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Autor Thema: Bezahlte Spielleiter?  (Gelesen 9620 mal)

Oel

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  • 20. September 2018, 16:28:32
Bezahlte Spielleiter?
« am: 20. September 2018, 16:28:32 »

Hallo liebe Drachenzwinger,

seit einiger Zeit geht mir ein Gedanke im Kopf herum, den ich gerne einmal mit euch teilen und vor allem eure Meinung dazu hören würde:

Stand heute (20.9.2018) gibt es hier im Forum 4317 Beiträge zum Thema "Suche Spielgruppe" und nur 327 im Bereich "Biete Spielgruppe". Offenbar gibt es wesentlich mehr Spieler, die Gleichgesinnte und natürlich vor allem einen Spielleiter/Meister suchen als Spielrunden, die weitere Mitspieler brauchen.

Dieses Ungleichgewicht überrascht natürlich nur einen unbedarften Außenstehenden. Es ist hinlänglich bekannt, dass es wesentlich einfacher ist, Mitspieler zu finden als einen Spielleiter, der in der Lage und vor allem willens ist, erhebliche Zeit und Mühen in die Vorbereitung und Ausarbeitung von spannenden Abenteuern zu investieren und seinen Spielern unterhaltsame Spielabende zu ermöglichen. Und diese Spielleiterrolle dann auch noch über eine längere Zeit mit Freude durchzuhalten, gelingt nur den wenigsten. Es ist kein Zufall, dass man selbst in den allermeisten "Biete Spielgruppe"-Beiträgen Hinweise auf "Meisterwechsel" oder ähnliches findet, damit allen Gruppenmitgliedern gleichermaßen die Bürde der Spielleitung auferlegt wird.

Und jetzt zu meiner Idee, die aufgrund des Titels dieses Thema wohl wenig überrascht:  ::) Wäre es nicht sinnvoll oder zumindest fair, den Spielleiter für seine Dienste zu entlohnen? Ich meine damit natürlich nicht, dass funktionierende Spielgruppen jetzt plötzlich anfangen sollen, ihrem Lieter für jede Sitzung ein paar Euros zuzuschieben. Aber wäre es nicht cool, wenn Personen, die Freude daran haben, Abenteuer vorzubereiten und Spielabende zu leiten, damit grundsätzlich auch ein kleines Nebeneinkommen für sich erzielen könnten?

Ich habe noch nie davon, ob es so'was gibt wie eine "Spielleiter-Börse", wo Spielleiter ihre Dienste für einen kleinen Obulus anbieten können. Umgekehrt könnte ich mir durchaus vorstellen, dass ich auf so eine Dienstleistung zurückkommen würde. Ich muss ja schließlich auch bezahlen, wenn ich ins Kino oder Bowlen gehe und werde da normalerweise zumindest nicht besser unterhalten.

Und jetzt meine Fragen an euch: Gibt es so'was? Würdet ihr das als Spieler nutzen - also für einen Spielleiter bezahlen? Und könntet ihr euch umgekehrt vorstellen, eure Dienste als Spielleiter "zahlenden Fremden" anzubieten?  ???
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Eukaryot

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  • 20. September 2018, 16:44:50
Re: Bezahlte Spielleiter?
« Antwort #1 am: 20. September 2018, 16:44:50 »

Der Grund, weshalb es in Suche Spielgruppe deutlich mehr Beiträge gibt als in Biete Spielgruppe, ist ziemlich einfach. In Biete Spielgruppe werden alte Gesuche regelmäßig archiviert, in Suche Spielgruppe in den letzten Jahren glaube ich gar nicht mehr. Das hat also nichts mit einem Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage zu tun! ;)

Ich persönlich würde fürs Spielleiten niemals Geld verlangen und auch keins bezahlen. Wer keinen Spaß daran hat, sollte es nicht tun. Gerade hier im Onlinerollenspiel gibt es ein gigantisches Angebot an Spielrunden, sodass jeder spielen kann, der spielen will. Und wer sich als Spielleiter weniger Arbeit machen will, braucht einfach nur auf Rollenspiele und Spielstile zu wechseln, die weniger Arbeit erfordern.
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fUHUx

