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Autor Thema: Cert's Erfahrungen als Spielleiter  (Gelesen 1458 mal)

CertusRaven

  • 7. Vasall
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  • Beiträge: 2295
  • 16. Januar 2014, 10:46:09
Cert's Erfahrungen als Spielleiter
« am: 16. Januar 2014, 10:46:09 »

Angeregt durch dieses Thema soll mir jenes hier als Sammelthema für all das dienen, was ich durch meine Erfahrungen als Spielleiter gelernt habe.
Seht dieses Thema hier als unregelmäßig aktuallisierte Sammlung an Tipps, die sich in erster Linie an Spielleiter in Problemsituationen richten.
Fragen sind willkommen, eine Grundsatzdiskussion über meine Methoden eher nicht.

Kurz zu mir als Person: Ich verfüge über etwa 12 Jahre Pen&Paper-Erfahrung, freies Rollenspiel betrieb ich zuvor bereits über diverse Foren und Chats - das Phänomen sollte ausreichend bekannt sein. Im Laufe meines Spielleiterdaseins habe ich meinen Stil zu leiten gefunden und mich zeitweise mit Themen wie Rollenspieltheorie und -philosophie auseinandergesetzt. Außerdem neige ich als ehem. Verwaltungsmensch recht trocken und sachlich distanziert zu formulieren, was im Netz häufig unpersönlich und polarisierend wirkt. Tut mir den Gefallen und hakt nach, wenn ihr euch angegriffen fühlt - im Rede- respektive Schreibschwall kommt die menschliche Note bei mir schonmal zu kurz.



Wie suche ich Spieler für meine Gruppe?
Spoiler
Früher ging ich mit der Annahme an die Sache heran, dass wenn ich als Spielleiter je Woche drei und mehr Stunden an Arbeit zum Vorbereiten und Organisieren aufbringe, ich von ihnen auch einiges an Engagement erwarten kann. Meine Gruppenbeschreibungen (1, 2) gestalte ich bewusst ausführlich und direkt. Ehrlichkeit ist der beste Weg, Spieler mit harmonierenden Interessen zu finden.
Im Gegenzug erlag ich der Annahme, dass sich interessierte Spieler, welche das Spielergesuch und die Gruppenbeschreibung aufmerksam gelesen hätten, von sich aus entsprechend ausführlich melden würden. Ich wollte mehr als ein "Hier, ich!" als Bewerbung bekommen.

Nun habe ich aber gelernt, dass das bei manchen Spielern nicht so einfach ist wie anfangs gedacht. Gerade weil mancher Spieler nicht so recht weiß zu welchem Spielertyp er gehört, wie er sich gibt, teilweise sogar was er für Vorlieben hat.
Wenn es also Spieler gibt, die sich dessen unbewusst sind, wie kann ich dann erwarten von ihnen auf diese Information aufmerksam gemacht zu werden?

Seit dieser Zeit stelle ich jedem Interessenten beim ersten Gespräch Fragen aus einem selbstverfassten Fragebogen, immer mit dem Hinweis dass sie teils sehr persönlich sind und dass ich mir keine Antworten notiere - ein wichtiger Hinweis, den ich jedem zu befolgen rate, der meine bevorzugte Methode ausprobieren möchte.
Die Fragen sind kein Meisterwerk brillianter Formulierungskunst, aber oft genug entsteht aufgrund von sich ergebenden Unklarheiten ein Austausch zwischen den Fragen auf der Liste, welcher der Sache zuträglich ist.
Am Ende weiß ich dann meist, ob ich als Spielleiter mit dem jeweiligen Kandidaten spielen möchte oder ob nicht. Darüber hinaus kann ich so darauf achten, dass die Spieler aufgrund ihrer Gewohnheiten und Vorlieben miteinander harmonieren und habe einen recht umfassenden, wenn auch oberflächlichen Eindruck über den Menschen hinter der Stimme gewonnen.
Im Anschluß an das Gespräch notiere ich mir in wenigen Stichworten eine subjektive Einschätzung zum Spieler und dessen Spielstil - Dinge wie "sympathisch, präsenter Spielstil, exotische Charaktere bevorzugt, pünktlich, hat dann und dann keine Zeit, hat dieses und jenes Tabu (ein besonders wichtiger Punkt)".

