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Autor Thema: [DSA 4.1] Aventurische Geschichte (5/5)  (Gelesen 3822 mal)

Ugarkai

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  • Beiträge: 295
  • 27. Juli 2019, 15:57:33
Re: [DSA 4.1] Aventurische Geschichte (5/5)
« Antwort #30 am: 27. Juli 2019, 15:57:33 »

Aus dem Tagebuch der Yamira al Easifa Aslamsunni ai Rashdul:


23.Efferd 1005BF – Baden und dann ins Theater


Fast könnte man meinen dies wäre ein ganz normaler Abend gewesen, zuerst ein schönes entspannendes Bad, dann ein toller Abend im Theater, vielleicht mit guten Freunden oder sogar vielleicht mit einer Verabredung?! Das bei mir zur Zeit aber nichts wirklich normal ist... das muß ich dir ja nicht erzählen...

Vor kurzem erst hatten wir uns von Lauser verabschieden müssen, dann hatten wir es tatsächlich geschafft Gorgon seinen großen Traum zu erfüllen... und im nächsten Moment platzten wir ohne zu klopfen und völlig unangekündigt in die Kabine ihrer Magnifizienz, der obendrein auch gerade noch eine wichtige Besprechung mit dem Kapitän zu haben schien. Ich kann dir gar nicht sagen wie peinlich mir das ganze war, aber meine Begleiter...typisch... redeten drauf los von wegen Sachen abgeben und untersuchen und so weiter. Am liebsten hätte ich mich in Luft aufgelöst, wie wie.... unangebracht und unhöflich und unmöglich! Aber ihre Magnifizienz lächelte nur verschmitzt und meinte wir sollten die Sachen einfach ablegen, dann sollten wir aber auch zügig wieder gehen, der Kapitän starrte uns nur verwundert an. Ich versuchte mein möglichstes beiden mit Gesten zu zeigen wie unangenehm mir das alles war, dann verließen wir auch schon wieder den Raum. Ich muß mich unbedingt bei ihrer Magnifizienz entschuldigen, auch wenn er scheinbar immer die Ruhe bewahrt, ihn kaum etwas wirklich aufregen kann, aber etwas Anstand sollten wir schon beweisen... auch wenn ein paar meiner Begleiter... Ach lassen wir das, ich mag mich heute nicht aufregen, denn dafür war der Rest des Abends zu schön, auch wenn ich natürlich nicht meine guten Freunde, meine Familie oder gar einen Verehrer dabei hatte....

Als wir wieder an Deck waren sprachen Farahjin und Sotolosch davon unbedingt zu einem Schmied zu wollen, und eventuell auch noch etwas einkaufen. Das war so gar nicht was ich wollte, mich zog es nur ins Badehaus, ich mein... so viele Tage ohne die Möglichkeit sich zu waschen und... überhaupt, was will ich auch bei einem Schmied? Außerdem möchte ich unbedingt noch etwas Abstand von Sotolosch halten, das war einfach etwas zu viel was er sich da geleistet hat.....
Also entschieden wir dass wir uns trennen, Farahjin und Sotolosch gingen zum Schmied, ein paar wollten einkaufen oder sonst irgendetwas machen, aber ich wollte nur noch ins Badehaus, dorthin gingen auch noch ein paar andere.
Schon als ich das Haus betrat spürte ich wie ich mich etwas entspannte, auch wenn das junge Mädchen das uns in den Raum bat und anschließend meine Robe zum reinigen holte mir fast das ganze Bad verdorben hätte. So ein unverschämtes Ding! Da schaut sie mich mit hochgezogener Augenbraue und gerümpfter Nase an und fragt ob sie die Robe wirklich reinigen soll und nicht lieber gleich..... verbrennen?! Diese.... Unverschämtheit! Wie kann sie es wagen meine schöne Robe.... ja... meine arme arme schöne Robe, ich kann sie mir gar nicht anschauen! Überall ist Dreck und Blut und eingetrocknetes... Echsenzeugs, furchtbar! Klar, es ist "nur" meine Reiserobe und nicht meine schicke Robe, aber trotzdem ist sie was besonderes. Sie haben sich hier auch alle Mühe gegeben sie wieder sauber zu bekommen, das muß ich ihnen lassen, aber es war wohl nicht zu machen dass sie wieder aussieht wie früher. Ich muß unbedingt in Erfahrung bringen ob und wie ich dies magisch irgendwie hin bekomme, ich kann doch nicht sofort meine erste Robe... und dann so eine schöne! Ich werde mir unbedingt eine noch schlichtere Robe zulegen müssen, irgendetwas ganz einfaches. Das wird gar nicht so einfach werden, ich mag die schönen Verzierungen und die Farben... und überhaupt.. aber wer weiß ob und wann ich mal wieder durch einen Dschungel oder einen Sumpf laufen muß, da sollte ich besser vorbereitet sein. Ich werde mich allerdings nicht hier umschauen, es scheint mir doch alles etwas zu teuer zu sein, und ich weiß auch nicht wie hier eine Robe aussehen würde, immerhin ist die einzige Akademie hier eine der schwarzen Gilde, eine solche Robe möchte ich sicher nicht!
So genoß ich also dann doch noch mein Bad, entspannte mich immer mehr, und als das Wasser langsam kälter wurde bekamen wir tatsächlich noch einmal frisches warmes Wasser dazu, wirklich großzügig. Das hat mich dann stolze 2 Silbertaler gekostet, aber dafür das meine Robe nun zumindest so aussieht das ich sie für Wanderungen in einem dunklen Wald oder so wieder anziehen könnte, und vor allem dafür das sie nun nicht mehr so fürchterlich müffelt.... und dafür das nun auch ich wieder sauber bin und für das nachschütten des Wassers, die tolle duftende Seife die dazu gereicht wurde... doch, ich bin sehr zufrieden!

Im Anschluß trafen wir uns wie besprochen vor dem Badehaus und dann zog es uns recht schnell in die kleine Gaststätte in der wir schon bei unserem ersten Besuch gewesen waren. Cian hatte tatsächlich die Idee auf dem Schiff zu essen, aber natürlich waren alle dagegen, alle wollten lieber etwas vernünftiges essen, denn die Reise nach Festum würde sicherlich mehrere Wochen dauern, da gab es genug Gelegenheit die Koch"künste" des Schiffkochs zu "genießen"
In der Gaststätte hatte ich dann die Wahl, einen leckeren Eintopf? Vielleicht ein leichtes Fischgericht? Ich entschied mich nach längerem überlegen letztendlich für die teuerste Möglichkeit, einen ordentlichen Braten mit Soße! Zuerst hatte ich ein schlechtes Gewissen, ein ganzer Silbertaler für ein Essen, aber wir hatten so lange nur dieses trockene Zeugs bekommen und gegen Ende war selbst das knapp geworden, außerdem bekommt sowieso niemand Eintopf so gut hin wie meine Mutter. Aber dieser Braten... der war wirklich herrlich, auch die Beilagen, die zuerst etwas ungewöhnlich schienen, schmeckten hervorragend und es gab reichlich von allem. So genoß ich dieses Essen in vollen Zügen, den Geruch des Bratens, den Geschmack, das Gefühl endlich wieder wirklich satt zu sein.... das hatten wir uns verdient!

Gestärkt und zufrieden machten Farahjin, Salix, Sotolosch, Cian und ich uns dann auf ins Theater. Ich persönlich hätte natürlich ein weiteres Theaterstück vorgezogen, aber davon abgesehen dass es grade keines gab hatten wir ja wegen des Theaterstücks um Siebenstreich letztes mal die Schaukämpfe verpaßt. Farahjin freute sich wie ein kleines Kind und wirkte schon auf dem Weg total hibbelich und aufgeregt, toll dass ich ihm so eine Freude machen konnte! Die Kämpfe waren dann tatsächlich auch sehr viel interessanter als ich gedacht hatte. Völlig unterschiedliche Menschen in noch unterschiedlicheren Rüstungen und mit exotisch aussehenden Waffen traten gegeneinander an, dabei vollführten sie Manöver.... großartig, auch wenn ich bezweifelte das auch nur eines davon effektiv einsetzbar wäre. Farahjin bestätigte das diese Kämpfe ganz offenbar darauf ausgelegt waren möglichst auffällig und spektakulär auszusehen, effektiv sei nur das wenigste davon einsetzbar. Kein Kampf glich dabei dem anderen und umso später der Abend wurde umso größer wurden auch die Gruppen die gegeneinander antraten, war es Anfangs immer nur einer gegen einen gewesen waren es nun ganze Massenkämpfe bei denen es selbst mir schwer viel die genaue Teilnehmeranzahl zu schätzen. Das Finale war dann.... ja fast typisch für dieses Theater vermute ich, denn es zeigte den Kampf einer ganzen Gruppe gegen eine wilde Bestie. Das war... eine gar fürchterliche Kreatur, angsteinflößend, gruselig.... und eine komplette Illusion, leicht zu erkennen, nun, zumindest für mich. Ich bin mir gar nicht so sicher was diese Kreatur eigentlich darstellen sollte, ein bißchen wirkte es wie ein Drache, allerdings konnte er nicht fliegen und schien auch viel zu klein zu sein. Das dieses... Wesen dann auch noch Federn an den Flügeln hatte, scharfe Krallen am Schwanz und an den Klauen, scharfe Fangzähne und  außerdem etliche Hörner am Rücken... nunja. Am schlimmsten war allerdings die Farbe... bunt leuchtende Schuppen in den unterschiedlichsten grellen Farben bedeckten das ganze Wesen, nichts reales konnte auch nur annähernd so aussehen. Aber es wirkte wirklich gefährlich und die Kämpfer, die gegen es antraten machten ihre Sache wirklich gut, es wirkte real und fast schien es so als würde es die Kämpfer das Leben kosten können. Als der Kampf dann (natürlich siegreich für die Kämpfer) zu Ende ging erhob sich das ganze Theater und applaudierte laut, manche jubelten. Auch wir machten dies natürlich, immerhin hatte die ganze Vorstellung großen Spaß gemacht.
Nach der Show überraschte mich Farahjin indem er mich fragte was dies denn wohl für eine Kreatur gewesen sei. Erst mußte ich etwas schlucken... konnte wirklich jemand davon ausgegangen sein dieses Ding wäre echt gewesen? Als ich ihm dann von der Illusion erzählte und aufzählte was alles seltsam und unreal gewesen war schien er zu verstehen. Er fragte mich dann wie das alles wohl bei Gorgon wirken würde, denn wirklich gefährlich sieht unser Riesenaffe nun wirklich nicht aus. Wir diskutierten ein wenig darüber, ich vermute sie werden Gorgon mit entsprechenden Illusionen etwas gefährlicher wirken lassen und bestimmt hat er auch noch etwas Zeit zum üben. Ich finde es wirklich schade das ich nicht sehen konnte wie sich Gorgon so in einer Vorstellung macht, das wäre doch noch etwas ganz besonderes gewesen. Als ich dies aussprach überraschte mich Farahjin erneut... denn er meinte nun dass ich ja die Gelegenheit hätte, immerhin würde ich ja bald wieder hierher kommen.... Och... Farahjin..... Echt jetzt?! Manchmal vergesse ich einfach dass auch er nicht... nunja.. nicht der Klügste ist und dass er schon auch etwas naiv sein kann, er hatte meine Drohung an Phexian Mala tatsächlich ernst genommen. Ich erklärte ihm auch das nun und erstaunlicherweise begriff er sehr schnell was ich getan hatte und warum, allerdings sprach er auch nochmal diese seltsame Statue in Port Stoerrebrandt an und dass er davon ausgegangen sei das ich dort auf jeden Fall noch einmal hinfahren und sie genauer studieren würde.
Hmmm, eine wirklich gute Idee, aber bis ich diesen Plan in die Tat umsetzen kann wird sicherlich noch einige Zeit vergehen, denn es wird bestimmt Wochen dauern eine ausführliche Analyse durch zu führen, das kann ich mir im Moment noch nicht erlauben. Ich muß mir sowieso langsam überlegen was ich nach der Reise tun werde, ich habe in den letzten Wochen zwar recht gut verdient, aber es reicht auch leider bei weitem nicht um meine Schulden abzubezahlen, ich werde mich in Festum nach Arbeit umhören müssen... Aber vielleicht kann ich ihre Magnifizienz ja dazu überreden sich diese Statue mal genauer anzuschauen? Vielleicht, nein bestimmt, findet er mehr heraus als ich......

Den Rest des Abends haben wir denn wieder in der Herberge Am Südkapp verbracht. Zuerst war die Stimmung ein wenig gedrückt, denn jeder von uns erinnerte sich gut daran wie wir hier gemeinsam mit Jan und Wassjef gesessen und gefeiert hatten, nun fehlten sie... und dies war deutlich zu spüren. Alles in allem ist es aber doch noch ein schöner und lustiger Abend geworden und so sind wir zufrieden, und sehr spät, wieder auf die Königin von Festum gegangen. Dort wartete dann tatsächlich noch eine tolle Überraschung auf mich!
Sönke hatte nämlich inzwischen die Kabine gewechselt, war zu Magnus gezogen, dadurch lag Uribert nun alleine in einem kleinen Raum der wohl eigentlich eine Art Lagerraum zu sein scheint. Netterweise bot Uribert mir an die Zimmer zu tauschen, er würde das Bett bei Sotolosch und Farahjin beziehen und ich könne den kleinen Raum für mich haben. Ein eigener kleiner Raum.. hier auf dem Schiff! Großartig! Es hatte mir nie wirklich etwas ausgemacht mit den zwei Männern in einem Zimmer zu übernachten, ich kam ja mit beiden gut zurecht und ich halte mich eh die meiste Zeit auf dem Deck auf... aber natürlich ist ein eigener kleiner Raum viel viel besser! Außerdem... ich weiß nicht, ich fühle mich in dem Zimmer auch nicht mehr sicher, nicht nachdem was in der Pyramide alles passiert ist, was Sotolosch alles getan hatte und nach dem was wir vor ein paar Tagen von ihm erfahren mußten. Wären es Farahjin und Salix gewesen, oder Odilbert oder sonstwer... aber so.. nein, so bin ich nicht nur froh, sondern auch wirklich erleichtert, ich kann ohne Sorge in meinem eigenen kleinen Raum schlafen, und das werde ich nun auch tun.....

24.Efferd 1005BF – Paktierer und andere Ärgernisse

Wie gerne würde ich dir heute nur schöne Dinge erzählen, würde dir beschreiben wie schön es ist wieder auf dem Schiff zu sein, wie wunderschön die Aussicht ist, wie toll es ist einen eigenen kleinen Raum zu haben und wie aufgeregt ich bin weil schon morgen der Unterricht bei ihrer Magnifizienz wieder beginnt. Aber nein, dieser unmögliche, unerträgliche, ungebildete und unfassbar nervige Mensch mußte ja wieder mal alles zunichte machen. Ich könnte mich so aufregen, ich... arrrgh! Ja ich weiß, ich soll die Ruhe bewahren, solche Menschen irgendwie bestmöglich ignorieren und vor allem die Fassung bewahren... ich höre deutlich wie Josmabith und auch mein Vater mir dies immer wieder erklären... aber manchmal.... manchmal........

Der Tag hatte eigentlich wirklich gut begonnen, ausschlafen in meinem eigenen kleinen Raum, dann ein nettes Frühstück und dann waren wir auch schon fast wieder unterwegs. Farahjin war morgens noch kurz von Bord gegangen um seine Waffe abzuholen, die hatte er wohl bei der örtlichen Schmiedin in Reparatur gegeben, er war aber sehr schnell wieder zurück. Gegen Mittag ging es dann endlich los, ewig stand ich wieder an der Reling, habe Wind und Wellen genossen und meine Gedanken schweifen lassen. Wie lange würden wir wohl bis Festum brauchen? Was würden wir noch erleben? Und was würde ich bloß im Anschluß machen? Wenn doch nur diese Schulden nicht wären, ich könnte mich einfach frei dahin treiben lassen wo es mich hin zieht oder wo es etwas tolles zu erleben und zu lernen gibt, aber so.... naja, ich werde sicherlich wieder etwas aufregendes finden!

Als dann alles fast wieder seinen gewohnten Gang ging habe ich mir die Pergamente geschnappt die ich ja noch aus der Pyramide hatte und bin zu ihrer Magnifizienz gegangen. Er war natürlich auch sofort begeistert und studierte sie eingehend, aber komplett übersetzen kann selbst er sie nicht. Natürlich reichte sein Wissen aber aus um zu erkennen worum es sich handelt... nämlich um eine Beschreibung eines Rituals... der Neuerschaffung Siebenstreichs und wie diese dämonisch pervertiert werden kann, schlimm! Es ist wirklich gut das ich diese Pergamente gefunden und mitgenommen habe, ihre Magnifizienz wird wissen was damit zu tun ist.
Nun sprach er mich auch auf die Sachen an, die wir gestern in unserer höchst peinlichen Aktion zu ihm gebracht hatten. Er hatte sie natürlich noch nicht eingehend untersucht, aber eine der Waffen hatte sofort seine Aufmerksamkeit erregt und er hatte sie sich näher angesehen, das große hässliche Knochenschwert das Cian diesem äußerst seltsamen Echsenmenschen abgenommen hatte. Ihre Magnifizienz erklärte mir nun dass dies eine äußerst gefährliche Waffe war, denn sie war ganz offensichtlich einem Erzdämon gewidmet. Sofort fiel mir etwas ein, etwas das mir schon viel früher in den Sinn hätte kommen müssen, das aber wohl in der ganzen Aufregung irgendwie untergegangen war. So erzählte ich ihrer Magnifizienz aber nun von dem seltsamen Echsenwesen, wie anders es ausgesehen hatte, wie brutal es gewesen war und wie es offenbar immer mehr Spaß am Kampf fand, immer mehr in eine Art Blutrausch verfiel.Sofort nickte ihre Magnifizienz und sagte ja, das Schwert wäre eindeutig dem Gegenspieler der Donnernden gewidmet und es müsse unter allen Umständen zerstört werden. Dabei ist dieses Schwert wohl schon so sehr von der Macht des Erzdämons durchzogen das ihre Magnifizienz sich diese Zerstörung nicht hier auf dem Schiff zutraut, er wird es mit in die Akademie nehmen und dort, oder in einem Tempel unter größter Vorsicht zerstören. Ich hoffe sehr ihm gelingt es ohne Probleme und niemand kommt dabei zu Schaden, ich begreife aber auch nicht wie jemand nur so etwas abscheuliches tun kann?! Ich meine... Paktierer!!.... Aber nunja, was weiß ich auch über Echsen und deren Ideen, Vorstellungen und von ihrer Moral...
Nun besprachen ihre Magnifizienz und ich aber erst einmal wie wir in den nächsten Tagen vorgehen wollen, erstellten so etwas wie einen Unterrichtsplan für mich. Natürlich werde ich ihm helfen die anderen Sachen zu untersuchen und werde dabei gleich noch etwas an meinen Fähigkeiten in der magischen Analyse arbeiten können, aber ich habe auch noch ein paar andere Ideen und Wünsche. Auch ihre Magnifizienz hatte die ein oder andere interessante Idee, ich bin sooo gespannt was er mir auf der Reise alles beibringen wird.. ich hoffe wir brauchen länger als erwartet bis wir in Festum sind!
Nun wollte ich eigentlich schon gehen, ich vermute ihre Magnifizienz braucht immer noch etwas Ruhe nach seiner Krankheit und ich wollte ihn nicht zu lange aufhalten, aber mir fiel die Statue in Port Stoerrebrandt wieder ein und ich fragte ihn ob er diese schon einmal untersucht hatte. Im Nachhinein ärgere ich mich doch etwas über mich selbst, denn ich fand einfach nicht die richtigen Worte, konnte ihm nicht begreiflich machen wie sehr mich diese Statue fasziniert. Ich erzählte von meinem Verdacht dass dort ein elemtares Wesen in der Statue gebunden sei und das brachte ihn schließlich zum Schmunzeln. Er meinte es würde ihn gar nicht wundern das ich begeistert von dieser Statue bin, denn so wie diese sich verhält könne ja nur ein Wesen der Luft darin gebunden sein. Wir sprachen kurz darüber wie lange dieses Wesen schon in der Statue gebunden sein muß und ob es vielleicht sinnvoll wäre es zu befreien?! Natürlich weiß ich dass die Statue in Port Stoerrebrandt eine wichtige Aufgabe hat.. aber ich mein... man kann doch ein elementares Wesen nicht so lange an diese Statue binden, und diese Statue gehört ja nicht einmal nach Port Stoerrebrandt sondern auf das Schiffswrack und das Tosen was diese Statue von sich gibt wenn ein Schiff kommt.. das klingt schon... ach ich weiß doch auch nicht... Ihre Magnifizienz erklärte mir nun dass natürlich keine Zeit für eine ausgiebige Analyse sein würde, aber er ist zumindest so interessiert dass er mitkommen und die Statue zumindest kurz untersuchen möchte. Ich bin so gespannt was er heraus findet und ich kann es kaum erwarten mir die Statue noch einmal anzuschauen.
Jetzt war es aber wirklich Zeit ihre Magnifizienz alleine zu lassen, ich entschuldigte mich noch einmal kurz für unser unmögliches Verhalten am Vortag, aber er lächelte nur und meinte es sei wohl  ein Vorrecht der Jugend etwas stürmisch sein zu dürfen, das nächste Mal sollten wir aber lieber klopfen, dann wendete er sich seiner Arbeit zu und ich verließ den Raum.

Ich war immer noch komplett in Gedanken versunken, dachte an meinen Lehrplan, an die Statue und was wir wohl heraus finden würden....doch plötzlich riss mich Cian aus meinen Gedanken.... na prima....
Er fragte mich nun plötzlich warum ich denn die Sanduhr nicht abgegeben hätte, diese hätte nämlich nicht auf dem Tisch gelegen als wir die anderen Sachen in die Kabine des Erzmagiers gebracht hatten. Jetzt mal ehrlich... glaubte er wirklich ich hätte sie... behalten? Oder wie kam er auf diese unverschämte Frage? Ich schluckte meinen Ärger allerdings hinunter und tat so als wäre er vielleicht einfach nur neugierig. Ich erklärte ihm das ich die Uhr bereits unterwegs zu ihrer Magnifizienz bringen wollte und erzählte nun was mit der Uhr passiert war. Natürlich verstand Cian gar nichts, nicht von dem was der große Basilius mit diesem Schutzmechanismus bezweckt hatte, nicht wie sowas überhaupt möglich war und überhaupt. Nein, er unterstellte mir zuerst sogar ich hätte die Uhr "versehentlich" zerbrochen und wolle das nur nicht sagen... kannst du dir das.. diese UNVERSCHÄMTHEIT! Am liebsten hätte ich ihm mal so richtig die Meinung gesagt, ihm gesagt... aber nein, so völlig aus der Haut zu fahren gehört sich nun wirklich nicht, außerdem wäre es völlig Energieverschwendung und überhaupt, vermutlich will dieser Kerl genau so etwas. Wobei ich nicht weiß was er davon hätte? Aber mit seiner provokanten Art, seinen Unverschämtheiten.. immer wieder scheint er irgendjemanden (vorzugsweise mich) provozieren zu wollen, unmöglich dieser Mensch!
Ich blieb also so ruhig wie irgendwie möglich und versucht es ihm noch einmal zu erklären, aber nun... nun plötzlich hatte er ganz andere Ideen! Denn nun fing er wieder damit an dass wir diese Uhr hätten zurück bringen müssen in den Raum in der die Projektion von Erzmagier Basilius saß, als wenn die Projektion dies nicht erwähnt hätte.... Für sämtliche Erklärungen waren seine Ohren wie üblich taub, er brachte nur eine Idee, einen Spruch nach dem anderen, als hätte er es wirklich nur darauf abgesehen mich zu provozieren und mir auf die Nerven zu gehen. Irgendwann ging es dann plötzlich darum wer wie effektiv gewesen war, wer welchen Fehler gemacht hatte... wobei er natürlich jeglichen Fehler seinerseits übersah, ja sogar schön redete. Neeeeiiiin, er hätte seine Waffe nicht weggeworfen, sondern benutzt um zu beweisen das da doch etwas war... Neeeiiiinnn, natürlich wäre es nicht dumm und gefährlich für mich gewesen dass er dann erst von mir weg ging um diese "Waffe" wieder zu holen... Sotolosch wäre ja da gewesen..... nach 1 Schlag halbtot am Boden... Natüüürrrlich hatte Cian immer bei allem recht gehabt und Bescheid gewußt, nur die anderen...Bla! Es ging dann eine Weile hin und her, ich will dir gar nicht alles aufschreiben was alles gesagt wurde, ich versuchte es zwischendurch noch mit einem "Wir alle haben unsere Fehler gemacht"... aber auch das stieß auf taube Ohren... typisch. Ich wollte mich schon frustriert abwenden, ich sollte den Kerl wirklich einfach immer stehen lassen, soll er doch schauen wem er auf die Nerven gehen kann... aber nun sprach er mich wegen des Schwertes an. Er wolle "nun endlich" das Training damit beginnen. Noch einmal schluckte ich jeglichen bissigen Kommentar hinunter, die Sache mit dem Schwert war zu ernst, und erklärte ihm was ihre Magnifizienz heraus gefunden hatte. Was nun kam war das unmöglichste und dümmste was ich bisher überhaupt erlebt habe. Er verstand überhaupt nicht was Sache war, spielte die Gefahr völlig herunter, tat fast so als wolle man ihm etwas nicht gönnen oder würde ihm seinen persönlich Besitz stehlen. Er besteht tatsächlich darauf diese Erzdämonisch verunreinigte Waffe zurück zu bekommen, wenn schon nicht um damit zu kämpfen, dann doch wenigstens um damit "herum zu laufen" Klar, völlig logisch, jeder möchte doch mit der Waffe eines Erzdämons "herumlaufen", oder?! Er war sogar so unverschämt zu vermuten die Waffe sei nun ja völlig ungefährlich... der seltsame Echsenmensch hätte ja bereits seine Seele dafür geopfert. Kann ein Mensch wirklich so ungebildet und naiv, so dumm sein?! Unglaublich!
Ich spürte wie ich immer wütender wurde und umso wütender ich wurde umso mehr provozierte dieser Kerl mich. Als er dann fragte ob er "wenigstens" die Mütze haben könnte um sie zu tragen erwiderte ich nur noch er solle doch am besten auch einer der Masken übers Gesicht ziehen. Jaja, ich weiß das war nicht nett... aber ehrlich, der Typ ist einfach nur... argh!
Nun hatte ich aber wirklich genug, ich atmete noch einmal durch und wollte ihn mit einer passenden Erklärung stehen lassen, aber da drehte er sich bereits wortlos um und ging, vermutlich dachte er dass er mich so noch mehr provozieren könne, als ob ich Lust gehabt hätte weiter sinnlos zu diskutieren, da gibt es wirklich spannenderes! Natürlich war schon sehr früh im Gespräch klar das es einfach nirgendwohin führen würde und ich hätte wirklich so vernünftig sein sollen und viel eher gehen sollen, aber diese Unvernunft, und das bei einer solchen Gefahr! Immer noch fassungslos aber froh das er endlich weg war ging ich an die Reling um erst einmal wieder durch zu atmen. Ich vermute dass ich dabei durchaus das ein oder andere.... nicht so nette Wort vor mich herflüsterte, aber nunja, irgendwohin mußte ich mit dem Ärger über diese Unwissenheit und diese Unvernunft.. diese.. Dummheit.. einfach hin.

Nun sitze ich hier und könnte mich schon wieder fürchterlich aufregen. Natürlich ist dieser Kerl sowieso schon unmöglich, zumindest die meiste Zeit. Natürlich ist er provokant, unverschämt und ungebildet... Dazu kommen seine äußerst seltsamen Vorstellungen.... -> Natüüürrrlich heilen wir unsere Feine nachdem sie nur eine Minute vorher versuchten uns zu töten... natürlich retten wir sie dann auch und nehmen sie mit! Natürlich ist es völlig in Ordnung seine Begleiter schutzlos einfach so stehen zu lassen um seine Waffe zu holen (die nicht mal eine richtige Waffe ist) die man vorher weggeworfen.. ach nein.... "weg geschoben" hatte um "etwas zu testen" Natürlich ist es völlig in Ordnung nicht nur einer ausgebildeten Magierin und einem Adligen immer wieder ins Wort zu fallen und sie anzupöbeln.... nein, natürlich ist das auch bei einem Erzmagier völlig in Ordnung. Und natürlich ist es eine absolut Unverschämtheit ein magisches Artefakt das Basilius der Große mir persönlich anvertraut hatte um meine Mission zu erfüllen anschließend mitzunehmen um sie bei einem Erzmagier in sichere Verwahrung zu geben, neeeeiiin... diese Sanduhr mußte unbedingt zurück gegeben werden weil sie uns ja nicht gehört.... Aber natürlich ist es völlig ok jeden.. und wirklich jeden Raum und jede Truhe zu plündern und alles mitzunehmen und zu behalten!  Unglaublich!
Aber diese Unvernunft jetzt?! Herrje, es geht um eine Waffe die dem Gegenspieler Rondras gewidmet ist, für die jemand seine Seele gegeben hatte und die mit wer weiß wie viel Macht ausgestattet ist. Eine Waffe die unbedingt zerstört werden muß und mit der man sicherlich nicht "einfach so herumläuft" weil sie "speziell aussieht".
Ich habe wirklich schon viel Unvernunft erlebt wenn es um Dämonen, ihre Beschwörung und ihre Beherrschung geht, so viele denken sie haben alles unter Kontrolle und könnten mit diesen Kreaturen machen was sie wollen. Wie viele an der Akademie haben herum geprahlt was sie alles können und das alles kein Problem sei, selbst als eine heimliche Beschwörung einmal völlig daneben ging und es richtig Ärger gab. Ich verstehe auch überhaupt nicht warum man sich mit diesen Wesen einläßt, warum man sie unbedingt beherrschen und beschwören will. Warum denn ein Dämon wenn man doch einfach mit einem der Elemente zusammen arbeiten kann? Das ist doch auch so viel spannender! Aber naja, darum geht es ja nun nicht, denn das hier... die Waffe von jemandem der keineswegs versuchte einen Dämon zu kontrollieren...sondern der mit ihnen zusammen arbeitet.... der willentlich seine Seele opferte um sich einem Dämon unter zu ordnen... das ist doch... das..... Müßte das nicht selbst jemand wie Cian ernst nehmen? Müßte nicht.... Ach was solls, ich gebs auf... ihre Magnifizienz wird ihm schon klar machen dass er diese Waffe nicht bekommt. Vielleicht.. ganz vielleicht... wenn Cian mal ganz in Ruhe nachdenkt... vielleicht fällt ihm dann auch auf wie gefährlich diese Waffe ist und wie dumm die Idee sie haben zu wollen. Ich mein... das muß doch selbst jemand wie er verstehen ... oder?

25.Efferd 1005BF – Uribert

Heute bin ich wieder etwas besser gelaunt als gestern, das mag daran liegen dass ich so viel neues gelernt habe als ich mit ihrer Magnifizienz zusammen gearbeitet habe, es mag daran liegen das ich mir immer wieder die Zeit genommen habe den Ausblick aufs Meer zu genießen, es mag an dem netten Abend liegen den ich hatte... vor allem liegt es aber wohl daran das ich Cian heute so gut wie gar nicht gesehen habe...

Schon früh am morgen bin ich zu ihrer Magnifizienz gegangen und wir haben angefangen die Dinge zu untersuchen die wir aus der Pyramide mitgebracht hatten. Vieles davon ist völlig normal, aber ein paar Dinge sind wohl doch magisch, diese werden wir noch näher untersuchen, natürlich haben wir aber auch noch lange nicht alles gesehen. Immer wieder erwähnte ihre Magnifizienz das er mir doch noch den ein oder anderen Zauber beibringen möchte, erwähnte vor allem einen der wohl wie für mich gemacht wäre, allerdings sei das auch nicht so einfach. Egal was ich versuchte, er wollte mir einfach nicht mehr darüber erzählen, schmunzelte nur immer wieder über meine Neugier und meinte das würde ich schon noch erfahren, erst wären die Untersuchungen dran und die ein oder andere Unterrichtsstunde in Zaubern die ich bereits beherrsche. Er erwähnte allerdings auch dass er mir etwas beibringen will was mir in Zukunft sehr helfen wird Dinge zu lernen, eine Möglichkeit besser zu lernen wenn ich auch weiterhin so viel unterwegs sei. Ich bin wirklich gespannt was ich noch alles lernen werde hier auf dem Schiff! Wäre es nicht toll wenn ihre Magnifizienz direkt im Anschluß die nächste Expedition starten würde? Das wäre doch perfekt! Weiter mit dem Schiff reisen, ganz viel lernen, aufregende Dinge erleben... und dabei etwas Geld verdienen! Naja gut, ein kleines bißchen weniger gefährlich dürfte es dann doch sein....

Natürlich habe ich auch an einer Übungseinheit unter Deck teilgenommen, Kiaska versucht mir tapfer bei zu bringen wie ich mit meinem Stab besser kämpfen kann. Dabei konzentrieren wir uns vor allem auf die Momente in denen ich wütend bin und daher nicht mehr ordentlich zielen kann. Kiaska sagt ich müsse diese Gefühle besser lenken lernen und sie zeigt mit ein paar wirklich tolle Sachen. Natürlich ist die Stimmung bei diesen Einheiten immer noch etwas gedrückt, Hauptmann Tuljof fehlt einfach und gerade in diesen Einheiten spürt man dies ganz deutlich. Immer wieder blickt der ein oder andere hoch, schaut zu der Stelle an der er immer stand und wartet auf eine Korrektur oder einen klugen Ratschlag. Genauso scheinen wir immer wieder auf die Stelle zu schauen an der Jan immer trainierte, scheinen auf einen seiner lustigen Sprüche zu warten.... wann werden wir uns wohl an diese Situation gewöhnt haben? Geht das überhaupt?

Am Abend habe ich schließlich Uribert auf dem Deck gesehen und bin spontan zu ihm gegangen. Uribert hatte ja die ganze Zeit in Brabak verbracht und ich war gespannt was er so zu erzählen hatte, außerdem hatte ich immer noch im Kopf das er von seinem großen Wissen über Aventurien erzählt hatte und wollte da mal genaueres erfahren. So setzte ich mich zu ihm und wir spielten die ein oder andere Runde. Ich bin froh dass wir nicht um Geld spielten, ich glaube ich hätte fürchterlich viel verloren.... so ärgerte ich mich immer wieder wenn ich erneut verlor obwohl es gar nicht so schlecht aussah... aber es machte doch großen Spaß. Was er genau in Brabak alles erlebt hatte fragte ich allerdings nicht, er erwähnte ganz am Anfang das er sich Geld geliehen hatte und das es zum Glück ja zahlreiche Möglichkeiten in Brabak geben würde... dabei zwinkerte und grinste er so zweideutig das ich lieber nichts genaueres wissen wollte, zumindest hatte er eine gute Zeit gehabt. Auch sein so großes Wissen über Aventurien... hmm... entweder hatte er etwas zu sehr geprahlt, wußte nicht was er genau erzählen sollte.. oder wir hatten eine gänzlich andere Auffassung von großem Wissen. Natürlich ist er viel herum gekommen und kann daher vieles erzählen, das große unerwartete, faszinierende Wissen... hm... davon spürte ich aber nichts. So plauderten wir allgemein ein bißchen und kamen dann darauf zu sprechen was er wohl nach der Expedition machen wird. Erneut erzählte er von seinem Freund und das er auf jeden Fall versuchen wird ihn zu finden. Er erwähnte aber auch das er vielleicht Hilfe brauchen könnte und natürlich bot ich ihm an das er sich jederzeit bei mir melden kann. Er fragte dann auch was ich so vor habe und ich wußte nicht wirklich was ich sagen soll. Natürlich würde ich erst einmal die Akademie ihrer Magnifizienz besuchen, mir auf jeden Fall Festum anschauen, aber dann? Ich fragte ihn noch ob Festum wohl auch so schön sei wie Khunchom, aber so richtig verstand er wohl nicht was mir an Khunchom so gefallen hatte. Er meinte nur Festum sei auf jeden Fall prächtig und es gäbe auch ein Maraskanerviertel. Hm... Farahjin wirds wohl freuen... wobei... das Maraskanerviertel in Khunchom war ja wirklich toll gewesen und bunt und so viele unterschiedliche Menschen und..... naja, ich werde es mir auf jeden Fall anschauen! Uribert fragte mich dann seltsamerweise noch ob ich die anderen nicht nach Gareth zum großen Turnier begleiten würde, seltsam... ich weiß gar nicht wann er etwas darüber aufgeschnappt hat?! Aber.. was soll ich denn auch auf so einem Turnier? Ich mein, natürlich wäre es sicherlich total spannend und alleine Gareth wird vermutlich eine Reise wert sein.... aber bis zum Turnier ist es noch so weit hin, außerdem... ich bin mir gar nicht sicher wer von den anderen dort hinreisen wird und wie.. und wann... und eine Möglichkeit Geld zu verdienen ist das nun auch nicht wirklich, da werde ich mir schon vorher noch etwas anderes suchen müssen. Aber wer weiß, vielleicht reise ich dann ja auch hin und treffe den ein oder anderen dort, das würde mich sehr freuen.. zumindest bei den meisten.
Nun wurde Uribert aber plötzlich neugierig... was wir denn die ganze Zeit bloß gemacht hätten, was wir erlebt hatten usw. Zuerst wußte ich gar nicht was ich ihm sagen sollte, er war ja weiterhin nicht gut auf ihre Magnifizienz zu sprechen und von den Echsen und Paktierern und allem zu berichten... nach dem was ihm passiert war?! Außerdem gab es auch so vieles über das ich gar nicht reden durfte.. So erzählte ich davon das wir Echsenmenschen begegnet waren, das sie uns angriffen.. dann ging ich aber sehr schnell dazu über von den Hornechsen zu erzählen, von Lauser und von Gorgon. Als ich schließlich von Gorgons Anstellung im Theater erzählte war endlich Uriberts Neugier gepackt, er fragte mich nun dazu aus und kam gar nicht mehr auf die Pyramide oder die Expedition zu sprechen. So plauderten wir noch den ganzen Abend über alles mögliche, es war wirklich angenehm.. auch wenn ich wirklich den ganzen Abend verlor. Und nun wird es Zeit das ich ein paar Stunden schlafe, der Unterricht morgen wird bestimmt wieder sehr spannend... ob ihre Magnifizienz mir morgen mehr verrät? Und was wohl sonst so passiert?
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Ugarkai

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  • 27. Juli 2019, 16:01:24
Re: [DSA 4.1] Aventurische Geschichte (5/5)
« Antwort #31 am: 27. Juli 2019, 16:01:24 »

Aus dem Tagebuch der Yamira al´Easifa Aslamsunni ai Rashdul

26.Efferd 1005BF – Das Tagebuch

Heute ist wirklich schon der Alltag auf der Königin von Festum eingekehrt... nein, keine Sorge, so schnell beschwere ich mich darüber sicherlich nicht, ein paar Tage ohne große Aufregung werden uns sicherlich allen gut un! Außerdem ist es auch alles irgendwie spannend, ich lerne so vieles von ihrer Magnifizienz, die Arbeit mit ihm ist so unglaublich aufregend... das ich zusätzlich nicht in einem kleinen Raum in eine Akademie festsitze macht es natürlich noch viel großartiger. Ich glaube ich erwähnte das ein oder andere mal wie gerne ich aufs Meer hinaus schaue, die Wellen beobachte und den Wind im Gesicht genieße. In diesen Momenten fühle ich mich, obwohl die Königin von Festum ja nicht besonders groß ist und ich hier nicht weg komme, irgendwie frei. Ich habe schon über so vieles nachgedacht.. die Expedition, was ich noch alles lernen kann und möchte, was ich alles sehen möchte, wie großartig die Elemente doch sind und wie viel es noch zu erforschen gibt um sie wirklich alle zu verstehen. Es gibt noch so unglaublich viel zu entdecken und zu lernen.....

Natürlich nehme ich weiterhin am Kampftraining teil, es tut mir wirklich gut mich mit Kiaska so richtig auszupowern, auch wenn ich glaube ich sollte irgendwann einmal lernen mich besser zu verteidigen, und nicht nur wie ich mit wirklich viel Kraft und unter Wut einen Gegner treffen kann. Wobei... kämpfen... eigentlich nicht mein Ding, aber in der Pyramide habe ich doch gelernt dass ich mich nicht immer darauf verlassen kann dass mich meine Begleiter beschützen... selbst wenn es ihre Aufgabe ist...

Gegen Nachmittag kam dann Farahjin zu mir und ich war ehrlich überrascht dass er mich als "gelehrte Dame" ansprach, das hatte er noch nie gemacht, was war denn nun los? Hatte er mitbekommen dass es mich furchtbar ärgerte wenn die Expeditionsteilnehmer nicht den nötigen Respekt vor ihrer Magnifizienz hatten? Was hatten sie nicht alles benutzt um ihn anzusprechen, nur verwunderlich dass nicht noch jemand auf die Idee gekommen ist es mit "Hey Du" zu versuchen. Wie du weißt bestehe ich unter den Teilnehmern nicht darauf korrekt angesprochen zu werden, auch wenn ich das vielleicht sollte, aber grade mit denjenigen mit denen ich in der Pyramide und auf dem schwarzen Schiff gewesen war.... nein, da ist so etwas nicht nötig, das hält der Herr von Wolpertingen ja auch genauso. Sofort sagte ich Farahjin also dass die Anrede zwar so korrekt sei, dass es aber unter uns nicht nötig sei, er könne mich weiterhin einfach Yamira nennen. Er meinte es wäre nun aber grade sehr wichtig das ich eben gelehrt bin und fragte dann bzw stellte fest, dass ich doch sicherlich gut lesen und schreiben kann. Bevor ich mir weiter Gedanken machen konnte was das nun bedeutete erzählte er mir erneut von seinem Tagebuch das er schreibt und er meinte er habe inzwischen schon viel viel besser lesen und schreiben gelernt, ganz am Anfang nämlich, da habe er ganz viele Fehler gemacht, nun würde er kaum noch welche machen. Trotzdem wäre es total toll wenn ich irgendwie ein bißchen Zeit hätte und schauen würde ob sich nicht doch noch der ein oder andere Fehler versteckt. Ich bin immer noch überrascht das Farahjin wirklich Tagebuch schreibt, dass er überhaupt schreiben und lesen kann und natürlich sagte ich ihm dass ich ihm gerne helfe, praktisch dass ich mir erst vor kurzem von Odilbert erklären ließ wie man anderen etwas einfacher erklären kann, dies konnte ich nun direkt anwenden. Er sollte einfach, wenn ich abends an der Reling stehe oder so, zu mir kommen und mir etwas zeigen, dann würde ich mir gerne die Zeit nehmen.
Etwas überraschend.. wobei... es ist Farahjin, so überrascht hätte ich also vielleicht gar nicht sein sollen... auf jeden Fall stand er schon kurz darauf mit ein paar losen Blättern wieder bei mir. Dies sei sein Tagebuch, er müsse es irgendwann noch binden lassen.. dann zeigte er mir stolz seinen letzten Eintrag.....
Ich.... es war etwas schwer die Fassung zu bewahren wo doch Farahjin so stolz neben mir stand und behauptete er würde nun kaum noch Fehler machen, ich fragte mich sofort wie seine ersten Texte dann ausgesehen hatten... kein Satz.. beinahe kein Wort ohne irgendeinen Fehler, das würde harte Arbeit werden. Gleichzeitig fragte ich mich ob es überhaupt ok war sein Tagebuch zu lesen, natürlich war ich fürchterlich neugierig, was hatte er geschrieben... etwas über mich... wie sah er die anderen.....aber andererseits.... ich würde ja auch ganz sicher nicht wollen dass irgendjemand mein Tagebuch liest... aber er hatte mir die Blätter ja zum lesen gegeben... also las ich weiter..