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  • 20. September 2018, 16:54:58
Re: Bezahlte Spielleiter?
« Antwort #2 am: 20. September 2018, 16:54:58 »

Ich habe noch nie davon, ob es so'was gibt wie eine "Spielleiter-Börse", wo Spielleiter ihre Dienste für einen kleinen Obulus anbieten können. Umgekehrt könnte ich mir durchaus vorstellen, dass ich auf so eine Dienstleistung zurückkommen würde. Ich muss ja schließlich auch bezahlen, wenn ich ins Kino oder Bowlen gehe und werde da normalerweise zumindest nicht besser unterhalten.

Und Leute mit mehr Geld oder der Bereitschaft, mehr Geld zu investieren, können sich häufiger und/oder "bessere" (sagen wir: "zeitintensiver vorbereitete", das ist weniger subjektiv) Spielrunden leisten, um das Gedankenexperiment (etwas weiter ausgegriffen) fortzuführen? Ne danke. Es reicht, dass Videospiele heutzutage mit Mikrotransaktionen, Premiumzugängen und sonstigen derartigen von Geldgier getriebenen Bezahlfallen gespickt sind. Es mag zwar ein bisschen extrem sein, einen solchen Ausgang anzunehmen, aber wegdenken würde ich die Möglichkeit nicht.

Ich habe davon auch noch nicht gehört, außer im Rahmen von Jugendarbeit, wo Pen & Paper als Teil des normalen Jobs genutzt wird - in dem Beispiel steht das ganze jedoch in einem anderen Kontext - und bei der Spielleiterversteigerung auf der Drachenzwinge-Convention, wo das Geld aber nicht dem Spielleiter, sondern der Instandhaltung der Server zugute kommt. Ich würde nicht einfach so Geld für meine Runden nehmen und ich würde auch nicht für meine Runden bezahlen wollen (und begreife mich als Spielleiter auch nicht als Dienstleister oder Alleinunterhalter - mit den richtigen Leuten ist es quasi ein Geben und Nehmen). Abgesehen von dem Punkt, dass es genügend kostenintensive Hobbys gibt und ich davon auch das eine oder andere betreibe, käme ich mir echt seltsam dabei vor. Meisterrotation ist mir da als das einfachere und zumindest meinen Erfahrungen nach bisher bewährte Konzept im Zweifel lieber, wenn man wirklich nicht nur leiten möchte.

Das hat also nichts mit einem Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage zu tun! ;)

Ich habe auch eher die Erfahrung eines "Ungleichgewichts" gemacht. Wenn die Statistiken anderes sagen - nun gut. Aber (langzeit)motivierte Spielleiter zu finden, erschien mir irgendwie allgemein immer schwieriger, wohingegen einem (zumindest bisweilen) im Vergleich geradezu die virtuellen Türen eingerannt werden, wenn man eine Gruppe eröffnet (20+ Bewerbungen etc.) oder eine Spontanrunde anbietet. Viele der "Suche Spielgruppe"-Threads gehen zudem gefühlt leer aus und füllen sich mit mehr und mehr Interessierten, von denen aber nie einer leiten will, sondern auch eine Gruppe als Spieler sucht (und noch keine Ahnung vom System hat, sich es nicht zutraut, aus zeitlichen Gründen nicht zur Vorbereitung käme etc. - so lang ist die Liste an Erklärungen auch nicht, die ich immer wieder gehört/gelesen habe).
« Letzte Änderung: 20. September 2018, 16:56:59 von fUHUx »
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Frostgeneral

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  • 20. September 2018, 16:55:50
Re: Bezahlte Spielleiter?
« Antwort #3 am: 20. September 2018, 16:55:50 »

Bei Patreon gibt es ein paar Actual Plays, die auch anbieten bei genug Patronat Leute mit in die Spielrunde einzuladen.