Wenn ich alle Interessenten abgearbeitet habe, wähle ich mir die passendsten aus - wer zuerst kommt hat nicht automatisch Vorrang. Das ist der Vorteil einer großen Rollenspielergemeinde wie der DZ, als Spielleiter hat man den Luxus sich die passendsten Spieler rauszupicken, ganz im Gegensatz zu manchen Tischrunden.

Nun noch der von mir genutze Fragebogen, mit eingeklammerten Erläuterungen warum ich sie stelle:

Wie alt bist du (primär zur Auflockerung, aber auch zur ersten Einschätzung der Reife)?

Woher kommst du (Auflockerung, bei Aufenthalt im Ausland oder abgelegenen Regionen evtl. die Verbindungsqualität abklären)?

Was machst du beruflich (ein beruflich stark eingebundener Spieler ist unter Umständen eher gestresst oder terminlich weniger flexibel als andere, worauf man Rücksicht nehmen sollte)?

Was sind deine Hobbies (abzielend auf eventuelles Fachwissen, nicht zuletzt um?

Kennst du das System, mit dem gespielt wird?

Wie lange spielst du bereits Rollenspiele?

Was ist bisher dein liebstes Rollenspiel?

Wie muss ich mir deine bisherien Lieblingscharaktere vorstellen?

Bist du ein sehr aktiver Spieler oder doch eher passiv (manche Spieler suchen das Rampenlicht, andere drängen sich förmlich in selbiges - letztere muss man manchmal in ihrem Eifer zügeln)?

Brauchst du einen Spielleiter, der dich an die Hand nimmt und dir regelmäßig Brocken hinwirft, oder suchst du dir selbst neue Wege und erkundest die Spielwelt abseits des roten Fadens (eine Frage des Spielstils, deren Antwort mit dem eigenen und dem der anderen Mitspieler synergieren sollte)?

Stellst du selbstständig Fragen oder reichen dir die Informationen, die jeder bekommt?

Wenn dein Charakter nichts tut, sagst du dann auch nichts oder teilst du dennoch mit, wie sich dein Charakter verhält (ich mag keine stillen Beisitzer, die nur zweimal am Abend was sagen)?

Würdest du dich als kommunikativen Spieler bezeichnen (mit anderen Worten: quatscht der Spieler zu viel)?

Was sind für dich die wichtigsten Dinge im Rollenspiel?

Was sind für dich die absoluten Stimmungskiller, was geht garnicht im Rollenspiel (nach Tabus fragen und im Zweifelsfall mehrmals nachhaken, viele Menschen gehen mit der Darstellung von Gewalt, sexuellen Themen oder anderen präkeren Situationen sehr unterschiedlich um)?

Wie gut kannst du zwischen Rollenspiel und RealLife trennen (nicht zuletzt auch eine Frage, um psychisch labile Spieler zu erkennen und gegebenenfalls auf ihre besonderen Bedürfnisse einzugehen, wenn man sich dem gewachsen sieht)?

Was für Anforderungen stellst du an die Spielleitung?

Was für Anforderungen stellst du an deine Mitspieler?

Wie stehst du zum Thema Pünktlichkeit (ich vertrete die Ansicht, dass jeder pünktlich da und spielbereit sein sollte, wenn sich der Spielleiter schon die Arbeit des Vorbereitens macht)?

Wie gut kannst du Spieler- und Charakterwissen trennen?

Hast du irgendwelche Fragen (die mit Abstand wichtigste Frage)?
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"Das Chaos besiegt die Ordnung, weil es besser organisiert ist." (Terry Pratchett)
"Nur der chaotische Geist ist auf der Suche nach der Freiheit." (Jiddu Krishnamurti)
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