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Community => Allgemeine Themen => Thema gestartet von: Tomira am 24. November 2016, 11:09:53

Titel: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tomira am 24. November 2016, 11:09:53
(https://dl.dropboxusercontent.com/u/5366417/Drachenzwinge%20Adventskalender.png)
Es soll Weihnacht werden auf der Drachenzwinge!     

Frei nach dem Motto:
Weihnachten oder ähnliche Feste/Feierlichkeiten kann es überall und zu jeder Zeit geben,
haben wir aufgerufen uns bis zum 24. Dezember kleine winterlich/ weihnachtliche Einblicke in diverse Spielwelten zu
gewähren, oder die Community sonst irgendwie kreativ zu beschenken!

:occasion1: :icon_santa:

Die Ausgestaltung dabei war ziemlich frei:
Von Gedichten bis zu Kurzgeschichten, über Bilder bis zu Grundrissen ist viel bis alles denkbar gewesen!

Es soll pro Tag einen Post geben- wir hoffen, dass wir das erfüllen können!
Sollte es sogar mehr Geschichten/ Gedichte/ Momentaufnahmen/ Anekdoten geben, hängen wir die
hinten dran, zur Not bis nächstes Weihnachten! :D

Der Austausch dazu findet  hier http://www.drachenzwinge.de/forum/index.php?topic=110529.0 (http://www.drachenzwinge.de/forum/index.php?topic=110529.0) statt:
Kreative Schenkwillige weiter gesucht!

Los geht es ab dem 1. Dezember um 18 Uhr täglich neu!!
Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tomira am 01. Dezember 2016, 18:00:12
:icon_santa:  1. :occasion1:


Hallo und herzlich willkommen geneigte Besucher!
Unser erstes Kalendertürchen birst schon fast über - den Inhalt
haben sich die User der Drachenzwinge selbst zum Geschenk
gemacht, da sie aktiv und zahlreich bei der Jubiläumsumfrage teilgenommen haben.
Der eine oder andere Mythos zu uns schrägen Online-Pen&-Paper-Rollenspielern wird gelüftet!
Manches bewahrheitet sich, anderes muss ins Reich der Fabeln verbannt werden.



Hallo liebe Drachenzwinge-User!

Nachdem es am Anfang gar nicht danach aussah, haben 540 User der Drachenzwinge zwischen dem 14.09.2016 und dem 05.10.2016 an der Drachenzwinge Jubiläumsumfrage teilgenommen und uns eine große Menge an Daten beschert. Natürlich brauchte ich ein wenig Zeit, um das auszuwerten und zu formatieren, doch nur rund zwei Monate nach dem Ende der Umfrage haben wir nun für euch die ausgewerteten Ergebnisse der Umfrage im bequemen PDF-Format. Und für die ganz Hektischen unter uns gibt es die Zusammenfassung der Umfrage auch zum Hören: von ScarSacul aufgenommen, geschnitten und verarbeitet, und von mir gesprochen (es ist meine erste Aufnahme dieser Art, seid also gnädig ;) ).



Die zusammengefassten Ergebnisse zum Anhören: ► Link zur Umfrage als mp3  (http://www.drachenzwinge.de/forum/publications/ErgebnisseDrachenzwingeUmfrage2016.mp3)
Verwendete Intro/Outro Musik:
Pioneers von http://audionautix.com (http://audionautix.com)
created by Jason Shaw, released under Creative Commons License 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/deed.en_US)


Die ausführlicheren Ergebnisse zum Lesen: ► Link zur Umfrage als PDF  (http://www.drachenzwinge.de/forum/publications/ErgebnisseDrachenzwingeUmfrage2016.pdf)


Thread für Anmerkungen und Kommentare zur Auswertung der Umfrage: ► Link für Anmerkungen und Kommentare (http://www.drachenzwinge.de/forum/index.php?topic=107364.0)



Nach dem Ende der Umfrage hat besonders das Auswerten des freien Textfeldes am Ende einiges an Zeit gebraucht, denn eure Anregungen, eure Kritik aber auch euer Lob und euer Dank sollte auch den Rest des Teams erreichen und so waren es besonders diese Textbeiträge, welche am Teamtreffen im November Diskussionspotenzial geboten haben und uns eine große Menge an Input, an Einblicken und an Erkenntnissen geliefert.