Ich kam nur 2 oder 3 Sätze weit, schmunzelte darüber dass er sich immer noch über die Elche Gedanken machte, die er irgendwann sogar mal als "gehörnte Tiere" bezeichnete und damit doch Verwunderung auslöste... Na, auf jeden Fall drückte mir Farahjin nun ganz schnell ein anderes Blatt in die Hand, wohl seinen ersten Eintrag, und der war... voll mit Fehlern, Farahjin hatte also recht damit dass er schon einiges gelernt hatte. Er überrascht mich immer wieder, er scheint also wirklich auch ein guter Schüler zu sein, schnell zu lernen... aber wo sollte ich denn nur anfangen....
Aber schon wieder wedelte er ganz aufgeregt mit einem Blatt in der Hand und drückte es mir dann schließlich in meine. Da... dort hätte er etwas über die Expeditionsteilnehmer geschrieben... nun war ich wirklich neugierig!
Tatsächlich hatte ich nun ein wenig Zeit das Geschriebene auch zu lesen, auch wenn das mit den vielen Fehlern wirklich nicht einfach war, denn Farahjin begann nun noch aufgeregter in seinen Blättern zu suchen und murmelte nur etwas von "warte warte ich hatte doch.." So konnte ich ein wenig darüber erfahren was unser Farahjin so denkt und ich bin wirklich froh dass mein Eindruck von ihm mich nicht getäuscht hat, er scheint einfach ein guter und loyaler Mensch zu sein, ohne versteckte Bösartigkeit oder so. So beschrieb er kurz ihre Magnifizienz, wußte sogar was seine richtige Anrede war.... auch wenn er es natürlich fürchterlich falsch schrieb. Auch beschrieb er unseren Hauptmann und ich mußte doch etwas schlucken, schon ganz am Anfang war Farahjin begeistert von Wassjef Tuljof gewesen und war sich sicher das er derjenige war denn man in einer Notsituation an seiner Seite brauchte.... Fürchterlich wenn man darüber nachdenkt was passiert ist..... Aber nun war keine Zeit lange traurig zu sein, ich mußte immer noch heraus finden wo ich bloß anfangen würde bei Farahjin, was würde ich ihm als erstes zeigen? Und wie brachte ich ihm möglichst schonend bei dass doch noch ein paar Fehler mehr in seinem "Tagebuch" waren? Außerdem wollte ich doch unbedingt wissen ob er auch etwas über mich geschrieben hatte. Zuerst folgte aber unser Salix, den Farahjin lustigerweise als Ritter bezeichnet, den er ansonsten aber durchaus treffend beschrieb. Bevor ich nun weiter lesen konnte rief Farahjin plötzlich.. "Da! Ich wußte es doch! Ich habe auch etwas über dich geschrieben, ich les es dir vor!" Ich war ja sooo gespannt!
Es war nicht ganz einfach ihm zu folgen, denn auch im lesen ist er nicht besonders gut, außerdem machte vieles von dem was er schrieb nicht sofort Sinn. So fragte er sich wohl selbst welche Macht so ein "Name" denn wohl haben könnte und ob die Länge eines Namens irgendetwas zu bedeuten hätte. Außerdem schien Farahjin fasziniert davon zu sein dass der Heshtot mich "relativ kalt" gelassen hatte und er vermutete sofort ich hätte sicher schon viel schlimmeres gesehen und bekämpft. Ich glaube es liegt daran dass er einfach keine große Ahnung von Magie und auch von Dämonen hat, was solche Dinge angeht hatte er ja auch das ein oder andere mal eine etwas übertriebene Angst gezeigt (Geistergeschichten und so). Er hatte aber richtig erkannt dass ich meine magischen Fähigkeiten nicht "einfach mal so" verwende sondern sie dann eingesetzt habe wenn es wirklich nötig war. Was mich aber ein bißchen ärgerte war, dass er die Situation mit dem Heshtot völlig falsch einschätze.... der habe mich nämlich so kalt gelassen dass ich einfach nur zugesehen hätte. Mit aufkommender Wut im Bauch dachte ich daran wie mir Sotolosch einfach in den Weg gelaufen und beinahe meinen Zauber in den Rücken bekommen hatte und er danach auch nur einen dummen Spruch auf Lager hatte.. PAH! Ich kam aber mal wieder nicht dazu etwas zu sagen, denn Farahjin meinte nun immer noch völlig aufgeregt er hätte mich ja damals noch nicht so gut gekannt und überhaupt und da habe er ja auch noch viele Fehler gemacht, aber jetzt nicht mehr.... damit drückte er mir wieder den neuesten Zettel in die Hand.

In den darauffolgenden Stunden versuchte ich mein bestes Farahjin zu erklären wo er noch Fehler machte, also.. ich suchte mir einen Fehler heraus den er immer wieder machte... nämlich ie und ei vertauschen. Farahjin gab sich wirklich Mühe, aber er hat Schwierigkeiten sich zu konzentrieren, schweift immer wieder ab, ist so neugierig das immer neue Fragen kommen immer wieder eine Geschichte eine andere auslöst. Es hat mir aber auch wirklich Spaß gemacht ihm zu helfen und ich denke er hat verstanden was ich ihm beibringen wollte, wenn es auch immer wieder schwierig wurde weil ich einfach so viel schneller lese, schreibe und denke. Ich glaube zwischendurch war Farahjin doch etwas erschrocken und beschämt dass er noch mehr Fehler macht als er dachte, auch wenn ich ihm längst nicht alles aufgezählt habe, ich habe ihm aber schnell erklärt dass er wirklich stolz sein kann dass er so gut schreiben kann. Zum Schluß sagte ich ihm noch dass er gerne wieder zu mir kommen kann und ich würde ihm weiter helfen, ich glaube er hat sich darüber gefreut. Natürlich hätte ich in der Zeit frei in seinen Zetteln lesen können, Zeit genug hatte ich, aber ich fand es gemein nun noch zu versuchen mehr heraus zu finden, das hatte Farahjin nicht verdient, auch wenn ich natürlich immer noch neugierig bin.....

27.Efferd 1005BF – Ohne Worte

Nein, ich finde wirklich keine Worte für das was heute passiert ist, für das was sich dieser unmögliche Typ heute geleistet hat. Ich möchte herumlaufen, rumschreien und ihm wenigstens ein bißchen Verstand in den Kopf hämmern... und ein bißchen Anstand und Erziehung dazu! Du kannst dir nicht vorstellen was er sich heute erlaubt hat, vor ihrer Magnifizienz! Das ist einfach einfach........

Heute Vormittag hatte es keinen Unterricht bei ihrer Magnifizienz gegeben da er etwas anderes wichtiges zu besprechen hatte, mit dem Kapitän vermutlich. Also lief ich auf dem Deck herum und genoß die freie Zeit, später würde ich dafür umso fleißiger sein müssen... Doch dann kam einer der Matrosen zu uns und meinte wir sollten bitte alle zu ihrer Magnifizienz kommen, er hätte uns etwas wichtiges zu sagen. Oha... wenn ihre Magnifizienz uns alle zusammen ruft? Was sollte das denn jetzt bedeuten? Wieder eine Wendung von der keiner etwas ahnte? Natürlich war in der kleinen Kabine dann viel zu wenig Platz, also gingen neben mir noch Salix, Farahjin, Cian und Sotolosch hinein, der Rest des Expeditionstrupps versammelte sich vor der Türe und versuchte von dort aus alles mit zu bekommen.
Ihre Magnifizienz erklärte uns dann auch recht schnell dass es um die Dinge ging die wir aus der Pyramide mitgebracht hätten, denn wir hatten die oberflächlichen Untersuchungen gestern beendet. Sofort hatte ich ein ungutes Gefühl, das würde ganz sicher Äger geben... wobei.... wir waren immerhin bei ihrer Magnifizienz, da sollten doch alle zumindest ein bißchen Anstand...naja...
Er erklärte den anderen nun was ich natürlich bereits wußte, die meisten der Sachen waren völlig ungefährlich und es wohnte keine Magie in ihnen, diese könnten wir nun zurück haben bis sie dann entsprechend aufgeteilt werden würden. Sofort huschte mein Blick zu Sotolosch, fast erwartete ich einen Einspruch, aber Sotolosch sagte nichts. Dann erklärte ihre Magnifizienz den anderen wie es um das riesige hässliche Schwert bestellt war, erklärte von der Macht dieses Schwertes und das es äußerst gefährlich war, dass es zerstört werden mußte. Er machte dabei auch ganz deutlich dass es keinerlei Hoffnung gab das Schwert von den dämonischen Einflüssen zu befreien, es sei komplett mit dämonischer Macht durchdrungen und es würde bereits sehr schwierig und gefährlich werden es zu zerstören. Ich fragte mich sofort ob Cian nun dreist und dumm genug war auch ihrer Magnifizienz zu widersprechen und die ganze Sache herunter zu spielen... so dumm könnte doch nicht mal er sein oder? Ich meine, er hatte doch auch nun etwas Zeit darüber nach zu denken, und wenn er mir schon nicht glaubt weil er ein Problem mit mir hat, damit das ich gelehrt bin, eine Magierin, eine Elementaristin, eine Frau?! Ach wer weiß was sein Problem ist.. auf jeden Fall mußte er doch den Worten ihrer Magnifizienz glauben und nun endlich einsehen wie gefährlich alles war....
Noch bevor er anfangen konnte etwas zu sagen, man sah schon wie er versuchte den Mund zu öffnen, sprach Farahjin. Er verstand nun nämlich überhaupt nicht wie es sein kann dass dämonische Kraft in ein Schwert gebunden wird. Er wirkte dabei gleichzeitig neugierig, fasziniert und erschrocken, keinesfalls war er ungläubig oder zweifelte an dem was ihre Magnifzienz sagte. So erklärte dieser nun wie so eine Sache möglich ist, erzählte wie jemand seine von den Göttern gegebene Seele an jene verschachert habe und er machte auch noch einmal sehr deutlich dass dies eines der abscheulichsten Verbrechen überhaupt ist.
Hatte ich wirklich gelaubt dies wäre nun deutlich und Erklärung genug? Hatte ich wirklich gehofft Cian würde wenigstens einen kleinen Funken Verstand und Anstand besitzen? Wie konnte ich?! Er polterte nun nämlich los, erzählte wieder dass ja diese Echse bereits ihre Seele gegeben hatte und die Waffe nun also "bezahlt" sei, sie könne gar nicht mehr gefährlich sein. Außerdem hätte er nichts davon gemerkt dass die Waffe gefährlich sei, er stellte ihre Magnifizienz tatsächlich als unwissend oder als Lügner hin.. stell dir das mal vor! Ich weiß nicht wie, aber ihre Magnifizienz blieb ruhig und erklärte dass Cian großes Glück gehabt hatte und das Schwert habe sich vermutlich nur nicht gemeldet weil es zu keinerlei Kampfaktion gekommen sei und Cian auch keinen Versuch unternommen hatte das Schwert zu benutzen. Auf keinen Fall aber würde sich der Dämon zufrieden geben, er würde ganz bald mit seinen Einflüsterungen beginnen, würde dazu auffordern das Schwert zu benutzen und immer mehr zu benutzen, immer brutaler zu werden und schließlich auch gegen die eigenen Leute vor zu gehen. Letztendlich würde es dazu führen das man dem Schwert komplett verfällt. Ihre Magnifizienz beschrieb dies alles sehr deutlich und ich sah großes Unbehagen in den meisten Gesichtern, alle verstanden, wenn sie vielleicht auch nicht genau verstanden wie es funktionierte, warum und überhaupt... so verstanden sie aber ganz gewiß wie gefährlich dieses Schwert war. Nur Cian, der verstand gar nichts, wurde immer unverschämter, lauter und motziger. Ich habe mich wirklich sehr zusammen reißen müssen nichts zu sagen, es hätte doch nur zu mehr Streit geführt, außerdem war dies eine Sache ihrer Magnifizienz und er würde sicherlich keine Unterstützung brauchen oder wollen. Auch der ein oder andere in unserer Gruppe sah ehrlich entsetzt aus, vielleicht mußten sich sogar einige genauso zusammen reißen wie ich das tat... ich mein... selbst Farahjin schaute Cian nun total entsetzt und verwundert an... Erneut versuchte ihre Magnifzienz Cian deutlich zu machen wie gefährlich ein Schwert sei das dem Gegenspieler Rondras gewidmet ist... worauf Cian nun völlig außer Rand und Band lospolterte ihre Magnifizienz sollte doch "gefälligst" den Namen den Dämons nennen, schließlich habe der bestimmt auch einen. Kannst du dir das??? Kannst du?? Nein, ich glaube das kann keiner... und mir ist es absolut unbegreiflich wie ihre Magnifizienz es schaffte ruhig zu bleiben. Man sah ihm nichtmal an ob Cian ihn verärgerte oder nicht, er behielt auch seinen ruhigen Tonfall bei, seine Stimme wurde allerdings etwas strenger. Er machte nun unmißverständlich klar dass er sicherlich nicht den Namen eines Erzdämons aussprechen würde, dass Cian froh sein könne dass das Schwert bisher nicht mit den Einflüsterungen begonnen hatte und dass es unter allen Umständen zerstört werden würde, seine Art und seine Stimme ließen dabei keinen Platz für irgendeinen Einwand.

Eigentlich sollte ja nun alles geklärt sein, aber Cian fing nun wieder mit seiner provozierenden Art an, fragte ob er denn "wenigstens" die Mütze und die Masken haben könnte. Ich an der Stelle ihrer Magnifizienz hätte ihm glaube ich beides um die Ohren gehauen, aber er blieb erneut gelassen und sagte beides sei ungefährlich. Er erklärte die Masken seien sicherlich fürchterlich hässlich und auch entsprechenden Götzen gewidmet, es liege aber keinerlei dämonischer Einfluß auf ihnen und auch keine Magie. Er redete nun weiter, ließ Cian gar nicht erst zu Wort kommen, und erklärte dass auch die meisten anderen Sachen völlig harmlos seien, der komplette Schmuck, die Edelsteine und der ganze andere Kram könnte problemlos später aufgeteilt oder verkauft werden. Ein bißchen anders sah dies bei den Edelsteinen aus die wir bei den magisch begabten Echsenwesen gefunden hatten, denn diese sind durchaus magisch. Mir hatte er bereits im Vorfeld erklärt das diese Echsenwesen diese Steine wohl irgendwie für ihre Zauber benötigen und wie interessant es wäre sie zu untersuchen, er kam nun aber nicht dazu dies auch den anderen zu erklären. Cian nämlich... wie üblich ohne jeglichen Anstand, redete ihm einfach dazwischen, meinte nur "und dass heißt ihr wollt sie einfach behalten" Ihre Magnifizienz.... ich muß unbedingt einmal nachfragen wie er solche Unverschämtheiten einfach so an sich abprallen lassen kann... meinte nur trocken dass er genau dies vorhabe. Er behält die Steine vorläufig um sie zu untersuchen. Wieder kam er nicht dazu weiter zu sprechen denn Cian meinte nur patzig "Wißt ihr überhaupt damit umzugehen?!" Das ist.. das... spätestens jetzt hätte ich ihn rausgeworfen! Wie kann er es nur wagen? Ich glaube wenn er in meiner Nähe gestanden hätte hätte ich ihm einfach kurz gegens Schienbein getreten.... nicht das ich vermute das würde ihn zur Vernunft bringen... aber... herrje!
Erneut wechselte ihre Magnifizienz in seine ernste und bestimmende Stimmlage und sagte er würde sie behalten um sie zu untersuchen, auf Nachfrage von Cian (natürlich patzig und bockig vorgetragen wie immer) erklärte er dass er natürlich auch seine Forschungsergebnisse mit mir teilen würde... was auch immer Cian meint davon nun wieder zu haben. Auch die andere seltsame Waffe, die Knochenkeule, ist durchaus etwas besonderes wie der Erzmagier nun allen erklärte, sie sie nicht gefährlich, keine dämonischen Einflüsse, aber es wohnt ihr eine Art von Magie inne. Es scheint so als sei sie eine Keule wie sie wohl manche Waldmenschenschamanen benutzen, ihre Magnifzienz interessiert sich allerdings nicht besonders für die Untersuchung dieser Waffe. Ihre Magnifizienz schaute dabei in meine Richtung, wollte wohl wissen ob ich mich für die Untersuchung dieser Waffe interessieren würde, aber Cian griff sofort nach der Waffe und steckte sie wieder ein... typisch. Hat er ein Glück dass ich sowieso kein interesse an der Untersuchung habe, wobei mir auch nicht klar ist was ausgerechnet er mit dieser Waffe will? Ach ja... "herumlaufen weil es toll aussieht!" Unglaublich....

Eigentlich hätte das Gespräch jetzt zu ende sein können und Cian zufrieden, immerhin hatte er eine Waffe bekommen und auch die Mütze und die Masken konnte er behalten... zumindest bis heraus kommt wie nun alles auf uns alle aufgeteilt wird. Aber nein, Cian war keineswegs zufrieden, denn nun sprach er die Pergamente an, wollte wohl mit dem nächsten Thema provozieren. Als ihre Magnifizienz dann aber von dem Ritual und der Möglichkeit dämonischer Einflüsse darauf zu sprechen kam würde plötzlich Farahjin neugierig. Ich bin sooo froh über seine Art und dass es ihm so überhaupt nicht peinlich ist einfach zu fragen wenn er mal wieder etwas nicht weiß. So fragte er nun erstaunt wie es überhaupt möglich war das ein von den... wie er sie nennt... 12 Geschwistern gegebenes Schwert (die Maraskaner haben wirklich eine extrem seltsame Auffassung von den Göttern...) nun, wie es möglich war dass dieses dämonisch pervertiert wird. Das war eine wirklich gute Frage die er sich wie ich vermute nicht als einziger stellte. So erklärte ihre Magnifizienz das nicht das Schwert ansich anfällig sei, sondern dass es um einen gezielten Moment im Neuerschaffungsprozess ginge, und nur in diesem Moment sei ein Eingriff möglich. Farahjin fragte neugierig weiter, niemand achtete mehr auf Cian der offenbar leise vor sich hinköchelte, da werden bestimmt noch weitere Unverschämtheiten auf uns zukommen....wo war ich? Ach ja, Farahin fragte nun was jetzt mit den Kelchen wäre, ob sie in Sicherheit wären, ob ihre Magnifizienz wüßte wo sie sich befinden und ob er auch darauf achten würde dass sie nicht mehr in fremde Hände geraten. Dies bejahte ihre Magnifizienz natürlich sofort, auf die Kelche von denen er den Aufenthaltsort weiß bzw erahnt würde er natürlich ein wachsames Auge haben, dies seien aber nicht alle Kelche, denn ein paar von ihnen seien vor so langer Zeit von den dunklen Mächten gestohlen worden dass ihre ursprünglichen Besitzer nicht mehr leben würden, ganz sicher seien sie aber in Sicherheit. Er erwähnte dann noch etwas ganz spannendes, wobei... eigentlich hat er recht wenn er sagt dass jeder von uns von alleine darauf kommen müßte... So sagte er nämlich dass auch wir durchaus erahnen müßten wo sich zumindest einer der Kelche befand... natürlich... er hatte recht! Wir hatten ja erfahren.... nein, dies werde ich hier nun lieber nicht niederschreiben, nicht auszudenken wenn dieses Buch in die falschen Hände gerät! Aber natürlich weiß ich wo sich einer der Kelche befinden müsste...

Nun war es aber wirklich Zeit ihre Magnifizienz wieder in Ruhe zu lassen, aber nein... stell dir diese... ich kann es immer noch nicht glauben... Da traut sich dieser Typ doch tatsächlich ihre Magnifizienz nach Unterricht zu fragen! Das Zeichnen will er lernen... nach den Unverschämtheiten die er sich erlaubt hat. Zu deutlich habe ich vor Augen wie ihre Spektabilität Dschelef ibn Jassafar auf diese Unverschämtheiten reagiert hätte, wie wütend er geworden wäre und wie er dann mit einer ruhigen aber sehr deutlich, sehr eisernen und lauten Stimme eine Strafe verhängt hätte, und zwar so dass selbst dieser ungehobelte Kerl sicherlich keine Widerworte gegeben hätte. Aber ihre Magnifizienz blieb wie üblich total gelassen, mit dem Wunsch nach Unterricht macht man ihm ja auch immer eine große Freude, und er meinte nun dass Cian gerne gleichzeitig mit mir kommen könnte und er würde uns dann beide unterrichten.
PAH! Nein, natürlich war ich von dieser Idee nicht begeistert, ich bin froh wenn ich diesen Kerl so wenig wie möglich ertragen muß, ich will nicht dass er mit seiner unverschämten Art und den fehlenden Manieren auch noch meinen Unterricht sabotiert! Aber niemals... NIEMALS hätte ich die Dreistigkeit besessen irgendetwas in der Art zu erwähnen, außerdem... ich hatte die ganzen Jahre in der Akademie mit einem absoluten Idioten überlebt, dann würde mich auch so jemand sicherlich nicht klein bekommen. Aber dieser... dieser.. Sohn eines Stinktiers! Dieser unverschämte, unmögliche.... Typ... Da sagt er doch tatsächlich das dies keine gute Idee sei, nicht etwa weil er es nicht möchte.. nein... weil mir das sicherlich nicht gefallen würde! Wie unglaublich peinlich und und... PAH! Der soll sich mal schön aus dem heraushalten was ich denken könnte, das kann ich durchaus selber regeln und es ist für ihn sowieso viel zu hoch! UNGLAUBLICH! Ihre Magnifizienz schaute mich zuerst verwundert an, deutete aber meinen Gesichtsausdruck wohl richtig, denn er sagte nichts weiter, nur dass sich sicherlich eine Lösung finden würde. Ich kann dir gar nicht beschrieben wie wütend ich war, immer noch bin! Ich möchte... ich....PAH! Der soll bloß schauen dass er mich die nächsten Tage nicht anspricht, sonst werde ich ganz sicher unhöflich... Trottel!

Plötzlich schien alles im Aufbruch zu sein und Farahjin schien auch etwas vor zu haben, denn irgendwie versuchte er uns alle aus dem Raum zu schieben. Er versuchte dabei wohl möglichst unauffällig vor zu gehen... aber jeder von uns erkannte sofort was er vor hatte. In einer anderen Situation hätte mich das wohl zum schmunzeln gebracht, gerade war ich aber einfach zu sauer, ich ging natürlich trotzdem. So schnell ich irgendwie konnte ging ich an die Reling, achtete darauf das mir niemand folgt. Gerne hätte ich nun meine Wut hinaus geschrien oder laut geflucht, aber nein.. daran hätte Cian sicherlich nur Spaß, also köchelte ich leise vor mich hin... irgendwann... irgendwann wird dieser Kerl mal auf jemanden treffen der sich so etwas nicht bieten läßt, der genauso wenig Anstand hat wie er.... oder er wird mal auf jemanden angewiesen sein den er vorher so behandelt hat........



Nachsatz vom 28.Efferd 1005BF:

So... nun konnte ich eine Nacht schlafen, natürlich bin ich immer noch furchtbar wütend... dieser.... nein, stopp... ich habe mich wirklich genug aufgeregt! Ich brauche meine Energie für wichtigere Dinge als ihn....

Was ich dir gestern vor lauter Wut gar nicht mehr berichtet habe ist das Farahjin eine Weile nach dem Gespräch noch einmal zu mir kam. Zuerst dachte ich dass er erneuten Unterricht will, dann hätte ich ihn wohl auf heute vertrösten müssen, aber er hatte eine andere Bitte. So erzählte er von einer Nachricht die er unbedingt an seinen Onkel schicken müsse und das der Erzmagier erwähnt habe er solle doch mich einmal fragen ob ich da etwas machen könne so das Farahjin sofort eine Antwort bekommt. Zuerst brodelte es schon wieder in mir, was bin ich denn? Ein Briefträger? Aber sofort beruhigte ich mich wieder, schließlich handelte es sich um einen Wunsch von Farahjin und ihre Magnifzienz war sich sicher das ich helfen würde. So ganz sicher war ich mir allerdings gar nicht dass ich wirklich etwas machen konnte, ich mein... könnte ich... also... sollte ich? Hier? Aber warum eigentlich nicht... aber.. das bräuchte Vorbereitung... und... und.... ich sollte unbedingt auch einen Brief an meine Eltern schreiben, meine letzte Nachricht aus Khunchom war viel zu kurz gewesen..... völlig in Gedanken versunken sah ich wie Farahjin mich unsicher anschaute, er wartete immer noch auf meine Antwort und seinem Gesicht nach zu urteilen erwartete er wohl dass ich nein sagen würde. Ich möchte Farahjin gerne eine Freude machen, zumal wenn er wirklich einen wichtigen Brief an die Familie weg schicken muß, aber ich wollte auch noch nicht zu viel sagen, also versprach ich ihm dass ich mir etwas überlegen würde. Sofort erhellte sich sein Gesicht, er bedanke sich und ließ mich schließlich wieder an der Reling stehen...

So dachte ich noch einmal über die kurze Nachricht nach die ich meiner Mutter von Khunchom aus geschickt hatte... "Bin dabei, werde länger unterwegs sein, Hab euch lieb!" Mit keinem Wort erwähnte ich mehr über den Auftrag, erklärte wohin ich unterwegs war und mit wem. Natürlich wußte sie dass alles über die Akademie gelaufen und dass ihre Magnifizienz damit zu tun hatte, aber ich hatte mir keine Zeit genommen mehr zu erklären, war mir sicher gewesen später mehr Zeit dafür zu haben. Nun dachte ich an Jan, an Wassjef und an Ragondir.. was war wohl ihre letzte Nachricht an die Familie gewesen? Was wenn mir nun etwas passiert wäre und diese paar Worte wären die letzten gewesen? Das nächste Mal würde ich mir wirklich mehr Zeit nehmen, ich verdanke meinen Eltern so viel, sie haben so viel auf sich genommen damit ich meine Ausbildung an der Akademie machen konnte, haben mir so viel Freiraum gegeben wie es irgendwie möglich war... Ja, ich würde ihnen noch vom Schiff aus einen Brief schicken, mich bedanken und entschuldigen für die wenigen Worte. Aber vorher sollte ich meinen Plan noch mit ihrer Magnifizienz besprechen, vielleicht.. nein.. bestimmt kann er mir noch ein paar gute Tipps geben....

28.Efferd 1005BF – Piraten

Was für ein Tag! Ich habe... ja ich! Alleine! Und die anderen und die Gesichter und.. und.......

Heute morgen war ich ja noch äußerst schlecht gelaunt, aber nachdem ich für etwa ein Stundenglas an der Reling gestanden hatte und mir den Wind ins Gesicht wehen lies ging es mir schon etwas besser, ich würde mir doch von niemandem alles verderben lassen! Ich frage mich nur warum ich schon wieder einen solchen Menschen ertragen muß?! Ich war so froh als ich meine Prüfung bestand, auch weil ich nun Faruk, seine dummen und gemeinen Sprüche und seine Gemeinheiten und Angriffe nicht mehr ertragen muß... Und nun habe ich schon wieder einen unerträglichen Menschen um mich herum... warum nur? Oder.... vielleicht müssen wir ihn ja im Auge behalten? Ich mein... so naiv und dumm wie er mit seinem Seelenheil und den Erzdämonen umgeht? Warum wurde er überhaupt engagiert? Ich mein.. was kann er schon außer Karten halbwegs erkennbar zeichnen? Naja, ich vermute es macht keinen Sinn sich darüber groß Gedanken zu machen...

So ging ich also meinen ganz normalen Tätigkeiten auf dem Schiff nach, sehr viel Unterricht bei ihrer Magnifizienz und ein wenig Training bei Kiaska. Am späten Nachmittag dann lief ich erneut auf der Reling herum, versuchte dabei möglichst jedem Gespräch aus dem Weg zu gehen, denn ich mußte nachdenken... Doch plötzlich ertönte ein Ruf aus dem Ausguck.... "Schiffe voraaauuusss"! Hm?! Nanu? Wir hatten auf unserem Weg nur selten andere Schiffe gesehen und wenn waren sie so weit entfernt dass es keinen Ausruf gegeben hatte. Bevor irgendjemand reagieren konnte folgte auch schon der nächste Ruf... "Piiiraaaateeeen!" Au weiha..... sofort machte ich mich auf zum Kapitän, der nur ein paar Schritte von mir entfernt stand.....

28.Efferd 1005BF – Kurzer Prozess

So standen wir nun also bei Alreksey Potjof und warteten darauf dass er uns sagte was nun zu tun sei. Sofort meldete sich auch Salix, fragte nach ob wir den Piraten vielleicht davon segeln konnten, dies verneinte der Kapitän aber sofort. Er erklärte dass die Piratenschiffe sehr viel wendiger und schneller seien als die Königin von Festum, es gäbe zwar einen... Aal (was auch immer das ist) aber er schien sich nicht sicher zu sein das irgendjemand diesen auch wirklich effektiv benutzen konnte. Irgendwie wirkte unser Kapitän mit der ganzen Situation doch etwas überfordert und so übernahm Salix völlig routiniert die Führung. Dabei kam er direkt zu mir, fragte (mal wieder) ob ich da nicht magisch etwas machen könne, na prima. Sofort wurde ich unruhig, was könnte ich denn, was sollte ich denn, ich hörte schon wieder irgendjemanden einen dummen Spruch loslassen... aber irgendwie hatte Salix diesmal eine so routinierte Art mit mir zu sprechen dass ich mich etwas beruhigte. Ich schlug ihm vor die Piratenschiffe eventuell in Nebel zu hüllen aber er meinte dass dies nur von kurzer Dauer wäre und uns die Piraten dann vermutlich schnell einholen könnten... hm.. stimmt natürlich. Wie es denn mit einer Wand wäre wie ich sie in Port Stoerrebrandt benutzt hatte fragte er dann, würde sie die Piraten aufhalten können? Eventuell wenn man diese auf ein Segel benutzen würde? Vielleicht mit einem Pfeil?!
Nein, ich war mir überhaupt nicht sicher dass es so funktionieren würde, natürlich war der Zauber auf Sotoloschs Pfeil an dem Sklavenhändlerlager sehr effektiv gewesen, aber, das hier war ja nun doch etwas völlig anderes. Salix schaute mich aufmunternd an und ich gewann mehr Selbstvertrauen, wäre doch gelacht wenn das.. wenn ich nicht irgendetwas bewirken könnte!  Ich versprach ihm also mein möglichstes zu tun und machte mich sofort auf zu Agneta, ich hörte im Hintergrund noch wie Salix mit ihrer Magnifizienz sprach. Agneta schien zuerst ein wenig verunsichert zu sein, ließ sich aber schließlich von mir überzeugen, was konnte auch schief gehen?! Nunja... außer dass sie nicht trifft... oder etwas falsches trifft..oder... Aber es gab keine Zeit zum nachdenken, außerdem hatte Agneta sich als großartige Schützin bereits bewiesen, also sprach ich ähnlich wie schon in Port Stoerrebrandt meine Wand aus Luft in einen ihrer Pfeile (dort war es noch Sotoloschs Bolzen gewesen) dann gingen wir schnell wieder zu Salix und ließen uns in unsere Positionen einteilen. Ich muß wirklich sagen... es sah alles sehr organisiert aus, Salix gab klare Anweisungen und alle hörten ohne Probleme auf ihn. Ich fragte mich kurz warum er in der Pyramide dass ein oder andere mal so furchtbar daneben gelegen hatte, war aber letztendlich froh dass er nun alles unter Kontrolle hatte.

Mittlerweile waren die beiden Schiffe sehr deutlich zu erkennen und sie kamen schnell näher. Auf Salix Zeichen hin schoß Agneta schließlich ihren Pfeil ab und traf perfekt. Sofort lösten sich die Luftwirbel aus dem Pfeil und sie hatten dabei genau so viel Kraft wie ich es geplant hatte. So wurden die Segel zerrissen, Holz splitterte, der Wind toste um die Segel... ein wirklich faszinierender Anblick! Stolz beobachtete ich wie die Piraten Probleme hatten ihr Schiff wieder unter Kontrolle zu bringen, kurz komplett anhielten und dann schließlich abdrehten. Auch dem anderen Schiff erging es nicht viel besser, denn ihre Magnifizienz sprach nun einen Ignifaxius auf eines ihrer Segel und dieses wurde sofort... ja... komplett eingeäschert, sehr effektiv, wenn auch nicht so wunderschön wie meine Windvariante. Natürlich drehte auch das 2. Schiff nun ab, wir hatten es tatsächlich geschafft! Alleine ihre Magnifizienz und ich (und natürlich Agneta) hatten dafür gesorgt dass uns die Piraten in Ruhe ließen, ohne dass dabei irgendjemand verletzt wurde! Ich kann dir gar nicht beschreiben wie unglaublich stolz ich in diesem Moment war, wie stolz ich immer noch bin. Die Gesichter der anderen hättest du mal sehen sollen, alle waren bereits auf einen harten Kampf eingestellt gewesen und nun das.... die kleine Yamira hatte ein komplettes Piratenschiff besiegt... HA! Auch Salix nickte mir anerkennend zu, gutes Gefühl!

Der Rest des Tages verlief dann recht ereignislos, nur am Abend, da verblüffte mich Farahjin doch sehr....
Ich war zu ihm gegangen um ihm zu sagen dass ich durchaus eine Möglichkeit hatte seinen Brief rechtzeitig zu seinem Onkel zu schicken, er solle ihn aber bitte rechtzeitig schreiben, da ich doch ein wenig Vorbereitung brauchen würde, wenn wir in der Nähe von Khunchom sind würde es dann losgehen. Farahjin freute sich sehr dass ich ihm wirklich helfen werde, teilte mir aber sehr überraschend mit dass er den Brief schon längst geschrieben habe. Dann druckste er wieder ein wenig herum, bat mich aber schließlich vielleicht einen Abend vorher nochmal einen Blick darauf zu werfen, es sei... nun... ein sehr langer Brief und er war sich nicht sicher ob er nicht vielleicht doch einen oder 2 Fehler gemacht hatte. Sofort dachte ich an die Tagebuchseiten die ich gelesen hatte und schlug ihm vor ein paar Tage vorher noch einen Blick darauf zu werfen, dann könne ich ihm... falls er Fehler gemacht hatte... gleich erklären wie er diese demnächst vermeiden konnte.  Seien wir ehrlich... es werden sicherlich Fehler in dem Brief sein, und sicherlich nicht wenige... aber ich möchte Farahjin nicht entmutigen was seine Schreibkünste angeht, er ist so stolz dass er immer besser schreibt, und das kann er ja auch sein. Ich bin mir sicher mit mehr Unterricht... also... viel mehr Unterricht wird er bald ganz passabel schreiben können und das ist sicher viel mehr als die meisten unserer Expeditionsteilnehmer von sich behaupten können!
Dann fragte Farahjin mich neugierig wie ich denn den Brief zustellen würde und fragte ob ich einfach selbst übers Wasser laufen würde und den Brief abgeben, Salix hätte erwähnt dass so etwas vielleicht möglich wäre. Öhm... was? Ich mein, so weit entfernt von der Wahrheit ist es ja gar nicht, ich könnte durchaus mit... aber... Ich mußte lachen, dann sagte ich ihm dass es schon ein bißchen anders wäre, dass er aber abwarten müsse was passiert. Ich bin wirklich erstaunt was da so in den Köpfen herumschwirrt.... ich mein.. das Farahjin sich alles mögliche vorstellen kann und von Magie keine Ahnung hat.. ok... aber Salix? Vielleicht ist es dann aber auch kein Wunder dass er immer wieder eine magische Lösung möchte? Wer weiß....
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Ugarkai

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Re: [DSA 4.1] Aventurische Geschichte (5/5)
« Antwort #32 am: 27. Juli 2019, 16:03:01 »

Piraten!

Wir befanden uns mit der Königin von Festum auf dem Heimweg über Port Stoerrebrandt nach Festum. Da tauchten zwei schnelle und wendige Piratenschiffe auf. Das eine fuhr frontal auf uns zu, während das andere auf unsere linke Seite zusteuerte. Wir brachten unsere Leute in Position, aber die beiden Magier bereiteten etwas vor. Yamira belegte einen von Agnetas Pfeilen mittels eines Applicatus mit einer Orkanwand. Als die feindlichen Schiffe nah genug heran waren, schosss Agneta den Pfeil auf die Segel des einen Schiffes, die dadurch zerstört wurden. Erzmagier Rakorium schleuderte eine Feuerlanze gegen das andere Schiff, dessen Segel so eingeäschert wurde. So konnten wir den Piraten entkommen ohne Blut vergiessen zu müssen.

Die Windsbraut

Am dritten Travia erreichten wir Port Stoerrebrandt. Dort machten sich Yamira und Rakoriium daran die Statue zu untersuchen. Die Statue, als Galionsfigur des Wracks in der "Sklavenhalterbucht", war Teil von etwas Größerem und mächtige Magie wirkte in ihr. Dabei handelte es sich um ein elementares Wesen der Luft, wobei ein Dschin unwahrscheinlich war. Die Mächtigkeit es Wesens deutete auf einen elementaren Meister der Luft hin. Die Bindung bestand wohl schon seit 1000 Götterläufen. Da das Wesen in zwei Teile geteilt war, kam die Idee auf es wieder zu vereinen oder womöglich zu befreien. Allerdings wendete der Erzmagier ein, dass letzteres die hiesige Bevölkerung und unseren Auftraggeber gegen uns aufbringen würde.
Deshalb sollte zunächst das Wrack untersucht werden. Neben Rakorium und Yamira beteiligten sich Sotolosch, Farahjin, Cian und Salix an dieser kleinen Expedition. Vor Ort ordnete der Erzmagier das Schiff dem Diamantenenn Sultanat zu. Nur der vordere Teil, an dem die Galionsfigur aufgehängt war, war von dem elementaren Wesen durchdrungen. Während Farahjin sich daran machte das entsprechende Stück herauszulösen, began Cian ein Diskussion über Anrechte und Ansprüche auf dieses Tabu. Glücklicherweise tauchte der Schamane Tonkowan auf. Rakorium konnte ihm erklären was wir vor hatten und das von unserem Tun keine Gefahr ausgehen würde. Danach schleppten wir das Wrackteil nach Port Stoerrebrandt.
Dort stellten wir es neben die Statue und hatten den Eindruck, dass der Wind die freudige Note einer frischen Sommerbriese bekam. Dann ging es zum Bürgermeister Hadulf Rademann. Yamira kannte diesen davon überzeugen, dass das Wesen wieder vereint werden sollte. Nachdem dieser davon überzeugt worden war, dass er keine negativen Konsequenzen zu befürchten hätte, stimmte er zu. Die Werftarbeiter sollen die Statue und das Wrackteil miteinander verbinden und an einem neuen Ort, nahe der Festung der Seewölfe, aufstellen.

Der Tag der Helden

Bereits am dritten Travia besuchten Sotolosch, Farahjin und Salix Rondrigan Arauken in dessen Tempel. Dort unterbreiteten sie ihm den Vorschlag den Tag der Helden diesmal offensiver zu begehen. So wurden für den nächsten Tag Übungskämpfe zum höchsten Stand der Sonne auf dem Marktplatz vereinbart. Auch Ayla konnte dazu überredet werden. Nachdem wir so den Toten des Erntefestmassakers gedachten und der Göttin huldigten, mussten wir uns auch schon von Port Stoerrebrandt verabschieden. Yamira meinte noch von einem dankbaren Wind umschmeichelt zu werden, doch dann stach die Königin wieder in See.
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Ugarkai

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Re: [DSA 4.1] Aventurische Geschichte (5/5)
« Antwort #33 am: 13. September 2019, 19:05:15 »

Auf der Königin von Festum, nach dem Aufbruch von Port Stoerrebrandt, am 5. Travia 1005

Cian, Farahjin und Sotolosch üben sich daran, mit Dschadir als ihrem Lehrmeister, ihre Sinne für ungewöhnliches und verstecktes zu schärfen, sowie sich lautloser zu bewegen. Eben all jene Dinge die sie, in großen Städten und tiefen dunklen Höhlen, für nützlich halten.
So kommen sie auch über andere Dinge, wie das große Turnier in Gareth, ins reden. Cian schlägt vor, dass man es doch gemeinsam besuchen könnte und um die Zeit bis dahin zu überbrücken, sich von Agneta ihre Heimat zeigen lässt. Auch erzählt Sotolosch, Cian und Farahjin, wieder etwas über Angroschim, bis er vorschlägt, Dschadir zu fragen, ob er nicht eine Idee hat, wie das Training mit einer Praxisübung zu verbinden wäre.
Dschadir teilt den dreien mit, als Sotolosch ihn darauf anspricht, dass er es für eine gute Idee hält und er sich etwas in den nächsten Tage einfallen lässt.

