zur Wehr setzt. Radomirs Fungizid-Gewehr zum Dank überstehen sie den Angriff weitgehend ungeschädigt.
Auf der unausweichlichen Flucht vor stetig nachdringenden Schwärmen stoßen die Ermittler mehr zufällig auf Fernex, der in einer Jagdgrube ausharrt. Er winkt die Charaktere zu sich, bedeutet ihnen zu schweigen und deutet auf eine Lichtung in der Entfernung, wo er den Leibhaftigen gesehen zu haben vorgibt. Auch Zaid erkennt durch Fernex Zielfernroher die gewaltige Kreatur, die sich der Anwesenheit der Ermittler durchaus bewusst zu sein scheint. Langsam dreht der Homo Degenesis seine von einer Kapuze verhüllten Fratze in die Richtung Zaids, der vom Blick es Absonderlichen fixiert wird.



Von Angesicht zu Angesicht einem leibhaftigen Homo Degenesis gegenüberstehend scheuen Radomir, Zaid und Madikwame vor der direkten Konfrontation zurück. Fernex bekräftigt sie: Auf dessen Territorium, unvorbereitet und ohne Unterstützung wäre ein Kampf Selbstmord. Sie stellen sich tot und warten bis der Psychokinet weitergezogen ist. Die Gruppe will zurück zur Stadt, Alarm schlagen, während Fernex versuchen will, den Psychokineten so lange wie möglich aufzuhalten. Noch einmal rät er ihnen: Nutzt die Talismane!
Auf dem Rückweg zum Dorf nimmt die Gruppe einen Umweg in Kauf, um Madis Pferd wieder einzusammeln. Auf der Eden-Route, kurz vor Lucatore geraten sie in einen Hinterhalt! Ein halbes Dutzend Romanos attackiert die Gruppe, die den Angriff zurückschlagen und die Angreifer töten kann. Zaid wird dabei schwer verletzt, ist dem Tode nahe. Außerdem wird der einzige Überlebende des Angriffs von Madi niedergeritten und gefangen genommen.
Zurück im Kommissionshaus kümmert sich Carmino Ferro sofort um Zaid, kämpft in einer Notoperation um dessen Leben. Er verweist Radomir ob grober Unfähigkeit des Operationstisches. Die Behandlung gelingt, doch Zaid bleibt weiterhin schwer verwundet, woraufhin der Chirurg ihm hochpotentes Codein anbietet, um zumindest die Schmerzen zu lindern.
Währenddessen beraten Madikwame, Radomir und Black Tom die verfahrene Lage: Wer hat die Romanos auf die Ermittler angesetzt? Gibt es einen Zusammenhang zwischen den politischen Wirren, die Altairs Ermordung ausgelöst hat und dem bevorstehenden Angriff des Psychokineten? Wie können sie diesen abwehren? Wem können sie sich anvertrauen? Madikwame und Radomir setzen auf Lucio Bastardo und Ennio Benesato, wovon Black Tom ihnen abzuraten versucht: Wiedertäufer und Dörfler gehen sich gegenseitig an die Kehle, die eine oder andere Seite steckt sicher mit den Romanos unter einer Decke.
Durch eine List gelingt es Madikwame im Verhör von dem Gefangenen den Standort des Romano-Lagers in Erfahrung zu bringen. Doch die versprochene Freilassung bleibt ihm vorenthalten. Stattdessen überlässt der Neolibyer ihn Black Toms Rachedurst.
Nach der Operation ordert Ferro die Gruppe zur Kühlkammer, wo er den Leichnam des Kapellmeisters Viscotti obduziert hat. Dieser ist von Versporung völlig zersetzt, ein Anzeichen heftigen Burn-Konsums, doch der Körper zeigt kein korrespondierendes Stigma auf der Brust - ein Paradox! Ferro geht davon aus, dass der Leichnam zu Lebzeiten trotz der hochgradigen Versporung keine Molluskenreaktion ausgelöst hätte, ebenso wenig wie der Schmetterling, den Zaid in den Elysischen Ölen gefangen hatte. Sind die Lucatorischen Öle die Antwort auf dieses Paradox, wie Zaid vermutet? Handelt es sich gar um den Einsatz von Psychovoren? Oder ist alles nur ein Zufall? Und was ist überhaupt die Quelle der Versporung des Kapellmeisters?
Man ist sich uneinig über das weitere Vorgehen: Ferro schickt einen Meldereiter nach Westen, zu den Hellvetikern in Moreno. Madi kann ihn aber überzeugen, es auch noch mit Custus Funkgerät zu versuchen. Außerdem kann er Black Tom das Versprechen abringen, den Kampf gegen den Psychokineten zu unterstützen, wenn die Gruppe ihm dabei hilft seine Rache an Papa Chicco zu nehmen.
Bei Custus wieder einmal verlassener Schmiede macht die Gruppe eine beunruhigende Entdeckung: Die Anwesenheit des Fluggeräts, welches die Gruppe bereits auf dem Friedhof ausgespäht hatte, und ein Geheimversteck mit verräterischer Ausrüstung lässt nur einen Schluss zu - der Schmied führt ein Doppelleben und ist ein getarnter Agent der Chronisten! Kein Zweifel: Er ist der Maskierte, der im Wald auf Zaid geschossen hatte! Hat er sie die ganze Zeit mit seiner Drohne ausspioniert?
Man setzt noch den Funkspruch ab und macht danach die Gerätschaften des vermeintlichen Schmiedes unbrauchbar.
Während Black Tom darauf drängt, sofort gegen die Romanos loszuschlagen, rät Carmino Ferro zum Eingraben und Warten auf die Verstärkung. Die angeschlagenen Ermittler brauchen dringend eine Verschnaufpause und setzen auf einen Kompromiss: Sie wollen erst am nächsten Morgen aufbrechen, nachdem sie sich ausgeruht, gegebenenfalls auf dem Markt mit Ausrüstung eingedeckt und den Furor oder Ennio Benesato um Unterstützung gebeten haben. Schweren Herzens trennt man sich fürs Erste von Black Tom…
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« Letzte Änderung: 31. Juli 2018, 14:11:38 von Mr.F.Johnson »
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  • 17. Juli 2018, 12:10:59
Re: Degenesis Rebirth - Plattform
« Antwort #12 am: 17. Juli 2018, 12:10:59 »