Doch nicht nur das Textfeld am Ende war für uns interessant. Alle Angaben haben uns einen guten Blick gegeben, was die User der Drachenzwinge bewegt, wie sie spielen, wann sie spielen und auch mit was oder wem sie so spielen. Sie lieferten einen interessanten Einblick in unsere doch so unterschiedliche Gemeinschaft und lieferten als Bonus auch einen Überblick, wie sie das Spielen in der digitalen Umwelt gegenüber dem Spielen am Tisch sahen.

Es war die erste Umfrage dieser Art und so haben sich die dazugehörigen Teammitglieder einige Gedanken machen müssen, was man denn so erfragen könnte, was wichtig wäre zu erfragen und was wohl zu weit gehen würde ;) . Ich denke am Ende konnte ich diese Gedanken gut aufnehmen und in eine sinnigen Fragebogen packen, auch wenn bei einer erneuten Umfrage einige Fragen anders gestellt (ja ich weiß jetzt, dass es "MapTool" heißt, und nicht "Maptools") werden würden und einige Fragen wegfallen würden. Doch für die erste Umfrage dieser Art, war sie sicherlich gut gelungen.

Daher möchte ich an dieser Stelle im Namen des Teams als der selbst ernannte Umfragebeauftrage allen Teilnehmern für ihre Teilnahme an der Umfrage danken. Doch auch all jenen ist zu danken, die den Umfragelink geteilt haben, denn ohne sie hätten wir nicht die nötige Teilnehmerzahl gehabt. Und zuletzt noch der Tomira, denn sie hatte erst die Idee für die Umfrage und hat tatkräftig beim Fragenstellen geholfen, und dem Scar, für Aufnahme und Tonbearbeitung.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen oder Hören der Ergebnisse und wünsche eine besinnliche Adventszeit.


- Euer Shogoth64
Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tajjabba am 02. Dezember 2016, 18:00:04
:icon_santa:  2. :occasion1:


Halli hallo, liebe Naschi- und Plätzchenstöberer.
Ein Plätzchen ist zwar nicht zu finden, aber die
traurig schöne Geschichte einer Winternacht, die
Beo erschuf. Nehmt euren wärmenden Kakao und
genießt das Gedicht.



Flocken fallen - Winternacht,     
hat die dunkle Zeit gebracht.
Schneegestöber, Einsamkeit
und die Heimat ach so weit!

Eiseskälte - weiße Welt,
Wanderer auf weitem Feld.
Spuren stapfen - blaue Zeh'n,
musst beständig weiter geh'n.

Feuer funkeln, Lichterglanz,
lachend Spiel und fröhlich Tanz,
heimelige Friedlichkeit
klingen durch die Dunkelheit.

Malerisch Tavernenhaus,
lockst mit Trunk und heißem Schmaus.
Warmes Feuer - Harmonie!
Und der Ruhe Synfonie.

Wolfsgeheul und Sturmgeschrei!
Schnell ist doch der Traum vorbei.
Winterhexe - lauter Ruf,
bitterbös den Schein sie schuf.
Ab vom Wege, eisig Kuss
armer Wand'rer sterben muss.

Zimtgeruch und Plätzchenduft,
wohlig Stimmung in der Luft.
Liebend Herz, in Sehnsucht oft,
sie auf ihren Liebsten hofft.

Frisch gebacken Früchtebrot,
schaut sie in das Abendrot.
Dräuend Wolken - sorgenvoll
sie dann drauß' erblicken soll.

"Wird schon, wird schon." denkt sie sich,
putzt die Stube ordentlich.
Hoffnung, Freude, Sinnlichkeit,
macht sie sich für ihn bereit.