Salix erkundigt sich bei Yamira nach der Statue aus Port Stoerrebrandt. genau genommen was es mit dem Wesen in der Statue auf sich hat. Sie erklärt es ihm und auch grob die Unterschiede wie man mit elementaren Wesen und Dämonen nach einer Beschwörung umzugehen hat.
Im Laufe des Gespräches reden sie noch über die Zeit nach der Expedition und ob man nicht gemeinsam Uribert helfen wolle, seinen Freund zu finden.
Zusammen sprechen sie Uribert auf seinen Freund an und er erzählt ihnen von seiner Hochgeboren Baron Fredo Wulfhelm von Plötzingen-Eberstamm. Auch kommen sie auf die Adelsversammlung zu sprechen, da dies eine gute Möglichkeit wäre ihn zu treffen oder zumindest Informationen über ihn zu bekommen. Über die Adelsversammlung kommen sie zu dem Adelswesen wie es im Bornland aufgebaut ist. Am Ende bieten Salix und Yamira ihm ihre Hilfe an. Hilfe, die Uribert auch sehr gerne annimmt.



Während der Schiffsreise am 6. Travia, auf der Königin von Festum, Richtung Festum

Dschadir tritt an Sotolosch ran um ihm seine Idee für den „Wettstreit“ vorzuschlagen. Er wird ein paar Edelsteine auf dem ganzen Schiff verstecken. Cian, Farahjiin und Sotolosch sollen sie suchen. Derjenige von ihnen der am Ende am meisten Edelsteine gefunden hat gewinnt.
Während Dschadir die Edelsteine versteckt, erzählt Sotolosch, Cian und Farahjin, die Geschichte von Calaman Sohn des Curthag und das es Krieg zwischen den Angroschim und Drachen gab. Zumindest so wie er sie kennt. Er ist nicht wirklich sehr bewandert in der Geschichte der Angroschim.
Als Dschadir dann wieder kommt und den Wettstreit einläutet, sprechen Farahjin und Sotolosch noch an wie lange er denn gehen solle und wie viele Edelsteine es zu finden gibt. Während Farahjin und Sotolosch noch mit Dschadir am reden sind, macht sich Cian wortlos auf die Suche. Als Sotolosch das bemerkt, läuft er auch direkt los und Farahjin startet als letztes. Cian nimmt sich das Oberdeck vor, während Sotolosch im Laderaum anfängt und Farahjin in die Takelage klettert. Cian findet seine ersten beiden Edelsteine, spricht kurz noch Farahjin an, wie er immer noch in der Takelage hängt, und holt, nachdem er noch 1-2 Räume überprüft hat, seine Unterlagen zum zeichnen aus seinem Zimmer, um sich damit an Deck zu setzen. Vorher bittet er Yamira aber noch, die Edelsteine für ihn in Verwahrung zu nehmen.
Sotolosch durchkämmt das Schiff vom Laderaum aus systematisch mit sehr viel eifer und kann so einige Edelsteine zusammen tragen.
Nachdem Farahjin viel Zeit in der Takelage verschwendet hat und sich daran macht an anderen Orten zu suchen, bekommt er, nach einem langen Gespräch mit dem Klabauter über die Geschehnisse rund um die Pyramide, seinen ersten Edelstein von ihm. Bis zum Abend findet Farahjin noch einen zweiten Edelstein. Dschadir entscheidet am Abend, dass der Wettstreit am nächsten morgen beendet wird. So machen sich alle noch in der Nacht auf die Suche nach weiteren Edelsteinen. Farahjin findet in der Nacht noch seinen dritten Edelstein und diesen drapiert er in der Kajüte von Cian damit dieser ihn findet. Das tut er, weil Cian ihm in dem Gespräch, als er in der Takelage hing, sagte, das er noch keinen Edelstein gefunden habe und Farahjin nicht wollte, dass Cian am nächsten Morgen ganz ohne Edelstein da steht. Sotolosch kann noch einen sechsten Edelstein in der Nacht finden. Cian findet einen dritten und mit dem von Farahjin noch einen vierten. Er gibt diese beiden morgens, vor dem Frühstück, auch an Yamira. So dass Cian keinen, Farahjin zwei, Sotolosch sechs und Yamira vier Edelsteine besitzen.
Cian richtet nach dem Frühstück das Wort an alle Anwesenden, um sich zu erkundigen ob nicht einer einen Edelstein in seinem Gepäck oder sonst wo gefunden hat und ihn nicht an einen der Kontrahenten abgeben mag.
Keiner meldet sich und Yamira scheint etwas verwirrt was sie nun machen soll. Sie schaut kurz zu Cian und entscheidet sich dann dafür, die Edelsteine neben Fahrajin auf der Bank zu platzieren damit er diese findet.
Dadurch ist ein unentschieden zwischen Farahjin und Sotolosch erreicht. Farahjin ist recht verwundert über den Ausgang und Sotolosch scheint empört darüber, wie es zu dem Ergebnis gekommen ist. Dschadir scheint zufrieden mit dem Ausgang und auch Cian hat sichtlich gute Laune.
Nach dem Frühstück zeigt Dschadir den dreien dann noch wo die letzten beiden Edelsteine versteckt sind.


Die Schiffsreise vom 6. Travia 1005, Richtung Festum, verläuft ziemlich ereignislos bis zum 14. Travia 1005.

Am 14. Travia 1005 ist die Königin von Festum auf der Höhe von Selemgrund, als des Nachts das Schiff von etwas erschüttert wird. Die Erschütterung bringt alle auf die Beine. Einige ziehen sich mehr an, andere weniger, aber alle treffen sich an Deck. Das Schiff scheint von einer riesigen Version des Krankenmolches vom Schwarzen Schiff angegriffen zu werden. Während bei den meisten noch etwas Verwirrung, Angst und dergleichen vorherrscht, verschafft Salix sich schon eine Übersicht und verteilt die Leute gleichmäßig auf unterschiedliche Positionen.
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Ugarkai

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Re: [DSA 4.1] Aventurische Geschichte (5/5)
« Antwort #34 am: 13. September 2019, 19:22:17 »

Nachts am 14. Travia 1005BF

Die Konfrontation mit dem Riesenkraken beginnt. Die langen Tentakel bedrohen jeden Punkt an Deck der Königin von Festum. Salix teilt die Kämpfer ein. Jedem Tentakel soll ein richtig guter Nahkämpfer, ein passabler Nahkämpfer und ein Matrose gegenüber stehen. Die Fernkämpfer Agneta, Rakorium und Yamira sollen sich in der Mitte versammeln.

Sotolosch kämpft mit Salix, Mara Delagado und Sönke in der Gruppe vor dem Heckaufbau. Odilbert, Magnus und ein Matrose nehmen sich in der Mitte  eine weitere Tentakel vor. Farahjin, Cian und Kjaska bilden weitere vorne eine Front. Auf der Treppe zum Vorderdeck stellen Dschadir, Ayla und ein Matrose die nächste Kampfgruppe. Auf dem Vorderdeck machen sich Odilbert und 5 Matrosen bereit. Die Besatzung erwartet den ersten Angriff des Riesenkraken.

Der Riesenkrake greift an, umschlingt Cians Bein und drückt und drückt. Farahjin hatte abgewartet und kontert die Attacke. Cian steht und wert sich.
Die anderen Tentakel suchen weitere Opfer, stoßen aber nur auf erbitterte Gegenwehr seitens der Besatzung.

Farahjin durchtrennt den Tentakel, der sich um Cians Bein gewickelt hat. Dieser Tentakel zieht sich aus dem Kampf zurück. Doch die Verteidiger kommen nicht zur Ruhe. Sofort  taucht ein neuer Tentakel aus dem Wasser auf.

Um Salix Brust schlingt sich ebenfalls ein Tentakel. Mara sticht auf ihn ein. Salix wächst über sich hinaus und mit zwei kräftigen Hieben ist auch dieser Tentakel Geschichte. Ein weiterer Tentakelstumpf zieht sich zurück.

Auf dem Vorderdeck  wird ein Matrose einen Tentakel erwischt. Uribert teilt aus, der Tentakel hält den Matrosen aber weiter fest im Griff. Auf dem Vorderdeck ist die Schwachstelle in der Verteidigung. Ayla und Dschadir eilen zur Hilfe herbei.

Rakorium zaubert einen Flammenstrahl. Ein weiterer Tentakel zieht sich zurück, nach dem er verschmort wurde. Dschadir will auch helfen, verfehlt aber. Uribert stürzt im Kampf auf dem Vorderdeck. Die Matrosin kann von ihren Mitmatrosen nicht befreit werden. Salix ruft: "Trutz und Arne helft Ihnen". Ayla ist zur Stelle und trennt mit zwei mächtigen Hieben den Tentakel ab.

Das Schiff wackelt. Der Riesenkraken hielt das Schiff fest im Griff. Nun lösen sich die Tentakel, um ebenfalls anzugreifen. Ständig machen sich neue Tentakel auf die Suche nach Opfern an Deck. Nur Uribert hat Pech und wird umschlungen. Uribert wird am Boden liegend von Tentakeln gepackt und gewürgt.

Sotolosch und Salix nutzen das näher kommen zweier Tentakel und geben diesen beiden den Rest.

Farahjin versucht Uribert zu befreien, trifft den Tentakel zwar, dieser hält aber Uribert fest im Griff. Auch Yamira zaubert einen Flammenstrahl und trifft den Krakenkörper.

Uribert wird befreit, ein weiterer Tentakel ist verstümmelt. Die Krake hat genug eingesteckt, löst sich vom Schiff und zieht sich zurück. Wir haben gesiegt!

Salix schickt Matrosen zum untersuchen des Schiffes aus. Sotolosch heilt die vier Verwundeten.

Salix und Yamira unterhalten sich mit Rakorium über Kraken diese sind Einzelgänger und könnten im Dienste von Moruu'daal stehen.


15. Travia
Farahjin macht sich Sorgen um sein Ende. Deswegen möchte er Cian und Yamira auf seine Beerdigungsriten vorbereiten. Er äußert seine Wünsche. Bei den Maraskanern ist es üblich 16 gute Ratschläge und 16 Forderungen für den Toten mitzugeben. Sie müssen laut verkündet werden und sollen dem Toten im nächsten Leben helfen. Offen bleiben Fragen, wie z.B. Wie gibt man dem Leichnahm Tips, wenn der Krake ihn mit in die Tiefe nimmt? Yamira und Cian erklären sich bereit, diese Riten zu befolgen. Farahjin ist sehr erleichtert.

Farahjin und Sotolosch plaudern über Rüstungen und über Cians Art erstmal dagegen zu sein.

Salix redet mit Rakorium über Stoerrebrandt. Wie er reich wurde und ob er politischen Einfluss ausübt. Rakorium versteht sich gut mit Regolan Stoerrebrandt. Sie sind befreundet.

Bis kurz vor Khunchom verläuft die Seereise unaufällig.

21. Travia
Wir sind in der Nähe Khunchoms angekommen. Farahjin übergibt Yamira den Brief für seinen Onkel in Khunchom. Yamira zeichnet auf Deck ein Hexagramm und möchte einen Boten rufen. Dabei hat sie ein neugieriges Publikum, das ruhig aber sehr interessiert dem Ritual beiwohnt. Yamira ist barfuss und in ein reinweißes Gewand gehüllt. Sie ruft: "Dschinn der Luft eil herbei, diene mir und sei dann frei." Ein kleiner Sturm entsteht. Yamira bittet den Dschinn den Brief von Farahjin an seinen Onkel Quinziber mit der goldenen Nase zu übergeben und einen weiteren Brief an ihre Eltern zu transportieren.  Farahjin wartet an Deck, dass der Dschinn mit einer Antwort wieder kommt. Neugierig fragt Sotolosch Yamira, ob sie auch den gleichen Dschinn wieder rufen könne. (Er hat im Sinne, dass sich sein Großvater mit einem bestimmten Dschinn sehr intensiv beschäftigt hatte.) 

29. Travia
Es sind nur noch zwei Tage bis Festum, sagt der Kapitän.  Es schneit. Farahjin und Yamira sind davon ganz angetan, da es für sie eine neue Erfahrung ist. Das Gespräch kommt auf die Suche nach Uriberts bestem Freund. Sotolosch schließt sich gerne an die Suche nach Uriberts Freund Fredo an. Er hat Uribert in den letzten Tag sehr zu schätzen gelernt. Uribert ist eine große Quelle des Wissens und ein formidabler Lehrmeister. Aus ihm hätte ein richtig großer Abenteuerer werden können, wäre er nicht gefangen genommen worden.

1. Boron - Totenfest
Wir laufen in Festum ein. Festum ist sehr groß, sogar die drittgrößte Aventurische Stadt. Uribert erklärt die Sehenswürdigkeiten. Wir fahren an der Speicherinsel vorbei. Es soll auch noch einen Kriegshafen mit Garnison geben. Der Efferdtempel ist riesig. Für Uribert neu ist das Maraskanerviertel (Neu Jergan oder As'Jergan genannt). Er empfiehlt den Markt vor dem Gerichtsgebäude zu besuchen. Dort steht ein Brunnen mit einer Drachenstatue. An besonderen Feiertagen läuft aus den vielen  Wunden dann nicht Wasser sondern brennbare Flüssigkeit heraus. Auch der Tiergarten mit einem echten Elefanten ist sehr sehenswert. Der ganze Gelehrten- und Künstlerstadteil "Hesindedorf" lohnt sich zu besuchen.. Außerdem finden sich in der oberen Mövengasse phexischrahjanische Freuden. Den Zwielichtberg und die umliegende Gegend sollte man lieber meiden. Dort spukt es. Das Gerberviertel sei auch nicht schön. Dort haust die ärmste Bevölkerung  und es stinkt dort und es ist voller Goblins. Bei Goblins wird Trutz emotional, da er die Rotpelze nicht gut leiden kann.

Wir legen an.
« Letzte Änderung: 13. September 2019, 19:42:35 von Ugarkai »
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Ugarkai

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  • 13. September 2019, 19:40:46
Re: [DSA 4.1] Aventurische Geschichte (5/5)
« Antwort #35 am: 13. September 2019, 19:40:46 »

1. Boron, 1005 BF – Festum und das Ende einer Expedition

Nachdem wir am Hafen in Festum angekommen sind, wird kurz überlegt, wie man die erbeuteten Waren am besten ins Kontor bekommt. Schließlich entscheidet man sich, die Sachen für den Transport einfach unter den Expeditionsteilnehmern aufzuteilen. Als wir mit der versammelten Mannschaft am Kai stehen, kommt ein kleiner Junge namens „Stippen“ auf den Erzmagier zu und überbringt ihm die Nachricht, dass wir direkt zur Villa der Stoerrebrandts kommen sollen. Also machen wir uns auf den Weg und passieren das Maraskaner-Viertel „Neu-Jergan“, die Rennbahn, auf der zu Farahjins großer Enttäuschung Pferderennen und fast keine Wagenrennen mehr ausgetragen werden, und viele Villen von bornländischen Adligen, den sogenannten „Bronnjahren“, sowie reichen Händlern. In diesem Zusammenhang gibt es eine kurze Konversation zwischen Salix und dem Erzmagus, der das Verhältnis zwischen Händlern und Adligen im Bornland behandelt.

Schließlich erreichen wir die gigantische Villa der Stoerrebrandts am Seeufer, die als einzige quer zur Straße errichtet worden ist und von einem gewaltigen Garten umgeben wird. Dort werden wir von einem schlicht gekleideten Mann begrüßt, der später als Danilo angesprochen wird und im Dienst des Handelshauses steht. Wir betreten die prächtig möblierte Eingangshalle und da wir alle ziemlich beladen sind, wird uns eine kleine Kammer gezeigt, in der wir unsere Ausrüstung ablegen können, bevor wir dem Hausherrn unter die Augen treten. Während wir einer nach dem anderen die Sachen ablegen, erkundigt Yamira sich beim Erzmagus nach einem Schneider, bei dem sie sich eine warme Robe schneidern lassen kann. Ihr wird Elkmine Sulzjerkow empfohlen und der Weg zu ihrem Geschäft beschrieben.

Nachdem wir unsere Ausrüstung verstaut haben, werden wir von Jucho Stoerrebrandt, dem Neffen des alten Händlers Stover, begrüßt und nach dem Erfolg unserer Reise befragt. Ebenfalls erkundigt er sich, ob wir nicht noch mehr Teilnehmer waren als die Expedition begonnen hat. Salix berichtet sehr knapp von der Expedition, hält sich dabei hinsichtlich der Geschehnisse in der Pyramide sehr zurück und erwähnt auch die Opfer, die die Mission gefordert hat. Da bei der Zusammenfassung auch von der Befreiung Uriberts die Rede war, weist Jucho in der kurzen Zeit, die es braucht, bis sich alle frisch gemacht haben, darauf hin, dass die Expedition, an der Uribert teilgenommen hatte, schon 20 Jahre her ist. Von Jucho erfährt er nicht nur, dass Stover Stoerrebrandt derzeit gut 50 Jahre alt ist, sondern auch, dass er über ein phänomenales Gedächtnis verfügt, gerade was Geschäftliches angeht.

Als alle fertig sind, werden wir in das Arbeitszimmer geführt, dessen Ausmaße so manches Haus in den Schatten stellt und das noch exklusiver eingerichtet ist als der Rest des Hauses. Am Schreibtisch sitzt bereits Stover Regolen Stoerrebrandt, der uns in der Villa willkommen heißt. Einige Expeditionsteilnehmer setzen sich zu ihm an den Tisch, andere bleiben stehen. Nach Aufforderung durch den Hausherrn fasst Salix die wichtigsten Ereignisse der Reise zusammen.

Nachdem er erzählt hat, was auf dem schwarzen Schiff geschehen ist, ergänzt Uribert, dass er viele Jahre dort gefangen gehalten worden ist und dass das Schiff aus dem Unterwasserreich Wahjad kam. Weitere Informationen dazu verschiebt er aber auf ein späteres Gespräch. Tatsächlich erkennt Stover Uribert wieder, auch wenn sich beide Männer seit ihrem letzten Aufeinandertreffen sehr verändert haben. Anschließend berichtet Salix über die Geschehnisse in der Pyramide und erwähnt in dem Zusammenhang auch die Projektion des Erzmagiers Basilius, auf die wir getroffen sind. Yamira erklärt die Person des Erzmagus sowie dass er uns bei unserer Aufgabe mit seinem Rat unterstütz hat. Auch über die Kelche und das Ritual will Stoerrebrandt mehr wissen und Yamira gibt gerne Antwort. Etwas unüberlegt schildert Farahjin die Szene am Purpurfeuer mit seinen Eindrücken und dem Hinweis auf das Lob des Erzmagiers im Anschluss an die erfolgreiche Durchführung des Rituals.

Auf Rückfrage des Händlers berichtet Salix von den echsischen Widersachern, auf die wir gestoßen sind, vor allem aber dem finsteren Magier Moruu’daal, den wir für den eigentlichen Widersacher im Hintergrund halten. Dieser ist auch Stoerrebrandt ein Begriff ist und er weiß zu berichten, dass es sich um einen alten dunklen Magier, vielleicht auch um eine Art Geist handelt, der über das Unterwasserreich herrscht und von dort aus immer wieder versucht, die Ereignisse auf Dere nach seinem Willen zu beeinflussen.

Schließlich berichtet Salix noch über die Rückkehr nach Brabak und unsere Rückreise und kommt dabei insbesondere auf die Geschehnisse in Port Stoerrebrandt und die dortige Statue zur Sprache. Magister Rakorium beschreibt wenig Leidenschaftlich, was es mit der elementaren Wesenheit in der Statue auf sich hat, doch nach kurzem Austausch zur Bedeutung des Warnsystems für Port Stoerrebrandt und der Zusage des Erzmagiers, dass er die Gegebenheiten weiter erforschen wollte, wird auch dieses Thema abgehakt.

Da es sonst keine Fragen mehr gibt, erkundigt sich Sotolosch schließlich, wie denn nun die Beute aufzuteilen wäre und empfiehlt sich auch gleich für weitere Expeditionen, sofern es zu diesen kommen sollte. Nachdem Stoerrebrandt ihm bestätigt, dass er gerne auf das Angebot zurückkommen will, wirft auch Farahjin ein, dass es ihm eine Ehre war, an der Mission teilgenommen zu haben, woraufhin der Händler versichert, dass er auf alle Teilnehmer gerne wieder für weitere Aufgaben zurückgreifen würde. Danach werden die Gäste verabschiedet, nur der Erzmagus und Uribert bleiben noch, Jucho verlässt mit den anderen das Arbeitszimmer, um das Geschäftliche zu klären.

Im Hinausgehen verabredet sich Yamira mit Uribert für den nächsten Tag, wo sie sich zur Mittagsstunde am Markt treffen wollen. Jucho erklärt zur Freude der Anwesenden, dass bei Stoerrebrandts Expeditionen im Gegensatz zu den üblichen Verträgen, nicht der Expeditionsleiter den überwiegenden Anteil der Beute erhält, sondern dass diese zwischen allen Teilnehmern aufgeteilt wird. Bei dieser Aufteilung werden alle Teilnehmer in gleicher Weise berücksichtigt. Um möglichst schnell alle Verbindlichkeiten zu begleichen, entscheidet man sich dafür, sich sofort auf den Weg zum Kontor zu machen, wo Jucho Stoerrebrandt die erbeuteten Gegenstände ankaufen und alle Teilnehmer auszahlen will. Auf die entsprechende Frage des Händlers hin gibt nur Cian an, sowohl den Südweiser als auch die Knochenkeule behalten zu wollen und da niemand etwas dagegen hat, will Jucho das einfach später bei seinem finanziellen Anteil entsprechend berücksichtigen.

Auf dem Weg zum Kontor passieren wir den Tiergarten sowie die Norbardenwiese und kommen auch am alten Stadttor und dem Zwielichtberg vorbei, auf dem es Spuken soll. Auf Nachfrage Sotoloschs erzählt uns Jucho, dass dort trotz einiger Untersuchungen bislang nichts nachgewiesen werden konnte, dass sich der Aberglauben aber zum Teil darauf begründen könnte, dass oben auf dem Berg der orkische Henker der Stadt haust. Schließlich erreichen wir nach etlichen Meilen Fußwegs das Handelskontor. Während Jucho mit einigen Angestellten die Beute begutachtet und schätzt, erkundigt sich Farahjin bei Salix nach einem kurzen Umweg über die Unterschiede zwischen bornischem und mittelreichischem Recht danach, unter welchen Umständen es im Mittelreich strafbar ist, einen anderen zu töten und wie es sich mit Zweikämpfen und Duellen verhält. Im Gespräch berichtet Salix insbesondere, dass es Adligen und Kriegern und neuerdings auch Schwertgesellen vorbehalten ist, sich zu duellieren.

Als sich die Sichtung dem Ende nähert, kommt Jucho auf die Knochenkeule zu sprechen, deren Wert er schwerlich einschätzen kann. Man einigt sich darauf, sie, obwohl sie magisch ist, bei der Bewertung außer acht zu lassen. Während noch geschätzt und gerechnet wird, bittet Ayla Farahjin zum Gespräch vor die Tür. Sie eröffnet ihm, dass es ihr entgegen dem, worüber zuletzt gesprochen wurde, lieber wäre, sich hier in Festum zu trennen und sich erst bei dem Turnier in Gareth wieder zu sehen. Auch wenn es noch einige Tricks gäbe, die sie ihm beibringen könnte, so sieht sie ihn inzwischen doch eher als nahezu ebenbürtigen Kontrahenten und freut sich darauf, beim Turnier die Klinge mit ihm zu kreuzen.

In diesem Zusammenhang berichtet Ayla von dem komplizierten System, nach dem man sich bei dem Turnier gegenseitig fordern könnte und deutet an, dass sie Farahjin eventuell schon in der ersten Runde fordern würde, um sichergehen zu können, dass sie ihre Kräfte mit ihm messen kann. Farahjins Blick verrät viel darüber, wie wenig begeistert er von dieser Ankündigung ist, trotzdem rückt sie nicht von der Idee ab und ermutigt ihn, es als weiteren Ansporn zu sehen, sich weiter auf das Turnier vorzubereiten. Als Farahjin ihr seinen Dank ausspricht und danach fragt, wie er sich dafür revangieren kann, dass sie ihn so gut ausgebildet hat, wünscht sie sich von ihm, dass er sich zukünftig im Kampf rondrianischer verhält. Er verspricht es ihr und beteuert mehrfach, wie sehr er sich auf das Wiedersehen im Praios des nächsten Jahres freut.

Als die beiden wieder hereinkommen, ist die Schätzung beendet. Allen Teilnehmern stehen 60 Goldstücke aus dem Ankaufswert der Beute zu, zuzüglich ihres Lohns für insgesamt 92 Tage, wobei sie allerdings bereits eine Anzahlung für die ersen 30 Tage erhalten hatten. Außerdem bekommen sie, nachdem Salix den Händler noch einmal darauf angesprochen hat, einen Rabatt von 10% auf alles, was sie im Zeughaus der Stoerrebrandts erstehen. Im Zuge der Geldübergabe können Salix, Yamira und Sotolosch dann sogar noch einen Aufschlag von weiteren 20 Goldstücken heraushandeln.

Als die Gefährten ihr Geld, genauer einen gleichwertigen Wechsel des Handelshauses, der bei jeder Nordlandbank eingelöst werden kann, entgegennehmen, bietet Jucho ihnen überraschend einen weiteren Auftrag an: Voraussichtlich im Tsa soll ein Planwagenzug von Beilunk starten und binnen dreier Monate bis nach Lowangen fahren. Jucho will die verdienten Gefährten gerne als Begleitschutz für diese Händler anheuern. Und nachdem noch ein paar Einzelheiten besprochen wurden und insbesondere klargestellt wurde, dass man rechtzeitig in Lowangen ankommen wird, so dass man im Anschluss noch vor dem Kaiserturnier in Gareth sein kann, willigt als letzter auch Cian ebenso wie die anderen ein, auch diesen Auftrag für das Handelshaus Stoerrebrandt anzunehmen.

Zuallerletzt kam Jucho noch darauf zu sprechen, dass ihm zu Ohren gekommen ist, dass Sotolosch fälschlicherweise vorgegeben hätte, ein Heiler zu sein, nur um einen höheren Lohn auszuhandeln. Dieser Vorwurf kann aber weitestgehend von ihm entkräftet werden, spätestens als ihm Salix und Yamira beistehen und von seinen Taten berichten. Schließlich wurden uns noch einige Herbergen empfohlen, darunter das Gasthaus zum Bären, bei dem regelmäßig eine Vorführung mit einem abgerichteten Bären aufgeführt wird.

Als die Gefährten das Kontor verlassen, warten die anderen bereits auf sie. Man beschließt, noch einen letzten gemeinsamen Abend mit allen verbliebenden Expeditionsteilnehmern zu verbringen. Um in Richtung des Marktplatzes zu kommen, gibt es zwei Wege: Entweder über den Zwielichtberg oder den Weg außen herum. Nach kurzer Diskussion – vor allem Farahjin hat Bedenken wegen der Seelen der Toten, die sich dort aufhalten könnten – entscheidet man sich, über den Berg zu gehen. Auf dem Weg klärt Trutz die anderen darüber auf, dass außer Salix, der als Adliger das Recht hat, sein Schwert bei sich zu tragen, und Yamira, die ihren Magierstab natürlich ebenfalls mit sich führen darf, man sich besser nicht mit großen Waffen durch die Stadt bewegen sollte, zumindest nicht durch die besseren Viertel.

Nach einem kurzen Stopp in einem öffentlichen Phex-Tempel, in dem Sotolosch ein paar Dietriche ersteht, überqueren wir den kaum bewohnten Zweilichtberg, von dem aus wir einen guten Blick über den oberen Hafen und das Gerberviertel haben und kommen nach kurzem Marsch ins Marktviertel, wo wir schließlich die Taverne zum Bären erreichen. Dort angekommen, mieten sich zumindest einige ein Zimmer und verstauen ihr Gut, um sich anschließend im Gastraum mit den anderen zu treffen.

Aus dem Tagebuch des Farahjin ohne Heimat

1. Boron, 4827 FdW (1005 BF), Festhum - Emfang in der Villa Stoerrebrandt

Wie schon damals bei der Ankunft in Brabak standen auch heute Vormittag alle Expeditionsteilnehmer an Deck als die Königin von Festhum in den Hafen der namensgebenden Hauptstadt des Bornlandes eingelaufen ist. Nachdem wir mehrere Wochen auf See waren, war der Anblick der gewaltigen Stadt und der vielen Menschen, die sich auf den schnurgerade Strasen bewegten atemberaubend. Uribert und einige andere, die schon einmal hier gewesen sind, wisen uns auf einige der Sehenswürdigkeiten hin. So gibt es neben dem riesigen Marktplatz, auf dem eine Drachenstatue stehen soll, aus der an manchen Feiertagen flüsiges Feuer herausfließen soll, auch ein ganzes Viertel für Gelehrte, das sogenannte Hesindendorf, und sogar einen Tierpark, in dem Tiere aus fernen Lendern ausgestellt werden. Auch As'Jergan, das Festumer Maraskaner-Viertel, konnten wir anhand der hohen Wohntürme bereits vom Schiff aus ausmachen. Während wir in den Hafen einfuhren, erzählte uns Trutz noch, das es in Festum auch jede Menge Goblins gebe und dass sie vor allem im Gerberviertel wohnten, von dem man sich lieber fernhielt. Zwar hatte ich schon von diesen etwa zwergengroßen dürren und mit rotem Pels bedeckten gestalen gehört, aber gesehen habe sie heute zum ersten Mal, dafür gleich Duzende von ihnen, die im Hafen irgendwelche Arbeiten erledigten. Trutz hat uns vor den "verschlagenen Rotpelsen" allerdings gewarnt und gemeint, es sei eine Schande, dass sie überhaupt in der Stadt geduldet würden.

Wir hatten uns überlegt, dass es am besten wäre, wen jeder Expeditionsteilnehmer zu seiner eigenen Ausrüstung noch ein paar von den Sachen, die wir auf dem schwarzen Schiff, bei den Sklavenhändlern und in der Püramide erbeutet hatten, tragen würde. Alles andere konnte auf dem Schiff bleiben und würde später von den Matrosen verladen werden. Eigentlich waren wir davon ausgegangen, dass wir erst einmal zum Kontor der Stoerrebrandts laufen würden, doch sobald wir einen Fuß an Land gesetzt hatten, kam ein junger Bursche auf den Erzmagus zugerannt, der ihm völlig außer Atem ausrichtete, dass wir gleich zur Villa der Familie kommen sollten. Uns konnte das nur recht sein, immerhin stand diese in bester Lage in der Stadt während sich das Kontor nach Angaben des Magisters eher am Stadtrand in der Nähe des Kriegshafens am anderen Ende Festhums befände.

Und so machten wir uns auf den Weg. Dem Erzmagus folgend gingen wir zuerst durch das Hafenviertel und hielten dann zu meiner Freude auf das Maraskaner-Viertel zu, ließen es jedoch zur rechten Hand liegen. Stattdessen gingen wir an einer riesigen Anlage vorbei, die sich bei genauerem Hinsehen als gewaltige Rennbahn entpuppte. Es wäre wohl auch zu schön gewesen, doch leider verneinte Magister Rakorium meine Frage, ob hier auch Wagenrennen veranstaltet würden. Dies sei schon vor einer Weile aus der Mode gekommen, weswegen es hier fast nur noch Pferderennen zu bestaunen gibt. Schade. Aber ich werde ihr trotzdem bei anderer Gelegenheit mal einen Besuch abstatten, wenn dort ein Rennen stattfindet. Das ist bestimmt ein großes Spektakel und vielleicht findet sich ja auch doch noch jemand, der etwas von Wagenrennen versteht. Als wir die Rennbahn gänzlich pasiert hatten, kamen wir an eine prächtige Straße mit riesigen Anwesen, von denen man einen unverstellten Blick auf das Perlenmeer hätte. Ich ahnt, dass das Haus der Stoerrebrandts nicht mehr weit sein konnte. Trotzdem wurde ich dann doch noch einmal überrascht als wir an unserem Ziel angekommen waren. Die Villa des Händlers war einfach gigantisch groß und von einem unvorstellbar großen und prächtigen Garten umgeben. Der Mann, dem dieses Haus gehörte, musste wirklich unvorstellbar reich sein.

Empfangen wurden wir in der Villa zuerst von einem Diener namens Danilo und später dann von Jucho Stoerrebrandt, den wir schon am Tag unserer Abreise in Khunchom kennengerlent hatten. Er war der Mann gewesen, mit dem wir unseren Sold ausgemacht hatten. Und er war es auch, der uns dabei behilflich war, eine Kammer zu finden, wo wir all unsere Ausrüstung unterbringen konnten und der uns die Waschräume wies, wo wir uns für die bevorstehende Besprechung mit dem Hausherrn frisch machen konnten. Natürlich war er auch sehr interessiert daran, wie unsere Reise verlaufen war. Allerdings hielt Herr Salix sich bei seiner Zusammenfassung sehr knapp. Er ahnte wahrscheinlich, dass er gleich noch einmal alles vortragen würde, sobald der Händler selbst uns begrüßt.

Und genau so kam es dann auch. Wenige Momente später fanden wir uns im Arbeitszimmer von Stover Regolan Stoerrebrandt, dem größten Händler und reichsten Mann Aventuriens. Und dieses Zimmer, die schieren Ausmaße, aber auch die edle beinahe schon prunkvolle Einrichtung, waren ein eindrucksvolles Spiegelbild des Reichtums und der Macht, die unser Gesprächspartner in sich vereint. Nach einem kurzen Willkommensgrus war es nun wieder an unserem Ritter, dem Händler die Geschehnisse während der Expedition zu schildern. Dies tat er auch, wobei er die Reise in drei große Abschnitte einteilte. Zuerst berichtete Salix von dem Überfall des schwarzen Schiffes, wie wir es zerstörten und dabei Uribert befreiten. Uribert selbst ergriff kurz das Wort und der Händler konnte sich tatsächlich an den ehemaligen Baron erinnern, obwohl es zwanzig Jahre her war, dass er mit ihm zu tun hatte.

Als nächstes berichtete Salix von der Püramide und davon, wie ein Großteil unserer Kämfer draußen für Ablenkung gesorgt hat während wir anderen durch einen geheimen Eingang eingedrungen sind, gegen den Widerstand der Echsen die Kelche beschafft und schließlich das Ritual am Purpurfeuer durchgeführt haben. Ich hatte das Gefühl, dass nicht genügend zur Geltung gekommen ist, dass Yamira ganz allein das Ritual durchgeführt hat, deswegen habe ich es noch einmal betont. Ich hatte allerdings nicht bedacht, dass nun die Aufmerksamkeit des gesamten Raumes auf mir lag, was ich natürlich überhaupt nicht gewollte hatte. Zum Glück ist mir dann noch eingefallen, dass der Erzmagier Basilius nachdem die Kelche verschwunden waren, noch einmal zu uns gesprochen hatte. Damit hatte ich dann doch noch eine sinnvolle Ergänzung zu dem Bericht gemacht und der Händler nutze die Gelegenheit, um seinerseits lobende Worte für unseren Erfolg zu finden.

Anschließend wurde über den Kampf vor der Pyramide und in diesem Zusammenhang auch über den Tod von Jan und Wassjef gesprochen. Auch der Händler betonte noch einmal, wie bedauernswert der Verlust des Hauptmannes sei. Anschließend beendet Salix seinen Bericht mit der Zusammenfassung der Rückreise, wobei er zum Schluss noch einmal auf Port Stoerrebrandt und die dort befindliche Statue einging. Der Erzmagus erklärte kurz, dass sich in der Statue eine elementare Wesenheit befände, ohne allerdings unmittelbare Folgerungen daraus abzuleiten. Ich konnte gut erkennen, wie Yamira neben mir bei diesem Punkt zuerst sehr aufmerksam geworden war, dann aber sichtlich enttäuscht wirkte als das Thema damit abgeschlossen wurde, dass der Händler noch einmal betonte, wie wichtig die Wachfunktion der Statue für den Außenposten sei. Da half es dann auch wenig, dass der Erzmagier meinte, er wolle diese Zusammenhänge zukünftig noch genauer erforschen.

Als es dann schon den Anschein machte, dass das Wichtigste gesagt worden ist und die Versammlung aufgelöst werden könnte, war es Sotolosch, der sich bei Herrn Stoerrebrandt erkundigte, was denn nun mit der ausstehenden Bezahlung und der Beteiligung an der Beute wäre. Wahrscheinlich hatte jeder von uns diese Frage im Kopf gehabt, aber niemand anderes - mich eingeschlossen - hätte es gewagt, das gegenüber dem hohen Herren anzusprechen. Der Angroscho nutze die Gelegenheit auch sehr geschickt, um sich für weitere Unternehmungen des Handelshauses zu empfehlen. Wegen des Soldes verwies der alte Händler an seinen Neffen Jucho, er versicherte Sotolosch aber, dass er in Zukunft gerne wieder auf ihn zurückgreifen würde. Für einen kurzen Moment wusste ich nicht, was ich tun sollte. Einerseits war es mir beim ersten Mal schon unangenehm gewesen, die Unterredung mit meinem Einwurf unterbrochen zu haben, andererseits wollte ich auf keinen Fall riskieren, dass es ein weiteres Abenteuer geben könnte, bei dem ich mich nicht beteiligen könnte, nur weil ich mich in diesem Moment nicht getraut hatte, die Stimme zu erheben. Also sprach ich dem Händler gegenüber aus, dass es mir eine Ehre war, bei dieser Aufgabe dabei gewesen zu sein und dass ich mich ebenfalls geehrt fühlen würde, mich an zukünftigen Unternehmungen erneut beteiligen zu dürfen. Ich glaube, Herr Stoerrebrandt hatte die Situation schnell erkannt und wollte verhindern, dass jetzt jeder einzelne sein Interesse an weiteren Aufträgen äußert. Deswegen sicherte er uns allen zu, dass er sich gerne an die erfolgreiche Zusammenarbeit zurückerinnern wird, sollte er in der Zukunft noch einmal eine ähnlich gelagerte Aufgabe zu vergeben haben.

Damit waren nun alle zufrieden und wir begaben uns gemeinsam mit Jucho nach draußen, um zu besprechen, wie wir am besten den geschäftlichen Teil unseres Engagements regeln könnten. Während ich aus der breiten Flügeltür hinaustrat, hatte ich noch gesehen, wie Yamira sich beim Herausgehen noch einmal kurz an Uribert gewendet hatte, bevor sie ebenfalls das Arbeitszimmer verließ, in dem nur der Hausherr mit dem ehemaligen Baron und dem Erzmagus zurückblieb.


1. Boron, 4827 FdW (1005 BF), Festhum - Der Lohn für die Mühen

Gemeinsam mit Jucho Stoerrebrandt marschierten wir von der Stadtvilla aus zum Kontor. Und ein Marsch war es wirklich, denn wir waren bestimmt eine Stunde oder länger von einem Ende der Stadt zum anderen unterwegs. Den ganzen Weg über starrten uns die Festhumer Bürger neugierig, ängstlich oder geringschätzig an, je nachdem in was für einer Gegend wir unterwegs waren. Wir mussten ja auch ein merkwürdiger Anblick sein, wie wir mit unserer viel zu dünnen Kleidung und bis an die Zähne bewaffnet und dazu noch schwer beladen durch die Straßen zogen. Doch zu befürchten hatten nichts, weder von zwielichtigen Gestalten, die wir auf unserem Weg aber eh kaum zu Gesicht bekamen und die wenigen, derer wir ansichtig wurden, wurden die unsere gut gerüstete Truppe abgeschreckt, noch von den Gardisten, die uns zwar aufmerksam beobachteten, uns aber unbehelligt ziehen ließen und nur dem Herrn Stoerrebrandt freundlich zunickten oder grüßten. Auf dem Weg kamen wir bei dem Tiergarten vorbei, konnten allerdings keine ungewöhnlichen Tiere erkennen. Wahrscheinlich verstecken die sich bei diesen Temperaturen auch in Höhlen oder Stälen. Anschließend passierten wir eine großen Fläche, auf der etliche Wagen und Zelte standen, zwischen denen man viele Menschen sah, die in ihren bunten Pelzen und mit der gebräunten Haut nicht wie die anderen Festhumer aussahen. Agneta erklärte uns, dass das "ihre Leute" seinen und Jucho bestätigte, dass wir gerade an der Norbardenwiese entlangschritten, wo sich im Herbst und im Frühjar noch viel mehr Angehörige des Volkes der fahrenden Händler aufhielten.

Schließlich kamen wir an den Fuß des Zwielichtberges und Sotolosch sprach Jucho auf die Geschichten an, die er über den Berg gehört hatte. Tatsächlich glaubten viele Bürger Festhums, dass es dort oben nicht mit rechten Dingen zuginge und mieden die Anhöhe deswegen. Jucho glaubt, dass es damit zusammen hängen könnte, dass der Henker der Stadt, ein leibhaftiger Ork, dort oben in einer Hütte haust. Aber der Berg sei schon mehrfach von Magiern untersucht worden und die hätten bislang nichts Außergewöhnliches gefunden. Als wir endlich wieder an ein paar Häusern vorbeikamen erklärte uns unser Führer, dass wir nun im oberen Hafen seinen, in dem vor allem Kriegsschiffe vor Anker lagen, und tatsächlich konnte man zu unserer Rechten mehrere Segel sehen, die nicht nach den üblichen Handelsschiffen aussahen. Kurz darauf standen wir vor dem großen merhstöckigen Kontor der Stoerrebrandts. Wir gingen in einen großen Raum und es kamen mehrere Angestellte des Hauses herein, die dabei halfen, unsere Waren säuberlich zu sortieren, alle Gegenstände in einer Liste zu verzeichnen und mit einem angemessenen Ankaufswert zu beziffern.

Das dauerte natürlich eine ganze Weil und so nutze ich die Gelegenheit, um Herrn von Wolpertingen einige Fragen zu stellen, über die ich in den letzten Tagen nachgedacht hatte. Ich glaube, ich habe es sehr geschickt gemacht , so dass es dem hohen Herrn überhaupt nicht merkwürdig vorkam, dass ich mich danach erkundigt habe, in welchen Fällen es möglich ist, das einer dem anderen das Leben nimmt, ohne dafür verfolgt und hingerichtet zu werden. Und seine Antworten waren auch sehr interessant. Denn auch wenn es unter normalen Umständen natürlich unter höchsten Strafen verboten ist, so gibt es doch zumindest unter Adligen und Kriegern die Ausnahme, dass sie sich gegenseitig, sofern es einen Anlass gibt, zum Duell fordern können. In letzter Zeit sei es jedoch unter den Adligen geradezu in Mode gekommen, diese Zweikämfe nicht selbst auszutragen, sondern an seiner statt einen Schwertgesellen kämfen zu lassen. Diese dürften eine solche Forderung zwar nicht selbst aussprechen, sie aber durchaus in fremdem Namen ausfechten.