Ich könnte jetzt Werbung für ein paar Freunde machen, ist hier aber nicht gerne gesehen ;)
« Letzte Änderung: 20. September 2018, 16:58:29 von Frostgeneral »
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Nikohieros

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Re: Bezahlte Spielleiter?
« Antwort #4 am: 20. September 2018, 16:56:26 »

So ein Bezahlmodell findet man häufig im englischsprachigen RPG-Bereich. Man muss sich nur mal auf Roll20 oder den verschiedenen System-Discords umhören, da gibt es zahlreiche Angebote von bezahlt werden wollenden SLs. Ich kann die Motivation durchaus verstehen - gerade wenn man mit komplett fremden Leuten spielt, ist immer auch die Gefahr da, dass es komplette Idioten oder Trolle oder Leute sind, die dauernd zu spät kommen und nach 3x spielen keinen Bock mehr haben. Wenn man das Bezahlen als "Abschreckmittel" verwendet, um solche Leute fernzuhalten, kann ich das verstehen.

Ich persönlich würde ziemlich sicher kein Geld verlangen oder bezahlen wollen - das hätte so einen komischen "Transaktions-Beigeschmack", statt einfach nur in freundschaftlicher Atmosphäre zusammen Spaß zu haben und eine Geschichte zu erzählen/erleben.
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Grom

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Re: Bezahlte Spielleiter?
« Antwort #5 am: 20. September 2018, 16:59:00 »

Gibt es eigentlich SLs die ihre Leistung als Teambildende Maßnahme an Firmen verkaufen?  ;D
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Ravno

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Re: Bezahlte Spielleiter?
« Antwort #6 am: 20. September 2018, 16:59:48 »

okay das ist mal kreatives trollen da mach ich mit: Koenig Ravno verlangt absofort fuer seine Sl Dienst mit heisser und leckerer Pizza entlohnt zu werden. Geliefert durch das Teamspeak, mir egal wie ihr das macht. Howgh ich habe gesprochen :D
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fUHUx

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Re: Bezahlte Spielleiter?
« Antwort #7 am: 20. September 2018, 17:00:01 »

So ein Bezahlmodell findet man häufig im englischsprachigen RPG-Bereich. Man muss sich nur mal auf Roll20 oder den verschiedenen System-Discords umhören, da gibt es zahlreiche Angebote von bezahlt werden wollenden SLs. Ich kann die Motivation durchaus verstehen - gerade wenn man mit komplett fremden Leuten spielt, ist immer auch die Gefahr da, dass es komplette Idioten oder Trolle oder Leute sind, die dauernd zu spät kommen und nach 3x spielen keinen Bock mehr haben. Wenn man das Bezahlen als "Abschreckmittel" verwendet, um solche Leute fernzuhalten, kann ich das verstehen.

Ich finde das ein wenig erschreckend (aber eigentlich nicht überraschend, wenn ich ehrlich bin), dass es sowas schon gibt, und kann es ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Es gibt deutlich sinnvollere "Filter", wenn man so will, sich aus fremden Interessenten Spieler auszusuchen, als Geld. Damit hält man glaube ich nicht nur Idioten und Trolle fern, sondern verschenkt sicher auch Gelegenheiten. Vorallem wäre meine Frage da: Was nimmt so jemand an Beträgen?

EDIT:

okay das ist mal kreatives trollen da mach ich mit: Koenig Ravno verlangt absofort fuer seine Sl Dienst mit heisser und leckerer Pizza entlohnt zu werden. Geliefert durch das Teamspeak, mir egal wie ihr das macht. Howgh ich habe gesprochen :D

Das klingt nach einer Alternative ;D
« Letzte Änderung: 20. September 2018, 17:02:57 von fUHUx »
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Re: Bezahlte Spielleiter?
« Antwort #8 am: 20. September 2018, 17:03:35 »