Gaben, Speisen, festlich Baum
schmücken ihren warmen Raum.
Tobend Schneesturm um das Haus,
löscht sie bald die Lichter aus.

Tränen fließen, Herz so schwer,
wünscht sie ihren Liebsten her.
Hochzeitswunsch und Liebelein,
sollt das Fest der Feste sein!

Doch der Winter streng und kalt
macht nicht vor der Liebe halt!

(Beo 2016)
Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tomira am 03. Dezember 2016, 18:00:01
:icon_santa:  3. :occasion1:


Hinter unserem 3. Türchen versteckt sich nicht etwa
ein einziges Schmankerl, nein, es ist ein weiterer kompletter Kalender mit 24 Türchen.
Ein Adventskalender 2.0 sozusagen ;) Mit solchen Erweiterungen kennen wir uns ja alle bestens aus.
Für all diejenigen, denen ein Adventskalender nicht reicht, genau das Richtige! Aber nicht schummeln!


Du hast an einem bierseligen Abend eine im Nachhinein betrachtet ziemlich blödsinnige Wette mit
einigen anderen abgeschlossen: Du musst eine Nacht in einer berühmt-berüchtigen Geistervilla
verbringen. Angeblich sollen in dem Haus finstere Mächte am Werk sein. Mehrere Geister und
schaurige Kreaturen bevölkern es, so die Gerüchte, nach Mitternacht. Natürlich hältst du das alles
für hanebüchenen Unfug und siehst deinem Aufenthalt lächelnd entgegen.

Viele liebe Grüße vom adventskalenderliebenden Huhn :)

► Link zum Adventskalender  (http://www.drachenzwinge.de/forum/publications/Adventskalender.pdf)
Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tomira am 04. Dezember 2016, 18:00:01
:icon_santa:  4. :occasion1:


Heute geht es in das weitaus ernster anmutende Setting der neu enstehenden Welt
namens Nethergard. Goody nutzt die Gelegenheit um euch Anzufüttern! Verfolgt also
in einem separaten Thread im Allgemeinen Board,
wie sich die Geschichte, deren Anfang ihr hier bekommt, weiter entwickelt!
Cliffhanger läßt grüßen - aber das ist ja nun nichts Neues für Rollenspieler. ;)




Hallo liebe Besucher und Drachenzwingler,

hier habt ihr jetzt das erste Kapitel meiner Weihnachtsstory. Ich folge mit der Idee etwas dem Grundgedanken des Kalenders. Ich hab erst eine kurze Story schreiben wollen, doch dann wurde es immer mehr und so hab ich angefangen es in Kapitel zu teilen. Ich hab mich daraufhin mit Tomira abgesprochen und wir kamen nun dazu das hier im Kalender das erste Kapitel erscheint. Morgen wird es dann ein neues Thema hier im Board geben wo die Story dann fortgesetzt wird und jeden Tag um ein Kapitel erweitert wird sodass sie dann am 24. Dezember ihr Ende findet. Ich werde schauen das ich jeden Tag es bis 12 Uhr schaffe das neue Kapitel hochzuladen. Falls ich es nicht rechtzeitig schaffe werde ich euch drüber informieren und bitte das zu entschuldigen.

Was die Geschichte selbst angeht ist sie angesiedelt in der Welt von Nethergard vom gleichnamigen Rollenspiel. Jenes befindet sich gerade noch in der Entwicklung und wird von mir wahrscheinlich im Januar zu ein paar Proberunden ausgeschrieben und geht dann hoffentlich Anfang des nächsten Jahres in die offene Beta. Dazu aber an anderer Stelle mehr. Die Geschichte an sich wird in diesem etwas düsteren Grundton starten doch schnell Fahrt aufnehmen und langsam zu einem schönen und besinnlichen Weihnachtsfest hinleiten. Doch wissen wir alle, gerade die Vorweihnachtszeit ist meist anstrengend und beschwerlich. Anregungen und Feedback zur Entwicklung der Geschichte werden auch gerne gesehen (per PN an mich).