Ich weiß allerdings gar nicht, wie relevant das überhaupt noch für mich ist. Denn inzwischen bin ich überhaupt nicht mehr so sicher, ob ich den Brief meines Onkels wirklich richtig verstanden habe. Vielleicht habe ich zulezt doch etwas zu viel Zeit unter Deck verbracht und mein Verstand war etwas vernebelt von den vielen Kampfübungen. Denn auch wenn er geschrieben hat, dass es ihm eine Freude wäre, wenn ich mich an dem Feind unserer Familien rächen könnte, so würde er mir doch auf diese Weise nicht einen so folgenschweren Befehl erteilen wie ich zuerst dachte. Oder doch? Ich werde auf jeden Fall nichts überstürzen, bevor ich keine Gewissheit habe, und mich erst einmal gänslich auf das Turnier konzentrieren. Und genau um das Turnier in Gareth und die Vorbereitung darauf ging es dann auch, als mich Ayla wenige Momente später ansprach und vor die Tür bat. Dass sie nicht vor den anderen sprechen wollte, war kein gutes Zeichen. Und tatsächlich teilte sie mir draußen mit, dass sie es doch bevorzugen würde, wenn wir ab Festhum getrennte Wege gingen und uns erst in Gareth wiederträfen. Ich wusste überhaupt nicht, was ich sagen sollte. Hatte ich etwas Falsches gemacht oder gesagt? Für einen Moment starrte ich sie nur an, deswegen sprach Ayla weiter und erklärte mir, dass sie der Meinung were, dass sie mir vielleicht noch den einen oder anderen Trick beibringen könnte, dass ich aber mit dem Anderthalbhänder schon fast so gut kämfen würde wie sie. Ich wäre so ein wissbegieriger Schüler gewesen und hätte so schnell gelernt, dass sie mich inzwischen eher als einen nahezu ebenbürtigen Wettbewerber sähe und weniger als einen Schüler, dem sie noch viel beibringen könnte.

Ich war ziemlich verwirrt. Gerade erst vor wenigen Wochen hatte Ayla mir noch so viele Dinge gezeigt, die ich nie zuvor bewusst gesehen hatte. Waren das wirklich nur die wenigen Tricks, die sie meinte oder hatte sie andere Bewegründe, ihren Weg nicht mit mir fortsetzen zu wollen? Woran es auch lag, es stand mir nicht an, ihre Entscheidung in Frage zu stellen. Also bedankte ich mich für die freundlichen Worte und versicherte ihr, wie dankbar ich war für das, was ich in den letzten Wochen von ihr lernen durfte. Ich bin froh, dass ich in dieser Situation die richtigen Worte gefunden habe, als ich ihr gesagt habe, dass ich keinen besseren Lehrmeister hätte haben können, denn davon bin ich weiterhin überzeugt. Und dann habe ich auch noch gesagt, dass ich mich darauf freue, sie bei dem Kaiserturnier wiederzusehen. Vielleicht ist das allerdings ein Fehler gewesen, denn nun begann Ayla darüber zu sprechen, dass wir ja vielleicht bei dem Turnier aufeinander treffen könnten und spätestens dann herausfinden würden, ob ich wirklich ein gleichwertiger Gegner für sie wäre. Da ein Kamf gegen meine Lerhmeisterin so ziemlich das Lezte ist, was ich mir für das Turnier in Gareth wünsche - weder will ich ihr unterliegen und aus dem Turnier ausscheiden, noch könnte ich damit Leben, einer so vollendeten Kämferin den Turniersieg zu nemen - zog ich mich darauf zurück, dass es ja schon ein großer Zufall wäre, ob man ihn nun "Glück" oder "Pech" nennen möchte, wenn ausgerechnet wir beide bei den vielen Teilnehmern aufeinanderträfen. Aber leider das stimmte nicht ganz. Denn offenbar gibt es bei diesem Wettbewerb ein kompliziertes Reglement, welches vorschreibt, wie sich Kämfer gegenseitig fordern und auf diese Weise die Paarungen mitbestimmen können. Und zu meinem Unglück fügte Ayla hinzu, dass der beste Weg, um sicherzustellen, dass wir unsere Kräfte miteinander messen können, darin bestünde, mich direkt in der ersten Runde zu fordern. Ich hoffe nach wie vor, dass sie das nicht gans ernst meinte und vor allem gesagt hat, damit ich einen weiteren Grund habe, mich bestmöglich vorzubereiten. Trozdem hinterließ diese Äuserung bei mir ein mulmiges Gefühl.

Nichtsdestotrotz fragte ich Ayla, ob es irgendetwas gäbe, was ich tun könnte, um mich bei ihr zu revangieren. Auch hier überraschte sie mich mit ihrer Antwort als sie meinte, dass es da tatsächlich etwas gäbe, was sie sich wünschen würde. Sie hatte mich im Kamf beobachtet und auch die Schilderungen der Auseinandersezungen in der Püramide angehört und wünschte sich, dass ich mir zukünftig eine der donnernden Schwester wohlgefälligere Art zu Kämfen angewöhnte. Ich wusste nicht so recht, was sie meinte und das hat man mir wohl auch angesehen. Auf jeden Fall ergänzte sie, dass mein derzeitiger Kamfstil eher den Idealen von Rondras Sohn oder am ehesten denen des listigen Bruders entspräche. Das verlezte mich schon ein wenig, obwohl ich gar nicht so genau wusste, was sie genau meinte oder wer Rondras Sohn ist und wofür er steht. Trotzdem sagte ich zu, ihr diesen Wunsch zu erfüllen und versicherte, dass sie sich, wenn wir uns bei dem Turnier wiedersehen werden, selbst davon überzeugen und sich auch bei meinen Gefährten erkundigen könnte, dass ich mich streng and die Tugenden der Sturmherrin halten werde. Mit dieser Antwort war sie zufrieden. Und da somit alles gesagt war, gingen wir wieder hinein zu den anderen.

Wahrscheinlich hätte man mir deutlich angesehen, wie sehr mich dieses Gespräch mitgenommen hatte, wären nicht alle zu sehr darauf konzentriert, nun endlich den Lohn für die großen Mühen in den zurückliegenden Wochen zu erhalten. Und wirklich wendete sich quasi unmittelbar nachdem wir wieder im Raum waren Jucho an Herrn Salix und verkündete, dass die Schäzung beendet war. Er listete einige Preise auf, zu denen das Handelshaus die Waren ankaufen würde und trug uns eine unglaublich komplizierte Rechnung vor, die ich im Einzelnen nicht nachvollziehen konnte. Was ich aber verstanden habe war, dass jedem von uns am Ende ein Anteil von 60 Goldstücken zustand. Und das war nur für das, was wir erbeutetet hatten. Dazu kam noch der Lohn für weitere 62 Tage, die wir seit Ende des ersten Monats, für den wir schon im Voraus bezahlt worden waren, geleistet hatten. Wäre ich nicht noch niedergeschlagen gewesen von dem vorausgegangenen Gespräch, hätte ich wohl ein ähnlich breites Grinsen gezeigt wie viele der anderen. Ich würde am heutigen Tag deutlich über Einhundert Goldstücke erhalten, das ist weit mehr als ich jemals zuvor mein eigen nennen konnte! Auf jeden Fall war es viel mehr als ich jemals erwartet hätte und ich wäre auserordentlich zufrieden damit gewesen, auch wenn es am Ende sogar noch viel besser kam.

Als nächstes sollten wir nämlich in Gruppen von jeweils fünf Personen mit Jucho in ein kleines Arbeitszimmer gehen, wo er uns die Wechsel ausstellen wollte, die wir bei der Nordlandbank in Münzen umtauschen könnten. Und auch wenn es vor allem auf der Rückfahrt manche Differenzen gab, fanden Herr Salix, Yamira, Sotolosch, Cian und ich, also genau die fünf Personen, die zusammen sowohl das Abenteuer auf dem schwarzen Schiff als auch in der Püramide von Harabal bestritten hatten, sich wie selbstverständlich zusammen. Wir gingen als lezte in das Arbeitszimmer. Und nicht nur, dass der Ritter und unser Zwerg gemeinsam noch einen zusätzlichen Aufschlag in Höhe von 20 Goldstücken heraushandeln konnten, Jucho bot uns noch bevor er uns die Wechsel überreichte einen weiteren Auftrag an. Im Tsa, also in gut drei Monden würde in Beilunk ein Händlerzug starten, der die weit gen Efferd gelegenene Stadt Lowangen zum Ziel hatte. Etwa drei Monde würde er unterwegs sein und Jucho bot uns allen an, den Zug als Geleitschutz zu begleiten. Damit hatte wohl keiner von uns gerechnet, aber wir waren alle positiv überrascht. Wir ließen uns noch ein paar Einzelheiten zu den Vorhaben schildern, vieles wusste der Händler selbst noch gar nicht so genau, aber als wir uns schließlich vor allem davon überzeugt hatten, dass der Zug rechtzeitig sein Ziel erreichen würde, so dass danach genug Zeit bliebe, um noch vor dem Kaiserturnier in Gareth zu sein, sagten wir alle zu.

Unglaublich, noch wenige Stunden zuvor hatte ich mit mir selbst gehadert, was ich nur tun sollte und wusste nicht, wo ich mir Rat suchen könnte. Und jetzt hatte sich innerhalb kürester Zeit alles von gans alleine ergeben. Mit  Ayla zu gehen war keine Option mehr und ich musste mir auch keine Sorgen machen, meine übrigen Gefährten all zu schnell aus den Augen zu verlieren, immerhin würden wir spätestens in drei Monaten alle gemeinsam für mehrere Wochen einem neuen Abenteuer entgegen ziehen. Nur was in den verbleibenden Zeit, also den nächsten drei Monaten geschehen würde, das war noch nicht klar. Aber das war mir für den Moment auch egal. Ich musste erst einmal die anderen Entwicklungen verdauen und hätte noch genug Gelegenheit, mir über alles Weitere Gedanken zu machen. Erst einmal hieß es, mit den anderen verbliebenen Expeditionsteilnehmern noch einen letzten gemeinsamen Abend zu verbringen. Die hatten nämlich draußen auf uns gewartet. Und so zogen wir im Anschluss in großer Gruppe über den Zwielichtberg dem Marktplatz entgegen, um uns der Empfehlung Juchos folgend zumindest für diese Nacht im Gasthaus zum Bären einzuquartieren und ein leztes Mal alle zusammen zu feiern.
« Letzte Änderung: 13. September 2019, 19:44:28 von Ugarkai »
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Re: [DSA 4.1] Aventurische Geschichte (5/5)
« Antwort #36 am: 13. September 2019, 20:42:59 »

Die letzte Feier?

Am Abend zeigte in der Taverne zum Bären eine spärlich bekleidete Tierbändigerin in der Mitte des Schankraums Tricks mit ihren Bären. Sie kam so gut wie ohne Hilfsmittel aus, fast so als ob Magie im Spiel gewesen sein könnte. Während wir das gemeinsam mit den anderen ExpeditionsteilnehmerInnen beobachteten, schmiedeten wir schon Pläne für die nächsten Tage. Farahjin und Sotolosch wollten sich noch bei Stoerrebrandt eindecken. Letzterer bekam von Trutz den Tip, dass die Therbuniten, die er aufsuchen wollte, im Hesindedorf waren. Schließlich gab es noch das Treffen mit Uribert, das am nächsten Mittag am Markt stattfinden sollte. Der Abend endete mit einem Gespräch über die Frauenprobleme der Angroschim und das "Baumisch" als Sprache die Sotolosch mit seinem Apfelbaum spricht.
Am Morgen des zweiten Boron verabschiedeten sich die ehemaligen GefährtInnen von uns. Die einen wollten gen Tobrien ziehen, die anderen weiter ins Bornland hinein. Nach dem Abschied verfielen wir in eine Diskussion darüber, warum Farahjin die Schönheit der Welt nicht in der bornländischen Kleidung entdecken konnte.

Ein letzter Dienst

Ein Junge mit Namen Stippen kam im Auftrag von Stoerrebrandt zu uns. Er brachte uns zu Stover Regolan Stoerrebrandt, der uns darum bat mit Thesia Tulljow, der Schwester unseres verstorbenen Hauptmanns, zu sprechen und ihr die Nachricht vom Tod ihres Bruders zu überbringen. Er wollte dies nicht selbst übernehmen, da die junge Dame nicht gut auf ihn zu sprechen war, weil sie ihm die Schuld am Tod ihrer Mutter gab, die wie sie meinen soll zu hart arbeiten musste und so auch keine Zeit für sie hatte. Sie ist 14 bis 15 Götterläufe alt und arbeitete als Magd im Hesindetempel.

Eine neue Unterkunft

Wir hatten uns entschlossen in der Elchschaufel unterzukommen. Dort verstauten wir unsere sperrigen Sachen und diejenigen, die sie nicht in der Stadt tragen durften, auch ihre Waffen. Weil wir jetzt kaum noch Zeit hatten, mussten wir uns zum Markt eilen, damit wir Uribert, dem wir bei der Suche nach seinem Freund Fredo helfen wollten, nicht verpassten.

Markttag

Da Markttag war, war der Marktplatz rappelvoll und geradezu überlaufen. In dem Gewirr an Menschen suchten wir zunächst nach Uribert, aber Cian entdeckte zwei schurkische Gestalten, die eine Frau verfolgten. Wir machten uns daran ihr zu helfen. Während Cian, Sotolosch und Farahjin die beiden im Auge behielten, gingen Yamira und Salix zu der Dame, die sich als die Kunsthändlerin Catalinya di Brelac vorstellte und begannen ein unverfängliches Gespräch über den Drachenbrunnen mit ihr.
Die Schurken zogen sich zurück und Fredo von Eschenfurt kommt hinzu. Er war ein Angestellter ihres Vaters, eines erfolgreichen Händlers, der die Aufgabe hatte auf Catalinya aufzupassen. Als sich alle am Getränkestand trafen fragte Farahjin offen nach den beiden Schurken. Das führte dazu, dass wir den wahren Sachverhalt darlegten, woraufhin Catalinya sich nicht mehr beruhigen konnte und sogar ohnmächtig wurde. Sotolosch und Salix brachten sie mit Fredo ins Haus ihres Vaters, einer Villa "Am Seeufer".
Die anderen trafen Uribert, der mittlerweile für tot erklärt worden war und nun völlig mittellos dastand. Sein erster Ansatzpunkt auf seiner Suche war das Archiv.

Ein neuer Stern am Himmel der Malerei?

Die Kunstsammlerin Catalinya schwärmte von einem neuen Maler. Sein Name war Pjetrow und er war Akoluth im Hesindetempel. Früher sollen seine Gemälde freudiger, später eher schwermütig gewesen sein. Dieser "Meistermaler" Pjetrow hatte den Kontakt zu ihr abgebrochen. Als sie zum Tempel ging und um Kontakt bat, wurde sie abgewiesen.
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Ugarkai

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Re: [DSA 4.1] Aventurische Geschichte (5/5)
« Antwort #37 am: 13. September 2019, 20:44:55 »

Viel zu tun in Festum

02.Boron 1005BF

Die 5 verbliebenen Teilnehmer der Expedition haben sich in 2 Gruppen aufgeteilt, während Yamira, Cian und Farahjin helfen wollen etwas über Fredo heraus zu bekommen bringen Salix und Sotolosch die immer noch ohnmächtige Catalinya de Brelac in die Villa ihres Vaters.

Die Stadtvilla der di Brelacs ist groß und prächtig, offenbar handelt es sich um sehr vermögende Menschen, wenn natürlich auch nicht in dem Ausmaße der Stoerrebrandts. Fredo von Eschenfurt läßt unsere Helden herein und erklärt ihnen dass der Herr des Hauses zur Zeit nicht da ist und dass er deshalb alle zum Abendessen eingeladen habe damit dieser sich persönlich bedanken könne. Catalinya wird von Salix in ihr Zimmer gebracht und aufs Bett gelegt, Sotolosch schaut noch einmal nach ihr kann aber keine Krankheit oder ähnliches fest stellen, es war wohl tatsächlich nur die Aufregung, Sotolosch wundert sich etwas über die fehlende Standfestigkeit der Menschen. Währenddessen sieht sich Salix kurz in ihrem Zimmer um, er will nicht spionieren, schaut aber zumindest ob es auffällige Bilder gibt. Tatsächlich fallen ihm sogar 2 Bilder auf die direkt gegenüber ihres Bettes hängen und die sie jeden morgen beim aufstehen als erstes sieht. Eines zeigt ein Bild von einer Art Park, mit sehr vielen Blumen und einem Teich, es ist betitelt als "Geschenk der 12 Götter". Daneben befindet sich ein Bild von einem Mann und einer Frau die sehr innig beieinander stehen, auch auf diesem Bild befinden sich viele bunte Blumen, generell wirken beide Bilder ausgesprochen bunt und fröhlich. Das 2. Bild trägt den Namen "Die Liebenden" und die junge blonde Frau auf dem Bild erinnert Salix zumindest in groben Zügen an Catalinya.
Salix entscheidet sich dagegen nun ein paar Fragen an Fredo zu stellen, er meint alles andere könnte man auch in Ruhe am Abend besprechen, Fredo bedankt sich noch einmal und teilt Salix mit dass normalerweise etwa zur Firunsstunde gegessen wird. Sotolosch läßt sich von Salix erklären wie man hier wohl die Zeit misst, dann verlassen die beiden die Villa und machen sich auf den Weg zum Hesindetempel wo sie die anderen treffen wollen.

Derweil bereitet sich Yamira darauf vor im Adelsarchiv Auskünfte über Baron Fredo Wulfhelm von Plötzingen-Eberstamm einzuholen. Ihr wäre es lieber wenn Salix diese Aufgabe übernehmen würde, immerhin ist er selbst adlig, aber da dieser nicht hier ist bleibt ihr keine Wahl. Sie legt die Wolldecke ab die sie schützend um die Schulter gelegt hatte, zieht noch einmal ihre Robe glatt und betritt schließlich das doch schon in die Jahre gekommene und etwas vernachlässigte Haus. Am Empfang spricht sie mit einer älteren Dame die ihr erklärt dass man natürlich nicht von jedem Adligen weiß wo er wohnt oder was er so tut, aber zumindest die Aufzeichnungen der letzten Adelsversammlungen müßte es geben. Diese würden sich im Archiv befinden, eine Etage tiefer und dort würde der Archivar sitzen mit dem Yamira dann sprechen könne, natürlich könne aber nicht jeder einfach so hinunter.... Yamira versteht den Wink und schiebt der Dame einen Silbertaler über den Tisch, diese ist zufrieden und läßt die 4 ins Archiv gehen.
Dort werden sie von einem Mann undefinierbaren Alters und mit ausgesprochen schlechter Laune äußerst unhöflich empfangen. Der Mann hat offenbar keine Lust zu helfen, ist obendrein noch genervt und scheinbar auch nicht wirklich fleißig. Yamira versucht mit allen Mitteln etwas aus ihm heraus zu bekommen aber er lehnt ab ihr etwas mitzuteilen da sie schließlich keine Bornländerin sei. Cian behauptet kurz Uribert sei ein Bornländer, scheint davon auch selbst überzeugt zu sein, aber der Archivar nimmt ihm diese Aussage nicht ab. Auch von einem Silbertaler den Cian ihm über den Tisch schiebt scheint der Mann sich nicht überzeugen zu lassen, er sieht das Geld eher spöttisch an. Yamira erklärt ihm nun dass es durchaus möglich ist dass sie jemanden aus dem Hause Stoerrebrandt ruft und mitbringt, oder gleich ihre Magnifizienz persönlich und fragt den Mann ob er wirklich wolle das diese Herren für so eine Kleinigkeit bemüht werden. Sie erklärt ihm nochmals dass sie keineswegs selbst Einsicht haben möchte und erst recht nicht wissen wolle was bei der Versammlung passiert ist oder wer wie gewählt hatte (dies war wohl eine Befürchtung des Archivars), ihr würde es völlig reichen wenn er einen Blick in die Unterlagen werfen würde und ihr ein Zeichen geben würde ob sich Fredo bei den Versammlungen befunden hatte. Der Mann überlegt kurz, erwähnt dann aber wie ausgesprochen anstrengend dies alles wäre und dass er eigentlich wichtigeres zu tun hätte. Langsam verzweifelt Yamira, sie hat keine Idee mehr. Es ist Cian dem auffällt dass der gute Mann sich vielleicht nicht von einem Silber überzeugen läßt, aber dass etwas mehr ihn vielleicht doch zur Mitarbeit bewegen könnte. Er gibt Uribert ein Silber dass auch dieser nun über den Tisch schiebt, Farahjin schließt sich mit einem Silber an und Yamira entscheidet sich schließlich gleich 2 Silbertaler hinzu zu legen. Endlich ist der Archivar einverstanden und verschwindet seufzend in einen anderen Raum, schon nach kurzer Zeit kommt er zurück und teilt der Gruppe mit dass sich Fredo tatsächlich auf den letzten beiden Versammlungen anwesend war, mehr wollte oder konnte er dann aber nicht erzählen und Yamira verläßt gemeinsam mit Uribert, Cian und Farahjin das Archiv.
Am Empfang angekommen spricht die Sekretärin Yamira noch einmal an und fragt ob sie ihre Informationen bekommen habe und gibt zu dass der "gute Ehrborn" manchmal ein wenig griesgrämig wäre. Spontan entschließt sich Yamira noch einmal bei der Frau nachzuhaken und fragt sie ob sie nicht vielleicht "etwas gehört habe" Zuerst bekommt sie allerlei Gerüchte zu hören "Gräfin Thesia hat dies, Graf Uriel hat das.." dann nennt sie der Frau den Namen Fredos und diese erinnert sich tatsächlich an eine Geschichte die sie gehört hat. So habe es bei der letzten Versammlung angeblich einen großen Streit zwischen Fredo und einem Händler gegeben, wohl denjenigen dem er seine Stimme für die Versammlung verkauft hatte. Offenbar scheint sich irgendeiner der beiden nicht an Abmachungen gehalten zu haben und es kam zu einem Streit, was danach passierte weiß die Dame allerdings nicht. Auch an den Namen des Händlers kann sie sich nicht erinnern, als Yamira ihr nach dem Namen der Stoerrebrandts (die sie sofort ausschließen kann) auch den Namen der di Brelacs nennt erwidert sie aber dass es tatsächlich dieser Name gewesen sein könnte. Yamira bedankt sich, gibt der Frau noch einen Silbertaler und verläßt schließlich reichlich verwirrt das Gebäude.
Draußen versuchen alle noch einmal die Gedanken zu sortieren und Cian hat die Idee eine Art Notizbuch anzulegen um Dinge eventuell besser behalten und zuordnen zu können, einen Seitenhieb Richtung Yamira die sich zuerst nicht an den vollen Namen Fredos erinnern konnte kann er sich dabei nicht verkneifen. Alle halten es für eine gute Idee ein solches Buch anzulegen und so gehen sie gemeinsam an einen Stand auf dem Markt an dem Schreibwaren angeboten werden. Leider werden hier keine Notizbücher, wohl aber Tagebücher für stolze 4 Dukaten angeboten. Seufzend bezahlt Yamira diese und holt sich noch ein paar Stifte dazu, natürlich behält sie das Buch bei sich.
Cian hat eine weitere Idee, Uribert sei doch schließlich.. im weiteren Sinne.. ein Gefährte und damit... im weitesten Sinne... auch mitverantwortlich für die Rettung Catalinyas, daher könne man ihn doch mit zu dem Abendessen bei den di Brelacs nehmen. Yamira sieht dies nicht so, meint aber diese Sache sollte man nicht einfach jetzt entscheiden sondern erst einmal mit Salix besprechen. Da sie Uribert gegenüber aber auch ein schlechtes Gewissen hat bestellt sie ihn vor dem Abendessen in die Elchschaufel, wenn er die Gruppe nicht in die Villa begleiten würde, dann würden sie ihm ein Abendessen in der Elchschaufel spendieren und man würde sich am nächsten Tage beim Frühstück besprechen. Uribert nimmt dieses Angebot dankend an und erklärt er würde nun doch noch einmal in die Villa Stoerrebrandt gehen und mit Stover Regulan reden, sich vermutlich doch das Geld leihen, denn er habe gemerkt dass es vermutlich noch den ein oder anderen Silbertaler kosten wird Fredo zu finden. In ein Gasthaus möchte Uribert sich nicht einquartieren, er erwähnt dass er sich nach einem kleinen Haus zur Miete umsehen will, dann verabschieden sich alle und Yamira, Farahjin und Cian machen sich ebenfalls auf den Weg zum Hesindetempel.

Unterwegs spricht Cian Yamira erneut auf das Wesen in der Statue in Port Stoerrebrandt an und die beiden beginnen in angeregtes Gespräch über dieses Wesen und Elementare im allgemeinen. War dieses Wesen dem ähnlich welches Yamira gerufen hatte? Was war der Unterschied? Wußte ein Dschinn vielleicht ob und wie man das Wesen aus der Statue befreien konnte? Wie lange leben Elementare und leben sie überhaupt? Wie sieht es mit Persönlichkeiten und Charakterzügen aus und wie konnte es sein dass das Wesen sich so lange an die Statue hatte binden lassen? Cian stellt immer mehr Fragen und Yamira erklärt ihm schließlich wie kompliziert dieses Thema sei und dass man es einfach nicht eben mal kurz besprechen könne, immerhin habe sie sehr viele Jahre damit verbracht es eingehend zu studieren. Cian scheint damit nicht wirklich zufrieden zu sein, fragt aber schließlich nicht weiter. Yamira erklärt außerdem noch dass einfach noch sehr viel geforscht werden müsse bis man das Wesen befreien kann und dass sie es auf jeden Fall nicht vergessen würde.

Am Tempel treffen sich beide Gruppen dann wieder und es werden ganz kurz erste Informationen ausgetauscht, ausführlich möchte man sich erst besprechen wenn man der armen Thesia die schlimme Nachricht vom Tod ihres Bruders überbracht hat. Bevor sie auf einen der Wachmänner zugehen fragt Salix Cian noch ob er vielleicht draußen warten möchte, immerhin habe er sich ja von den Göttern abgewendet. Diese Aussage scheint die anderen doch sehr zu verwirren, auf Nachfragen Sotoloschs reagieren aber weder Salix noch Cian. Cian erklärt das er durchaus mitkommen wolle und keinerlei Problem sieht, er wolle schließlich nicht beten sondern die Nachricht mit überbringen. Salix klärt ihn deutlich darüber auf wie man sich in einem Tempel zu benehmen hat und was zu unterlassen ist, dann tritt die Gruppe auf einen der Wachmänner zu.
Der Wachmann ist höflich aber auch sehr strikt, der Tempel sei geschlossen, es käme niemand hinein. Alle außer Salix scheinen etwas verwirrt zu sein, es hinterfragt aber auch keiner großartig die Gründe oder bietet Hilfe an, Salix erklärt dem Wachmann nur dass er dringend mit Thesia Tuljof sprechen müsse und Sotolosch bringt ihn dazu genau zu erklären warum er Thesia sucht. Der Wachmann schickt daraufhin einen seiner Kollegen um die junge Frau zu holen und die Gruppe um Salix begibt sich zu einer Bank in die Nähe um nicht störend vor dem Tempel herum zu stehen.
Während Salix den anderen erklärt dass es durchaus gute Gründe geben kann dass der Tempel geschlossen ist und es ja auch verbotenes Wissen geben würde nimmt Yamira sich das Notizbuch und macht ein paar erste Notizen, außerdem schreibt sie auch etwas hinten auf die letzte Seite, dies scheint sie auch unterwegs immer wieder zu tun während sie sich aufmerksam umsieht.
Nach einer Weile kommt eine junge Frau auf die Gruppe zu, sie wirkt schüchtern und unsicher. Salix übernimmt nun die schwere Aufgabe ihr vom Tod ihres Bruders zu berichten, erklärt ihr auch dass er für eine wichtige Sache und als Held gestorben ist und wie sehr alle seinen Tod bedauern. Zuerst will Thesia seinen Worten nicht trauen, will nicht wahr haben dass ihr Bruder gestorben ist, dann fängt sie an zu weinen und ist wirklich verzweifelt. Salix versichert ihr nochmal wie heldenhaft Wassjef gestorben war und erklärt ihr auch dass man alles getan hatte um ihm ein ordentliches Begräbnis zukommen zu lassen. Yamira fragt sie noch ob es irgendetwas gibt was sie für Thesia tun kann woraufhin diese verzweifelt bitte sie möge ihr doch ihren Bruder wieder lebendig zaubern. Yamira erklärt dass wirklich alles versucht wurde und dass ihre Magnifizienz ihren Bruder gerettet hätte wenn es nur irgendeine Möglichkeit gegeben hätte, dann bietet sie der jungen Frau an sich jederzeit bei ihr oder den anderen zu melden falls sie Hilfe benötigt. Yamira denkt dabei offenbar auch an die Dinge die offenbar im Tempel vor sich gehen, will die verzweifelte Thesia darauf aber in diesem Moment nicht ansprechen. Thesia bittet darum nun eine Weile alleine zu sein und die Helden verabschieden sich traurig von ihr, nach den Vorgängen im Tempel oder dem jungen Maler fragt niemand.

Yamira erkundigt sich bei einem Wachmann nach der Akademie und der Schneiderin die Rakorium ihr empfohlen hatte und der Wachmann gibt freundlich Auskunft. Yamira bittet die anderen doch kurz  zu warten während sie sich bei der Schneiderin um etwas warmes zum anziehen kümmert. Im Anschluß wollen alle einmal durch den Park rund um den Hesindetempel gehen und sich umschauen und dann das weitere Vorgehen besprechen.
Bevor sie dies aber tun können kommt es zu einem großen Streit innerhalb der Gruppe. Farahjin fragt Salix nämlich nun warum er der jungen Frau nicht die ganze Wahrheit über den Tod ihres Bruders und von dem eigentlichen Ziel der Expedition erzählt hatte. Salix versucht ihm zu erklären dass dies nicht ginge, immerhin sei doch klar gemacht worden dass keiner genaues über die Expedition berichten darf, darüber sei man sich doch einig gewesen. Während Farahjin nun unsicher erwidert er dachte bei der Angehörigen sei dies etwas anderes explodiert Cian förmlich. Er wird laut und schimpft herum das "man" sich sicherlich nicht darauf geeinigt habe, dass auch gerade nur 3 von 5 dafür waren, was nur die Mehrheit bestimmt habe usw. Er wird dabei immer lauter, schreit herum und läßt niemanden zu Wort kommen. Yamira ist dieses Verhalten zu viel, sie hat keine Lust sich mit so etwas zu beschäftigen und läßt die Gruppe wortlos stehen und schlendert alleine durch den Park, nicht ohne sich sorgsam umzusehen. Sie findet den Eingang der Akademie ohne Probleme, ansonsten fällt ihr aber nichts weiter auf. Als sie den Tempel einmal umrundet hat bleibt sie in etwas Entfernung zu der Gruppe stehen da diese immer noch zu streiten scheint.
Der Streit innerhalb der Gruppe dauert tatsächlich eine ganze Weile, denn erst als Cian aufhört zu schreien kommen die anderen zu Wort und Salix erklärt Farahjin noch einmal warum man sich entschieden hatte nichts über den Auftrag zu erzählen und wieso dies so wichtig war und man auch in dieser Situation keine Ausnahme machen konnte. Farahjin scheint Salix nicht ganz zu verstehen und auch nicht seiner Meinung zu sein, akzeptiert die Situation aber und erklärt deshalb habe er ja auch nichts weiter gesagt. Nun entscheiden die Männer doch einmal nach Yamira zu sehen in dem sie eine Runde durch den Park gehen, danach treffen sie die immer noch aufgebrachte Yamira wieder die sich strikt von Cian abwendet und nur kurz mit Salix bespricht dass sie nun zur Schneiderin gehen würde.
Dank der Beschreibung des Wachmannes findet Yamira die Schneiderei ohne Probleme und bespricht mit Elkmine Sulzjerkow was sie benötigt und wie ihre Robe aussehen soll, dann wird Maß genommen und Yamira entscheidet sich schließlich noch einen einfachen Wollumhang zu kaufen da die Anfertigung der warmen Robe doch etwas Zeit in Anspruch nehmen wird.

Während sie auf Yamira warten unterhalten sich die Männer über Uribert und seine Situation, außerdem fragt Sotolosch noch einmal neugierig bei Cian nach was es denn zu bedeuten habe dass er sich von den Göttern abgewendet habe. Cian erklärt nur dass er die Existenz der Götter durchaus anerkennen, sie aber nicht anbeten würde. Auf Nachfrage Sotolosch erklärt er noch das es aber durchaus "etwas" geben würde dass er anbetet, darüber könne man sich aber später unterhalten. Cian beendet das Gespräch und Sotolosch scheint noch sehr viele offene Fragen zu haben.

Nach einer ganzen Weile kommt Yamira wieder zurück und die 5 besprechen dass sie sich nun am besten aufteilen würden, denn es bleibt ihnen einfach nicht genug Zeit bis zum Abendessen um alles gemeinsam zu erledigen. Farahjin möchte unbedingt nach As-Jergan, denn er benötigt nicht nur wie alle anderen wärmere Kleidung, er möchte sich für den Abend bei den die Brelacs auch noch ansprechend einkleiden, Sotolosch gibt sofort an ihn begleiten zu wollen. Salix hingegen möchte sich den 2. Park, der direkt gegenüber des Hesindetempels liegt und zum Rahjatempel gehört, auch mal genauer anschauen und eventuell im Tempel ein paar Fragen stellen. Yamira schaut angespannt zwischen den beiden Gruppen hin und her und versucht sich zu entscheiden wen sie begleiten soll, sie möchte zur Zeit auf keinen Fall mit der Gruppe gehen die auch Cian begleitet, da dieser sich allerdings in keinster Weise äußert spricht sie schließlich Farahjin an und fragt ob es dabei bleibt auch am nächsten Tag noch einmal nach As-Jergan zu gehen. Yamira möchte sich unbedingt im Maraskanviertel umschauen und sich von Farahjin auch die ein oder andere Sache zeigen und erklären lassen, sie befürchtet aber dass heute dafür einfach nicht genug Zeit bleibt. Farahjin erklärt er könne sich ja heute schon mal umschauen, eventuell planen wohin genau man am nächsten Tag gehen könne und eventuell sogar einen Führer organisieren und daraufhin entscheidet sich Yamira mit Salix zu gehen, zu ihrem Glück schließt sich Cian dann Farahjin und Sotolosch an. Cian bittet Salix allerdings noch darum einmal genauer nach dem Waffenrecht zu fragen, ihm scheint es immer noch nicht recht zu sein dass er seine Waffe nicht mitnehmen darf.

Farahjin, Cian und Sotolosch kommen nach einer Weile problemlos in As-Jergan an, bereits aus etwas Entfernung nehmen sie die Geräusche wahr, die bunten Farben und auch die Gerüche. Farahjin fühlt sich sofort an seine Heimatinsel erinnert und wirkt sichtlich begeistert. Sehr schnell kommt ihnen ein junger Mann entgegen und spricht Farahjin mit seinem Namen an, erklärt dass sich alle schon gefragt haben wann Farahjin endlich kommt, immerhin sei er ja schon seit gestern in der Stadt, ein für Sotolosch und Cian sehr verwirrendes aber auch interessantes Gespräch beginnt. So ist Harijida von Tuzak offenbar der Neffe von Dschijndar ohne Nase, der wiederum ein früherer Nachbar von einem von Farahjins Onkeln ist, von welchem wird dabei allerdings nicht klar. Trotzdem werden sofort Grüße ausgetaucht, Farahjin überbringt auch noch weitere Grüße und alles wird sofort laut rufend durch das ganze Viertel weiter gegeben, dabei scheint nie wirklich klar zu werden wer denn nun wen kennt und woher überhaupt jemand Farahjin kennt und wußte wie er aussieht oder dass er herkommen würde, oder wie Farahjin Grüße hierher überbringen sollte wo er selbst doch gar nicht gewußt hatte dass er in Festum landen würde.. Als Harijida Farahjin dann zu einem Bier bittet erinnert Cian ihn dass vielleicht nicht genügend Zeit für so etwas ist und Farahjin läßt sich von Harijida den Weg zum offenbar besten Schneider As-Jergans, Azulziber mit den Scherenhänden erklären und teilt außerdem mit dass er am nächsten Tag nicht nur mit seinen 2 Begleitern von heute wieder kommen wird, nein er würde auch noch eine Gelehrte und sogar einen echten Ritter mitbringen! Mit dem Hinweis dass es eventuell auch noch einen Tag länger dauern würde verabschieden sich die 3 von Harijida und machen sich auf den Weg zu Azulziber.
Bei diesem können schließlich nicht nur alle 3 etwas in Auftrag geben um besser gegen die Temperaturen in Festum geschützt zu sein, es ist Farahjin außerdem möglich etwas edles und passendes für den heutigen Abend auszuleihen. Bei der Frage was er wohl zu solch einem Anlass am besten anziehen soll scheint das ganze Viertel zu helfen, jeder meldet sich lautstark mit einem anderen Ratschlag oder einer anderen Idee, so können sicherlich alle sehr gespannt sein wie Farahjin heute Abend zum Essen aussehen wird. Sotolosch kauft sich bei Azulziber einen Wendemantel, dieser ist von der einen Seite herrlich bunt, von der anderen Seite aber eher neutral in gedeckteren Farben bedruckt. Allerdings ist der Mantel doch ein ganzes Stück zu lang für Sotolosch, passende Kleidung für Zwerge scheint es hier nicht zu geben. Cian kauft oder leiht sich keine Kleidung, ihm reichen die Sachen die er bereits trägt und so machen sich die 3 wieder auf in die Elchschaufel.

Derweil ist Salix zusammen mit Yamira in den Park gegangen und schaut sich aufmerksam um, er sucht nach einer Stelle die dem Bild in Catalinyas Zimmer ähnlich ist, vielleicht hat Pjetrow es ja hier gemalt? Zwar ist der Park wirklich schön, es gibt mehrere Pavillons, bei wärmeren Temperaturen sicherlich auch schöne Blumen, eine Stelle wie auf dem Bild findet Salix allerdings nicht, es gibt keinen Teich in diesem Park. Kurz besprechen Salix und Yamira noch einmal die verwirrenden Geschehnisse in Festum und wie alles zusammen hängen könnte, dann betreten sie den Rahjatempel.
Sofort kommt ein leicht bekleideter junger Rahjageweihter auf die beiden zu und fragt ob er helfen kann. Sehr zu Yamiras Überraschung fragt Salix als erstes nach den Pferderennen und warum so etwas mit den armen Tieren gemacht wird. Der Geweihte erklärt es habe natürlich immer wieder Ärger deswegen gegeben und der Tempel habe schon einiges versucht. Die Pferde seien aber auch spezielle Tiere die an die kalten Temperaturen gewohnt sind und nur sehr selten würde einem Tier wirklich etwas passieren. Wenn es zu kalt werden würde oder gefährlich weil zu viel Schnee auf de Bahn liegt würde aber tatsächlich kein Rennen stattfinden oder die Bahn vorab befreit. Sicherlich würde es auch weitere Hilfe für die Tiere geben, aber damit kennt der Geweihte sich nicht aus, daher fragt Salix nun nach dem Hesindetempel.
Der Geweihte erklärt er habe auch "nicht wirklich" eine Ahnung was im Hesindetempel los sei, die Vorsteherin des Rahjatempels habe bereits eine offizielle Anfrage gestellt aber keinerlei Antwort erhalten. Der Tempel sei auch erst seit ein paar Tagen geschlossen, es sei also keineswegs üblich. Salix fragt nach was er denn wohl mit "nicht wirklich" meint und der Geweihte erklärt man würde natürlich einiges hören. So sei wohl ein junger Novize verschwunden und der Tempel daher geschlossen. Freiwillig könnte der junge Mann dabei wohl nicht gegangen sein, denn es gäbe dann keinen Grund für so ein Aufsehen, immerhin seien die Auflagen des Tempels nun auch nicht so streng das es wirklich nötig wäre weg zu laufen. Einen Namen wußte der Mann nicht, wohl aber dass es sich um einen jungen Maler handelte was vermutlich Salix und auch Yamira schon vermutet hatten. Mehr konnte der junge Geweihte dann allerdings nicht sagen, auch über die Bilder wußte er nicht wirklich etwas, er selbst widmete sich eher der Gedichte statt der Malerei. Salix läßt sich noch ein Gedicht vortragen, dann verlassen Yamira und er den Tempel wieder.

Salix hat nun die Idee es auch noch im Konzil der Künste zu versuchen, das Gebäude hatte er gesehen als sie beim Hesindetempel standen und vielleicht würde man dort noch  etwas heraus bekommen oder es wären sogar Bilder von Pjetrow ausgestellt. Da beide vermuten noch genügend Zeit zu haben begeben sie sich sofort dorthin.
Sie werden von einer jungen Frau begrüßt die scheinbar ganz selbstverständlich eine Schlange um den Körper gewickelt hat, Yamira scheint dies etwas suspekt zu sein, sie tritt lieber einen halben Schritt hinter Salix. Salix erklärt der jungen Frau er habe von dem jungen Maler gehört und wie toll seine Bilder seien und er frage sich nun ob vielleicht welche hier ausgestellt seien. Auch sie fängt nun an von Pjetrows Bildern zu schwärmen, erklärt wie außergewöhnlich sie sind und das man sie sich unbedingt anschauen sollte. Im Konzil selbst sind allerdings keine Bilder ausgestellt, normalerweise könne man in den Hesindetempel gehen um sie sich dort anzuschauen... da der allerdings geschlossen war..... Dann fiel der jungen Frau ein dass es eine junge Kunstsammlerin in der Stadt gab und das sie einige Bilder Pjetrows besaß, wenn man sie auf diese ansprechen und möglichst begeistert tun würde... dann würde sie bestimmt gerne ihre Bilder zeigen. Die junge Frau würde Catalinya heißen und in einer Villa in der Nähe des Seeufers wohnen. Weder Salix noch Yamira erklären dass sie Catalinya bereits kennen gelernt hatten und Salix verschweigt ebenso dass er bereits 2 der Bilder gesehen hatte. Viel mehr kann die junge Frau dann nicht über Pjetrow berichten, sie glaubt dass er nicht in Festum, wohl aber im Bornland geboren wurde, über seine Familie würde er aber nie sprechen. Er war schon Künstler gewesen bevor er als Novize in den Tempel ging, und er wäre zu der Zeit auch bereits 19 gewesen, dies sei auch noch gar nicht so lange her. Salix und Yamira bedanken sich und verlassen das Haus und machen sich auf den Rückweg zur Elchschaufel.