Es gibt deutlich sinnvollere "Filter", wenn man so will, sich aus fremden Interessenten Spieler auszusuchen, als Geld. Damit hält man glaube ich nicht nur Idioten und Trolle fern, sondern verschenkt sicher auch Gelegenheiten.
Ja, mit Sicherheit verschenkt man die. Ein guter Filter ist das echt nicht. Aber eben ein einfacher/bequemer und wir Menschen haben es gern bequem.
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fUHUx

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Re: Bezahlte Spielleiter?
« Antwort #9 am: 20. September 2018, 17:04:18 »

Da magst du wohl recht haben... und praktisch ist es auch, wenn man dadurch auch noch Gewinn macht.
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  • 20. September 2018, 17:14:59
Re: Bezahlte Spielleiter?
« Antwort #10 am: 20. September 2018, 17:14:59 »

Hmmm, ein schwieriges Thema.

Im Allgemeinen hat sich eingebürgert, dass SL kein Geld verlangen (können). Wenn man sich aber mal anschaut, welchen Aufwand (auch finanziell bei den meisten Systemen!) ein SL hat, könnte man durchaus rechtfertigen, dass sie entlohnt werden sollten. Leider unterschätzen Spieler das gerne und ich habe schon oft erlebt, dass die Arbeit eines SLs (vielleicht grade wegen der Kostenlos-Mentalität) absolut nicht gewürdigt wird. Zitat eines Spielers, den ich noch vor der ersten Session rausgeworfen habe: "Mir doch egal, was du uns vorsetzt oder ob du dir Mühe gegeben hast, hauptsache wir können spielen."
Auch wenn Leute aus Jux runden ins Lächerliche ziehen und absichtlich den Plot ignorieren, merkt man, wie wenig sich manche Spieler für die Mühe des SL interessieren. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass manche das mit der Bezahlhürde verbinden möchten. Es kann aber auch zum Schmerzensgeld für SL mutieren, denn dann kann die Erwartung entstehen: wir bezahlen ja dafür, dann können wir uns erst Recht alles rausnehmen...

Ich für meinen Teil könnte es mir auch mit Bezahlung nicht vorstellen, für X-Beliebige Fremde zu leiten.
Mir kommt es beim Spielleiten auf den Spaß an. Ich würde nie für Leute leiten, die ich nicht mag - ebensowenig wie ich mit Charakteren als SL spielen mag, die mir so hochkant unsymphatisch sind, dass ich sie nicht ertrage. Ich bin da sehr eigen und lege Wert darauf, dass die Chemie in der Gruppe stimmt (iC und oC) und mir auch die Charaktere symphatisch genug sind, dass ich mir da von manchen die Vorwurf gefallen lassen muss, dass ich da zu viel Einfluss nehme oder zu enge Vorgaben mache, ist halt so. Für Fremde nach deren Wünschen zu leiten kommt für mich daher nicht in Frage. Da müsste ich ja unter Umständen für eine bösartige Gruppe leiten, mit Arroganten Arschloch Charakteren arbeiten, die sich wie die Axt im Walde benehmen, völlig übertriebene Mary Sues akzeptieren usw. nein, nur über meine Leiche.

Alles in allem verstehe ich den Ansatz, aber er lässt das wichtigste außer Acht: Pen&Paper lebt von Symphatie und Kreativität. Beides kann man nicht erkaufen.
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Lule

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  • 20. September 2018, 17:16:04
Re: Bezahlte Spielleiter?
« Antwort #11 am: 20. September 2018, 17:16:04 »

Der Grund, weshalb es in Suche Spielgruppe deutlich mehr Beiträge gibt als in Biete Spielgruppe, ist ziemlich einfach. In Biete Spielgruppe werden alte Gesuche regelmäßig archiviert, in Suche Spielgruppe in den letzten Jahren glaube ich gar nicht mehr. Das hat also nichts mit einem Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage zu tun! ;)

Das ist einer der Gründe. Völlig natürlich ist zudem ein Verhältnis von 1 : 4-5, da nunmal 4-5 Spielende in einer Runde spielen können, in welcher es ein Spielleiter_in gibt.

