Bisher hatte ich immer ein paar offizielle Abenteuer, die in einer Region spielen nacheinander zu einer kleinen Regional-Kampagne verknüpft. Aber jetzt habe ich mich an das Thema "Sandboxing" herangewagt und unsere Runde weniger linear angelegt. Anstatt die Abenteuer einer Region aneinander zu reihen spielen wir gerade alle Abenteuer, die ich zum Sveltland besitze mehr oder weniger gleichzeitig. So langsam gewöhne ich mich auch an die neue Vorgehensweise. Die Lektionen, die ich bisher gelernt habe:
- In der Sandkiste sind die Aufzeichnungen und Tagebücher extrem wichtig. Die wichtigen Orte und NSCs habe ich in Foundry als Journale angelegt und alle Plot-relevanten Informationen als "Geheimnisse" hineinkopiert. Die allgemeine Beschreibung bekommen die Helden freigeschaltet, sobald sie die Person treffen oder an einen Ort kommen. Den Rest gebe ich Stück für Stück frei, je nach dem, wie sich die Helden halt anstellen. Funktioniert soweit recht gut. Dieses Vorgehen hatte allerdings zur Folge, dass ich am Anfang relativ viel vorbereiten musste und jetzt, wo die Kampagne in's rollen gekommen ist, nur noch die "Übergänge" improvisieren muss.
- Die offiziellen Setzungen und Metaplot sind für Sandboxing zu eng gefasst. Um da kanonisch zu bleiben müsste ich ein Gedächtnis wie ein Elefant haben, bei extrem schnelle Zugriffszeiten. Wenn ich nicht ständig "das muss ich gerade noch Mal nachschauen"-Pausen machen will, dann muss ich Aventurien an den Spielfluss anpassen. Zum Glück ist unsere Runde da maximal tolerant, insbesondere meine Zeitlinien schaut sich besser niemand genau an. Das führt auch direkt zum nächsten Punkt:
- Die Dinge passieren auffällig oft dann, wenn die Helden gerade vor Ort sind. Das ist meiner Meinung nach der größte Nachteil der Sandkiste. Bei den zeitliche linearen Kampagnen ergibt sich oft ein Wettlauf gegen die Zeit, eine Reise von A nach B ein festes Ziel, dass Priorität von allem anderen hatte. Damit konnte ich oft glaubwürdige Gründe liefern, warum die Helden Mal wieder Teil von einer größeren Geschichte wurden. In der Sandkiste finde ich das etwas schwieriger von der Immersion her. Lineare Kampagne war mehr wie ein Film, Sandkiste sind eher Cut-Scenes die die Helden hier und dort auslösen. Man gewinnt Handlungsfreiheit, aber verliert ein paar erzählerische Mittel. Improtheater vs. festes Stück. Noch habe ich da keinen Favoriten, bin aber froh es Mal auszuprobieren.