So und nun  wünsche ich euch allen eine besinnliche Zeit.

Euer Goody



Es wurde langsam Winter. Die Bäume begannen ihr winterliches braun-goldenes Kleid anzulegen und alles wurde ruhiger und stiller. Zumindest konnte man diesem Gefühl erliegen wenn man in die Natur blickte. Varen konnte dem Winter jedoch nicht viel abgewinnen. So wie die meisten aus seinem Dorf, war es kaum verwunderlich, sie waren Sklaven. Gezwungen in der Kälte zu arbeiten und Leistung zu bringen. Wenn sie aufgrund der Kälte klamme Finger bekamen mussten sie trotzdem effektiv sein. Die Strafen waren immer schmerzhaft und es passierte nicht selten, dass ihre Häscher so viel Spaß daran fanden, dass sie jemanden dabei töteten.
Dies rief sich Varen auch wieder ins Gedächtnis als er durch das Läuten der Glocke geweckt wurde. Er lag in einem Feldbett in einer Hütte zusammen mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester. Sein Vater wurde nun bereits vor über 3 Jahren umgebracht. Er hatte versucht ihn und seine Schwester irgendwie weg aus diesem Leben zu bringen. Er wollte etwas Besseres für Sie und musste dafür mit dem Leben bezahlen. Jedem erging es so der Anstalten machte sich erheben zu wollen. So wurde er und die anderen klein gehalten. Bei sich dachte er sich wenn sich alle nur erheben würden hätten sie eine Chance doch die meisten hatten zu viel Angst und so änderte sich nichts an ihren Leben. Sie waren weiter dazu verdammt zuzusehen und zu leiden.

"Du musst aufstehen Varen." riss ihn seine Mutter dann aus seinen Gedanken. Er setze sich langsam auf und nickte nur leicht. "Ja, ich weiß Mutter." Er seuftze leise und ließ den Kopf etwas hängen. Seine Mutter kam langsam zu ihm und legte ihm eine Hand auf die Wange. "Hey mein Schatz. Schau nicht so. Ich weiß es ist nicht einfach und du wünscht dir, dass es anderes wird. Aber du kannst auch nichts daran ändern. Niemand kann das. So ist es nunmal." Varen spührte die Wärme der Hand seiner Mutter und musste sehr leicht lächeln. Sie bekam es immer mit wenn es ihm schlecht ging. Sie wusste immer was mit ihm los war. Und sie war immer für ihn da. Hielt ihn in den Armen wenn er traurig war und weinte oder brachte ihn zum lächeln wenn die Dunkelheit um ihn herum zu stark wurde und ihn zu verschlingen drohte. "Ich weiß ... danke." kam es dann leise von Varen und er sah seiner Mutter in die Augen. Die rehbraunen Augen die auch seine Schwester hatte. Er selbst hatte etwas dunklere Augen die fast schon ins schwarze tendierten. "Welchen Tag haben wir heute ?" fragt er dann ruhig. Ihm kam jeder Tag wie der andere vor und so verlor er schnell das Gefühl von Zeit. Trotzdem gab es Unterschiede. An Sonntagen mussten sie nicht arbeiten. Als er noch kleiner war dachte er es sei weil dieser Tag etwas Besonderes war, mitlerweile hatte er herrausgefunden, dass es nur war, weil das Erz das sie schürften und die Sachen die sie herstellten, Sonntags nicht abgeholt wurden und sich sonst alles zu sehr stauen würde. "Wir haben Donnerstag mein Schatz. Wir haben den 1.Dezember. Bald ist Weihnachten."