Ich würde nie für Geld leiten. Das hat einfach den Grund, dass dies ein Anspruchdenken der Spieler_innen fördert, das ich nicht haben will und mir den Spaß nimmt. Es soll ein Hobby bleiben und nichts kommerzielles werden. ich würde aber auch nie für eine Runde zahlen (außer bei der Versteigerung von SLs auf der DZ-Con, aber da hat das ja einen ganz anderen Sinn).

In Festrunden finde ich es dagegen okay, wenn Spielende mal die Spielleitung bei der Anschaffung für in der Gruppe benötigtes Materien, Software, Bücher, ... unterstützen. Es ist doch meist so, dass Spielende, selbst wenn sie auch zwischen den Runden Zeit investieren um sich mit ihrem Charakter zu beschäftigen, Notizen, Mitschriebe oder Tagebücher anfertigen, meist viel weniger Zeit investieren, als die Spielleitung. Gerade bei großen Systemen hat aber gerade die Spielleitung zusätzlich auch noch einen erheblichen monetären Aufwand, welcher den von Spielenden bei weitem übersteigt. Aber das sollte freiwillig und immer nur zweckgebunden passieren. Und ich glaube ich würde eher etwas zahlen, als Geld für solche Dinge annehmen.
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  • 20. September 2018, 17:26:10
Re: Bezahlte Spielleiter?
« Antwort #12 am: 20. September 2018, 17:26:10 »

Ich bin mir recht sicher, dass es dazu schon mal einen Thread gab...

Ich bin da immer etwas hin- und hergerissen. Eigentlich finde ich den Gedanken gar nicht so absurd wie manch anderer hier - nur weil man selbst nicht bezahlt werden möchte, heißt das ja nicht, dass es allen so gehen muss. Und Fakt ist, dass am Spielleiter sehr viel Arbeit hängenbleibt und dass viele Spieler (gerade die, die selbst nicht leiten) sich da null Gedanken darüber machen.

Spinnen wir das Gedankenexperiment mal weiter und überlegen, was so eine Runde kosten müsste. Nehmen wir mal einen Mindestlohn von 8 € pro Stunde an (was sehr nett ist; die meisten Spielleiter könnten in anderen Branchen deutlich mehr erzielen). Wie viele Stunden investiert der SpL in so eine Runde? Zur eigentlichen Spielsitzung (sagen wir mal 3 Stunden) kommen je nach Typ zwischen 1 und 10 Stunden Vorbereitung. Ein Impro-Spielleiter würde also (3+1)*8=32 Euro pro Sitzung kosten, ein gut vorbereiteter Spielleiter (3+10)*8=104 Euro. Bei einer Gruppe von 5 Spielern wären das pro Nase und Spielsitzung grob zwischen 6 und 20 Euro. Mag das jemand auf die G7 hochrechnen?

Anyway, nehmen wir mal an, es finden sich fünf Spieler, die bereit sind, Woche für Woche diesen Betrag hinzublättern (offen gestanden neigen ziemlich viele Spieler, die ich kenne, dazu sogar noch die paar Euro für das Regelbuch zu "sparen", aber es ist ja ein hypothetisches Szenario). Dann würden sie aber auch anfangen, Forderungen zu stellen. "Ich bezahle hier Woche für Woche, dann will ich aber auch was sehen für mein Geld!" Der SpL wird dann ein echter Dienstleistungsspielleiter, dessen Job darin besteht, alle 5 Spieler (Spielertypen nach Laws, anyone?) glücklich zu machen. Und mein Bauchgefühl sagt mir, dass die meisten Spielleiter diesen Job ziemlich schnell hinwerfen würden, weil er nämlich nicht annähernd so viel Spaß macht wie freiwilliges Leiten.