Am 23.07. beginnt unser großes Finale: Die Ankunft des Archonten läutet das Ende von In Thy Blood ein und die Charaktere werden sich dem Bluterbe Lucatores stellen müssen.

Zur Einstimmung ein kleiner Teaser:

Zitat
Seit Stunden liegt der maskierte Mann bereits auf der Lauer. In einem kleinen Schützenloch liegt er auf dem Bauch, die Muskeln und Gelenke sind verkrampft und brennen längst wie Feuer, doch er hält das Lager der Romanos weiterhin im Fokus seines Zielfernrohrs. Er wartet. Darauf, dass SIE endlich auftauchen. Sie hatten es versprochen!
Träge kämpft sich die Frühlingssonne in den wolkenverhangenen Himmel über den Bergspitzen von Borreo, Vargas und Andring. Der Maskierte wird die Sonne im Rücken haben - hervorragend! Langsam kehrt das Leben ins Lager der Romanos zurück, die ersten abgerissenen Gestalten rühren sich in ihren Nachtlagern, schlurfen übermüdet und verkatert zwischen den Zelten umher.
Dann entdeckt der Maskierte endlich, worauf er die halbe Nacht gewartet hat: Einen Eindringling, das Gesicht ebenfalls von Stoff verborgen, sodass er ihn nicht erkennen kann. Muss er auch nicht, er hat IHN schon oft genug erspäht, im Wald und bei seinen seltenen Besuchen im Dorf. Statur, Haltung, Gang. Keine Frage, ER ist es. ER ist allein, schleicht am Rand der Zelte voran, hält schnurstracks auf das Zelt des Romanofürsten zu. Die Frage ist nur: Wo bleiben SIE?
Der Eindringling hat das Zelt erreicht. Durch das Zielfernrohr seines Gewehres beobachtet der Maskierte, wie ER sich an den Wachposten vor dem Zelt anschleicht. Er könnte IHN noch aufhalten. Ein Schuss und SEIN Plan wäre vereitelt. Doch wozu? Warum nicht IHN die blutige Drecksarbeit machen lassen? Warum nicht zuschauen, ob ER es in sich hat? Ob ER wirklich ein eiskalter Mörder ist? Er tut nichts, als ER seine Hand über den Mund des Wachpostens legt und ihn mit mehreren Messerstichen in den Rücken ausschaltet. Beeindruckende Handwerkskunst. Er tut auch nichts, als der Eindringling eine Schusswaffe zieht und sich durch den Eingang ins Zelt schleicht. Noch einmal spannt der Maskierte seine erschöpften Muskeln an, vertreibt die müssigen Gedanken aus seinem Verstand und nimmt das Zelt ins Visier. Jetzt liegt es an IHM. ER wird sein blaues Wunder erleben. Denn Papa Chicco hat Besuch...
Krachend löst sich ein Schuss im Inneren des Zeltes. In wenigen Augenblicken wird das ganze Lager auf den Beinen ein. Die Würfel sind gefallen. SIE werden nicht kommen...
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  • 29. Juli 2018, 10:46:05
Re: Degenesis Rebirth - Plattform
« Antwort #13 am: 29. Juli 2018, 10:46:05 »

Leider musste unser Finale verschoben werden: Aufgrund meines Umzugs und fehlender DSL-Verbindung.

Das Problem ist zwar noch nicht behoben, aber wir versuchen es jetzt mal per mobilem Hotspot:

Morgen Montag, der 30.07., Start voraussichtlich ab 18.30 Uhr.
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