Unterwegs besprechen sie kurz wie die ganzen Dinge die sie erfahren haben zusammen hängen könnten und Yamira erzählt Salix noch dass Cian den Plan hatte Uribert heute Abend mit zu den di Brelacs zu nehmen. Salix hält dies ebenfalls für keine gute Idee, es würde das Gastrecht mißbrauchen und außerdem wäre es vielleicht auch gar keine gute Idee wenn Uribert dabei war wenn man den Händler auf Fredo und den vermutlich stattgefundenen Streit mit diesem anspricht.
Es ist Salix auch möglich einen Gardisten anzusprechen und zu fragen wie genau es mit der Bewaffnung in Festum aussieht. Tatsächlich ist es nur Menschen von Stand erlaubt bewaffnet durch Festum zu gehen, auch die Begleitung von Adligen dürfe nicht bewaffnet sein. Einzige Ausnahme sind wohl freie Bürger Festums die eine kleinere Waffe (etwa ein Kurzschwert) oder handwerkliches tragen dürften ansonsten wäre einzig ein Dolch erlaubt.

In der Elchschaufel angekommen setzen sich alle 5 noch einmal zusammen und fassen ganz kurz zusammen was sie nun erfahren haben, alle haben dabei vermutlich verschiedene Ideen. Yamira überlegt laut ob es vielleicht eine gute Idee ist mit Rakorium zu sprechen, vielleicht kam man an ihn an die Vorsteherin im Tempel und konnte Hilfe anbieten. Außerdem befürchtet sie dass wirklich alle Dinge irgendwie zusammen hängen könnten und damit leider auch Fredo verwickelt sein könnte, sie kommt aber nicht dazu dies laut auszusprechen da Uribert in dem Moment dazu kommt.

Sotolosch nimmt Uribert zur Seite und erklärt ihm er habe ihm so viel beigebracht, er würde ihm gerne erst einmal 10 Dukaten geben, geschenkt oder als Lehrgeld, außerdem würde er ihm eine Übernachtung in der Elchschaufel spendieren. Uribert bedankt sich und erklärt er habe auch mit Stover Regulan Stoerrebrandt gesprochen und sich Geld geliehen, er würde sich morgen nach einem kleinen Stadthäuschen zur Miete umschauen und er habe von Stoerrebrandt auch ein Angebot bekommen.

So sitzen unsere Helden nun in der Elchschaufel und bereiten sich auf den Abend im Hause di Brelac vor. Was werden sie dort noch erfahren? Was geht nur im Hesindetempel vor? Was hat Catalinya damit zu tun, wieso sollte sie überfallen werden? Wo war Fredo und wie schlimm war der Streit mit dem Händler wirklich gewesen? Was hatte es mit Pjetrow auf sich, mit seiner Veränderung? Wird es möglich sein alle Rätsel zu lösen und nicht nur Fredo und Uribert wieder zu vereinen sondern auch Catalinya und Pjetrow? Es liegt noch eine Menge Arbeit vor unseren Helden...
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Ugarkai

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Re: [DSA 4.1] Aventurische Geschichte (5/5)
« Antwort #38 am: 13. September 2019, 20:46:38 »

Aus dem Tagebuch der Yamira al Easifa Aslamsunni ai Rashdul


02.Boron 1005BF – Kann es sein?!

Kann es wirklich sein dass hier irgendwie alles zusammen hängt? Ich mein... Fredo und di Brelacs, di Brelacs und Pjetrow, Pjetrow und der Hesindetempel, die Angreifer... und überhaupt?! Ganz ehrlich, nachdem was wir heute alles so erfahren und gehört haben, ich halte hier fast alles für möglich!

Nachdem Salix sich mit Sotolosch und Fredo daran machte Catalinya sicher nach Hause zu bringen begaben wir anderen uns mit Uribert auf den Weg zum Adelsarchiv. Das Haus des Adelsmarschalls hatte offenbar die besten Jahre bereits hinter sich, die kleine Empfangshalle war aber sauber und ordentlich. An einem Tisch in der Mitte saß eine ältere Frau und sprach uns höflich an. Ich hatte vorher natürlich die Wolldecke abgelegt, auch wenn ich sofort eine Gänsehaut bekam und fürchterlich fror... so konnte ich auf gar keinen Fall etwas regeln! Mit Wehmut schaute ich mir meine Robe an, sie sah einfach fürchterlich aus, die Flecken waren nicht richtig raus gegangen und an der ein oder anderen Stelle war der Stoff doch sehr in Mitleidenschaft gezogen... furchtbar, hoffentlich konnte man an der Akademie noch etwas machen. Ich sprach die Dame also an... vergaß allerdings völlig sie nach ihrem Namen zu fragen, das passierte mir und auch den anderen immer wieder an diesem Tag, ich sollte wirklich jeden nach einem Namen fragen, so habe ich hinterher zumindest... na egal...  Ich sprach sie also an und erklärte höflich was unser Anliegen war. Sie erklärte dass natürlich nicht vom jedem bekannt sei wo er wohnt, aber es würde zumindest Anwesenheitslisten der Versammlungen geben, diese würden unten im Archiv liegen, dort dürfe aber leider nicht einfach jeder so runter. Das hatte ich befürchtet, ich bemerkte in ihrem Blick aber etwas.... nunja, sie war nicht völlig abgeneigt uns hinunter zu lassen und so schob ich ihr einen Silbertaler über den Tisch. Sofort erklärte sie uns den Weg und sagte ihr Kollege unten würde uns dann sicherlich weiter helfen...
Das der Kollege unten ein unfreundlicher, unhöflicher und fauler.... Mann ist erklärte sie uns allerdings nicht. Sofort als wir eintraten sah man dass er sichtlich genervt war, er seufzte, sprach davon das wir ihn stören und war überhaupt äußerst schlecht gelaunt. So freundlich und höflich wie möglich erklärte ich auch ihm die Situation, seine schlechte Laune und schlechten Manieren, immerhin sprach er mit einer Gelehrten, völlig ignorierend. Mit spöttischem Blick meinte er dann noch ich würde aber nicht aussehen wie eine Bornländerin... natürlich nicht, was denkt der sich denn! Tja, schade meinte er, es wäre nur Bornländern erlaubt in die Unterlagen zu sehen. Ich wette wenn ich Bornländerin wäre, dann wäre ihm eine andere Ausrede eingefallen! Cian versuchte nun zu erklären das Uribert doch Bornländer sei.... dachte er das wirklich? Geholfen hat diese Lüge auf jeden Fall nicht, denn der Archivar erkannte an Uriberts Namen dass er keineswegs ein Bornländer war, auch den Silbertaler den Cian ihm über den Tisch schob begutachtete er nur spöttisch. Nun versuchte ich es anders, erklärte dass wir natürlich gar nicht unbedingt in die Unterlagen sehen müßten, was genau besprochen wurde interessierte uns auch gar nicht, aber wenn er kurz auf die Liste schauen würde und uns einen Hinweis darauf geben könnte ob Fredo bei der Versammlung anwesend gewesen war, dann würde er uns schon sehr helfen. An seiner Reaktion bemerkte ich dass zumindest diese Möglichkeit nicht komplett ausgeschlossen war, aber er ging auch nicht darauf ein. Auch als ich ihm sagte ich könne ja mit einem der Stoerrebrandts oder ihrer Magnifizienz zurück kommen, ob er diesen Menschen wirklich diesen Aufwand zumuten wolle, schien er ein wenig unsicherer zu werden..... auch darauf ging er aber nicht so wirklich ein, langsam frustrierte mich diese Geschichte. Ich versuchte wirklich so freundlich wie irgendwie möglich zu diesem unhöflichen Kerl zu sein und er stöhnte nur rum und meinte wie anstrengend dies alles doch sei und er müsse in den anderen Raum laufen und überhaupt. Du kannst dir sicherlich vorstellen was ich diesem Kerl alles gerne gesagt hätte, aber das hätte vermutlich unsere Chancen darauf verbaut noch irgendetwas heraus zu bekommen, also atmete ich ganz tief durch. Cian zog schließlich einen weiteren Silbertaler aus der Tasche und reichte ihn Uribert der ihn wiederum zu dem Archivar schob, dessen Augen schienen einen kurzen Moment zu leuchten. Als schließlich Farahjin auch noch ein Silber über den Tisch schob war die Gier des Mannes unverkennbar... PFUI! Ja, es ist üblich für Informationen zu bezahlen und feilschen und handeln ist nur höflich und kann durchaus lustig sein... diese Gier aber war... unerhört! Aber was blieb schon anderes, seufzend griff ich in meinen Beutel und zog 2 weitere Silber heraus, zusammen mit dem Silber das ich der Dame oben gegeben hatte hätte nun quasi jeder von uns fünfen 1 Silber ausgegeben um Uribert zu helfen, das mußte doch funktionieren. Und tatsächlich, laut seufzend setzte der Mann sich in Bewegung und kam, sehr schnell, wieder zu uns zurück und teilte uns mit das Fredo tatsächlich auf den beiden letzten Versammlungen anwesend gewesen war. Seine Suche in den Unterlagen war dabei wesentlich kürzer gewesen als die Diskussion vorher mit der wir seine angeblich ach so wertvolle Zeit vergeudet hatten. Pah! Ich weiß nicht ob vielleicht noch mehr über Fredo in den Unterlagen stand, aber dem Mann war deutlich anzusehen dass wir nun nichts mehr aus ihm heraus bekommen würden also verabschiedeten wir uns und verließen das Archiv.
Oben angekommen sprach uns die ältere Dame noch einmal an und fragte ob wir unsere Informationen bekommen hätten. An meinem Gesicht sah sie wohl dass es alles andere als leicht gewesen war und so lachte sie und fügte in leicht spöttischem Ton hinzu dass der gute "Ehrborn" (diesen Namen werde ich mir merken...) manchmal doch "recht schwierig" sein könne. Das machte die Frau gleich sympathisch und rein instinktiv ging ich noch einmal zu ihr und sprach sie möglichst leise und verschwörerisch an. Ich sagte ihr dass sie doch bestimmt jede Menge mitbekommen würde und sicherlich sehr viel weiß.......
Das allerdings brachte sie nun dazu aus dem Nähkästchen zu plaudern... "Grafin Thesia dies"... "Graf Uriel jenes" Ojeoje. Es ging um tulamidische Tänzerinnen als Geliebte, Streit mit der Tochter und was weiß ich noch alles, es war schwer die gute Frau zu bremsen. Ich erklärte ihr das "unser" Baron nun vermutlich nicht ganz so bekannt sei und sagte ihr den Namen. Und ja, sie erinnerte sich an etwas! Gerüchten zufolge nämlich hatte es einen großen Streit zwischen Fredo und einem großen Händler gegeben. Mit diesem Händler hatte Fredo wohl einen Deal und irgendwer hatte sein Wort nicht gehalten, es kam zu einer großen Auseinandersetzung. Wie genau dies alles ausgegangen sei wisse sie aber nicht und auch an den Namen des Händlers konnte sie sich nicht erinnern. Konnte es vielleicht sein?! Ich nannte ihr den Namen der Stoerrebrandts, war jedoch sicher dass sie verneinen würde, und tatsächlich... an diesen Namen hätte sie sich erinnert. Nun war es nicht mehr so auffällig meine eigentliche Vermutung zu äußern, ich nannte ihr den Namen der di Brelacs.  Sofort sah ich ein erkennendes Flackern in ihren Augen, ja, der Name könnte es gewesen sein! Was jetzt... Fredo hatte mit den di Brelacs gestritten? Denen deren Tochter heute angegriffen werden sollte und die vermutet das dieser Angriff etwas mit "ihrem" Pjetrow zu tun hat? Konnte das wirklich sein?!
Ich bedankte mich bei der Frau und schob ihr einen weiteren Silbertaler über den Tisch, dann verließen wir das Haus endgültig.

Draußen sah ich die gleichen Fragen in den Gesichtern der anderen, nur Uribert schien gar nicht richtig bei uns zu sein, weiter vor sich hin zu grummeln und zu grübeln. Cian kam nun auf die Idee eine Art Notizbuch zu besorgen, etwas in dem wir alles einmal festhalten konnten um später vielleicht besser alles sortieren zu können, gute Idee, hätte ich ihm gar nicht zugetraut. Was ich ihm aber natürlich zugetraut hatte war der unhöfliche und fiese Spruch in meine Richtung.. das Buch wäre nämlich auch sehr gut da ich ja "immer mal wieder" Probleme gehabt hatte mich an Namen zu erinnern. Pah! Nur weil mir Fredos Name immer mal wieder entfällt? Soll er doch mal versuchen gleichzeitig so viele Dinge zu denken wie ich, achwas, er wäre schon mit einem Gedanken von mir völlig überfordert, tzz. Nunja, wir gingen also an einen Marktstand an dem Pergamente, Stifte und Tagebücher verkauft wurden und erkundigten uns. Wir hatten letztendlich die Wahl zwischen einem Tagebuch und einzelnen Pergamenten, mehr als unpraktisch. Dass das Tagebuch allerdings stolze 4 Dukaten kostete!! 4!! Plötzlich schienen alle meine Begleiter mit völlig anderen Dingen beschäftigt zu sein, der Händler sah mich fragend an und keiner der Männer reagierte. Unglaublich! Immerhin hatten wir alle vom Handelshaus Stoerrebrandt mindestens 60 Dukaten bekommen und keiner von ihnen hatte eine solch teure Ausbildung an einer Akademie bezahlen müssen... PAH! Cians Kommentar ich müsse keine Stifte kaufen wenn mir seine Kohlestifte gut genug sind überhörte ich einfach und kaufte mir trotzdem welche, soll er glücklich werden mit seinen..... So nahm ich natürlich das Buch auch sofort an mich, es ist jetzt meins... nicht unseres, und ich hatte auch schon eine weitere Idee was ich damit eventuell anfangen konnte, eigentlich hatte ich dafür einzelne Pergamente vorgesehen... aber so war es natürlich noch praktischer. So hatte ich heute also schon ein kleines Vermögen ausgegeben und nicht allzu viel erreicht, seufzend drehte ich mich wieder zu Uribert um, denn ihm mußten wir ja nun klar machen dass wir noch einen weiteren Auftrag hatten. Uribert schien selbst in Gedanken versunken zu sein, seufzte tief und meinte dann von sich aus er würde jetzt wohl noch mal zur Villa Stoerrebrandt gehen und sich doch ein wenig Geld leihen müssen, denn ohne ein wenig Geld wären wir heute überhaupt nicht weiter gekommen, außerdem wollte er sich nach einem kleinen Häuschen zur Miete umschauen. Als er das mit dem Haus sagte kam mir gleich wieder ein Gedanke, er war aber so schnell wieder weg dass ich ihn nicht festhalten konnte, zu viele andere Gedanken und Rätsel schwirrten da in meinem Kopf herum. Was ich allerdings deutlich mitbekam war Cians merkwürdige Idee wir könnten Uribert doch einfach mitnehmen zu den di Brelacs, denn immerhin sei er ja..... in weitestem Sinne... Teil unserer Gruppe und damit.... im weitesten Sinne... mit für die Rettung Catalinyas verantwortlich. Was? Wie kommt er denn auf so eine Idee? Wenn wir es so sehen können wir gleich den ganzen Expeditionstrupp inklusive Gorgon und Lauser einladen... unglaublich! Ich wollte sofort widersprechen, ihn fragen wie er denn auf so eine bescheuerte Idee kam, aber ein Blick auf Uribert ließ mich verstummen, denn trotz allem tat Uribert mir leid. Ja, er hatte in Brabak sein Geld leichtfertig ausgegeben, ja, er war nicht besonders freundlich im Moment was für sein Anliegen bestimmt nicht hilfreich ist, aber er hatte unglaubliches durchmachen müssen und er verdiente etwas besseres. Mit zu den di Brelacs konnten wir ihn aber trotzdem nicht nehmen, anstatt das nun aber hier sinnlos mit Cian auszudiskutieren sagte ich wir könnten dies später mit Salix besprechen. Damit Uribert sich nun nicht umsonst irgendwohin begab und sich vielleicht auch noch auf ein gutes Essen in einer Villa freute sagte ich ihm dass ich ihn gerne zum Essen einladen würde wenn wir ihn, wie ich vermutete, nicht mitnehmen würden, Uribert schien sich darüber wirklich zu freuen, alle schienen für den Moment zufrieden, nur mein Geldbeutel weinte leise.....  So verabschiedeten wir uns von Uribert und machten uns auf den Weg Richtung Hesindeviertel, dass ich.... niemals wieder gefunden hätte. Auch Cian, der zuerst so tat als hätte er alles unter Kontrolle ging zuerst in eine Straße um sich dann nach wenigen Schritten abrupt umzudrehen und in eine andere Straße zu biegen, aber irgendwie fanden wir unseren Weg.
Unterwegs fand Cian dann erneut einen Weg meine Laune herunter zu ziehen, denn er sprach mich... mal wieder.. auf die Statue in Port Stoerrebrandt an. Ihm sei da nämlich ein Gedanke gekommen, schließlich habe ich ja auch ein elementares Wesen herbei gerufen, warum würde ich dies nicht noch einmal machen und dieses Wesen dann befragen wie wir das Wesen in Port Stoerrebrandt befreien konnten.  Als wenn ich das nicht schon längst gemacht hätte wenn es wirklich so einfach wäre.... Aber zumindest gab es außer mir noch jemanden der sich ernsthafte Gedanke um das gefangene Wesen machte und scheinbar echtes Interesse an den Elementen und ihren Eigenarten und Ausformungen zu haben schien. So erklärte ich ihm einiges, versuchte auf seine teils wirren Fragen zu antworten, aber so wirklich verstanden hat er mich vermutlich nicht, wie auch. Ich glaube er denkt ernsthaft ich würde mich einfach nicht genug anstrengen oder hätte nur nicht die richtigen Ideen, wie kompliziert diese ganze Sache ist übersteigt seinen Verstand dann doch deutlich. So erklärte ich ihm dass ich sicherlich nicht umsonst so viele Jahre so ausgiebig hätte studieren müssen wenn es wirklich so leicht wäre, stellte aber auch nochmal klar dass ich diese Sache sicher nicht vergessen und weiter forschen würde, damit gab er sich seltsamerweise zufrieden, zumindest sagte er nichts mehr dazu.

Als wir am Tempel ankamen warteten Salix und Sotolosch schon auf uns, kurz berichteten wir was wir erfahren hatten und beschlossen uns später noch einmal ausführlich über alles zu unterhalten, denn die Sache mit Thesia sollten wir nicht noch länger hinauszögern.
Doch Salix sprach nun Cian an und erwähnt etwas... Moment mal?! Hatte ich das richtig gehört?! So fragte er Cian ob er wirklich mitkommen wolle in den Tempel, immerhin habe er sich ja von den Göttern abgewendet. Was? Ich mein, das Cian nicht unbedingt , nunja, aber.. abgewendet?! Cian zuckte nur mit den Schultern, meinte das sei kein Grund, denn immerhin wolle er ja nicht beten sondern nur helfen Thesia die schlimme Botschaft zu übermitteln. Er... er bestritt es nichtmal?! In meinen Gedanken wirbelte sofort die Geschichte mit dem Knochenschwert herum und dass Cian vielleicht wirklich eine Aufgabe für uns werden würde.... auch in den Gesichtern der anderen sah ich leichtes Entsetzen. Sotolosch schien unbedingt genauer nachfragen zu wollen, aber weder Cian noch Salix ließen ihn zu Wort kommen. So machte Salix jetzt ganz deutlich dass Cian sich im Tempel nicht einfach benehmen konnte wie er wollte, es gab Regeln, und diese zählte er ihm jetzt auch genau auf, erwähnte vor allem dass er sich sämtliche dummen und frechen Antworten oder Ansprachen verkneifen müsse. Ich bin mir nicht sicher ob Cian das kann, aber er nickte, und so machten wir uns auf den Weg zu einem der Wachmänner.
Salix ging entschlossen auf ihn zu und grüßte ihn mit "Praios zum Gruße", gefühlt etwas seltsame Ansprache für eine Wache vorm Hesindetempel, aber nun gut. Der Wachmann erklärte uns mehr oder weniger freundlich dass der Tempel geschlossen sei, kein Zutritt, für niemanden. Was? Der Hesindetempel? Geschlossen? Das konnte doch nicht normal sein oder? Auf Salix kurze Nachfrage erwiderte der Mann nur es wäre eine Anweisung ihrer Eminenz, mehr schien er nicht sagen zu wollen. Sofort gingen mir tausende Fragen durch den Kopf, dies konnte nicht normal sein... aber letztendlich ging es uns vermutlich auch nichts an warum sie ihren Tempel schlossen. Salix versuchte dem Wachmann zu erklären dass es dringend nötig wäre dass wir mit Thesia sprechen müssen, dafür mußten wir auch nicht unbedingt in den Tempel, die junge Frau konnte auch zu uns nach draußen kommen. Bevor der Wachmann etwas erwidern konnte mischte Sotolosch sich ein und fragte ob Salix nicht erklären wolle warum wir mit Thesia sprechen wollten... Echt jetzt? Das war doch nun wirklich nicht nötig, und es war leichtsinnig, was wenn der Wachmann einfach schon losplauderte während er Thesia holte... Einige von uns sollten wirklich lernen nicht alles sofort einfach so zu erzählen! Auch Salix schaute etwas verkniffen, erklärte aber schließlich unseren genauen Grund und der Wachmann zeigte Verständnis, er schickte einen Kollegen los um Thesia zu holen.... hoffentlich würde der den Mund halten und uns diese schwere Aufgabe überlassen.
Da wir nun eine Weile warten mußten entschieden wir uns etwas zur Seite zu gehen, so störend mitten vor dem Tempel zu stehen war nun doch etwas seltsam. In dem großen Park gab es ein paar Bänke und so setzten wir uns auf eine. Salix erklärte es sei gar nicht so unüblich dass der Tempel geschlossen sei und es gäbe ja verborgenes Wissen und ohne Schweigen kein Wissen... und keine Ahnung was er sonst noch alles erklärte, für mich klang es zwar alles teilweise richtig, aber nichts davon war für mich ein Grund den Tempel komplett zu schließen. Klar, einzelne geschlossene Abteilungen, Bücher und Schriften die ganz bestimmt nicht jeder lesen durfte... alles verständlich, aber diese komplette Schließung, grade einer Stätte des Wissens und der Weisheit... das kam mir irgendwie doch seltsam vor. Um mir die Zeit etwas zu vertreiben nahm ich mir das Tagebuch vor und machte sorgfältig ein paar erste Notizen, was hatten wir erfahren und von wem, was mußten wir eventuell noch erfragen. Auf einer extra Seite machte  ich mir selbst ein paar Gedanken dazu wie das alles zusammen hängen konnte, notierte ein paar Ideen und Fragen, diese Notizen machte ich mir aus dem Bauch heraus aber in Urtulamidia, muß ja nicht jeder gleich lesen können was ich mir zu den Dingen so denke. Als ich mit den Notizen erst einmal fertig war (ich glaub ich könnte stundenlang darüber grübeln und Ideen entwickeln) schlug ich die letzte Seite des Buches auf und machte mir nun so etwas wie einen Wegweiser durch Festum, es geht gar nicht dass ich mich hier verlaufe und sonstwo lande. Ich machte mir ein Kreuz für den Marktplatz und notierte mir den Weg bis zum Hesindedorf, hier schaute ich mich neugierig um.... sollte die Akademie nicht auch hier sein? Müßte man sie nicht deutlich erkennen? Bevor ich weiter darüber nachdenken konnte trat aber eine sehr junge, sehr blasse und schüchterne rothaarige Frau aus dem Tempel und kam auf uns zu...... das arme Mädchen....
Thesia wirkte unsicher, der Wachmann schien zum Glück noch nichts gesagt zu haben, kam zu uns und fragte was wir von ihr wollten... und Salix begann zu erzählen. Und Salix erzählte eine ganze Menge, vom Tod Wassjefs, das er ein Held war und als ein solcher starb, wo er begraben war, dass wir alles getan hatten... Salix hörte gefühlt gar nicht mehr auf zu reden, diesmal wurde selbst ich etwas wirr dabei. Thesias Gesichtsausdruck wechselte zwischen Unverständnis, Unglauben, Verwirrung und Verzweiflung, sie konnte nicht verstehen was passiert war und sie wollte es auch nicht. Als Salix kurz Luft holte begann sie zu weinen, bat darum das er sagte es würde alles nicht stimmen, wollte nicht wahr haben dass nun auch ihr Bruder nicht mehr da war. Mit tat die junge Frau unendlich leid, wie gerne hätte ich ihr geholfen, aber es gab nichts was wir in dieser Situation wirklich für sie tun konnten. Vorsichtig fasste ich sie an der Schulter an und führte sie zur Bank, dann fragte ich sie ob es nicht doch irgendetwas gab was wir tun konnten. Thesia  konnte in ihrer Verzweiflung wohl nicht anders als mich zu bitten ihren Bruder zurück zu holen, schließlich sei ich Magierin. Es brach mir das Herz diese Worte zu hören, so voller Verzweiflung waren sie. Natürlich sprach Thesia nicht davon ihren Bruder nun als Untoten zurück zu holen, trotzdem sagte ich ihr kurz dass so etwas nun wirklich nicht göttergefällig wäre, wer weiß auf was für Ideen eine so verstörte junge Frau sonst kommen würde. Dann erklärte ich ihr dass wir mit ihrer Magnifizienz unterwegs gewesen waren und das dieser, wenn es auch nur die kleinste Chance gegeben hätte, alles versucht hätte ihren Bruder zu retten. Nun sackte Thesia sichtlich in sich zusammen, schien zu begreifen dass ihr Bruder wirklich fort war, für immer, begraben so weit weg... unerreichbar. Sie weinte bitterlich und bat darum nun alleine sein zu dürfen. Ich bot ihr an sich jederzeit bei uns zu melden wenn sie Hilfe benötigte, dachte dabei auch an die seltsame Geschichte mit dem geschlossenen Tempel und daran dass sie eventuell Informationen über Pjetrow und Catalinya hatte, danach wollte ich nun aber sicherlich nicht näher fragen, ich hoffe die junge Frau wendet sich wirklich an uns und findet irgendeinen Weg mit ihrer Trauer fertig zu werden... armes Mädchen....

Ziemlich betreten standen wir 5 nun in dem Park, aber uns blieb keine Zeit lange zu grübeln, es mußte weiter gehen. Wo wir nun einmal im Hesindeviertel waren wurde es aber wirklich Zeit kurz zu der Schneiderin zu gehen, ich würde mir noch schlimme Erfrierungen holen wenn das so weiter ging, außerdem wollte ich unbedingt wissen wo die Akademie ist, also ging ich entschlossen noch einmal auf den Wachmann zu und fragte nach diesen Informationen. Sein Blick bei der Frage nach der Akademie schien leicht spöttisch zu sein, aber er erklärte mir welches Gebäude es war und erklärte mir auch höflich den Weg zu der Schneiderin. Zurück bei den anderen bat ich darum dass sie kurz auf mich warteten während ich zu der Schneiderin ging, außerdem wollte Salix sich auch noch kurz in dem Park hier umschauen, er wollte wohl sehen ob dieser Park Vorlage für eines der Bilder Pjetrows gewesen sein könnte, denn er hatte 2 der Bilder in Catalinyas Zimmer gesehen. Genauer hatte er sich die Bilder natürlich nicht angeschaut, das wäre nicht besonders höflich gewesen, aber eines zeigte wohl eine Art Park, das andere ein junges Paar und die junge Frau erinnerte Salix an Catalinya... hmmmm...
Bevor wir aber weiteres besprechen konnten stellte Farahjin eine äußerst dumme Frage und was dann passierte war einfach unglaublich... ich weiß gar nicht wie ich es geschafft habe dir bis hierher alles so ruhig und sachlich zu berichten.. denn das war... das war.... ich möchte immer noch völlig aus der Haut fahren.. unglaublich! So schien Farahjin nicht zu begreifen warum wir Thesia nicht die genauen Umstände erklärt und ihr von Siebenstreich und den magischen Kelchen erzählt hatten... als wäre darüber nicht schon so oft und deutlich gesprochen worden... Als Salix ihm sehr geduldig erklären wollte was der Grund war flippte Cian völlig aus. Er tobte herum wie ein Geisteskranker, schrie und schimpfte. Er habe dem ganzen so nicht zugestimmt sondern nur die Mehrheit habe bestimmt und überhaupt wäre das falsch und.... ja... viel mehr habe ich gar nicht verstanden denn er wurde immer lauter, immer unverschämter, die Wachmänner schauten schon interessiert zu uns herüber. Als Salix und ich ruhig aber bestimmt versuchten etwas zu erwidern wurde er noch einmal lauter, schrie uns an... dieser ungehobelte Sohn einer Kröte! Nun  reichte es mir, ein solches Verhalten... einen solchen Umgang muß ich mir nicht geben, das habe ich nicht nötig, wortlos drehte ich mich um und ging in den Park, sollte dieser Irre doch so lange toben bis die Wachmänner ihn wegbringen, er wäre  sicherlich ein gutes Forschunsobjekt für die Noioniten. UNFASSBAR!! Selbst als ich durch den halben Park gelaufen war konnte ich seine Stimme noch deutlich hören, was erlaubte dieser dieser..... Kerl sich eigentlich, was denkt er denn wer er ist? Weggesperrt gehört dieser Sohn aller Unverfrorenheiten, so lange bis er endlich einmal lernt wie er sich zu benehmen hat!
Und überhaupt, was glaubt er denn würde es dem armen Mädchen bringen wenn er nun die Geschichte um Siebenstreich erzählte, würde es ihr den Bruder wiederbringen? Würde es ihre Trauer lindern? Sicherlich nicht. Im Gegenteil konnte es sogar noch gefährlich werden, nicht nur für die Kelche, für Siebenstreich, für ganz Aventurien, sondern auch für Thesia. Was denn wenn diese von der Geschichte erzählt und die falschen Leute bekommen es mit? Was wenn sie gefangen wird weil sie mehr Informationen haben könnte?! Aber so weit kann Cian natürlich nicht denken, das ist zu hoch für ihn. Darüber hinaus bin ich mir sehr sicher dass auch Wassjef nicht gewollt hätte dass wir das Geheimnis um diese Mission verraten, und für diese Mission hatte er sein Leben gelassen, er würde nicht wollen das wir sein Ansehen mit Füßen treten indem wir davon berichteten und die Kelche so eventuell in Gefahr bringen würden... und seine Schwester. Unglaublich...
Fürchterlich wütend ging ich also durch den Park, einmal um den Hesindetempel herum. Ich atmete dabei tief durch, wendete die Techniken zur Meditation an die ich in der Akademie gelernte hatte, versuchte mich nur noch auf meine Umgebung zu konzentrieren... und es wirkte. Langsam, ganz langsam beruhigte ich mich wieder, es lohnte sich nicht sich wegen eines Wahnsinnigen so aufzuregen, stattdessen versuchte ich im Park etwas ungewöhnliches zu entdecken, aber da war nichts, alles sah ganz normal aus. Also ging ich langsam um den Tempel herum, als ich fast wieder an der Stelle angelangt war wo die anderen standen sah ich dass sie immer noch heftig diskutierten, wenn nun auch etwas leiser. Auf keinen Fall wollte ich mit dieser Diskussion noch etwas zu tun haben, also schaute ich mich noch einmal um, entdeckte aber nichts interessantes. Irgendwann setzten sich meine Begleiter in Bewegung, alle schienen sich tatsächlich ein wenig beruhigt zu haben und nun auch einmal durch den Park zu gehen. Natürlich  hätte ich nun einfach zu der Schneiderin gehen können, aber Salix, Farahjin und Sotolosch hätten sich vielleicht Sorgen gemacht und das war nun auch nicht fair, sie konnten ja nichts dafür das dieser Kerl keinerlei Benehmen hat, auch wenn Farahjin diesen Ausbruch durch seine dumme Frage erst herauf beschworen hatte, also wartete ich bis die 4 auch einmal durch den Park gegangen waren und verabschiedete mich dann in Richtung Schneiderin.

Die Schneiderei von Elkmine Sulzjerkow fand ich tatsächlich sehr leicht und wurde dort sofort von ihr persönlich begrüßt. Ich erklärte ihr was ich wollte und sie fing an Maß zu nehmen. Als wir endlich fertig waren war nicht nur unglaublich viel Zeit vergangen, mir war auch ein wenig übel wenn ich daran dachte wie viel Geld ich hier nochmals ausgeben mußte, aber was hatte ich schon für eine Wahl? Also bedankte ich mich und kaufte mir tatsächlich noch einen einfachen Wollumhang, nicht besonders schick, aber er würde mich zumindest ein wenig warm halten bis ich meine neue Robe und den Mantel abholen konnte, dies wird etwa 3 bis 4 Tage dauern, dann machte ich mich schnell auf den Weg zurück zu den anderen.

Nun mußten wir aber sehen dass wir die restlichen Dinge die wir erledigen wollten noch schafften, denn es wurde doch langsam später und wir mußten rechtzeitig zum Abendessen in der Villa di Brelac sein. Farahjin erklärte er wolle unbedingt nach As-Jergan, denn er wolle sich natürlich etwas edles und passendes für den heutigen Abend besorgen. Ich.... ich bin mir nicht ganz sicher was Maraskaner wohl als edel und passend empfinden.. aber ich finde es gut dass sich Farahjin über so etwas überhaupt Gedanken macht. Sotolosch wollte sich Farahjin anschließen, während Salix erklärte er wolle sich den Park um den Rahjatempel einmal genauer ansehen, und eventuell dort ein paar Fragen stellen, denn der Rahjatempel lag direkt gegenüber des Hesindetempels. Ich schaute zwischen beiden Gruppen hin und her... was sollte ich tun? Auf keinen Fall wollte ich die nächsten Stunden mit Cian verbringen, aber wo würde er mitgehen? Er selbst schaute nur völlig selbstzufrieden und grinsend in der Gegend herum und sagte gar nichts......
Ich traf eine Entscheidung und sprach Farahjin an, ich wollte wirklich gerne mit nach As-Jergan, aber ich wollte dafür auch ausreichend Zeit haben und nicht hindurchflitzen müssen weil wir noch einen Termin haben. Farahjin bestätigte dass er auch morgen noch einmal dort hin wolle und uns dann gerne alles zeigen würde, vielleicht konnte er auch heute schonmal heraus finden wo wir am besten hingehen würden, vielleicht würde er sogar eine Art Führer finden. Großartig, ich freue mich schon sehr darauf! So drehte ich mich also zu Salix um und sagte ich würde mit ihm gehen, Cian schloß sich dann zum Glück Farahjin an. Wir besprachen dass wir uns am Abend wieder in der Elchschaufel treffen würden, dann gingen Salix und ich in den Rahjapark.

Schon nach recht kurzer Zeit schüttelte Salix allerdings den Kopf, obwohl es wirklich schön hier war. Gemütliche Bänke luden zum verweilen ein und im Sommer mußte es viele bunte Blumen geben.... aber, es gab keine Stelle die der auf dem Bild Pjetrows ähnlich sah sagte Salix, so machten wir uns auf den Weg in den Tempel.
Im Tempel war es wirklich wunderschön, alles war in einem tollen Rot gehalten, viele sehr schöne und leicht bekleidete Menschen waren zu sehen, eine fröhliche Melodie war zu hören und es roch verführerisch nach frischen Blumen, vor allem Rosen... herrlich, sofort spürte ich wie etwas der Anspannung von mir abfiel, dann sprach uns ein ausgesprochen gut aussehender junger Geweihter an.
Salix und ich hatten uns gar nicht groß besprochen und so war ich gespannt was er wohl fragen würde, betrachtete interessiert die große Tätowierung am Bein des Geweihten... und war völlig verblüfft als Salix plötzlich anfing vom Pferderennen und den armen Pferden zu sprechen. Was? Deswegen wollte er hierher? Ich dachte es ging um den Hesindetempel und.... was? Der Geweihte seufzte schwer und gab zu dass es immer wieder Auseinandersetzungen wegen dieser Rennen geben würde, es schien aber wohl so zu sein dass es sich tatsächlich um spezielle Tiere handeln würde die besser mit den Temperaturen klar kommen würden. So redeten die beiden eine ganze Weile und ich dachte schon wir würden wieder gehen, da fand Salix geschickt einen Weg ganz unauffällig doch noch nach dem Hesindetempel zu fragen. Wir erfuhren was ich bereits vermutet hatte, es war keineswegs üblich dass der Tempel geschlossen war und niemand schien wirklich zu wissen warum. Allerdings konnte der junge Mann uns von ein paar Gerüchten berichten, so soll nämlich ein junger Novize verschwunden sein, und das wäre der Grund für die Schließung. Wie uns sicherlich klar wäre würde es keinen Grund für einen jungen Novizen der Hesinde geben einfach so fort zu laufen, bzw es wäre sicherlich kein Grund gleich dem Tempel zu schließen und ein so großes Geheimnis daraus zu machen. Seltsam.... das hieße ja.... war ihm etwas zugestoßen? War er eventuell entführt worden? Was war nur in dieser Stadt los?! Noch verwirrender wurde es als der Geweihte meinte er wisse keinen Namen, wohl aber dass es sich bei der verschwundenen Person um einen jungen Maler handeln würde..... Aha... nunja, verwirrend, aber nun auch nicht mehr wirklich überraschend oder? Einen Reim konnte ich mir auf die Sache nun natürlich nicht machen, wir würden uns wirklich in Ruhe hinsetzen und über alles sprechen müssen. Der Geweihte jedenfalls konnte uns nicht mehr sagen, auch über Pjetrows Bilder konnte er nicht viel sagen da er selbst sich eher mit dem dichten beschäftigte, also bedankten wir uns und verließen den Tempel wieder, nicht bevor er uns noch eines seiner Gedichte vortrug. Ein bißchen schade war es schon, gerne wäre ich hier geblieben, hätte mich weiter unterhalten, vielleicht ein Glas guten Wein getrunken oder mir eine Massage mit tollen Ölen gegönnt... aber dafür war bestimmt ein anderes mal Zeit....

Vor dem Tempel angekommen besprachen Salix und ich uns noch einmal ganz kurz und er hatte die Idee doch mal im Konzil der Künste vorbei zu schauen, dieses Haus war auch direkt gegenüber des Hesindetempels und vielleicht gab es dort sogar Bilder von Pjetrow. Dies klang nach einer guten Idee und so machten wir uns gleich auf den Weg.
Im Konzil angekommen sahen wir ein reges Treiben, viele Menschen liefen herum, viele sahen doch ein wenig.... seltsam aus... Künstler halt. Eine junge Frau sprach uns schließlich freundlich an, mit kurzem Erschrecken sah ich die Schlange die sich um ihren Körper wickelte und deren Kopf sie in ihrer Hand hielt. Die junge Frau sah mein Entsetzen, lachte und meinte die Schlange sei völlig harmlos. Jaja, soll sie lachen, sie hatte vermutlich noch nie Auge in Auge einer Riesenschlange gegenüber gestanden, viele Schritt lang und durchaus angriffslustig... ich ging lieber einen halben Schritt zurück.
Auch sie schien sich darüber zu wundern dass der Tempel geschlossen war, hatte allerdings auch keine weiteren Informationen oder Gerüchte für uns. Wohl aber kannte sie Pjetrows Bilder und schwärmte ebenfalls von seinen Fähigkeiten. Salix erklärte ihr wir hätten von diesem tollen Künstler gehört und von den Bildern, mit keinem Wort erwähnte er dass er bereits 2 der Bilder gesehen hatte. Auch als die junge Frau traurig meinte im Konzil würde es keine Bilder von Pjetrow geben, diese könne man eigentlich nur im Hesindetempel anschauen.... aber... da wäre eine junge Frau, eine Kunstsammlerin, sie würde von ihm schwärmen und würde auch gerne jedem der danach fragt Bilder zeigen die sie erworben hatte... auch da erwähnte Salix mit keinem Wort das wir Catalinya bereits kannten. Im Gegenteil, neugierig fragte er nach ihrem Namen, einer eventuellen Adresse und wie wir sie vielleicht finden konnten. Ich habe keine Ahnung warum er so handelte, aber ich spielte dieses Spiel einfach mit, er wird seine Gründe dafür gehabt haben.
Über Pjetrow selbst konnte die junge Frau uns auch nicht viel erzählen, der junge Mann hatte erst vor recht kurzer Zeit sein Noviziat angetreten, mit etwa 19 Götterläufen, Künstler sei er aber bereits vorher gewesen. Sie vermutet dass er nicht aus Festum stammt, wohl aber ein Bornländer ist und sie erwähnte dass er nicht viel über sich oder seine Familie sprechen würde, mehr wußte sie auch nicht. Wir bedankten uns und machten uns wieder auf den Weg zurück in die Elchschaufel.

Auf dem Weg dorthin besprachen wir wieder einmal kurz was wir alles erfahren hatten, außerdem erzählte ich Salix von Cians eigentümlicher Idee Uribert heute Abend mit zu nehmen, natürlich hält auch Salix dies für keine gute Idee. Ich bin sehr gespannt ob es wieder zu einem Streit kommt, zumal Salix sich auf Cians Wunsch hin auch noch einmal bei einem Gardisten erkundigt hat wie genau mit der Bewaffnung aussieht. Natürlich ist es genau wie vermutet, es gibt keinen Weg dass Cian seine Waffe herum trägt... das wird ihm nicht gefallen......