Nichtsdestotrotz würde ich mich manchmal freuen, wenn die Spieler sich manchmal klar machen würden, dass die Runden, die ihnen ihr Spielleiter Woche für Woche anbietet, soviel wert sind. Nicht, weil sie ihm jetzt Geld in den Hut werfen sollen, aber ein gelegentliches "Danke" wäre schon ganz nett...

Ich würde nie für Geld leiten. Das hat einfach den Grund, dass dies ein Anspruchdenken der Spieler_innen fördert, das ich nicht haben will und mir den Spaß nimmt. Es soll ein Hobby bleiben und nichts kommerzielles werden. ich würde aber auch nie für eine Runde zahlen (außer bei der Versteigerung von SLs auf der DZ-Con, aber da hat das ja einen ganz anderen Sinn).

Lule war schneller...
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Oel

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Re: Bezahlte Spielleiter?
« Antwort #13 am: 20. September 2018, 17:30:06 »

Wow, danke schon mal für das reichliche Feedback. :o Auf ein paar Punkte würde ich gerne jetzt schon eingehen. Ansonsten freue ich mich über weitere Stimmen.

Und Leute mit ... der Bereitschaft, mehr Geld zu investieren, können sich häufiger und/oder "bessere" (sagen wir: "zeitintensiver vorbereitete", das ist weniger subjektiv) Spielrunden leisten ... Ne danke. Es reicht, dass Videospiele heutzutage mit Mikrotransaktionen, Premiumzugängen und sonstigen derartigen von Geldgier getriebenen Bezahlfallen gespickt sind. Es mag zwar ein bisschen extrem sein, einen solchen Ausgang anzunehmen, aber wegdenken würde ich die Möglichkeit nicht.
Ich würde auch davon ausgehen, dass ein erfahrener Spielleiter, der viel Zeit in die Vorbereitung investiert und besser in der Lage ist, seine Spieler zu unterhalten, einen "höheren Stundensatz" verlangen kann. Ehrlich gesagt finde ich das auch fair. :-\

Ich habe auch eher die Erfahrung eines "Ungleichgewichts" gemacht. Wenn die Statistiken anderes sagen - nun gut. Aber (langzeit)motivierte Spielleiter zu finden, erschien mir irgendwie allgemein immer schwieriger, wohingegen einem (zumindest bisweilen) im Vergleich geradezu die virtuellen Türen eingerannt werden, wenn man eine Gruppe eröffnet (20+ Bewerbungen etc.) oder eine Spontanrunde anbietet. Viele der "Suche Spielgruppe"-Threads gehen zudem gefühlt leer aus und füllen sich mit mehr und mehr Interessierten, von denen aber nie einer leiten will, sondern auch eine Gruppe als Spieler sucht (und noch keine Ahnung vom System hat, sich es nicht zutraut, aus zeitlichen Gründen nicht zur Vorbereitung käme etc. - so lang ist die Liste an Erklärungen auch nicht, die ich immer wieder gehört/gelesen habe).
Entspricht absolut meiner Erfahrung als Spieler und gelegentlichem Foren-Besucher.

So ein Bezahlmodell findet man häufig im englischsprachigen RPG-Bereich. Man muss sich nur mal auf Roll20 oder den verschiedenen System-Discords umhören, da gibt es zahlreiche Angebote von bezahlt werden wollenden SLs.
Danke für den Hinweis, schaue ich mir an.