"Was ist den Weihnachten ?" meldete sich nun die verschlafene Stimme von Selina zu Wort. Seine kleine Schwester war noch immer mehr oder weniger am Schlafen und hatte wohl erst jetzt wirklich von ihrem Gespräch mitbekommen. Varen wie auch seine Mutter drehten sich dann zu ihr. Beide schenkten ihr ein warmes Lächeln ehe seine Mutter begann zu sprechen. "Weihnachten ist ein Fest. Es ist immer im Winter. Es ist noch aus der alten Zeit und stammte von unseren Vorfahren. Es wird überliefert das an Weihnachten ein Kind geboren wurde was unser Volk erretten sollte. Und um das zu feiern kommt man zusammen.Es gibt noch einige andere Bräuche aber vieles wurde bereits vergessen. Ich kann euch beiden heute Abend mehr erzählen. Aber nun müsst ihr Essen. Die Arbeit beginnt bald."

Nun zerplatzte auch Varens Traumwelt wieder. Seine Mutter schaffte es immer wieder ihn von all dem schlechten Abzulenken das um sie herum geschah. Doch nun war er sich dessen wieder bewusst. Sie lebten nicht in einer Welt in der es Feste gab, in denen es Besinnichkeit und Freude gab. Für Sie, war soetwas Luxus und weit entfernt. Er nahm sich dann die Schüssel mit Brei die seine Mutter ihm eingefüllt hatte und begann sie langsam zu Essen. Als dann langsam schwere Schritte näher kamen horchte er auf. Er kannte diese Art von Schritten. Es waren die schweren Stiefel der Garde die die Mauern bewachten und die unter dem direkten Befehl des Anführers standen. Die Stiefel kamen schwer immer näher und blieben dann vor der Tür stehen. Es ertönte erst ein Pochen ehe der Soldat die Tür einfach aufstieß. Der Soldat war in eine vollkommene Rüstung gehüllt und durch den Spalt bei dem die Augen waren, glomm es in einem dunklen Grün. Der Soldat sah sich einen langen Moment um und deutete dann auf Varen. "Du, mitkommen." mehr hatte der Soldat nicht zu sagen.

Varen sah sich erst verwirrt etwas um, er war gemeint. Er sah zu seiner Mutter doch jener schienen nur langsam Tränen in die Augen aufzusteigen doch sie traute sich nicht sich zu bewegen. Nicht bis sie mitbekam das Selina sich regte und wohl etwas sagen wollte. Daher zog sie jene einfach an sich um sie zum Schweigen zu bringen bevor sie alles nur noch schlimmer machte. Der Soldat wendete sich dann um, in Erwartung, dass man ihm folgte. Und das tat Varen auch. Er erhob sich und ließ die Schüssel mit dem Brei zurück und folgte dem Soldaten ....
Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tomira am 05. Dezember 2016, 17:42:09
:icon_santa:  5. :occasion1:


Die Drachenzwinge wird auch als Portal genutzt, auf dem sich Rollenspieler austauschen
zu ihrem liebsten Zeitvertreib! Darum dachte uhu79 wohl, dass er euch mit einem Spielbericht erfreut,
in dem es um das weihnachtliche Setting der Krippe zu Bethlehem geht, und euch zeigt,
was Rollenspieler so daraus machen.  >:D
Vermutlich hat sich die Spielleiterin das ursprünglich ein wenig anders gedacht!





Ein weihnachtlicher Spielbericht

Zum Hintergrund: Lukas, Markus und Johannes spielen auf drachenzwinge.de (wo sonst) Online-Rollenspiel. In ihrem aktuellen Abenteuer verkörpern sie einfache Hirten in einem antiken High-Fantasysetting. Ein Regelwerk gibt es auch, aber das ist (ihnen und uns) nicht so wichtig. Ihre Spielleiterin heißt Eva.

Hier also der Spielbericht der letzten Sitzung von Lukas – versehen mit Kommentaren seiner Mitspieler Markus und Johannes.