In der Elchschaufel warteten die anderen tatsächlich schon auf uns, Farahjin schien ganz glücklich und aufgeregt, erzählte stolz dass er etwas sehr schickes für den heutigen Abend geliehen hatte... ojeoje. Auch Sotolosch hatte etwas erstanden, eine Art Mantel, kurioses Teil, quietschbunt und fröhlich auf der einen Seite, völlig Zwerguntypisch und sicherlich nicht überall gerne gesehen, auf der anderen Seite aber fast wie ein normaler Mantel aussehend. Unpraktisch nur dass der Mantel ein ganzes Stück länger zu sein scheint als Sotolosch........ Cian schien gar nichts gekauft zu haben, scheint tatsächlich in den doch stark überstrapazierten Dingen zu dem Essen gehen zu wollen die er schon seit Ewigkeiten trägt und die seit Brabak nicht mehr gereinigt wurden, furchtbar!
Ganz kurz besprachen wir uns nun alle nochmal, kamen aber nicht zu wirklich viel da auch Uribert recht schnell ankam und wir vor ihm nun auch nicht alles besprechen wollten. Grade meine Idee, das auch Fredo da irgendwie drin verwickelt sein könnte... grade die teilte ich nur ganz leise Salix mit. Wie schlimm wäre es wenn Fredo wirklich in irgendetwas verwickelt wäre... der arme Uribert... sein einziger Freund.....

Nun bin ich kurz auf mein Zimmer gegangen, habe mir die Zeit genommen dir von diesem kuriosen Tag zu berichten und mich für das Abendessen zurecht zu machen. Was werden wir wohl heute Abend noch alles erfahren? Was geht hier vor sich? Wer wollte Catalinya etwas böses und warum, was hat Pjetrow damit zu tun und was der Hesindetempel? Worüber stritt Fredo mit den di Brelacs und was bedeutete es? Werden wir allen helfen können?
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Ugarkai

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Re: [DSA 4.1] Aventurische Geschichte (5/5)
« Antwort #39 am: 15. September 2019, 13:06:48 »

Am späten Nachmittag in der Elchschaufel, eine Taverne in Festum, am 2. Boron 1005

In der Elchschaufel machen sich alle fertig für das Abendessen bei der Familie di Brelac.
Sotolosch bietet in der Elchschaufel Uribert noch 10 Dukaten an, als Dank für die Lehrstunden die dieser ihm gegeben hat und auch als „Startkapital“ für Festum.
Es wird mit Uribert darüber gesprochen, dass es besser wäre wenn er nicht mit zu dem Abendessen bei der Familie di Brelac kommt.
Cian fragt, ob jemand einen Dolch für ihn hat und Farahjin überlässt ihm seinen Waqqif. Angeregt durch diese Frage, wird erneut das Waffenrecht diskutiert. Salix weiss zu erzählen, dass Angroschim in Städten des Mittelreiches Waffen tragen dürfen.
Bevor die Gruppe endlich aufbricht, sprechen sie noch durch welche Themen beim Abendessen besprochen werden sollen und wie sie vorgehen wollen.

Salix und Sotolosch finden den Weg zur Villa der di Brelacs ohne größere Umwege. Nachdem Salix an der Tür geklopft hat, werden sie von Fredo in den Speisesaal geführt. Der Herr des Hauses Tannjew di Brelac wartet schon im Speisesaal. Er begrüßt die Gruppe freundlich, lässt die Köchin anweisen das Essen zuzubereiten und seine Tochter Catalinya holen. In den nächsten Minuten schildert Salix dem Hausherren Tannjew die Geschehnisse des Tages. Es entsteht ein Gespräch und die Gruppe stellt viele Fragen an Tannjew. Auch ob er oder seine Familie jemals bedroht wurden. Nach kurzem überlegen legt er ein Schreiben auf den Tisch mit den Worten, dass er es heute morgen erhalten hat und sich nach den Ereignissen des Tages nicht sicher ist, ob es eine Drohung enthält.


Quod non
perfectum est,
delendum esse.
Xeledons
Spötter.


Salix übersetzt es allen Anwesenden mit „Was nicht vollkommen ist, muss zerstört werden.“ Zusammen mit Yamira erklärt er auch was es mit Xeledon auf sich hat. Dass er als Sohn der Hesinde ein Halbgott ist und als Gott des Spotts, des Zufalls und des Wahnsinns bezeichnet wird. Es kommen Spekulationen auf, dass es mit den Bildern von Pjetrow zu tun haben kann. Die Fragen an Tannjew gehen daraufhin gezielter in die Richtung Pjetrow und die Beziehung zwischen Catalinya und Pjetrow. Viel weiss der Hausherr nicht zu berichten weil Catalinya über so was nicht mit ihrem Vater spricht.

Als Catalinya den Speisesaal betritt nimmt Tannjew das Schreiben vom Tisch. Sie bedankt sich nochmals bei der Gruppe. Während des Essens werden Catalinya viele Fragen gestellt und man könnte es schon fast als ein Verhör bezeichnen.
Sie weiss einiges über Pjetrow und sein Umfeld zu berichten. Zudem bittet sie die Gruppe um ihre Hilfe.

Zum Ende des Abendessens kommt Salix noch auf Baron Fredo Wulfhelm von Plötzingen-Eberstamm zu sprechen. Tannjew weiss zu Berichten, dass er ihn kennt. Jedoch ist Fredo ein mittelloser Baron ohne festen Wohnsitz, was bedeutet, dass er ihn zuletzt bei der Adelsversammlung gesehen hat. Dort hat er auch den Streit zwischen Fredo und Albin Brinnske, welcher ein Lager und ein kleines Kontor auf der Speicherinsel besitzt, mitbekommen.

Sotolosch wittert eine Chance um an ein Einkommen für die nächsten Tage zu kommen. Er erzählt, dass seine Gefährten und er bei der Familie Stoerrebrandt 1 Dukaten pro Person pro Tag bekommen haben. Tannjew willigt ein diese Summe zu zahlen, wenn die Gruppe sich der Sache annimmt, was diese sofort bejahen.

Nun macht sich die Gruppe daran die Bilder in chronologischer Reihenfolge, unter der Führung von Catalinya, zu betrachten.
Eins der ersten Werke ist „Frühling in Sewerien“ es stellt eine bewaldete Hügellandschaft dar, auf der der letzte Schnee durch die wärmenden Strahlen der Praiosscheibe vertrieben wird.
Bei genauster Betrachtung können Cian, Salix und vor allem Sotolosch feststellen, dass das Bild ihre „Lebenskraft“ stärkt.
Ein weiteres Bild heißt „Die Liebenden“ und stellt ein graziles Paar, Mann und Frau mit gestählten Körpern, dar deren Blick in die Ferne gerichtet ist.
Bei Cian und Salix löst es bei genauester Betrachtung „Lebensfreude“ aus. Cian fängt an mit Yamira zu flirten und Salix schmeichelt Catalinya.
Während Salix noch Catalinya schmeichelt, hatte sich Yamira das nächste Bild schon genauer angesehen und Cian schaut es sich auch nochmal an.
Es heißt „Das Geschenk der Zwölfgötter“ und stellt einen paradiesischen Garten dar. Bei Cian und Yamira breitet sich eine „Achtung vor dem Leben!“ aus.
Als Abschluss bringt Catalinya die Gruppe zu dem letzten Bild. Es heißt „Am Hofe des Allesverschlingers“ und stellt ein Strom nackter Menschen dar, die teilnahmslos in den aufgerissenen Rachen einer riesigen Bestie laufen.
Cian, Salix und Yamira schauen sich auch dieses Bild genau an und verspüren „Weltenschmerz!“. Yamira wird sehr still. Cian und Salix beschreiben es als hätte ein dunkler Schatten nach ihnen gegriffen oder würde sich auf ihre Seele legen. Sie fragen sich ob ihr handeln noch ein Sinn hat oder nicht doch sinnlos ist, weil alles in einem großen verdorbenen Nichts endet.

Mit Beendigung der Führung weiß Catalinya den Gefährten noch zu erzählen, dass es so schien als ob der Novizenmeister für Pjetrow eine wichtige Person sei.

In einem Moment in dem die Gruppe ohne Catalinya bei Tannjew ist, fragen sie diesen ob sie Xeledons Spötter gegenüber Catalinya erwähnen dürfen. Dieser willigt ein, doch auch Catalinya kann nichts damit anfangen. So stecken die Gefährten, mit der Erlaubnis von Tannjew, das Pergament ein und versichern der Familie di Brelac, dass sie sich der Sache annehmen.

Zurück in der Elchschaufel reden sie noch mit Uribert über die Dinge die sie bei der Familie di Brelac in Erfahrung bringen konnten. So klingt der Abend in der Elchschaufel aus und lässt die Gefährten mit den unterschiedlichsten Gefühlen zurück.


Am Morgen des 3. Boron 1005 in der Elchschaufel, eine Taverne in Festum

Salix und Sotolosch sitzen im Schankbereich am Frühstückstisch als Farahjin zu ihnen stößt. Yamira betritt ein paar Augenblicke später den Schankbereich und den 3 Herren fällt auf, dass sie sehr mitgenommen aussieht.
Sie erzählt ihnen von dem Alptraum der sie heimgesucht hat. Woraufhin sich Farahjin zurück in den Schlafsaal begibt um nach Cian zu schauen. Dieser ist wach und vertritt die Meinung alles sei sinnlos weil es eh in einem verdorbenen Nichts endet. Wozu dann überhaupt aufstehen. Farahjin besteht darauf, dass Cian aufsteht und sich zu den Anderen gesellt. So gleichgültig wie Cian alles ist, fügt er sich dem Wunsch von Farahjin und folgt ihm in den Schankraum.
In der Zwischenzeit erzählt Salix Sotolosch und Yamira von seinem Alptraum.
Sobald Cian und Farahjin wieder im Schrankraum sind besprechen alle gemeinsam wie sie weiter vorgehen wollen. Salix schlägt vor bei Rakorium vorstellig zu werden um mit seiner Hilfe vielleicht in den Hesindetempel zu kommen. Der Vorschlag wird angenommen. Cian merkt in Yamiras Richtung an, dass sie sich noch frisch machen sollte. Der erste Eindruck ist doch der wichtigste. Yamira erwidert, dass auch Cian sich um sein Äußeres kümmern sollte. So machen sich alle fertig und begeben sich zu den „Hallen des Quecksilbers“ die Academia Magica Transformatorica Festumiensis, neugestiftet und Hesinde zu Preis und Ehr im Zeichen des ewig wandelbaren Quecksilbers. Eine der angesehensten Schulen der Großen Grauen Gilde.
Sie werden nach einer Weile zu Rakorium vorgelassen und teilen ihre Erkenntnisse und Sorgen mit ihm. Woraufhin dieser sich mit ihnen zum Hesindetempel, „Tempel des Wissens“ einer der größten der Göttin, begibt, um dort mit der Tempelvorsteherin, der Erzwissensbewahrerin, Ihrer Eminenz Iltscha Krasnakoff, zu sprechen.
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Ugarkai

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  • 18. Oktober 2019, 18:47:08
Re: [DSA 4.1] Aventurische Geschichte (5/5)
« Antwort #40 am: 18. Oktober 2019, 18:47:08 »

3. Boron, 1005 BF – Im Hesindetempel

Die Gefährten befinden sich in der Halle des Quecksilbers, der Magier-Akademie in Festum. Nachdem sie dem Erzmagus Rakorium Muntagonus Bericht erstattet haben über die Geschehnisse der letzten Tage und das, was sie bereits herausgefunden haben, kommt Salix noch einmal auf das Schreiben zu sprechen, das sie von Tannjew di Brelac erhalten haben. Ihm war zwischenzeitlich noch aufgefallen, dass die Nachricht zwar in Bosparano verfasst wurde, der Name „Xeledons Spötter“ aber in Garethi geschrieben wurde, was seiner Ansicht nach nicht so recht zusammenpasste. Dies ließ ihn vermuten, dass es sich bei dem Text um ein Zitat handeln könnte, dies konnte der Magister aber nicht bestätigen, zumindest wäre ihm das Zitat nicht bekannt.

Danach wendet sich Salix noch einmal an die Gruppe und erklärt ihnen, warum er davon ausgeht, dass es der Hesindekirche äußerst wichtig sein wird, dass Stillschweigen über die Geschehnisse bewahrt würde und dass jeder, der sich an der Aufklärung der Geschehnisse beteiligen wollte, seine Verschwiegenheit nicht nur zusichern, sondern sich hinterher auch wirklich streng daran halten müsste. Es war offensichtlich, dass sich dieser Hinweis an Farahjin und Cian richtete. Während Letzterer sich vor allem dadurch erklärte, dass er auch über die Geschehnisse rund um die Pyramide in H’Rabaal bisher geschwiegen hatte, obwohl er selbst mit der Information anders umgegangen wäre, reagierte Farahjin etwas ungehalten und vermied es im weiteren Wortwechsel, sich verbindlich dazu einzulassen.

Trotzdem machten wir uns nach einigen weiteren Worten auf den Weg zum Tempel und sprachen bei der Wache vor. Der Wachmann reagiert trotz der Anwesenheit des Erzmagus überraschend abgeklärt und bezweifelt, dass wir Einlass erhalten würden, nachdem er sich bei der Erzwissensbewahrerin erkundigt hat, werden wir jedoch nun wiederum zu seiner Verwunderung vorgelassen. Er bringt uns in das Tempelinnere und die Gruppe ist überrascht, als im menschenleeren Hauptraum des Tempels, den sie betreten, etliche Schlangen unterwegs sind. Sie werden jedoch darüber aufgeklärt, dass dies in Hesindetempeln durchaus üblich wäre. Wir biegen in einen Nebengang ab und werden in einem sehr großzügig ausgestatteten Arbeitsraum von ihrer Eminenz der Erzwissensbewahrerin Iltschna Krasnakoff empfangen.

Nachdem wir sie in Kenntnis gesetzt haben über das, was wir über den Künstler Pjetrow bisher in Erfahrung gebracht haben, zeigen wir ihr das Schreiben. Anschließend werden wir zu Catalinya und unseren eigenen Motiven befragt. Wie bereits vermutet, weist sie uns darauf hin, dass wir unbedingt Stillschweigen über alles bewahren müssen, was wir von ihr und den anderen Tempelbewohnern in dieser Sache erfahren werden. Salix, Yamira und Sotolosch sichern dies sofort zu, Farahjin reagiert aber erneut sehr zickig und verweist darauf, dass man gemeinsam im Regengebirge unlängst Dinge erlebt hat, die eine ganz andere Tragweite hätten als das, was hier in Festum vor sich geht. Dieser Einwand wird aber sowohl von seinen Gefährten als auch von der Erzwissenbewahrerin nicht gelten gelassen und schließlich verspricht er ebenfalls, das Geheimnis zu wahren.

Ohne dass Cian sich explizit erklären müsste, wird das Gespräch fortgesetzt und Iltscha beginnt zu erzählen. Sie weiß zu berichten, dass es sich bei Xeledons Spöttern um eine Sekte innerhalb der Hesinde-Kirche handele, über die bislang nur Gerüchte existieren und die nun offenbar auch im Bornland aktiv wäre. Der Künstler Pjetrow ist vor 8 Tagen verschwunden. Am Abend war er noch bei der Andacht, am nächsten Morgen war er verschwunden und auf seinem zerwühlten Bett hat man nur ein Schreiben gefunden, das ebenfalls von Xeledons Spöttern verfasst worden ist und in dem erklärt wurde, dass man Pjetrow entführt habe.
Die Erzwissensbewahrerin kennt einige Bilder des Künstlers, lobt seine besondere Begabung und kann auch die besondere Wirkung bestätigen, die von den Bildern ausgeht. Untersuchungen haben gezeigt, dass durch die Kunstwerke keine karmalen Kräfte wirken, einer magischen Untersuchung wurden sie bislang aber noch nicht unterzogen. Die letzten düsteren Bilder und deren entmutigende Wirkung kennt die Geweihte nicht.

Iltscha weiß noch zu berichten, dass Pjetrow aus Norburg stammt und sich als Künstler ein recht angenehmes Leben in Festum aufbauen konnte, bevor er sich für das Noviziat entschieden hat und sie bestätigte auch Salix Vermutung hinsichtlich einer schwachen magischen Begabung bei dem Künstler. Ihr ist nicht bekannt, dass Pjetrow bedroht worden war oder sonst irgendwelche Schwierigkeiten gehabt hat. Wenn es doch etwas gäbe, so wüsste davon am ehesten der Novizenmeister Eboreus.

Zuletzt erzählte er uns noch, dass mehrere Geweihte denselben Traum hatten von der Schlange der Hesinde, die sich nicht wie sonst selbst in den Schwanz beißt, was Einigkeit innerhalb der Kirche symbolisiert, sondern ihren Schwanz richtiggehend verfolgt und sich schließlich selbst verschlungen hat. Noch während sie dies berichtet hat, unterbricht Yamira sie aufgelöst, da sie zuletzt denselben Traum hatte. Und natürlich ist ob dieser düsteren Zeichen die Geweihtenschaft in große Aufruhe. Hinzu kommt, dass sich mehr und mehr gegenseitiges Mißtrauen unter den Tempelbewohnern breit macht.

Salix bietet an, dass wir als neutrale Außenseiter die Untersuchungen übernehmen könnten. Dies nimmt Iltscha dankend an und händigt uns bereitwillig sowohl ein gesiegeltes Schreiben aus, das bestätigt, dass wir in ihrem Namen Nachforschungen anstellen als auch eine Liste der Personen, die uns dabei unterstützen könnten:

  • Eboreus Jannerloff – Novizenmeister
  • Semkin Muselken - Hauptmann der Wache (hat die Untersuchungen geleitet)
  • Albin Laikis Novize (hat Kammer gegenüber, hat Pjetrow zuletzt gesehen)
  • Esindiago Ulmensen (einziger Künstler, der an die Kunstgfertigkeit Pjetrows heranreicht, geweihter Bildhauer, der als Mentor arbeitet)

Sotolosch spekuliert, dass Pjetrow selbst auch die gleichen Träume gehabt haben könnte wie Yamira und die Geweihten und dass er sie vielleicht in seinen Bildern verarbeitet hat. Jedoch gibt es im Moment noch zu wenig Hinweise, um diese Theorie zu bestätigen. Als die Frage nach jemandem laut wird, der uns durch die Akademie führen könnte, fällt die Wahl auf Eboreus, den Novizenmeister, da Iltscha ihm uneingeschränkt traut und wir eh einige Fragen an ihn haben würden. Die Gefährten beschließen allerdings, sich möglichst wenig von dem Geweihten begleiten zu lassen und die meiste Zeit eigenständig Erkundigungen einzuholen, damit die Gespräche nicht durch die Anwesenheit des Novizenmeisters beeinträchtigt würden.

Während wir uns auf den Weg zu Eboreus machen, überlegt Sotolosch, ob vielleicht jemand auf magische Weise unsichtbar gemacht worden ist, um Pjetrow zu entführen. Es wird auch darüber gesprochen, ob eine Entführung mit elementaren Wesenheiten vonstatten gegangen sein könnte und wie auffällig das gewesen wäre. Yamira hat aber Zweifel, was diese beiden Theorien angeht. Vom Erzmagus erfahren wir schließlich nicht nur, wo der Novizenmeister seine Kammer hat, sondern auch, dass es sich um eine äußerst beliebte und im gesamten Hesindendorf geschätzte Person handelt. Und nachdem wir von diesem
freundlich begrüßt wurden, uns vorgestellt und ihn über unseren Auftrag in Kenntnis gesetzt haben und ihm auch das Schreiben vorgezeigt haben, ist Eboreus gerne bereit, unsere Fragen zu beantworte. Der Erzmagus nutzt die Gelegenheit, um sich zu verabschieden und wieder in die Akademie hinüber zu gehen.

Der Novizenmeister spricht in Höchsten Tönen über Pjetrows Talent und lobt auch sein Verhalten im Allgemeinen. Im Umgang war er immer recht distanziert, ist aber trotzdem mit allen gut zurechtgekommen. Die Trennung von Catalinya fand vor etwa zwei Wochen statt. Pjetrow hat die Entscheidung damit begründet, dass sie ihm nicht gut täte und er sich mehr auf seine Malerei konzentrieren wollte. Es gab noch zwei weitere Damen, die sich für den Künstler interessierten: Selwine Juchskis ist eine Geweihte, über deren Annäherungsversuche Pjetrow sich beklagt hat, das ist allerdings schon länger her. Zuletzt und vor allem nach seiner Trennung von Catalinya wurde er von Rika Kunzke umworben, die ebenfalls im hiesigen Tempel das Noviziat absolviert. Auch durch sie fühlte er sich sehr bedrängt, so dass er sich bei dem Novizenmeister über sie beschwert hat.

Bevor der Novizenmeister uns zum Raum Pjetrows bringt, erfahren wir noch, dass Pjetrow zuletzt an einem Bild gemalt hat, welches ebenfalls mit ihm verschwunden ist. Es handelt sich dabei um die Darstellung einer Schlacht zwischen Goblins und Theaterrittern aus der Zeit der Befriedung des Bornlandes. Der Raum Pjetrows wird durch eine Tempelwache gesichert, der uns allerdings gewähren lässt, nachdem wir ihm das Schreiben des Tempelvorstandes gezeigt haben. Wie wir schon von der Erzwissenbewahrerin erfahren hatten, sind die beiden Kammern, die unmittelbar neben Pjetrows Behausung liegen, derzeit nicht genutzt werden,  weil die Novizen, die dort wohnen, auf einer längeren Reise zum Hesindetempel in Kuslik sind.

Während Farahjin etwas unbeteiligt auf dem Gang stehen bleibt, durchsuchen die anderen den Raum des Novizen. Hinter einer großen Truhe findet Salix einen Zettel, auf dem ein Name notiert ist: Arlin Tismer. Ansonsten findet sich nichts Auffälliges, allerdings scheinen einige Malutensilien zu fehlen, was die Gefährten zu der Vermutung bringt, dasss die Entführer Pjetrows ihn dazu zwingen könnten, sein Bild fertigzustellen oder sogar weitere Bilder anzufertigen.

Als alles gründlich durchsucht ist, machen wir uns auf den Weg zur Bibliothek. Dort treffen wir auf den einarmigen Bibliothekar Rudjew Turjeleff, bei dem Salix sich erkundigt, wer zuletzt Bücher ausgeliehen hat, in denen Informationen zu der Gottheit Xeledon zu finden sind oder die sich mit den Themenbereichen Perfektion oder Malerei befassen. Dabei stoßen wir auf die Namen Joost von Kirschhausen und Hesindir Walsjakow, die sich schon vor dem Verschwinden Pjetrows mit Büchern beschäftigt haben, in denen man Informationen zu Xeledon findet. Die Bücher über Malerei hat sich vor allem Pjetrow selbst ausgeliehen, während sich zuletzt Esindiago Ulmensen vor etwa 3 Wochen ein Werk ausgeliehen hat, welches sich mit Perfektion auseinandersetzt.

  • Wissen über Xeledon: Joost von Kirschhausen & Hesindir Walsjakow
  • Abhandlungen über Malerei: Pjetrows
  • Bücher, die sich mit dem Themenkomplex Perfektion befassen: Esindiago Ulmensen

Als nächstes scheint es uns an der Zeit, Semkin Muselken, den Hauptmann der Tempelwache, aufzusuchen, da er sich bislang mit den Untersuchungen zu Pjetrows verschwinden befasst hat.


Aus dem Tagebuch des Farahjin ohne Heimat

3. Boron, 4827 FdW (1005 BF), Festhum - Zu Besuch bei Magister Rakorium

Eigentlich wäre der Besuch in der Magierakademie eher unspektakulär gewesen, was ein bisschen lustig ist, weil an der Tür zum Arbeitszimmer des Magisters, zu dem wir nach kurzem Warten vorgelassen wurden, neben einigen anderen Titeln, die ich mir alle vorlesen ließ, immerhin auch "Spektabilität der Halle des Quecksilbers" aufgeführt war. Doch nachdem wir, naja eigentlich war es vor allem Salix, ihm vorgetragen hatten, was wir bisher über die merkwürdigen Vorgänge in Festhum rund um das Verschwinden des Künstlers Pjetrow herausgefunden hatten, konnte er nur wenig beitragen, was uns weiter gebracht hätte. Den merkwürdigen Ausspruch "Quod non perfectum est, delendum esse", von dem Salix angenommen hatte, es könnte sich um ein Zitat handeln, kannte er nicht und auch von den "Spöttern Xeledons" hatte er zuvor noch nicht gehört. Er bot sich jedoch an, uns in den Hesinde-Tempel zu begleiten und mit uns bei der obersten Hesinde-Geweihten des ganzen Bornlandes, der Erzwissensbewahrerin Iltscha Krasnakoff, vorzusprechen. Das ist natürlich schon eine große Hilfe, immerhin ist nicht klar, ob wir ohne den Magister überhaupt zu ihr vorgelassen worden wären.

Eigentlich hätten wir jetzt guter Dinge in den Tempel hinüber gehen können, es waren ja wirklich nur ein paar Schritte von der Akademie aus. Aber unser Adliger hielt uns an, noch einen Moment zu warten. Ich erwartete nichts Gutes, immerhin war Salix mir schon zuvor damit auf die Nerven gegangen, dass er ständig Fragen gestellt hat, auf die er aber überhaupt keine Antwort hören wollte. Stattdessen beantwortete er sie nach kurzer dramatischer Pause selbst, um uns an seinem Wissen teilhaben zu lassen. Und selbst als ich ihm einmal mit einer Antwort zuvor gekommen bin, hat er trotzdem einfach weiter geredet und mich einfach ignoriert. Ich glaube inzwischen, dass er meine Ideen oder Einwände bewusst übergeht, um mich herabzusetzen, auch wenn ich nicht weiß, was seine Beweggründe dafür sind. Früher, als wir noch auf dem Schiff oder in den Dschungeln des Regengebirges unterwegs waren, war mir das nicht so aufgefallen. Aber hier in Festhum wird die Ablehnung doch sehr deutlich. Sicher war es kein Zufall, dass er gestern ausgerechnet Jergan aufgeführt hat, als er Sotolosch erklärt hat, dass in allen mittelreichischen Städten das Lex Zwergia gilt, also jenes Gesetzt, welches die besonderen Rechte der Angehörigen des kleinen Volkes regelt.

Und leider sollte ich auch jetzt Recht behalten, was meine Vorahnung anging. Denn nun erklärte Herr von Wolpertingen uns, natürlich in Form des üblichen Frage-Antwort-Spiels, wie wichtig es der Kirche der allwissenden Schwester sein würde, Stillschweigen über die Geschehnisse zu bewahren. Somit sollten wir von uns aus bereits anbieten, den Deckmantel des Schweigens über alles zu legen, was man uns im Inneren des Gotteshauses berichten würde. Und, und dieser letzte Hinweis richtete sich klar an mich und vielleicht auch noch an Cian, es würde dieses Mal auch nicht genug sein, einfach nur zuzusagen, dass man Stillschweigen bewahren würde, wenn man das eigentlich überhaupt nicht vorhätte. Dass er mir damit unterstellte, ich würde eventuell wortbrüchig werden, war zu viel. Mit deutlichen Worten widersprach ich ihm und auch Cian wies zum wiederholten mal darauf hin, dass er nie etwas über die Geschehnisse in der Pyramide von H'Rabaal ausgeplaudert hatte. Eine ganze Weile ging es dann hin und her, ohne dass wir uns irgendwie sinnvoll bewegt hätten. Und schließlich war es ausgerechnet Sotolosch, der dafür sorgte, dass wir uns dann doch noch auf den Weg machten. Unseren Gesichtern konnte man aber ansehen, dass diese Sache noch nicht ausgestanden war und tatsächlich sollte die unleidliche Diskussion schon bald weiter gehen.


3. Boron, 4827 FdW (1005 BF), Festhum - Im Hesindetempel

Gemeinsam mit dem Erzmagus gingen wir die wenigen Schritte über den gepflasterten Platz vor der Akademie hinüber zum Hesindetempel. Die Tore waren weiterhin geschlossen und die Tempelwache am Eingang machte trotz der Anwesenheit seiner Magnifizienz keine Anstalten, uns ins Innere vorlassen zu wollen. Erst durch entschiedenes Zureden ließ sie sich dazu bewegen, doch einmal nachzufragen, ob die Erzwissenbewahrerin uns empfangen wollte. Und zur Überraschung der Wache gewährte diese uns eine Audienz, so dass wir kurz darauf durch den großen Andachtsraum geführt wurden. Wir waren etwas irritiert, am Boden des menschenleeren runden Raumes etliche Schlangen vorzufinden. Doch immerhin sind es die heiligen Tiere der allwissenden Schwester und uns wurde von dem Wächter auch versichert, dass es sich nicht um Giftschlangen handele und dass uns von ihnen keine Gefahr drohte.

Nachdem wir den großen Raum verlassen und einen der sternförmig abgehenden Gänge durchschritten hatten, standen wir vor einer aus edlem Holz gefertigten mit reichlichen Verzierungen versehenen Tür. Es handelte sich um den Eingang zum Arbeitszimmer der Tempelvorsteherin, die uns hereinbat und innerhalb des geräumigen prächtig eingerichteten Zimmers an einem großen Tisch Platz nehmen ließ. Es gab eine knappe Vorstellung aller Anwesenden und nach ein paar einleitenden Worten trugen wir vor, warum wir uns an die Geweihte gewendet haben und was wir bisher über die Umstände des Verschwindens des begnadeten Künstlers wussten. Und dann kam, was kommen musste. Ihre Eminenz Iltscha Krasnakoff wies mit großen Worten darauf hin, wie bedeutsam doch die Geheimhaltung der Geschehnisse für die Hesindekirche wäre und ließ sich von den Anwesenden versichern, dass diese Stillschweigen über alles wahren würden, was sie über die Vorgänge innerhalb der Kirche erfahren würden. Yamira, Sotolosch und Salix versicherten ihr sofort, zu schweigen, dann richteten sich alle Blicke auf mich, wobei die Anwesenden mich mit sehr unterschiedlichen Minen anblickten. Einige guckten einfach nur streng, manch einer wirkte eher bangend, dass ich bloß nichts Falsches sagen würde, bei anderen meinte ich auch, ein leicht triumphales Lächeln zu erkennen.

Dass ich erst einmal gar nichts sagte, machte die Situation nicht besser. Ich musste aber überlegen, was ich antworten könnte, um mich einerseits nicht zu verstellen und meiner Meinung Ausdruck zu verleihen und andererseits niemandem zu sehr vor den Kopf zu stoßen. Manchmal wird auch das Gespräch einfach fortgesetzt, wenn man nicht antwortet und in dieser Situation hätte ich das sehr begrüßt. Aber so kam es leider nicht, also erklärte ich, dass ich nicht nachvollziehen konnte, warum man wegen dieser Sache so ein Aufhebens machte. Immerhin waren wir gerade alle von einer Expedition zurückgekehrt, bei der wir verhindert hatten, dass die göttliche Klinge Siebenstreich dämonischen Mächten in die Hände fiel. Und das Wissen um die Geschehnisse in der Pyramide von H'Rabaal sei doch wohl um ein Vielfaches sensibler als das, was man hier im Festhumer Tempel vielleicht enthüllen konnte. Und damals musste auch nicht ein jeder geloben, den Mund zu halten. Und doch hatten wir alle oder zumindest ich es natürlich getan, nachdem der Magister uns darum gebeten hatte. Hätte die Geweihte uns einfach nur aufgefordert, Stillschweigen zu bewahren, dann hätte ich mich natürlich daran gehalten. Aber nachdem mir erst Salix in der Akademie und jetzt indirekt auch noch die Erzwissensbewahrerin durch die Frage unterstellte, ich würde mich nicht an eine solche Anordnung halten, verletzte mich tief.

Offenbar hatte ich meine Worte aber nicht gut gewählt. Denn sie brachten die Anwesenden und vor allem die Geweihte nur dazu, den Vergleich rigoros abzulehnen und nur noch vehementer auf die Notwendigkeit zur Verschwiegenheit in dieser Sache hinzuweisen. Vielleicht war es aber auch egal, was ich sagte und es ging nur darum, dass ich ein Maraskaner bin und dass uns die Bornländer offenbar genauso wie die Garethjas nicht über den Weg trauten. Zumindest spricht sehr stark dafür, dass nachdem ich ebenfalls zugesagt hatte, Stillschweigen zu bewahren, das Thema erledigt war, ohne dass Cian sich in irgendeiner Weise dazu geäußert hatte. Ein bisschen bin ich aber auch froh darüber, dass er vergessen wurde. Denn so kann Cian später immer noch nach seinem Gewissen entscheiden, wie er mit seinem Wissen umgehen will, ohne dass er wortbrüchig würde und damit seine Ehre verlöre.

Anschließend erzählte uns Iltscha Krasnakoff das Wenige, was sie zu dem Verschwinden Pjetrows wusste und stattete uns mit einer Liste von Personen aus, die uns weitere Hinweise geben könnten sowie mit einem Schreiben, das bestätigte, dass wir in ihrem Auftrag innerhalb des Tempels nachforschen würden. Das hatte ihr nämlich Herr von Wolpertingen angeboten und sie war nur zu dankbar darauf eingegangen, nachdem Semkin Muselken, der Hauptmann der Tempelwache, die bisherigen Untersuchungen nur mit sehr wenig Erfolg geleitet hatte und das Misstrauen zwischen den Tempelbewohnern zuletzt immer mehr zugenommen hatte. Dazu hatte wohl auch ein Traum beigetragen, den mit sehr großen Übereinstimmungen irritierender Weise nicht nur mehrere Geweihte innerhalb des Tempels, sondern auch Yamira in der letzten Nacht gehabt hat. In diesem Traum biss sich die heilige Schlange der allwissenden Schwester nicht nur so in den Schwanz, dass sie einen Kreis bildete, so wie es auf vielen Darstellungen der Fall ist, um die Einigkeit innerhalb der Anhängerschaft auszudrücken. In dem Traum jagte sich die Schlange selbst und verschlang sich schließlich regelrecht. Man musste kein Gelehrter sein, um diesen Traum zu deuten und es ist nachvollziehbar, dass er den Leuten Sorgen bereitet.

Nachdem das Gespräch mit der Erzwissenbewahrerin beendet war, führte uns zunächst der Erzmagus zum Novizenmeister Eboreus. Wir stellten ihm fast die gleichen Fragen wie der Geweihten und bekamen viele bereits bekannte und ein paar neue Informationen. Er brachte uns dann auch zu Pjetrows kleiner Kammer, die von meinen Gefährten gründlich durchsucht wurde. Sie fanden etwas versteckt eine abgerissene Notiz mit dem Namen "Arlin Tismer" und stellten fest, dass nicht nur das Bild, an dem der Künstler zuletzt gemalt hatte und welches eine Schlacht zwischen Theaterrittern und Goblins zeigen sollte, sondern auch viele Malutensilien und das Buch fehlten, in dem Pjetrow festgehalten hatte, wem er welche Bildnisse verkauft hatte. Anschließend gingen wir zur Bibliothek und meine Gefährten sprachen mit dem einarmigen Bibliothekar und erkundigten sich, wer zuletzt Bücher ausgeliehen hatte, die sie für verdächtig hielten. Yamiras Notizen wurden immer länger und inzwischen hatte sie am heutigen Tag bestimmt schon ein gutes Dutzend Namen in ihrem Buch notiert. Ich selbst war nicht in der Stimmung, mich bei den Untersuchungen groß einzubringen. Ich trottete den anderen einfach hinterher und wartete meist im Gang darauf, dass sie das nächste Ziel ansteuern würden.

Als nächstes sollte es zum Hauptmann der Wache gehen, dem man wahrscheinlich auch wieder die gleichen Fragen stellen und dann ganz überrascht tun würde, wenn der Name Catalinya fällt. Ich war schon bei dem Gespräch mit Eboreus kurz davor gewesen, mich einzuschalten und darauf hinzuweisen, dass wir diese "Bürgerliche" durchaus bereits kannten und sogar schon einen ganzen Abend bei ihr verbracht und über Pjetrow und seine Bilder gesprochen hatten. Aber damit hätte ich die anderen ziemlich bloßgestellt und mir wahrscheinlich gute Gründe anhören müssen, warum man dem einen Geweihten unbedingt die Wahrheit sagen und jedes Wort auch so meinen musste, den anderen aber Belügen oder wenigstens einen Großteil der Wahrheit vorenthalten durfte. Und auf diesen Vortrag, vielleicht sogar in Form eines Fragespiels, hatte ich wirklich keine Lust!
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Ugarkai

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Re: [DSA 4.1] Aventurische Geschichte (5/5)
« Antwort #41 am: 18. Oktober 2019, 18:55:31 »

3. Boron 1005 BF - Ermittlungen im Hesindetempel

Der Hauptmann der Garde Semkin Muselken berichtet, dass er keinen Anhaltspunkt finden konnte, wer hinter der Entführung steckt. Zudem behindert der Streit die Ermittlungen. Jeder beschuldigt jeden.
Die Wachen machen sich untereinander verantwortlich, die Wachen beschuldigen die Geweihten, die Geweihten die Wachen ... Es herrscht eine Atmosphäre des Misstrauens. Der Hauptmann hält seine Wachen für vertrauenswürdig, schließlich sind sie schon lange tätig.

Neben den Wachen und den Geweihten gibt es noch das Personal, dass ebenfalls vertrauenswürdig ist:
Die Köchin Olja Gartimpski, deren Mann Urnislav und der Knecht Mjesko Peddersen sowie Thesia die Schwester des Verstorbenen Expeditionmitglieds.

Eine richtige Spur hat Semkin nicht gefunden. Für Semkin ist Esindiago Ulmensen der Hauptverdächtige. Da der Bildhauer nach Pjetrows verschwinden nun mehr Aufmerksamkeit als Künstler mit seiner Bildhauerei genießen kann. Er steht nicht mehr im Schatten von Pjetrow. Zudem sei Esindiago ein aufbrausender Typ. Sotolosch konfrontiert Semkin, damit dass die Entführung aber doch ein sehr gut geplantes Verbrechen und somit sicher nicht aus dem Affekt begangen wurde.

Interessant sind die Ausführungen von Semkin zu früheren Sekten innerhalb der Hesindekirche. Die so genannten Ilaristen wurden verfolgt und ausgelöscht.

Verdächtigt werden auch die drei Geweihten von außerhalb, die zur Zeit zu Besuch sind. Sie werden aktuell hier festgehalten bis sich der Vorfall aufgeklärt hat. Die allgemeine Stimmung konnte gut beim Essen aufgesogen werden. Salix meinte, dass wir nach dem Zeichen zum Essen warten sollten. Anhand der Sitzordnung könne die Grüppchenbildung unter den Tempelbewohnern beobachten werden. So war es dann auch. Die zugereisten Geweihten Gilmon ay Melior Geweihter aus Drol, Libussa Nagragski  aus Kuslik und Isha al´Hakim aus Khunchom litten stark unter den Verdächtigungen und der Ausgrenzung durch die anderen. Außerdem kam es zu lautstarken Diskussionen und Beschuldigungen am Haupttisch.

Farahjin ging nicht wie die anderen Ermittelnden mit in den Essenssaal. Er fraternisierte sich mit dem Küchenpersonal und fragte das Küchenpersonal aus. Der Knecht erzählte von Kavernen unter der Statue, da sei ein Gang, da er die Erzwissensbewahrerin aus der Statue hat hervorkommen sehen.

Auch im Hesindetempel ist bekannt, dass sich Pjetrow und Catalinya vor einer Woche getrennt haben.
Es scheint einen kleinen Zickenkrieg unter den beiden größten Verehrerinnen (Rika und Selwine) von Pjetrow zu geben.

Bei der Tempelführung durch Eboreus Jannerloff erhalten die Helden einen guten Überblick über die Lokalität. Yamira war vom Vivarium mit den Giftschlangen nicht sehr angetan. Insgesamt gibt es sehr viele Quartiere und einen Gästebereich. Viele Quartiere stehen allerdings aktuell leer, da die fast fertigen Novizen und ein Teil der Geweihten nach Kuslik gereist ist, um die Weihe mitzuverfolgen.

Interessant war bei der Führung, dass die Bleikammern unter dem Tempel zumindest in den höheren Weihegraden gar kein so großen Geheimniss darstellt. Allerdings hat man nur in Begleitung der Eminenz Zugang.

Yamira teilte uns mehrfach mit, dass sie Eboreus nicht vertraue.

Albin Laikes berichtete, dass Najescha erzählt habe, dass Pjetrow in einem finteren Ritual geopfert werden solle.
Albin, Nachbar von Pjetrow, hat nachts Geräusche vernommen. Rika Kunzke bestätigte, dass die dort nächtens unterwegs war.
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Ugarkai

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Re: [DSA 4.1] Aventurische Geschichte (5/5)
« Antwort #42 am: 18. Oktober 2019, 19:02:02 »

3. Boron 1005 BF - Mehr Ermittlungen im Hesindetempel

Joost von Kirschhausen

Im Hesindetempel Festums sprachen wir mit Joost von Kirschhausen, einem älteren Geweihten des Tempels, dessen Aufgaben der Unterricht der Novizen und die Buchführung des Tempels waren. Er selbst hatte sich vor längerer Zeit mit dem Halbgott Xeledon auseinandergesetzt und hält das Vorgehen der Spötter für falsch, weil sie Kunst zerstören, während der Sohn der Göttin Hesinde und eines Menschen, des heiligen Ingalf von Silas, seine Freude aus dem Nicht-Perfekten zieht. Von Kirschhausen ist davon fasziniert, dass und wie ein Mensch das Wohlgefallen der Göttin errang. Laut des Geweihten sei wahre Perfektion nur den Göttern vorbehalten. Interessanterweise nutzte er für den Novizenunterricht die Annalen des Götteralters als Lehrbuch.
Er meinte, dass das Verhältnis von Pjetrow zum Novizenmeister Eboreus besonders stark war. Da er niemandem aus dem Tempel die Entführung zutraute, konnte er nur die Gäste des Tempels als mögliche Verdächtige benennen und glaubte, dass das Verschwinden des jungen Malers mit einer "übernatürlichen Aktion" zusammenhängen müsste.

Theater auf dem Flur

Danach verließen wir sein Zimmer um auf dem Flur einen Streit über Spekulationen, z.B. darüber ob Pjetrow durch Spott aus dem Tempel gelockt wurde, und darauf aufbauende Fragen zu führen. Aber wir stritten auch darüber ob es klug ist vor den Türen der Geweihten einen solchen Streit auszutragen und welches die der Etikette genügende Grußformel im Tempel wäre. Danach diskutierten wir noch ob wir die Befragung der Folge der Zimmer nach weiter fortsetzen sollten oder durch den Tempel hin und her rennen um vermeintlich verdächtigere TempelbewohnerInnen vor den womöglich weniger verdächtigen zu befragen.