Ich für meinen Teil könnte es mir auch mit Bezahlung nicht vorstellen, für X-Beliebige Fremde zu leiten.
Mir kommt es beim Spielleiten auf den Spaß an. Ich würde nie für Leute leiten, die ich nicht mag - ebensowenig wie ich mit Charakteren als SL spielen mag, die mir so hochkant unsymphatisch sind, dass ich sie nicht ertrage. Ich bin da sehr eigen und lege Wert darauf, dass die Chemie in der Gruppe stimmt (iC und oC) und mir auch die Charaktere symphatisch genug sind, dass ich mir da von manchen die Vorwurf gefallen lassen muss, dass ich da zu viel Einfluss nehme oder zu enge Vorgaben mache, ist halt so. Für Fremde nach deren Wünschen zu leiten kommt für mich daher nicht in Frage. Da müsste ich ja unter Umständen für eine bösartige Gruppe leiten, mit Arroganten Arschloch Charakteren arbeiten, die sich wie die Axt im Walde benehmen, völlig übertriebene Mary Sues akzeptieren usw. nein, nur über meine Leiche.
Verstehe ich 100%ig! Ich glaube aber, dass man sich mit einem guten Angebot seine Spieler weitestgehend aussuchen könnte. Selbst wenn für's Spielen bezahlt werden müsste, könnte man sich die Spieler immer noch "bewerben" lassen. Das ist ja dann auch im Interesse der anderen "zahlenden Kunden", die ebenfalls keinen Bock haben, mit Arroganten Arschloch Charakteren zu spielen.  ;)

Ich bin mir recht sicher, dass es dazu schon mal einen Thread gab...
...
Bei einer Gruppe von 5 Spielern wären das pro Nase und Spielsitzung grob zwischen 6 und 20 Euro.
6-20 Euro für 3 Stunden Spaß klingt für mich nach einem guten Preis-Leistungsverhältnis. Wenn ich ein Bier trinken gehe (oder zwei), zahle ich das auch; Billiard, Paintball, Kino etc. ist teurer...
« Letzte Änderung: 20. September 2018, 17:36:06 von Oel »
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Lule

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Re: Bezahlte Spielleiter?
« Antwort #14 am: 20. September 2018, 19:44:20 »

Ich habe auch eher die Erfahrung eines "Ungleichgewichts" gemacht. Wenn die Statistiken anderes sagen - nun gut. Aber (langzeit)motivierte Spielleiter zu finden, erschien mir irgendwie allgemein immer schwieriger, wohingegen einem (zumindest bisweilen) im Vergleich geradezu die virtuellen Türen eingerannt werden, wenn man eine Gruppe eröffnet (20+ Bewerbungen etc.) oder eine Spontanrunde anbietet. Viele der "Suche Spielgruppe"-Threads gehen zudem gefühlt leer aus und füllen sich mit mehr und mehr Interessierten, von denen aber nie einer leiten will, sondern auch eine Gruppe als Spieler sucht (und noch keine Ahnung vom System hat, sich es nicht zutraut, aus zeitlichen Gründen nicht zur Vorbereitung käme etc. - so lang ist die Liste an Erklärungen auch nicht, die ich immer wieder gehört/gelesen habe).
Entspricht absolut meiner Erfahrung als Spieler und gelegentlichem Foren-Besucher.

Das ist leider nur die halbe Wahrheit. Viel ärgerlich als gar keine Runde zum Spielen zu haben finde ich, dass Spielende unzuverlässig sind, nicht oder nicht mehr erscheinen, sich nicht melden und nicht mal auf ne PN reagieren, wenn man nachfasst. Und das ist leider meine Wahrnehmung, dass dies in der letzten Zeit extrem zugenommen hat. In den letzten 5 Spontanrunden, die ich in den letzten 2 Jahren geleitet habe, in denen auch mir unbekannte Spielende waren, gab es keine einzige, in der dies nicht der Fall war. Das nimmt einem als SL den Spaß, eine Runde auch für Unbekannte anzubieten und die Runden werden mehr per PN oder Poolgruppe vereinbart. Ne feste Gruppe mit Spielenden möchte ich da erst gar nicht suchen müssen, sonst ist man mehr mit der Auswahl an Spielenden als mit der Vorbereitung beschäftigt.

Kurz: Leute macht Euch klar: Viel wichtiger als Geld ist eine Zuverlässigkeit von Euch, denn die ist unbezahlbar.

[edit]Zitat richtig gesetzt. Die Angaben waren vorher unvollständig.[/edit]
« Letzte Änderung: 08. Oktober 2018, 20:19:24 von Lule »
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