In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld (Markus: weil Lukas seine Wildnisleben-Probe nicht geschafft hat, das hieß verminderte Regeneration  >:() und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr (Johannes: was voll die Spielleiter-Willkür und voll gerailroadet war, weil mein Char eigentlich sehr mutig ist, aber Eva ließ mich nicht mal würfeln), der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. (Johannes: hahaha, ich weiß noch wie Markus meinte, dass diese Queste schon jetzt sehr „beschissen“ klingt)

Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer (Markus: verdammt, das hatte ich überhört – hätten wir da kämpfen können?), das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade. Als die Engel sie verlassen hatten und in den Himmel zurückgekehrt waren (Johannes: Lukas, du hast da ein kleines Detail ausgelassen, nämlich, dass du versucht hast, dem Engel mit deiner Schleuder eins zu verpassen, damit er die goldene Harfe fallen lässt…), sagten die Hirten zueinander: Kommt, wir gehen nach Betlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ. (Markus: so haben wir das sicher nicht gesagt  :P)

So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. (Johannes: äh, da fehlt wieder so Einiges. Man merkt, dass du dann schon fast geschlafen hast, Lukas. Also folgendes: wir haben den Weg nicht gleich gefunden, da hätte ein Stern leuchten sollen, aber keiner hatte Sternkunde als Fertigkeit gewählt und so stolperten wir völlig planlos durch die Gegend. Zum Glück trafen wir dann drei Typen, die sich sehr wohl mit Sternkunde auskannten und die hatten auch jede Menge Schätze dabei.) (Markus: Ja genau, und das war dann auch der eine Kampf an dem Abend, der war echt cool, aber ich glaube, Eva hatte den so nicht geplant…) (Johannes: Wie auch immer, wir haben die Jungs mit Nachdruck nach dem Weg gefragt und sie gaben uns dann auch noch die Geschenke für das Baby mit  >:D)

Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten. (Johannes: Ja und wie die gestaunt haben, vor allem über die derben Sprüche – aber ehrlich, eine Jungfrau und ein Kind? Eva, das musste dir klar sein ;D) Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach. (Markus: oh-oh, das klingt nach einer Drohung, die treffen wir nochmal wieder, ich tippe auf die Jungfrau als Bossgegner) Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war. (Johannes: sag ich ja, railroading…)

Quellenangaben: Die Bibel (Einheitsübersetzung - Lukas 2, 8-20) und uhu79
Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tomira am 06. Dezember 2016, 17:36:51
:icon_santa:  6. :occasion1:


Hohoho! Als kleinen weihnachtlichen Vorboten
schickt XII (genannt: Eleven) euch heute seinen selbst kreierten Zanta Claus vorbei.

Stellvertretend für den Nikolaus (oder doch eher Knecht Ruprecht?) ,
und gleichermaßen ein Gruß aus den Niederhöllen  >:D
Mit Wärme und Feuer kennen die sich ja bestens aus.
Vielleicht findet ihr Verwendung für ihn in euren Runden!
Oder er findet Verwendung für die Spieler :D


(http://www.drachenzwinge.de/forum/publications/ZantaClaus.png)


https://www.artstation.com/artist/pikbube
Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tomira am 07. Dezember 2016, 17:05:41
:icon_santa:  7. :occasion1:


Schöne Vorweihnachtszeit wünscht euch heute unsere Doom Shroom
mit einer Geschichte von den Deadlands. Sie kann von merkwürdigen Allianzen berichten im Angesicht übler Zeiten.
Heimelig in einer anderen Variante sozusagen :D


Das Pferd sprang schon wieder erschrocken zur Seite und schnaubte entrüstet. Es ließ sich tänzelnd wieder vorwärts treiben, aber schielte immer wieder nach hinten und legte durchgehend die Ohren an.

"Dämlicher Gaul," motzte Dag zum wiederholten Mal. "Einen Baum ziehen ist doch nicht so viel anders als einen Wagen oder Schlitten!"

Häuptling Blanke Platte versuchte, sein Gesicht so ausdruckslos wie möglich zu halten. "Ein Baum hat keine Räder. Oder Kufen. Dafür viele raschelnde Äste. Aber kann man ja von euch Bleichgesichtern nicht erwarten, den Unterschied zu kapieren."

"Es ist nur eine verflixte Tanne! Die hat das dumme Ding schon tausendmal gesehen," Dag rammte dem Pferd die Hacken in die Seite, was dieses zu einem entsetzten Sprung veranlasste bei dem er fast aus dem Sattel fiel.