Barnhelm Grumpen

Wir gingen dann zum nächsten Zimmer, wo der Mentor Barnhelm uns mit einer spöttischen Bemerkung zu unserer Darbietung auf dem Flur in den miefenden Raum einließ. Er war ebenfalls einer der Lehrer des Tempels. Sagte er uns, was er vorher von unserem Gespräch auf dem Flur aufgeschnappt hatte, als er meinte, dass der in jüngerer Vegangenheit oftmals niedergeschlagene Pjetrow von sich aus gegangen sei? Er meinte zudem, dass eine vorgtäuschte Entführung den verschwundenen Novizen, der vielleicht noch ein halbes Jahr bis zu seiner Weihe hatte, vor den Nachstellungen seiner Verehrerinnen hätte bewahren können.

Hesindir Walsjakow

Auch der junge, sehr nervös wirkende Geweihte hilft beim Unterricht und kümmert sich neben anderen Dingen um die Schlangen des Tempels. Pjetrow hatte ihm einmal gesagt, dass seine Bilder seine Stimmungen wiedergegeben hätten. Er konnte uns erklären, dass das Brevier der zwölfgöttlichen Unterweisung die Sicht der Kirchen wiedergäbe, während die Annalen des Götteralters umstritten waren. Allerdings seien beide beim Thema Xeledon deckungsgleich. Er würde die Wachen wegen ihrer Funktion verdächtigen, aber wusste kein anderes Argument gegen sie vorzubringen.

Esindiago Ulmensen

Der Bildhauer unter den Geweihten gab zu, dass er etwas neidisch auf das Talent von Pjetrow war. Auch meinte er, dass manche Diskussionen der beiden lauter wurden, aber bestritt, dass dies handfeste Streits waren. Im wesentlichen hatten die beiden unterschiedliche Auffassungen zum Thema Kunst. Während Pjetrow das perfekte Bild schaffen wollte, vertrat Esindiago Ulmensen die Position, dass wahre Perfektion nur den Göttern vorbehalten sei, denn Menschen sind voller Fehler und übertragen die Fehler auf ihre Werke. Für ihn waren die Bilder des Gesuchten aufgrund von Verbesserungspotential bei Farbwahl und Pinselführung nicht perfekt.
Er beschrieb uns noch Finsternis, eines der späten Bilder von Pjetrow, welches eine darbende Landschaft die in Dunkelheit gehüllt ist darstellen soll. Ein möglicher Käufer kann niemand von den üblichen aus dem Hesindedorf sein, weil sich dies herumgesprochen hätte. Ebenfalls verneinte er, dass es einen Zwischenhändler gäbe.
Xeledons Spötter hielt er für einen gefährlichen Haufen Irrer. Wenn er an einen Täter dachte, dann an einen von außerhalb, wodurch der Blick auf die Wachen fiel.

Rudjef Turjeleff

Für den Bibliothekar waren Xeledos Spötter aus anderen Teilen der Kirche, z.B. dem Lieblichen Feld, bekannt. Er hält sie für verblendet, da sie zerstören anstatt wie Xeledon zu spotten. Von Entführungen durch die Sekte war bisher nichts bekannt.

Najescha

Sie konnte berichten, dass sich Rika und Selwine wegen Pjetrows Kunst in den Haaren hatten. Sie kritisierte die gegenseitigen Beschuldigungen im Tempel und das der Verschwundene nicht gemeinsam gesucht wurde. Sie ist seit einigen Jahren im Tempel und kommt ursprünglich, wie auch Pjetrow, aus Norburg. Sie hatte die Vermutung, dass es um dessen Familie nicht gut gestanden hätte.
Sie glaubte nicht, dass die Spötter ihn entführt haben.

Libussa Nagragski

Die reisende Geweihte ist erst seit drei Wochen im Tempel. Pjetrows letzte Bilder haben sie mitgenommen, aber wegen Mißfallens hatte sie diese nicht weiter betrachtet. Von Sotolosch wurde sie gefragt wie wir weiter vorgehen sollten, denn je schneller wir Pjetrow finden würden, desto eher könnte sie weiterreisen.
In ihrer Heimat sind die Spötter aufgetreten, allerdings um Abscheulichkeiten zu verspotten und so womöglich andere vor diesen zu beschützen. Ihrer Meinung nach haben an der Entstehung von Abscheulichkeiten nur die Diener und Anhänger der Feind der Zwölf ein Interesse.

Gilmon ay Melior

Das Spezialgebiet des Drolers war die Geschichte der Theaterritter. Das nutzte Sotolosch um ihn über die Eroberung des Bornlands auszufragen.

Isha al´Hakim

Die Dame ist erst kurz vor dem Ereignis in den Tempel gekommen. Sie verstand sich auf das Prophezeihen und Kartenlegen, was sie auch für uns am folgenden Tag tun wollte.

Ein Geist? Ein Dschinn?

Sotolosch befragte Yamira noch dazu, ob und ein Geist oder Dschinn bei der Suche nach Pjetrow helfen könnte.

Selwine Juchski

Selwine war eine Geweihte die in Pjetrow verliebt war. Sie schwärmte von ihm, aber nicht so distanzlos wie Rika. Sie hatte eingesehen, dass er nicht das gleiche für sie empfand wie sie für ihn. Wenn auch resingniert, war sie mehr oder weniger über ihn hinweg. Sie konnte sich vorstellen, dass Rika hinter der Sache steckt.

Sindana Luminoff

Die Geweihte und Lehrerin hatte die leise Vernutung, dass es nicht die Spötter waren, sondern jemand der Unfrieden stiften wollte.

Alle Wachen

Die Befragung aller Wachen ergab, dass diese ihren Dienst verrichtet hatten und nicht wissen wie das Verschwinden des jungen Novizen Pjetrow passierte.
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Ugarkai

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  • 18. Oktober 2019, 19:23:18
Re: [DSA 4.1] Aventurische Geschichte (5/5)
« Antwort #43 am: 18. Oktober 2019, 19:23:18 »

03. Boron 1005 BF - Noch mehr Ermittlungen

Nachdem die Helden mit sämtlichen Tempelbewohnern abgesehen vom Küchenpersonal gesprochen haben wird es Zeit für das Abendessen, anders als beim Mittagessen begeben sie sich dabei sofort zum Speisesaal. Ganz automatisch verteilen sie sich wieder an unterschiedliche Tische, Farahjin, der beim Mittagessen fehlte, setzt sich an den Tisch mit Rika, Selwine, Najescha, Albin und Hesindir, die anderen sitzen dort wo sie bereits beim Mittag saßen. Die Stimmung scheint sich allgemein ein wenig gebessert zu haben, es ist immer noch sehr ruhig, es gibt kaum Gespräche, aber es gibt zumindest keine offenen Anfeindungen mehr. Semkin Muselken erkundigt sich bei Salix nach dem Stand der Ermittlungen, ihre Eminenz äußert erneut die Hoffnung die ganze Sache möge schnell erledigt sein bevor noch schlimmeres passiert. An seinem Tisch versucht Farahjin die anderen in ein Gespräch zu verwickeln scheitert aber zuerst an Rika, die kein anderes Thema als den wunderbaren Pjetrow zu haben scheint und später an der allgemein düsteren Stimmung. Albin erzählt ihm noch dass zur Zeit kein Unterricht stattfindet, zum einen natürlich weil viele der Novizen in Kuslik sind, zum anderen aber auch wegen der Sache mit Pjetrow.

Nach dem Essen begeben die Helden sich in die Küche um auch die Köchin, ihren Mann, Mjesko und Thesia zu befragen, Farahjin entschließt sich im Speisesaal zu warten weil er sein vorher aufgebautes Verhältnis zum Küchenpersonal und das ihm entgegen gebrachte Vertrauen nicht gefährden will.
Bei der Befragung kommt wie zu erwarten war nichts wirklich neues heraus, Olja Gartimpski scheint sich große Sorgen um Pjetrow zu machen, Mjesko erzählt stolz von dem Geheimnis dass er heraus bekommen hat als er die Erzwissenbewahrerin aus der Statue heraus kommen sah, von weiteren Geheimgängen oder Kellern weiß er allerdings nichts. Zu Pjetrow oder seiner Entführung kann keiner etwas neues berichten.
Nachdem als letztes auch die verständlicherweise immer noch sehr bedrückte Thesia Tuljow befragt wurde spricht Salix sie noch einmal auf ihren Bruder an. Er erklärt ihr noch einmal wie wichtig er für die Mission und für alle Beteiligten gewesen war, dann überreicht er ihr die Flasche aus der bei seiner Beisetzung alle auf ihn getrunken hatten, diese hatte er mit der Erde von Wassjews Grab gefüllt. Thesia scheint zuerst verunsichert zu sein, nachdem Salix ihr aber erklärt es könne ihr vielleicht als eine Art Andenken dienen nickt sie und bedankt sich, dann zieht sie sich zurück, bittet darum alleine sein zu dürfen.

Salix holt die anderen kurz zusammen und sie entscheiden nach kurzer Diskussion sich in den Speisesaal für eine ausführlichere Besprechung zurück zu ziehen, an diesen grenzt kein Zimmer von dem aus sie belauscht werden könnten und es ist unwahrscheinlich dass sie jetzt, kurz nach dem Essen, von jemandem gestört werden, außerdem ist der Raum, grade für Yamira, wesentlich angenehmer als das Vivarium.
Bevor jemand anderes etwas sagen kann ergreift Salix das Wort und erklärt dass es 2 Dinge zu klären gilt. Zum einen müsse man erst einmal gründlich überlegen ob man dieser Sache wirklich gewachsen sei und ob es einigen in der Gruppe überhaupt möglich sei sich angemessen zu verhalten. Danach müsse man dann zusammen überlegen was heraus gefunden wurde und wie man nun weiter vorgehen kann.
Da nicht alle nachvollziehen können worum es Salix bei der ersten Sache geht und es allgemein zum ein oder anderen Mißverständnis in der Gruppe kam kommt es nun zu einem klärenden Gespräch, wer hat sich über wen geärgert, wer hat sich wann eventuell falsch verhalten. Diese Aussprache scheint der Gruppe gut zu tun, alle sind sich einig dass man an dieser Sache weiter arbeiten möchte und versprechen sich so angemessen wie möglich zu verhalten, dann schlägt Salix vor Reihum zusammen zu tragen wer welche Vermutungen und Ideen hat, er selbst fängt an.

Zuerst verwirrt er die anderen mit der Aussage dass es egal sei ob Pjetrow nun entführt oder freiwillig gegangen, verschleppt oder beeinflusst wurde, dann aber erklärt er dass es viel mehr darauf ankomme dass jemand nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern, seiner Meinung nach, beabsichtigt hatte dass es zu solch einem Chaos kommt. Ihm selbst würde dazu nur eine Möglichkeit einfallen und es wäre ja auch bekannt das Geweihte versucht werden können und nicht alle stark genug wären dem zu widerstehen. Das Pjetrow dabei derjenige ist hält er für ausgeschlossen, er wäre vermutlich nur irgendein Mittel, vermutlich sollen seine späteren Bilder aus irgendeinem Grund in Umlauf gebracht werden. Salix verdächtigt Joost von Kirschhausen dahinter zu stecken, der ältere Geweihte war ihm durch seine starke Faszination zu Xeledon, und dem Wunsch aufgefallen seiner Göttin so nah sein zu können wie es Xeledons Vater war. Dies sei schon eine durchaus frivole, wenn nicht sogar häretische Ansicht, außerdem sei der Geweihte ungewöhnlich selbstsicher aufgetreten, Beweise hat Salix allerdings ansonsten keine.
Dann erklärt er noch dass eigentlich alles was die Gruppe in Erfahrung bringen konnte auf Rika Kunzke hindeuten würde, dass er aber eigentlich nicht davon ausgeht dass sie etwas damit zu tun hat. Yamira erklärt dass auch sie diese Möglichkeit unwahrscheinlich findet, Rika ist einfach viel zu sehr davon überzeugt dass sich Pjetrow sowieso irgendwann für sie entscheiden wird.

Nun ist Yamira an der Reihe. Sie selbst hat keine Ahnung wer letztendlich hinter dieser Tat stecken könnte, sie hält Xeledons Spötter aber für eine Finte, es macht einfach keinen Sinn dass sie dahinter stecken, ein mitmischen der Gegenspieler der 12 macht auch für sie mehr Sinn. Yamira erklärt außerdem noch einmal dass sie dem Novizenmeister Eboreus Jannerloff einfach nicht vertraut, sie hat dabei keinerlei Beweise, aber ein ausgesprochen schlechtes Gefühl. Sie denkt dass alle diesem Mann einfach zu sehr vertrauen, dass es grade für ihn so leicht wäre etwas zu planen da ihn niemand verdächtigen würde, außerdem befindet sich sein Zimmer an einer äußerst günstigen Stelle und er hatte diese besondere Beziehung zu Pjetrow, wollte ihn unbedingt weiter fördern. Sie gibt außerdem noch einmal zu bedenken dass irgendjemand scheinbar wollte dass Pjetrow vor allem sein letztes Bild, wenn nicht noch weitere, fertig malen sollte. Yamira ist fest davon überzeugt dass Pjetrow den Tempel nicht verlassen hat sondern dass er hier irgendwo festgehalten wird, es wäre viel zu gefährlich ihn an mehreren Wachen vorbei aus dem Tempel zu schaffen, außerdem bestünde immer noch die Gefahr dass jemand außerhalb des Tempels etwas mit bekommt. Sie ist außerdem überzeugt davon dass auf irgendeine Art und Weise Magie mit im Spiel sein muss, entweder hatte man Pjetrow beeinflußt oder mit einem Stillezauber gearbeitet, ein Schlafgift hält sie für unwahrscheinlich, diese Vorgehensweise wäre zu unsicher und schlecht zu kontrollieren.

Auch Cian hält Xeledons Spötter für eine Finte, er ist aber davon überzeugt das Pjetrow, mehr oder weniger freiwillig, den Tempel verlassen hat. Er ist außerdem davon überzeugt dass ein weiteres ermitteln im Tempel reine Zeitverschwendung wäre und man es lieber auf dem Zwiellichtberg oder am Leuchtturm versuchen sollte, er spricht ebenfalls von einer Finsteren Macht. Auf Nachfrage Farahjins erklärt er dass sich jemand den Ruf des Zwiellichtberges zunutze gemacht haben könnte, dort oben hätte man einfach viel mehr Ruhe weil sich so viele nicht dorthin trauen würden und wenn Pjetrow nicht immer noch dort versteckt wäre könnte man eventuell zumindest irgendwelche Hinweise finden. Dass der Berg auch als Ort für Mutproben genutzt wird würde dabei keine Rolle spielen, schließlich sei es ein großer Berg mit viel Platz um etwas, oder jemanden zu verstecken oder etwas zu planen.

Farahjin wiederum geht immer noch fest davon aus dass Pjetrow freiwillig gegangen ist. Man hätte ja gemerkt dass seine Bilder immer düsterer wurden und auch seine Stimmung wurde als zunehmend düster und melancholisch beschrieben. Vermutlich habe der junge Maler eine Schaffenskrise gehabt, sei genervt davon gewesen dass zu viel von ihm erwartet wird und dass er es einfach nicht schaffte ein wirklich perfektes Bild zu malen, aus Frust wäre er dann abgetaucht um das alles hinter sich zu lassen. Den ganzen Aufstand und die Drohbriefe führt Farahjin darauf zurück dass es immer noch ein Künstler ist der darauf vielleicht doch nicht verzichten konnte.
Die anderen scheinen mit Farahjins Idee nicht übereinstimmen zu können, Salix fragt sich ob Pjetrow wirklich für so viel Leid gesorgt hätte und wie die Verfolger von Catalinya da rein passen würden, Yamira gibt zu bedenken dass Pjetrow für so etwas einfach nicht der richtige Typ Mensch zu sein scheint. Salix gibt außerdem zu bedenken dass nach allem was nun passiert war Pjetrow auf jeden Fall Festum verlassen mußte, da war doch ein solcher Aufstand wirklich unnötig. Kurz besprechen die 5 noch einmal die Beziehung zwischen Catalinya und Pjetrow, warum hatte sich der junge Maler wirklich von ihr getrennt? Er wirkte nach der Trennung noch trauriger, war er eventuell von jemandem gedrängt worden sich zu trennen? Und wer hatte etwas davon? Hatte es beim Novizenmeister nicht so geklungen als wäre es ihm ganz recht dass Pjetrow sich getrennt hatte?
Farahjin erklärt dass es für ihn 3 Dinge gibt denen man nachgehen müßte. Zum einen könnte man überprüfen ob die beiden Schreiben von Xeledons Spöttern von derselben Person geschrieben wurden und ob die Schrift der Erzwissenbewahrerin eventuell bekannt vorkommt. Farahjin vermutet auch dass der Name Arlin Tismer kein wirklicher Name ist sondern eine Art Hinweis, oder vielleicht die Buchstaben vertaucht worden um den wirklichen Namen zu verschleiern. Seine letzte Idee dreht sich um den Traum den nicht nur einige der Geweihten hatten sondern auch Yamira, was bedeutete er und wer hatte genau diese Träume gehabt. Auch Yamira sagt dass sie die Erzwissensbewahrerin noch fragen wollte welche Geweihten genau die Träume hatten, denn keiner hatte in der Befragung etwas davon erwähnt.
Außerdem fragen sich nun wieder alle wer die letzten Bilder gekauft haben könnte und warum keiner einen Namen wußte, außerdem warum niemand etwas mit dem Namen Arlin Tismer anfangen konnte. Salix vermutet jemand habe wohl nicht nur die Bilder gekauft, sondern den Einfluss der von diesen Bildern ausging, das würde aber bedeuten dass derjenige genau über Pjetrow, seine Bilder und deren Fähigkeiten bescheid wußte.
Sotolosch merkt an dass man nun die Möglichkeiten abwägen müsse, manche Dinge ausschließen und sich dann auf das wahrscheinlichste konzentrieren. Auf Salix Nachfrage entgegnet er dass er selbst keine wirklich Idee und erst recht keine Beweise hatte, es würde so viele Möglichkeiten geben, so viele Hinweise, er selbst habe keine Idee.

Noch einmal besprechen die Helden ein paar der Ideen, versuchen sich einen guten Plan zurecht zu legen. Wurde Catalinya eventuell sogar als Druckmittel gegen Pjetrow eingesetzt damit er weiter malte oder mit kam? Hatte dann vorab irgendwer die beiden oder Catalinya beobachtet? Hatte jemand auffällig viele Fragen gestellt und war das jemandem aufgefallen? Und wie konnte es sein dass der junge Rahjageweihte davon wußte dass ein junger Novize verschwunden war, wer hatte irgendetwas weiter erzählt?
Noch einmal kommt die Idee auf Yamira könne sich auf magischem Wege in Catalinya verwandeln und dann als Lockvogel dienen, erneut ist Yamira von dem Plan weder begeistert noch überzeugt, immerhin gehöre mehr dazu als so auszusehen wie die junge Kunstsammlerin, außerdem wäre es möglich das der ganze Vorgang von irgendwem beobachtet wurde. Der Plan wird erst einmal nach hinten verschoben.

Die Gruppe entscheidet sich mit Stippen zu reden, vielleicht wußte er etwas über diesen Arlin Tismer oder konnte etwas in Erfahrung bringen, außerdem war es dem Straßenjungen und ein paar Freunden vielleicht möglich die Villa der di Brelacs im Auge zu behalten und vor allen Dingen heraus zu finden ob jemand anderes sie beobachtete. Salix regt außerdem an noch heute Nacht auf den Zwiellichtberg zu gehen und sich dort umzuschauen, zu lange sollte man damit nicht warten, sonst würden eventuell Beweise verschwinden. Yamira regt an eventuell im Tempel zu übernachten, vielleicht tut sich in der Nacht irgendetwas, außerdem mußte Uribert unbedingt eine Nachricht bekommen, immerhin wartete er darauf dass die 5 irgendetwas über Fredo heraus gefunden hatten. Als erstes, da sind sich alle einig, stand nun aber ein Gespräch mit der Erzwissensbewahrerin an. Neben allen Informationen die man ihr geben konnte und Fragen die man noch an sie hatte mußte man sie vorsichtig darauf ansprechen dass die geheimen Bleikammern nicht wirklich geheim waren und fragen ob es vielleicht möglich ist dass Pjetrow dort versteckt wird. Farahjin möchte zuerst nicht mit zu ihr, ist sich aufgrund des Verhaltens am Vormittag nicht sicher ob es nicht besser wäre wenn er wartet, Yamira und vor allem Salix überzeugen ihn aber mitzugehen, es wäre wichtig als Einheit aufzutreten und auch zu beweisen dass man sich angemessen benehmen kann, Farahjin verspricht das ganz sicher nichts peinliches passieren wird.

Auch Iltscha Krasnakov kann mit dem Namen Arlin Tismer nichts anfangen. Auf die Bleikammern angesprochen gibt sie sich zuerst verwundert dass die Helden etwas darüber wissen, seufzt dann aber und meint vermutlich wären sie nicht so geheim wie sie sein sollten. Das Pjetrow dort unten gefangen gehalten wird ist allerdings auszuschließen, sie selbst war seit seinem Verschwinden mehrfach dort unten gewesen und hatte nachgesehen, wenn dort irgendetwas gewesen wäre hätte sie es gefunden. Von anderen Räumen, Gängen oder Kellern weiß sie nichts, auf Sotoloschs Aussage er wolle sich sowieso noch einmal einen einem Bauplan anschauen reagiert sie etwas verschnupft und stellt noch einmal deutlich klar dass es keine weiteren Gänge geben würde. Auf Salix Bitte doch einmal die Räume der verreisten Geweihten durchsuchen zu dürfen reagiert sie dagegen gelassen, dies wäre sicherlich kein Problem. Ebenfalls kein Problem stellt eine Übernachtung im Tempel dar, es sind genug Räume frei, die 5 müssen nur darauf achten sorgsam, vor allem mit dem geringen Privatbesitz der eigentlichen Bewohner, umzugehen.
Bei dem Vergleich der beiden Schriften von Xeledons Spöttern stellt sich heraus dass sie sehr sicher von der gleichen Person geschrieben wurden, einen Tempelbewohner schließt die Erzwissenbewahrerin dabei deutlich aus. Auf die Träume angesprochen erklärt sie dass sie natürlich nicht sicher sagen kann ob jeder der einen solchen Traum hatte auch zu ihr gekommen und es ihr erzählt hatte, sie wisse aber von Joost von Kirshchausen, Rudjef Turjeleff und Sindana Luminoff sicher dass sie solche Träume gehabt hätten. Yamira fällt auf dass alle genannten schon sehr viele Jahre im Tempel leben und fragt nach jüngeren Bewohnern und/oder Novizen. Iltscha Krasnakow erwidert dass sie darüber nichts wisse, vielleicht würden aber grade die jüngeren nicht mit ihr über solche Dinge reden. Salix fragt nach Eboreus Jannerloff, die Erzwissensbewahrerin ist sich nicht mehr sicher ob er von Träumen erzählt hatte gibt aber zu dass die Novizen vermutlich eher zu ihm gegangen wären. Die 5 bedanken sich und wollen nun die Zimmer der verreisten Geweihten untersuchen, Farahjin bleibt noch kurz zurück und spricht die Erzwissensbewahrerin noch einmal an. Offenbar hatte Farahjin sich die Worte von Salix zu Herzen genommen, er entschuldigte sich bei Iltscha Krasnakow für sein Verhalten am Vormittag, seine Entschuldigung wird von ihr angenommen, dann verläßt auch er ihr Zimmer und schließt sich den weiteren Untersuchungen an.

Da die Untersuchung der Zimmer nichts neues mehr brachte machten sich nun alle gemeinsam auf Richtung Rennbahn, denn Stippen hatte erwähnt dass man ihn dort finden konnte. Nach einer kurzen Suche finden sie ihn tatsächlich, er kommt sofort auf die Gruppe zu, während ein paar andere Kinder ein Stück zurück bleiben. Salix fragt den Straßenjungen nach Arlin Tismer und bietet ihm 2 Silberstücke an "falls er ihn kennt", Sotolosch und Farahjin bieten für diese Information ebenfalls je 2 Silber, während Yamira mit diesem Vorgehen nicht ganz zufrieden zu sein scheint. Zuerst druckst Stippen etwas herum, flüstert dann aber mehr oder weniger die wenigen Informationen die er anscheinend über Arlin Tismer hat. Offenbar handelt es sich bei dem Mann um eine "Größe aus der Unterwelt Festums", außerdem ist er der Besitzer einer Kaschemme Namens "Riff der verdorrenden Kehlen", diese befindet sich im abgesperrten Bereich den Stippen nicht betreten kann. Stippen beschreibt Arlin Tismer als einen Mann mit dem nicht gut Kirschen essen ist, der skrupellos ist und der seine Finger in vielen Dingen hat, Stippen selbst ist dem Mann allerdings nie begegnet und kann ihn nicht weiter beschreiben außer dass er finster aussehen und sehr groß sein soll.
Auf die di Brelacs angesprochen hellt sich sein Gesicht auf, die junge Frau di Brelac, die sei sehr nett, immer wieder habe sie den Kindern etwas gegeben, vor allem etwas zu essen. Die Bitte von Salix ihr Haus zu beobachten versteht der Junge zuerst falsch, wird ärgerlich und sagt sie sei nett, er wolle nichts damit zu tun haben und wolle nicht dass man ihr etwas antun könnte. Salix klärt ihn auf dass es genau darum geht das ihr nichts zustößt, Stippen und seine Freunde sollen vor allem ein Auge darauf haben ob jemand anderes das Haus beobachtet und ob irgendjemand Catalinya folgt sollte sie das Haus verlassen, auf Cians Einwurf hin soll dann auch noch Fredo beobachtet werden. Der Junge denkt kurz nach und stimmt dann zu, er verspricht auch nicht selbst einzugreifen sollte etwas geschehen, er wird dann zum Hesindetempel kommen und Salix eine Nachricht überbringen. Natürlich kann Stippen diese Aufgabe nicht alleine erledigen, er wird ein paar Freunde mitnehmen, der Junge meint 5 Silbertaler pro Tag wären dafür wohl angemessen. Einige in der Gruppe finden diese Summe viel zu hoch, es kommt zu einer kurzen Diskussion, Stippen erklärt er könne so schließlich den ganzen Tag nicht seiner normalen "Arbeit" nachgehen und es wäre eine wichtige Aufgabe für die mehrere Leute benötigt würden. Diejenigen die 5 Silber pro Tag angemessen finden setzen sich schließlich durch, Stippen bekommt die 8 versprochen Silber für die Auskunft über Arlin Tismer und macht sich dann sofort auf den Weg. Nachdem Stippen weg ist kommt es erneut zu einer kurzen Diskussion darüber das 5 Silber doch viel zu viel wären, es kommt aber diesmal nicht zu einem Streit.

Mit der neuen Information über Arlin Tismer ändert sich auch der Plan unserer Helden, nun wollen sie versuchen ihn in seiner Kaschemme ausfindig zu machen. Sie besprechen sich wie sie dort vorgehen wollen, so ganz überzeugt scheint aber vor allem Yamira von den Ideen nicht zu sein. Bevor sie nun aber ihren Plan weiter verfolgen gehen alle gemeinsam in die Elchschaufel, Farahjin möchte dort vor allem sein "schicke" Kleidung tauschen, Sotolosch will trotz Waffenverbot in der Stadt seine Axt holen. Eine Nachricht für Uribert brauchen sie dann nicht hinterlegen, sie treffen ihn in der Gaststube und erklären ihm dass sich ein wichtiger Auftrag aufgetan hatte. Als die anderen sich umziehen und ihre Sachen packen nimmt Yamira sich die Zeit Uribert zu versichern dass sich die 5 ganz sicher noch um Fredo kümmern werden außerdem fragt sie wie es bei der Häusersuche verlaufen ist. Uribert erzählt ihr er habe ein kleines Stadthaus in der Nähe des Swaffnirtempels gemietet, begeistert ist er natürlich nicht davon dass die 5 nun erst etwas anderes zu erledigen haben, er glaubt ihnen aber dass diese Sache äußerst dringlich ist, freundlich verabschieden sie sich voneinander.

Vor der Elchschaufel stehend kommt es nun zu einiger Verwirrung unter den Helden, Farahjin ist sich sicher in welche Richtung er laufen muß, Yamira vertraut ihm und geht einfach hinterher, Salix läuft strikt in eine andere Richtung. Da Cian sich als einziger wirklich zu erinnern scheint in welche Richtung man ungefähr laufen muß sammelt er erst alle anderen wieder ein und führt sie dann zum abgesperrten Bereich der Stadt.

Schon kurz vor dem Tor merken die 5 deutlich dass sie in einen sehr heruntergekommenen Teil der Stadt kommen, am Tor steht eine äußerst finster aussehende Gestalt mit komplett vernarbtem Gesicht, er hält die 5 auf. Sehr deutlich ist zu merken dass vor allem Salix und Yamira hier völlig fehl am Platz sind, aber auch die anderen 3 gehören nicht in eine solche Gegend. Farahjin übernimmt das reden und der Mann am Tor verlangt schließlich einen Beweis dafür dass die Helden genug Geld besitzen. Farahjin wirft ihm einen Silbertaler zu und darf passieren, als Sotolosch wie selbstverständlich hinterher gehen will stellt der Mann klar dass jeder von den 5en 1 Silber zu bezahlen hat. Sotolosch sieht es gar nicht ein nur für den Zutritt in den Bereich zu bezahlen, er weigert sich, wird sogar unhöflich und droht dem Mann schließlich mehr oder weniger damit einfach woanders hin zu gehen, die Gemüter hitzen sich auf. Yamira wirft dem Mann am Tor schnell einen Silber zu und huscht zu Farahjin. Sotolosch weigert sich weiter vehement zu bezahlen, scheint völlig zu vergessen dass es nicht darum ging nur etwas zu trinken sondern darum einen verschwundenen Novizen rechtzeitig zu finden bevor schlimmeres passiert, er wird immer patziger. Bevor die Situation eskaliert wirft Farahjin einen weiteren Silbertaler zu dem Mann, bevor aber Sotolosch nun reagiert nutzt Cian die Situation schamlos aus und betritt mit einem "Danke Farahjin" die dunkle Gasse, dieser ist zu perplex um etwas zu sagen. Sotolosch mosert weiter und will schließlich gehen, aber Salix bezahlt für beide und schiebt Sotolosch mehr oder weniger durch das Tor.

Nachdem sie sich noch kurz erkundigt hatten wo die "Wirtschaft" ist die sie suchen machen sich alle 5 auf den Weg, Salix und Yamira bleiben allerdings ein Stück zurück und verstecken sich abseits zwischen den Häusern, niemand glaubt dass es eine große Hilfe wäre wenn sie mit in die Kaschemme gehen, Salix wollte aber dass beide in der Nähe sind sollte etwas passieren, Cian, Farahjin und Sotolosch begeben sich ins Riff der verdorrenden Kehlen.
Es ist dunkel im Gastraum, dreckig, es stinkt und es ist voller zwielichtiger Gestalten, es ist nur noch ein Sitzplatz frei, auf diesen setzt sich Sotolosch. Farahjin organisiert 3 Bier und schaut leicht angewidert zu wie der Wirt das zwar gespülte, aber immer noch dreckige Glas mit einem noch dreckigerem Lappen auswischt um es schließlich mit etwas zu füllen das einem Bier nicht ansatzweise nahe kommt. Sorgfältig sucht sich Farahjin das Glas aus in dem am wenigsten "zusätzliche Brocken" schwimmen, die anderen Gläser reicht er an Cian und Sotolosch weiter. Der Versuch mit den anderen Personen am Tisch ins Gespräch zu kommen verläuft eher unglücklich, zuerst scheint Farahjin einen Draht zu finden, scherzt mit einem Mann darüber das "Ein Maraskaner, ein Zwerg und was auch immer er ist..." ein guter Anfang für einen Witz wäre, als ihm aber kein passender Witz einfällt wird die Stimmung wieder schlechter. Cian hatte derweil seinen Blick durch den Raum schweifen lassen und ihm war eine Stelle aufgefallen an der ein Vorhang einen weiteren Raum verbarg, von dort aus wurden er und die anderen beiden von einem Mann beobachtet. Als Cian fragt was sich hinter dem Vorhang befindet wird ihm sehr deutlich klar gemacht dass es ihn überhaupt nichts anginge.

Salix und Yamira unterhalten sich inzwischen draußen darüber ob diese Gegend hier wohl etwas ist wo ihre 3 Begleiter normalerweise verkehren und wo sie sich wohl fühlen könnten. Außerdem diskutieren sie darüber ob bzw wann sich die 3 Kameraden wohl Ärger einhandeln und wie lange es noch dauert bis es zu einem Kampf kommt.

Cian übernimmt nun das reden und gibt an Kunstliebhaber zu sein und eventuell ein Bild verkaufen zu wollen an dass er "eventuell wahrscheinlich" heran kommt, es ginge um ein Bild eines sehr angesagten Künstlers. Der Mann am Tisch blockt die Versuche Cians ab, wer wolle schon etwas von Kunst, da sei er hier komplett falsch.., die eh schon sehr angespannte Stimmung wird noch etwas beunruhigender. Als Cian schließlich erwähnt vielleicht müsse man nur mal hinter den Vorhang schauen um jemanden zu finden der Interesse hat sagt der Mann dass es nun Zeit wäre dass die 3 gehen. Cian fragt ob er sich nun bedroht fühlen soll woraufhin der Mann seine Aussage sehr bedrohlich wiederholt, Farahjin steht auf und versucht die anderen schnell zum mitgehen zu bewegen. Als der Mann und auch die weiteren Gäste im Riff nun aufstehen und verschiedene Waffen, Dolche und Knüppel ziehen zieht sich schließlich auch Cian zurück, auch wenn er sich dabei deutlich mehr Zeit lässt als die anderen.

Draußen bemerken Salix und Yamira wie zuerst Farahjin schnellen Schrittes Richtung des Tores läuft durch das sie diese Gasse betreten hatten, als er merkt dass Cian und Sotolosch in die andere Richtung gehen dreht er aber um und geht mit den anderen in Richtung des anderen Tores, vorbei an Yamira und Salix. Als sie sehen dass mehrere Männer aus der Gaststätte kommen die ihre Kameraden so zügig verlassen hatten machen sich Salix und Yamira kurz darüber lustig dass die 3  hier tatsächlich "Freunde" gefunden hatten, dann gehen sie hinter Farahjin, Sotolosch und Cian her....
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Re: [DSA 4.1] Aventurische Geschichte (5/5)
« Antwort #44 am: 18. Oktober 2019, 19:52:30 »

Aus dem Tagebuch der Yamira al´Easifa Aslamsunni ai Rashdul

03.Boron 1005BF – Besprechung und erste Pläne

Was für ein langer Tag, so viele Fragen haben wir gestellt, so viele Antworten bekommen, vieles passt nicht zusammen und nirgendwo scheint die Lösung zu sein. Wie sollten wir nur weiter vorgehen, wie konnten wir Pjetrow schnell finden und helfen? In meinem Kopf herrschte ein wildes Chaos, sämtliche Fragen, Antworten, Ideen, Befürchtungen und Vermutungen, mit wem hatten wir gesprochen, wer hatte was gesagt, wem glaubten wir, wer konnte Gründe haben Pjetrow etwas anzutun, und warum? Und was hatten diese Bilder damit zu tun, zwang wirklich jemand Pjetrow seine Bilder weiter zu malen? Zu welchem Zweck? Bald würden wir uns zusammen setzen und das alles in Ruhe besprechen müssen, und mir graute vor diesem Gespräch, denn immerhin hatten wir  erst vor ein paar Stundengläsern zwischen den Türen einiger Geweihter gestanden und uns lautstark die Meinung gesagt... nunja... die Männer hatten das getan während ich hilflos daneben stand und immer nur daran dachte wie peinlich das alles ist..... wie sollte da erst eine Besprechung ablaufen? Erst einmal war aber Zeit fürs Abendessen, diesmal gingen wir sofort in den Speisesaal und setzten uns an die Tische an denen wir bereits Mittags gesessen hatten, Farahjin ging kurzentschlossen zu dem Tisch an dem Mittags keiner von uns gewesen war. Immer noch war die Stimmung sehr bedrückt, es war ruhig, kaum jemand sprach, aber es gab auch keinerlei Anfeindungen mehr, fast schien es als hätten wirklich alle Hoffnung dass wir schon etwas heraus finden würden... nunja... bis auf die Person die hinter dieser Sache steckte, diese hoffte vermutlich dass uns so gar nichts gelingen würde. Die Köchin Olja Gartimski hatte etwas von dem Eintopf vom Mittagessen aufgewärmt, und er schmeckte sogar etwas besser als Mittags, aber ich habe mich lieber an das köstliche frische Brot gehalten das es erneut gab... hmmm.  Etwas vermiest wurde mir das Essen allerdings durch den Geweihten Barnhelm Grumpen, Mittags war mir an dem Mann noch nichts aufgefallen, nun aber wurde klar woher der fiese Gestank in seinem Zimmer kam, offenbar vertrug er den Kohl in der Suppe nicht und... lassen wir das! Ich hatte große Mühe mir nichts anmerken zu lassen, denn der Mann saß mir gegenüber und versuchte weiterhin möglichst charmant zu wirken, immer wieder hielt ich mir das frische Brot vor die Nase das zum Glück wirklich herrlich duftete. Ich sah noch wie Farahjin immer wieder seinen Kopf in Richtung des Geweihten hielt und auffällig unauffällig schnüffelte... hoffentlich bekam das keiner mit! Schließlich konzentrierte er sich aber auf ein Gespräch, zuerst mit Rika, die er nur verwirrt anschaute, später dann mit Albin Laikis. Ansonsten passierte beim Essen nichts weiter und wir machten uns daran mit dem Küchenpersonal zu sprechen, das heißt... Farahjin ließ uns alleine gehen weil er meinte sein vorher aufgebautes Vertrauen zum Personal nicht gefährden zu wollen... was auch immer das nun wieder heißen sollte....

Wir anderen machten uns also auf in die Küche, ich bekam sofort ein schlechtes Gewissen, denn durch uns konnte das Personal sein Essen nicht in Ruhe genießen, darauf konnten wir nun aber wirklich keine Rücksicht nehmen. Es waren aber auch alle freundlich und fanden es ebenfalls wichtig das Pjetrow schnell gefunden wird, grade die Köchin scheint sich sehr große Sorgen zu machen, sie ist sowieso ein sehr mütterlicher Typ Mensch und sprach immer wieder von dem armen Jungen. Etwas neues erzählen konnte uns aber keiner der 4, nicht einmal eine Vermutung äußerte einer von ihnen, vermutlich traut sich dass auch gegenüber Geweihten keiner von ihnen zu. Einzig Mjesko erzählte uns stolz wie er die Erzwissensbewahrerin "aus der Hesindestatue" heraus kommen sah und dass er also das Geheimnis der verborgenen Kammern kennen würde, was sich dort befindet oder ob es weitere Eingänge oder Räume gibt konnte der Junge uns dann aber nicht sagen.
Das Gespräch mit Thesia verlief natürlich etwas schwierig, die junge Frau ist immer noch sehr bedrückt und traurig, verständlich, denn erst gestern hatten ausgerechnet wir ihr mitgeteilt dass ihr Bruder gestorben war und sie nun außerhalb des Tempels niemanden mehr hatte. Das jetzt wir es sind die hier ermitteln.... das muss seltsam für sie sein, aber sie hielt sich tapfer und beantwortete all unsere Fragen. Zum Abschluss bat Salix sie dann noch darum noch einmal etwas anderes ansprechen zu dürfen und erwähnte noch einmal ihren Bruder, unser sonst so selbstsichere und um kein Wort verlegene Anführer druckste richtig herum, versuchte irgendwie die richtigen Worte zu finden. Nachdem Thesia zuerst etwas verwirrt zu sein schien als Salix ihr die Schnapsflasche entgegen hielt aus der wir bei der Beerdigung ihres Bruders getrunken hatten konnte er ihr aber doch vermitteln was er eigentlich sagen wollte. Zum einen dass es eine Art besonderes Ritual gewesen war um ihren Bruder zu ehren, zum anderen dass er hingegangen war und die leere Flasche im Anschluss mit der Erde vom Grab ihres Bruders gefüllt hatte, so hätte sie jederzeit zumindest ein kleines Andenken. Thesia schluckte schwer, konnte immer noch nicht fassen dass ihr Bruder niemals wieder kommen würde und brach dann fast in Tränen aus als sie uns erklärte sie wisse nicht einmal ob sie irgendwann einmal in ihrem Leben eine so weite Reise machen könne um das Grab ihres Bruders zu besuchen. Dann nahm sie Flasche vorsichtig an sich, bedankte sich und bat dann darum alleine sein zu dürfen. Ich hoffe sie kann ihren Schmerz und ihre Trauer überwinden, sie tut mir unglaublich leid, auch für sie müssen wir hier im Tempel so schnell wie möglich alles auflösen, damit wieder Ruhe einkehrt und es ein sicheres zu Hause ist...

Nun war es soweit, wir mussten uns zusammen setzen, bevor es aber soweit war gab es... natürlich... erneut eine Diskussion, denn wir waren uns nicht gleich einig welches der beste Ort für eine solche Besprechung war. Salix hatte schließlich eine gute Idee mit der alle einverstanden waren, so begaben wir uns in den inzwischen leeren Speisesaal, er war groß genug, es würde außerhalb der Mahlzeiten niemand hinein kommen und weder vor, hinter noch neben diesem Raum lagen Zimmer von denen aus wir belauscht werden konnten. Seufzend  legte ich das Notizbuch auf den Tisch, ich wusste schon längst nicht mehr wer uns genau was erzählt hatte, die anderen vermutlich genauso wenig. Salix eröffnete das Gespräch dann allerdings etwas anderes als erwartet, denn er meinte ernst es gäbe 2 Dinge die zu besprechen waren, zum einen ginge es darum ob wir dieser Sache hier überhaupt gewachsen waren, ob wir das wirklich tun wollten und zum anderen ging es um die Sache an sich. Den anderen war ihre Verwirrung gleich anzusehen, genauso wie man Salix nun sehr deutlich ansah dass er verärgert über einige Dinge war. So erklärte er auch sehr deutlich wie peinlich einige Aktionen abgelaufen waren, wie er sich vor allem darüber geärgert hatte das die Zustimmung zur Verschwiegenheit bei ihrer Eminenz so ein Problem gewesen war und das obwohl er uns extra vorher darauf angesprochen hatte. Das er genau mit dieser Ansprache vermutlich die ganze Sache noch schlimmer gemacht hatte sagte ihm nun aber keiner, alle hörten zu wie er betonte wie wichtig es sei mit den Bewohnern und Geweihten angemessen um zu gehen, das wir uns lächerlich machen würden wenn wir nicht als Einheit auftreten... er sprach von offenen Türen, unkorrekten Ansprachen, lautem Diskutieren und allem was sonst noch schief gelaufen war. Deutlich war ihm anzumerken dass ihn diese Sachen sehr verärgert hatten, im Gegensatz zu sonstigen Gesprächen sprach niemand dazwischen, niemand hatte einen "klugen" Kommentar oder Einwand. Als Salix fertig war sah Farahjin ziemlich betroffen aus, ihm war wohl vieles nicht klar gewesen, vor allem nicht das grade sein Verhalten bei ihrer Eminenz so schlimm für Salix gewesen war. Auch ich muss sagen dass ich überrascht davon war wie wütend Salix war und auch darüber dass er vorher nichts dazu gesagt hatte, ich mein.... wie peinlich manche Dinge waren.... unbeschreiblich... das unser so gelassener Anführer aber innerlich vor sich hin köchelte und daher auch ab und an recht ruppig auf die anderen reagiert hatte... nein, damit hatte ich auch nicht gerechnet. Sogar Cian, der ja sonst immer mal gerne widerspricht oder einen Einwand hat sagte nichts, wirkte ehrlich nachdenklich, nur Sotolosch saß da als hätte das alles nicht wirklich etwas mit ihm zu tun, vielleicht täuscht das aber auch, Zwerge einschätzen ist nicht ganz so leicht, vor allem wenn man nur einen kennt. Farahjin auf jeden Fall entschuldigte sich für sein Verhalten und nun ging es ein wenig hin und her, jeder sagte worüber er sich geärgert hatte und was besser laufen könnte, alle waren wir uns einig dass wir unbedingt weiter ermitteln und Pjetrow helfen wollten, überraschenderweise blieb dieses Gespräch komplett sachlich und friedlich. Als keiner mehr etwas anzumerken hatte übernahm Salix wieder routiniert das Gespräch, wir müssten nun zusammen tragen was wir heraus gefunden hatten, am besten würde reihum jeder einmal sagen was er so denkt und vermutet, dann würden wir sehen wie wir am besten weiter vorgehen...

Salix selbst überraschte uns erneut mit seinen teilweise doch etwas... verwirrenden Ausführungen und Gedanken, denn er erklärte nun als erstes es würde gar keine Rolle spielen ob Pjetrow entführt wurde oder nicht, es wäre nicht relevant ob er freiwillig ging oder gezwungen wurde.... Was?! Dann erklärte er aber dass es seiner Meinung nach viel eher darauf ankommen würde dass irgendjemand das entstandene Chaos hier im Tempel nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern seiner Meinung nach sogar explizit so gewollt hatte. Für ihn wäre daher relativ klar dass nur eine "böse Macht" damit zu tun haben könnte, und da würde ihm nur eine einfallen. Auf Farahjins verwirrten Blick hin erklärte er dass es ja allgemein bekannt ist dass Geweihte hin und wieder versucht werden und dass nun mal nicht alle dem widerstehen können. Hm... ja, klingt logisch, aber ich bin mir nicht sicher ob wir da wirklich sicher sein können zu wissen um welchen Feind der 12 es sich handelt, natürlich macht der Gegenspieler Hesindes Sinn, aber wir sollten uns nicht zu sehr festlegen denke ich. Salix erklärte dann noch dass er nicht davon ausgeht dass Pjetrow hinter dem allen steckt, er vermutet vielmehr dass er nur ein Mittel zum Zweck sei und das jemand scheinbar wollte dass grade Pjetrows spätere Bilder verbreitet wurden. Für Salix ist der Geweihte Joost von Kirschhausen verdächtig, denn er findet dieser sei einfach zu selbstsicher gewesen, sei ruhig geblieben egal was wir gesagt oder gefragt hätten. Außerdem missfiel ihm die Art und Weise wie dieser fast von Xeledon geschwärmt hatte, davon seiner Göttin so nah sein zu können wie Xeledons Vater, er nannte es frivol und fast schon häretisch. Ich weiß nicht, ich selbst fand den Mann äußerst seltsam und seine Ansichten.... schräg... aber ich hätte ihn nicht in Verbindung mit der Tat hier gebracht, hm...
Dann verwirrte uns Salix erneut, denn er erklärte nun dass seltsamerweise alles was wir heraus gefunden hatten ganz klar auf eine Person schließen ließ, nämlich Rika Kunzke.... Hm?! Was?! Bevor jemand nachfragen konnte fügte er aber direkt hinzu dass er nicht glaubt dass sie wirklich etwas damit zu tun hat, aber die Art Pjetrow für sich haben zu wollen, die Verfolger Catalinyas, das würde alles passen. Ich sehe das ein wenig anders, nach kurzem zögern erklärte ich das Rika auf so eine Idee vermutlich nicht kommen würde, denn sie ist ja schließlich total davon überzeugt das Pjetrow sich sowieso eines Tages für sie entscheiden wird, das ist ja nur eine Frage der Zeit, immerhin gehören die beiden zusammen, sind Seelenverwandt und nur sie kann ihn retten... ich mein... so irre wie die ist, warum sollte sie ihn entführen....

So machte ich nun weiter, erklärte dass ich immer noch den Novizenmeister Eboreus Jannerloff für verdächtig halte, erklärte auch noch einmal warum, Beweise habe ich natürlich genauso wenig wie einer meiner Begleiter für seine Theorien, aber... ich bin mir so sicher.... Mittlerweile bin ich mir auch recht sicher dass Pjetrow den Tempel nicht verlassen hat, vielleicht befindet er sich nicht in den Bleikammern, die Gefahr dass ihn ihre Eminenz dort zufällig findet ist wohl auch groß, aber irgendetwas... irgendetwas gibt es. Es ist in meinen Augen viel zu gefährlich ihn aus dem Tempel zu schaffen, selbst wenn man Magie oder Erpressung anwendet. Natürlich kann man einen Wachmann erpressen/bestechen oder verzaubern, das ändert aber nichts daran das auf beiden Seiten nur ein paar Schritte Abstand bis zum nächsten Wachmann sind, und wir befinden uns mitten in einer riesigen Stadt, das Künstlerviertel liegt direkt nebenan, der Rahjatempel, die Musik- und Theaterbühne, außerdem nach hinten die Akademie.... es ist so schwer sicher zu sein dass wirklich niemand etwas mitbekommt. Genauso klar dürfte sein dass in irgendeiner Weise Magie mit im Spiel ist, denn ansonsten wäre es mir total unverständlich wie man nicht nur Pjetrow sondern auch sein Bild und seine Malutensilien wegschaffen konnte ohne dass irgendwer etwas mitbekam, grade bei Albin Laikis der ja von allem wach wird wie er selbst sagt. Leider ist die Entführung schon so lange her dass eine magische Analyse in Pjetrows Zimmer kaum etwas zeigen würde, und selbst wenn noch etwas zu sehen wäre.... Pjetrow selbst hatte ja leichte magische Fähigkeiten gehabt...hm. Ob es vielleicht Sinn macht die Bewohner des Tempels magisch zu untersuchen? Ob sich da etwas heraus stellt? Nun ja, die Idee mit dem Schlafgift halte ich auf jeden Fall auch für unwahrscheinlich, zu ungenau, zu gefährlich und letztendlich zu auffällig, auch wenn Libussa Nagragski angegeben hatte sich für Alchimie zu interessieren und daher hier zu Besuch zu sein. Ich sehe einfach keine Möglichkeit dass sie ans Essen kommen würde ohne das jemand etwas mitbekommt, und nie wäre sie sicher wer wie viel isst, ob jemand gar nichts zu sich nimmt usw, und sie selbst würde ja auch essen müssen damit die ganze Sache nicht auffällt. Nein, Schlafgift eher nicht..... Was ich inzwischen auch ziemlich sicher ausschließe ist eine Beteiligung der Spötter, es macht einfach alles überhaupt keinen Sinn, fragt sich nur wer auf die Idee kommen konnte... wer hatte genug Wissen? Wobei... mit mehr Wissen wäre die Spur vielleicht auch nicht so leicht zu durchschauen gewesen.....

Als nächstes war Cian dran und er stellte erst einmal die Frage in den Raum ob Pjetrows Bilder vielleicht schon früher weg gebracht wurden und nicht erst in der Nacht, dann erklärte er dass auch er Xeledons Spötter nur für eine Finte hält. Er geht davon aus das Pjetrow "bedingt freiwillig" den Tempel verlassen hat und spricht von "finsteren Mächten", was auch immer er damit genau sagen will. Als nächstes erklärte er dann wir würden unsere Zeit seiner Meinung nach hier im Tempel komplett vergeuden, denn wir müssten viel eher draußen suchen, außerhalb des Tempels, denn das Pjetrow weg war... das war wohl klar... hm... Dann griff er die Idee vom Zwiellichtberg auf die schon ein paar Male zur Sprache kam, dort oben könnte man so leicht jemanden verstecken, oder etwas planen, Pjetrow vorab beeinflussen damit er "freiwillig" mit ging, vermutlich würden wir dort oben irgendwelche Hinweise geben. Das gelegentlich doch jemand die Abkürzung über den Berg nimmt oder gar zu einer Mutprobe dort oben übernachtet sei dabei kein Problem, denn Platz wäre dort ja wohl reichlich.

Farahjin hingegen sprach immer noch von der angeblichen Schaffenskrise, Pjetrow wäre bestimmt freiwillig gegangen, hätte von allem nichts mehr wissen wollen nachdem er einfach kein perfektes Bild hinbekam das wohl alle, vor allem aber er selbst immer von sich erwartete. Da außerdem seine weiblichen Anhängerinnen ihn nicht in Ruhe ließen hatte er sich so abgesetzt, den ganzen Aufwand drumherum erklärt Farahjin damit dass Pjetrow immer noch Künstler ist und es vielleicht einfach so brauchte. Hmmm.. Nein.. ich... nein, ich dachte darüber nach, aber an der Idee stimmt einfach so gar nichts, keine Ahnung. Auch Salix schüttelte den Kopf und fragte dann was es für einen Sinn machen würde dass Catalinya verfolgt wurde, würde Pjetrow ihr, und auch den ganzen Geweihten, dem Tempel, würde er allen solchen Schaden zufügen? Würde er das wirklich tun nur für einen.. ich weiß nicht... einen solchen Aufstand? Er hätte doch jederzeit einfach so gehen können, niemand hätte etwas dagegen gehabt und selbst wenn er es unbedingt heimlich machen wollte.. das wäre doch gegangen ohne Catalinya in Gefahr zu bringen, ohne Drohbriefe usw.  Farahjin zuckte mit den Schultern und erklärte seine Idee habe sicherlich Logiklücken, aber das war nun mal was er zur Zeit vermutete. Er meinte nun wären seiner Meinung nach 3 Dinge zu klären. Zum einen könnte man die 2 Drohbriefe einmal miteinander vergleichen und schauen ob sie von der selben Person geschrieben wurden, außerdem könne man ihre Eminenz fragen ob sie die Schrift vielleicht erkennt und ob es vielleicht Pjetrows Schrift war. Das war eine wirklich kluge Idee, niemand von uns hatte daran bisher gedacht, und auch mit seiner nächsten Idee überraschte mich Farahjin völlig. Er hatte nämlich genau über den Namen Arlin Tismer nachgedacht und wie es sein konnte dass ihn niemand kennt, vielleicht war es gar kein richtiger Name? Vielleicht waren die Buchstaben verdreht oder sie standen für etwas anderes?! Überraschend dass ausgerechnet Farahjin auf solche Ideen kommt, auch wenn sie in dem Fall vermutlich falsch sind, denn Arlin Tismer ist kein so ungewöhnlicher Name, aber es ist immer wieder gut zu wissen dass Farahjin sich viele Gedanken macht. Als er nun zum Schluss die Träume und deren Bedeutung ansprach fröstelte mich sofort wieder, mit Grauen dachte ich an die letzte Nacht, die eisige Kälte, die fürchterliche Dunkelheit, diese grausamen Bilder von Ouroboros die sich selbst erst beißt, dann zerfetzt und schließlich komplett verschlingt... furchtbar! Konnte es uns helfen heraus zu finden was dieser Traum bedeutet? Vermutlich, aber wie sollten wir das anstellen? Keiner der Geweihten hatte uns gegenüber einen seltsamen Traum erwähnt und ihre Eminenz hatte nur davon gesprochen dass mehrere diesen Traum gehabt hatten.

Wie wir nun so über den Traum sprachen und davon mit ihrer Eminenz noch einmal darüber zu reden tauschten wir auch direkt weitere Ideen aus. Wir sprachen darüber wer wohl der Käufer, grade von Pjetrows späteren Werken, gewesen war und warum ihn niemand kannte. Salix vermutete dass irgendwer vielleicht mit voller Absicht nicht ausschließlich die Bilder gekauft hatte sondern den Einfluss den sie ausüben konnten. Außerdem sprachen wir darüber wie Catalinya bzw ihre Verfolger in die ganze Sache hineinpassten, war sie ein Druckmittel? Gegen Pjetrow? Wollte er sich vielleicht gar nicht von ihr trennen? Salix brachte nun den Novizenmeister wieder ins Gespräch und seine Aussagen zu diesem Thema, es hatte bei ihm tatsächlich so geklungen als sei er ganz froh dass Pjetrow sich von Catalinya getrennt hatte, denn er wollte ja unbedingt das großartige Genie weiter fördern. Hatte er eventuell Pjetrow beeinflusst? Und was genau wollte jemand mit den Bildern, grade mit dem letzten Bild von der großen Schlacht? Was würde es bewirken und zu welchem Zweck?

Sotolosch schien bei der kompletten Diskussion sehr gelassen zu bleiben, er meinte dann auch nur es wären so viele Hinweise, wir hätten so viel heraus bekommen, wir müssten nun halt abwägen was das wahrscheinlichste war und uns darauf konzentrieren, eine eigene Idee hatte er allerdings nicht, es wäre vieles möglich.... na prima, das war nicht besonders hilfreich. Dafür war er sofort wieder Feuer und Flamme als es darum ging mich als Lockvogel zu benutzen, einfach als Catalinya verkleiden, magisch nachhelfen und schon werde ich verfolgt und angegriffen.... klar... ganz ganz tolle Idee! Was daran besser sein soll als das gleich Catalinya selbst herum läuft und wir sie im Auge behalten ist mir nicht klar, denn immerhin wäre ich aus der Entfernung auch viel eher in der Lage sie magisch zu unterstützen. Außerdem, die Verfolger wussten vermutlich genau wer Catalinya ist, wie sie sich bewegt, wie sie geht.. so etwas bekommt man nicht mit einer einfachen Verkleidung hin, und wenn wir schon jemanden so stark magisch verändern lassen dass kein Zweifel übrig bleibt.... dann soll es doch gleich Sotolosch selbst machen! Bevor die Diskussion aber nun zu lang oder lauter wurde schaltete sich Salix ein und meinte nur das könnten wir im Hinterkopf behalten, aber vielleicht..... vielleicht war ja jemandem aufgefallen das Catalinya oder ihr Haus beobachtet wurden?! Vielleicht beobachtete jemand grade im Moment die Villa um einen nächsten Angriff zu planen? Vielleicht könnten wir Stippen aufsuchen und ihn darum bitten mit ein paar seiner Freunde die Villa di Brelac im Auge zu behalten, gute Idee! Vielleicht konnte er auch etwas mit dem Namen Arlin Tismer anfangen, denn der Junge kam schließlich in der ganzen Stadt herum, im Zweifel konnte er möglich unauffällig Nachforschungen anstellen.
Wenn wir Stippen gefunden und mit ihm alles geklärt  hatten könnten wir direkt auf den Zwielichtberg gehen und uns umschauen ob dort etwas auffälliges war, vielleicht sogar ein paar Stunden dort verbringen... brr... Nein, ich habe keine Angst vor dem Berg oder dem was vielleicht ganz eventuell dort sein könnte, aber es ist fürchterlich kalt hier, keiner von uns ist richtig angezogen, und ganz ehrlich, ich kann mir angenehmeres vorstellen als meine Nacht auf einem eiskalten und angeblich verfluchten Berg zu verbringen, mag die Aussicht auch noch so toll sein! Ich schlug stattdessen vor die Nacht im Tempel zu verbringen sofern das möglich war, vielleicht würden wir in der Nacht irgendetwas auffälliges mitbekommen, irgendwer der herumlief und ja... was auch immer machte. Die Idee kam gut an, trotzdem wollte Salix vorher auf den Berg, damit eventuelle Spuren nicht doch noch verschwinden.... ich seufzte und stimmte zu, er hatte recht, was sollte ich schon machen, immerhin wollte ich Pjetrow auch so schnell wie möglich finden.
Ganz klar war aber auch dass wir nun zunächst mit ihrer Eminenz sprechen mussten, wir mussten ihr erzählen was wir heraus gefunden hatten, auch wenn das nicht besonders viel war, und wir mussten sie nach den Bleikammern befragen, vielleicht sogar danach ob sie den Schlüssel eventuell mal aus den Augen gelassen hatte. Kein gutes Gefühl sie nach so etwas fragen zu müssen, ich mein, sie ist die Erzwissenbewahrerin, die fragt man nicht einfach ob sie schusselig ihren Schlüssel zu den geheimen Bleikammern voll mit verbotenem Wissen verlegt oder verloren hatte.. wobei... einige meiner Begleiter würden so etwas sicherlich hinbekommen... "Hey du, war dein Schlüssel mal zufällig für ein paar Tage weg? Vielleicht nachdem dir jemand über die Schultern schauen konnte um zu sehen wie der Mechanismus genau funktioniert?!" Ojeoje...

So wollten wir uns also aufmachen zu ihrer Eminenz, aber Farahjin druckste noch etwas herum, vielleicht wäre es ja besser wenn er nicht mitkommen würde? Wo er sich doch heute morgen so daneben benommen hatte war es vielleicht die bessere Idee das er wartete? Mit einem Blick auf Salix schüttelte ich den Kopf, ich erklärte ihm dass dies doch eine hervorragende Möglichkeit war ihr zu zeigen dass wir uns durchaus alle benehmen konnten und das heute mittag nur ein Versehen gewesen war, Salix fügte noch hinzu dass es für uns nun sehr wichtig sein könnte dass wir als Einheit auftreten. Farahjin nickte und schloss sich uns an... diesmal würde ganz ganz sicher nichts peinliches passieren.....

Alles in allem bin ich sehr überrascht wie ruhig und friedlich diese Besprechung abgelaufen ist, jeder ließ den anderen ausreden, Anmerkungen wurden angenommen auch wenn man selbst vielleicht anderer Meinung war, alle schienen zufrieden zu sein, zumindest vom Gespräch an sich, besser gefühlt hätten wir uns glaube ich alle wenn wir wirkliche Beweise gefunden hätten. Ich bin auch überrascht dass die anderen sich wirklich Gedanken gemacht haben, bei Farahjin wirkte es durch seine Alleingänge und Pausen teilweise nicht so als wolle er wirklich helfen, und Cian... naja, bei Cian weiß man schließlich nie. Auch die Phase der ganz wilden Ideen schien erst einmal vorbei zu sein, ich mein, was war da nicht alles dabei gewesen?! Sotolosch der nur noch dem geheimen Ritual nachjagen wollte, der außerdem einfach mal einen Geist rufen wollte um ihn für uns suchen zu lassen, Cians Idee Pjetrow sei einfach in ein Fass gestopft und beim Warenaustausch hinaus gerollt worden... und schließlich die tolle "3 Dschinnen-Idee".... es wäre fast lustig wenn es nicht so ernst wäre....

Auch das Gespräch mit ihrer Eminenz verlief besser als erwartet, natürlich hätte sie gerne gehabt dass wir ihr bereits Ergebnisse liefern können, aber auch ihr dürfte klar sein dass wir mit solchen Dingen einfach noch keine Erfahrung hatten und es Zeit benötigt wirklich aufmerksam mit jedem zu sprechen. Unsere Idee mit den Bleikammern können wir aber auf jeden Fall vergessen, denn ihre Eminenz erklärte dass sie natürlich nach Pjetrows Verschwinden bereits dort unten war und mehrfach nachgesehen hatte, wenn irgendetwas oder jemand dort wäre hätte sie es bemerkt. Sie schien auch gar nicht so überrascht zu sein dass die Kammern nicht das große Geheimnis waren die sie wohl sein sollten, sie schließt aber auch aus dass es irgendwelche anderen Räume oder Gänge gibt. Das Sotolosch relativ unverschämt daraufhin erwiderte dass er sich ja sowieso die Baupläne noch einmal anschauen wollte... herrje.... Natürlich war auch ich mir sicher dass es irgendwo etwas geben muss, dass Pjetrow hier im Tempel versteckt oder festgehalten wird, aber man musste der Erzwissensbewahrerin nun doch nicht so offen sagen dass man davon ausging dass sie keine Ahnung hat, entsprechend... angesäuert reagierte sie auf diese Aussage, sie fing sich aber schnell wieder und ging dazu über Sotolosch bestmöglich zu ignorieren, unser Zwerg wird wohl nicht in guter Erinnerung bei ihr bleiben. Mir ging während des Gesprächs immer wieder die ein oder andere Unterhaltung mit ihrer Magnifizienz durch den Kopf, wie wir über Basilius den Großen, die Prüfung, und vor allem von den Globulen gesprochen hatten.... War so etwas hier möglich? Konnte es so etwas geben und war Pjetrow so unbemerkt verschwunden? Wie mächtig mussten dann aber unsere Gegner sein? War es überhaupt möglich?! Vorsichtshalber behielt ich diese Idee für mich....
Die Untersuchung der beiden Drohbriefe brachte uns auch nicht viel weiter, beide sind offenbar von derselben Person geschrieben worden, die Schrift kennt ihre Eminenz aber nicht, niemand aus dem Tempel hätte diese Schreiben verfasst, hm.., das war zumindest noch ein Zeichen dafür dass Pjetrow nicht selbst hinter der Sache steckte, wobei... auch er hätte jemanden beauftragen können für ihn zu schreiben, aber damit würde es wieder jemanden geben der über seine Pläne bescheid weiß.
Ansonsten hatten weder wir noch ihre Eminenz viel neues zu berichten, sie gestand uns zu auch die Zimmer der verreisten Geweihten zu untersuchen und auch als Schlafgelegenheit nutzen zu dürfen, natürlich unter der Voraussetzung dass wir mit dem Eigentum der Geweihten sorgsam umgingen. Interessant wurde es dann aber nochmal als es um den fürchterlichen Traum ging, ihre Eminenz erklärte nämlich das Joost von Kirschhausen, Sindana Luminoff und Rudjef Turjeleff von solchen Träumen berichtet hatten, alle drei sind, wie sie mir bestätigte, schon sehr lange hier im Festumer Tempel. Natürlich kann sie nicht sagen ob noch jemand von den Träumen geplagt wird, eventuell würde ihr ja auch nicht jeder davon berichten, grade die Novizen würden wohl eher zu Eboreus Jannerloff gehen. Auf diesen angesprochen wusste sie gar nicht mehr genau ob er von solchen Träumen berichtet hatte oder nicht... seltsam... Wir müssen die Geweihten irgendwie darauf ansprechen, vergleichen was sie sagen, was sie vermuten, und dann vergleichen ob sich die Aussagen decken oder ob irgendwer vielleicht sogar lügt. Ich hoffe dieser Plan wird funktionieren, es wäre äußert..... unpraktisch und dumm wenn einer meiner Begleiter zu viel im voraus erzählt anstatt sich anzuhören was die Geweihten von alleine sagen.

Nachdem wir nun erste einmal alles mit ihrer Eminenz besprochen hatten machten wir uns als erstes auf den Weg die Zimmer der Geweihten zu untersuchen, wir konnten aber in keinem etwas interessantes entdecken, also hieß es nun den Tempel verlassen und Richtung Rennbahn, denn dort würden wir vermutlich Stippen finden.
Ich kann dir gar nicht beschreiben wie fürchterlich kalt es in dieser Stadt ist, grade jetzt, am späten Abend, spürte ich wie der Wind gefühlt durch sämtliche Schichten meiner Kleidung drang, außerdem fing es immer wieder an zu schneien, das sieht zwar toll aus und der Schnee an sich fühlt sich auch irgendwie interessant an... aber er sorgt auch dafür dass die Kleidung nach einiger Zeit unangenehm feucht wird, furchtbar. Ich bin sehr froh dass ich mich dazu durchgerungen habe den gebrauchten Mantel zu kaufen, ohne wäre ich wohl völlig aufgeschmissen gewesen. Genauso verloren wäre ich wohl ohne meine Begleiter gewesen, denn trotz meiner Zeichnung und meinen Notizen... so richtig schien ich mir nicht merken zu können in welche Richtung ich nun laufen musste. Irgendwann kamen wir aber ohne Probleme an der Rennbahn an, Fahrajin bekam gleich wieder strahlende Augen, und auch Stippen kam nach kurzer Zeit freudig auf uns zu.
Was nun kam macht mich aber immer noch fassungslos, wie können meine Begleiter so dumm, so naiv sein?! Ich mein, wirklich?! Wir können wirklich froh sein dass dieser Stippen ein guter Junge zu sein scheint, ansonsten wären meine Begleiter jetzt völlig sinnlos jede Menge Münzen los. So erklärte Salix ihm dass wir 2 Dinge für ihn hätten und fragte ihn nun nach diesem Arlin Tismer, als er den Namen hörte schien Stippen leicht zu zögern. Dies veranlasste Salix nun dazu dem Jungen Geld zu bieten, an sich gute Idee... aber er bot ihm 2 stolze Silbertaler dafür DASS er Arlin Tismer kennt. Ja, du hast richtig gehört, nicht dafür ihm zu erzählen was er weiß, nicht dafür eventuell mehr heraus zu finden, nein, er bot ihm 2 Silber FALLS er Arlin Tismer kennt. Ich stand mit offenem Mund und sprachlos daneben, und als auch noch Farahjin und Sotolosch jeweils 2 Silber boten FALLS der Junge Arlin Tismer kennt... herrje! Ich mein, der Knabe lebt hier an der Rennbahn auf der Straße, wie bescheuert wäre er denn wenn er nun sagt... "6 Silber sind fein meine Herren, aber tut mir leid ich kann sie nicht nehmen da ich ihn nicht kenne!"?! Das nicht einmal Salix so weit dachte macht mich wirklich immer noch sprachlos. Nunja, wie gesagt der Junge scheint wirklich einer von den Guten zu sein, er zögerte immer noch leicht und zog uns schließlich leicht zur Seite. Dann erklärte er uns dass er selbst den Mann nicht kennen würde, aber es handelt sich wohl um eine Unterweltgröße Festums... Ojeoje. Was hatte Pjetrow denn mit so einem zu schaffen?! Stippen erklärte weiter dem Mann würde eine Kaschemme im abgesperrten Bereich Festums gehören, das "Riff der verdorrenden Kehlen", sehr sympathisch... Viel mehr konnte er uns nicht sagen, der Mann soll außerordentlich groß, finster und brutal sein, skrupellos, und er soll seine Finger quasi überall drin haben. Das konnte ja noch heiter werden....
Dann sprach Salix ihn aber erst einmal auf die di Brelacs an und Stippen begann tatsächlich zu strahlen. So erklärte er "die Junge Dame" zu kennen, sie wäre ausgesprochen nett und hätte immer wieder etwas für die Kinder gehabt, vor allen Dingen Nahrung. So wie ich Catalinya erlebt hatte.. ja, das passte genau zu ihr, und es macht so gleich noch viel sympathischer. Auch Stippen wurde direkt im nächsten Moment noch etwas sympathischer, denn als Salix ihn bat die Villa der Familie, vor allem aber Catalinya im Auge zu behalten, da wurde der Junge fast zornig. Sie wäre sehr nett erklärte er, niemals würde er zulassen dass man ihr etwas antut... er vermutete wohl plötzlich dass wir etwas in der Art vor hatten. Schnell erklärte Salix ihm worum es eigentlich ging, nämlich darum sie zu schützen, zu beobachten ob jemand anderes sie vielleicht beobachtete oder verfolgte, darauf konnte Stippen sich dann einlassen. Stippen soll nun mit ein paar seiner Freunde die Villa, vor allem aber Catalinya und Fredo im Auge behalten, er soll auf keinen Fall selber eingreifen falls etwas geschieht, sondern sofort zum Tempel kommen und Salix informieren lassen, einmal am Tag treffen wir uns mit Stippen und lassen uns berichten was er erfahren hat. Für diese Aufgabe verlangte der Junge nach kurzen überlegen 5 Silbertaler am Tag, eine stolze Summe, aber nachdem er uns erklärte dass er schon einige Freunde einspannen müsse und seiner normalen... "Arbeit" in der Zeit nicht nachgehen konnte.... so unvernünftig oder unverschämt klang die ganze Sache für mich gar nicht, außerdem würde es ja keine Ewigkeiten dauern. Meine Begleiter schienen diese Summe nun aber für viel zu hoch zu halten, fingen an zu diskutieren, Farahjin gab dem Jungen sogar einen Schlag... unglaublich! Ich war ehrlich entsetzt von dieser Aktion und auch fassungslos, denn hier diskutierten grade ausgerechnet diejenigen die ihm vorher 6 Silber geboten hatten nur für die Aussage dass er jemanden kennt..... unfassbar! Salix und ich konnten schließlich die anderen überzeugen, oder Salix entschied einfach dass die Summe passte, so genau kann ich mich nicht mehr erinnern, auf jeden Fall bekam Stippen die Zusage über 5 Silbertaler am Tag, Salix, Sotolosch und Farahjin bezahlten für die Auskunft über Arlin Tismer  und dann verschwand der Junge und sammelte einige seiner Freunde für den Auftrag zusammen. Nun war es Cian der sich noch einmal an uns wandte und erklärte das wäre doch jede Menge Geld und wir müssten unsere Finanzen schon besser zusammen halten, grade Farahjin, wo er doch am Donnersturmrennen teilnehmen will. Salix schüttelte den Kopf, zeigte auf die heruntergekommene "Behausung" der Straßenkinder, zeigte auf einige der Kinder und fragte dann nur ob Cian denn wirklich denken würde die Kinder würden zu viel haben oder bekommen. Wir diskutierten noch einen kurzen Moment, auch darüber ob Tannjew die Brelac diese Kosten vielleicht für uns übernehmen würde, immerhin bekämen wir ja nicht ganz so viel für den Auftrag. Spöttisch blickte Salix dabei zu Sotolosch und meinte wir sollten das nächste mal vielleicht besser nicht den Zwerg die Verhandlungen führen lassen.... nicht dass der uns wirklich eine Chance gelassen hätte.... naja. Ich denke nicht dass uns diese 5 Silber am Tag arm machen und ganz ehrlich, ich gebe sie lieber Stippen und seinen Freunden dafür dass Catalinya sicherer ist als diesem unverschämten Archivar von gestern! Wer weiß, wenn Stippen seine Arbeit gut macht, vielleicht werde ich dann auf dem Markt auch etwas frisches Brot oder so etwas kaufen und es den Kindern als Bonus geben, oder sonst irgendetwas, vielleicht frage ich Catalinya mal was sie ihnen so gibt, damit kenne ich mich nun wirklich nicht aus.

So standen wir also in der Kälte herum, was nun, auf den Zwiellichtberg?! Nein, die Herren hatten nun eine andere Idee, denn wir hatten ja die Informationen über Arlin Tismer bekommen, vielleicht könnte man einfach in seine "Gaststätte" marschieren und dort etwas heraus finden. Ähm... was bitte soll denn ich in so einer heruntergekommenen... naja, außerdem... sollten wir uns darauf nicht gut vorbereiten? Wenn dieser Tismer wirklich eine Größe der Unterwelt war, dann war er nicht nur gerissen, brutal und skrupellos... nein, er war ganz sicher auch nicht dumm! Aber die 4 meinten wir würden uns einfach als Kunstsammler, Kunstkenner oder so etwas ausgeben, dann könnte man behaupten man habe da quasi ein Bild von Pjetrow oder könne es "besorgen", so würde man garantiert ins Gespräch kommen. Ich war ganz und gar nicht von dem Plan überzeugt, da die 4 aber sehr sicher zu sein schienen, nun gut, warum nicht. Vorab mussten wir uns aber noch einmal in die Elchschaufel begeben, denn vor allem Farahjin wollte sich für diesen Plan umziehen, Sotolosch bestand, mal wieder, darauf seine Waffe zu holen. So machten wir uns auf den Weg, unterwegs fiel mir dann auch noch ein dass wir unbedingt Uribert eine Nachricht zukommen lassen sollten, denn er wartete schließlich schon mehrere Stundengläser auf uns.... Tatsächlich wartete Uribert auf uns, in der Elchschaufel, sofort gingen wir zu ihm und versuchten ihm die Situation zu erklären ohne ihm wirklich etwas zu sagen, denn das durften wir ja nicht. Er schien reichlich verwirrt, grade weil meine Begleiter kaum ein Auge für ihn hatten sondern sofort, nachdem wir zugesichert hatten uns weiterhin um Fredo zu kümmern, aufgeregt herumwuselten und in ihre Zimmer verschwanden. Da Salix schon im voraus klar gemacht hatten dass er und ich nicht mit in diese Kaschemme gehen würden sah ich keinen Anlass mich umzuziehen, ich setzte mich kurz zu Uribert und plauderte ein wenig mit ihm. So erzählte er mir dass er tatsächlich ein kleines Stadthaus zur Miete gefunden hätte, direkt in der Nähe des Swaffnirtempels, wo auch immer das nun wieder war. Ich freute mich für ihn und nahm mir vor am nächsten Tag noch einmal mit ihm darüber zu reden, vielleicht konnten wir ja wirklich für eine Weile bei ihm unter kommen wenn unser Auftrag im Tempel erledigt war?! Dann versicherte ich ihm noch einmal wie wichtig unser jetziger Auftrag war und dass wir ihn und seinen Freund nicht vergessen würden. Er war natürlich nicht begeistert davon nun weiter warten zu müssen, aber er kannte uns inzwischen gut genug um zu verstehen dass diese Sache die wir zu erledigen hatten wirklich wichtig war und unbedingt zuerst erledigt werden musste. Ich verabschiedete mich von ihm als meine Begleiter wieder aus ihren Zimmern kamen und unterdrückte nur knapp ein heftiges Kopfschütteln, denn Sotolosch hatte tatsächlich seine Axt dabei, Verbot hin oder her. Ich verkniff mir das Ganze noch einmal anzusprechen, sollte er doch verhaftet werden und seine Waffe verlieren wenn er nicht hören wollte oder konnte, inzwischen war es mir fast egal. Ich musterte die 3 Männer die die Kaschemme betreten sollten und war mir wieder einmal sicher dass es so nicht funktionieren würde, keiner von ihnen sah aus als hätte er irgendetwas in einer solchen Gegend zu suchen, selbst Cian, der mit seinen zerschlissenen und schmutzigen Kleidungsstücken nun wirklich nicht mehr derjenige war der einst in Khunchom die Königin von Festum betreten hatte... nein, auch er sah nicht nach Unterschicht aus. Und Sotolosch in seinem viel zu langem Mantel der von einer Seite grellbunt war?! Farahjin der... nunja... einfach Farahjin und damit eh schon recht auffällig ist?! Ich konnte nur hoffen dass wir heil wieder aus dieser Ecke der Stadt heraus kommen würden...

So gingen wir dann, Farahjin voran, zielsicher drauf los. Erst nach einigen Schritten merkte ich das keiner der anderen uns folgte und kurz darauf stand Cian hinter uns um uns wieder einzusammeln, dies tat er auch bei Sotolosch und Salix, die in eine andere, ebenfalls falsche Richtung unterwegs waren, dann zeigte er uns wohin wir gehen mussten.
Schon sehr früh merkten wir in was für eine Gegend wir eigentlich kamen, und dies war nicht mal das wirkliche Armenviertel, es war einfach... gruselig. Es war dunkel, es stank, es... es wirkte einfach gefährlich, mit sehr schlechtem Gefühl folgte ich den anderen zu dem Tor, das den Weg ins den abgesperrten Bereich versperrte. Der Mann am Tor sah fürchterlich aus, sein Gesicht war schrecklich vernarbt, seine Augen hatten unterschiedliche Farben, er wirkte brutal und unfreundlich. Natürlich fragte er sofort was wir denn wohl hier wollten, Farahjin übernahm sehr geschickt die Anführerrolle in der Situation. Der Wächter verlangte Eintritt und einen Beweis dafür dass wir wirklich Geld besitzen und uns den "Aufenthalt" in diesem Bereich leisten konnten, außerdem faselte er irgendwas von "für Sicherheit sorgen"... wers glaubt. Farahjin warf dem Mann schließlich einen Silbertaler hinüber, der wirkte zufrieden und öffnete das Tor für Farahjin. Völlig.... planlos?! Ahnungslos? Naiv?! Egal, Sotolosch folgte Farahjin auf jeden Fall und schien fest davon auszugehen dass dieser eine Silbertaler für uns alle genügen würde, als ob! So hielt der Mann ihn natürlich auf und verlangte auch von ihm einen Silbertaler. Was nun folgte war erneut eine solch dumme und peinliche Aktion dass ich sie kaum beschreiben kann, denn Sotolosch weigerte sich strikt zu bezahlen, wurde sogar regelrecht unhöflich und patzig. Was dachte er sich denn bitte dabei? Ich mein, hatte ich Lust diesem Mann einen Silber zu geben um in eine Gasse zu kommen die ich nicht betreten wollte um dann nicht in eine Kaschemme zu gehen in der wir besser nicht ermitteln sollten?! Nein, sicherlich nicht, aber wir hatten doch keine Wahl, wir mussten alles tun was irgendwie möglich war um Pjetrow zu finden, was sollte also dieses dumme und überflüssige Gerede von "dann gehen wir halt woanders hin"? Wir waren schließlich nicht hier um gemütlich ein Bier zu trinken! Aber Sotolosch gab nicht nach, wurde immer patziger, immer unverschämter, ich wartete nur darauf dass er uns richtigen Ärger machte, schüttelte verzweifelt mit dem Kopf, am liebsten hätte ich ihm wieder einen heftigen Tritt verpasst, aber nein, das wäre nun auch unpassend gewesen. Farahjin sah genauso irritiert aus wie ich, kramte aber schließlich einen weiteren Silbertaler heraus um für Sotolosch zu bezahlen. Was Cian nun tat war.... unfassbar, unverschämt und absolut schamlos, denn er nutzte die Situation bzw das kurze Zögern Sotoloschs, er schlüpfte an allen vorbei, sagte noch frech "danke Farahjin" und betrat den versperrten Bereich. Eine solche Frechheit ist mir noch sehr selten begegnet, grade Farahjin hatte so etwas ganz bestimmt nicht verdient, es war gemein, unverschämt und zeugt von dem absolut schlechten Charakter den dieser... Mensch... hat! Unglaublich. Kopfschüttelnd warf ich dem Mann am Tor schnell einen Silbertaler zu und verschwand in Farahjins Nähe, dann wartete ich darauf was die anderen beiden wohl machten, denn Sotolosch diskutierte erneut. Am liebsten hätte ich ihm gesagt er solle doch einfach verschwinden und woanders etwas trinken anstatt dies nur zu drohen, aber Salix war schneller und bezahlte 2 Silber, dann schob er Sotolosch vor sich durch das Tor. Unfassbar, ich mein, wenn das nun schon so... erstklassig gelaufen war, wie würden sich die 3 dann bloß in der Kaschemme anstellen?! Das konnte nur schief gehen...

Salix und ich versteckten uns schließlich in einer kleinen Seitengasse, zwischen 2 Häusern, dort würde uns niemand sehen, wir aber hätten die Kaschemme im Blick und könnten eingreifen wenn sich die 3 Ärger einheimsen würden. Nachdem die 3 tatsächlich dort hinein gegangen waren warteten wir in der Dunkelheit.
Nach einer Weile fingen wir leise an miteinander zu sprechen, fragten uns ob diese Gegend hier wohl das normale Umfeld für einen unserer Begleiter war, aber eigentlich glaubte ich das nicht, nunja, bei Cian bin ich mir bei gar nichts sicher. So sprachen wir dann auch darüber was er für ein komischer Typ ist und wer ihn wohl gut leiden könnte, außer auf ihn selbst sind wir aber auf niemanden gekommen, außerdem fragten wir uns wie lange es wohl dauern würde bis sich unsere Begleiter Ärger eingehandelt hätten, denn dass es dazu kam stand für uns beide völlig außer Frage. Irgendwie hat dieses kurze Gespräch wirklich gut getan, außerdem hat es den stolzen adligen Krieger noch einmal in ein etwas anderes Licht gerückt. Wo wir nun nämlich so hier standen und ein etwas gemeiner Spruch den nächsten ablöste.. ja.. es hatte fast etwas davon wie ich oft mit Josmabith herum gestanden und über die Eleven des Dämonischen Zweiges gelästert hatte, großartig! Dann aber ging nach einer gefühlten Ewigkeit die Tür zum Riff auf und ein sichtlich verstörter und gehetzter Farahjin trat in die Gasse, er drehte sich zuerst in die Richtung des Tores durch das wir den Bereich betreten hatten, als er dann aber sah dass Sotolosch sich in die andere Richtung wandte drehte er um und ging ebenfalls in Richtung des anderen Tores, völlig gelassen folgte ihnen Cian. Farahjin schien es wirklich eilig zu haben, er drehte sich auch immer wieder um, schien die anderen auffordern zu wollen schneller zu gehen, Cian bleib völligst ruhig und ging langsamen Schrittes an der Stelle vorbei an der Salix und ich standen. Dann wurde die Tür der Kaschemme erneut geöffnet und 4 finstere Gestalten mit gezogenen Dolchen und Knüppeln betraten die Gasse und begannen Farahjin und die anderen zu verfolgen. Seufzend schaute ich Salix an und wir machten noch einen Schwerz darüber wie schnell die 3 doch neue Freunde gefunden hatten, dann konzentrierten wir uns aber und beobachteten genau was passierte und fragten uns was wir nun tun sollten.....
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