"Eine Fichte. Wie schafft ihr Typen es nur, hier zu überleben? Man sollte meinen, die Manitous und Tiere dieser Erde hätten euch schon lange erledigt." Der Indianer schüttelte den Kopf.

Es begann erneut zu schneien, aber zum Glück tauchte vor ihnen endlich das Licht der Hütte auf, in die sich die Gruppe für den Winter geflüchtet hatte. Die Fichte, die voller Schnee war, veranlasste das Pferd erneut zu Panik, und Dag glitt unelegant aus dem Sattel, was Blanke Platte zu einem Kichern verleitete. "Brauchst nicht so zu tun," grummelte der Huckster. "Ich wollte so oder so absteigen." Mit etwas Mühe richtete er den Baum auf und schüttelte ihn. "Könntest mir ruhig was helfen."

Erneut schüttelte der Indianer den Kopf. "Das ist euer komisches Fest. Wenn ihr unbedingt einen Baum töten müsst, nur um ihn seltsam herzurichten und ihn die Hütte vollnadeln zu lassen, ist das ganz und gar nicht mein Problem. Hoffentlich lässt er sich später noch als Brennholz verarbeiten. Ich bring die Pferde in den Stall."

"Jaja, schon Gut. Kitty, wir sind da, mach die Tür endlich auf."

Lautlos schwang die Tür zur Seite, und eine dick vermummelte Gestalt erschien, die nur mit Mühe als Frau zu erkennen war. "Na endlich. Rob hat den Kamin noch nicht wieder in Gang bekommen, aber wenigstens können wir den Baum schmücken. Und meine Name ist nicht Kitty, ich heiße A-L-E-X-A," buchstabierte die Dame.

"Schätzchen, bei und heißen alle Nutten Kitty," erklärte Dag und begann den Baum ins Haus zu ziehen.

Drinnen wurde er fast von Roger umgerannt. "Kamin zieht, wir können uns wieder wie normale Leute anziehen." Mit geübten Griffen nahm er Dag den Baum ab und begann ihn in einem seltsamen Gestell in der Mitte des kleinen Wohn-Koch-und Arbeitsraumes aufzustellen.

"Bist du sicher das hält?" fragte Alexa skeptisch.

"Na aber sicher! Ich habe einen Signalturm gebaut, einen Dampfkessel für die Bahngesellschaft und bin alles in allem der beste Erfinder..."

"...südlich von Dreadhill?" unterbrach Blanke Platte.

Der Erfinder guckte skeptisch. "Liegt das nicht direkt am Meer? Du willst mich wohl verarschen?"

Der Indianer nickte. "Wenn du das kapiert hast, ist ja vielleicht noch Hoffnung." Er warf den albernen Tirolerhut, den er von seinem deutschen Freund geschenkt bekommen hatte, auf den Tisch und strich sich über die Glatze, die ihm seinen Namen verlieh. "Wo ist eigentlich unser Revolverheld?"

Das war das Stichwort für panisches Geschrei das aus der Richtung des gewissen Örtchens hinter dem Haus zu kommen schien. "Das ist wieder mal so typisch," feixte Dag. "Er lässt sich mit runtergezogenen Hosen erwischen. Aber mit ein paar Wölfen wird er ja wohl..." Ein Blick aus dem Fenster, vor dem der Schnee in der beginnenden Dunkelheit jetzt heftiger fiel, ließ ihn jedoch ernst werden. Ein einsamer Schuss knallte durch die Luft und erstickte im Schnee. "Scheiße, Mann! Das sind keine Wölfe."

"Sicher? Wer Tannen mit Fichten verwechselt..."

"Ja, ganz sicher." Dag nahm seine Spielkarten aus der Tasche, ließ sie fließend durch die Hände gleiten und begann, eine Hand aufzuziehen. Die Magie knisterte bereits. "Es sei denn, Wölfe gehen schwankend auf zwei Beinen und sind ganz leise."

"Er hat recht." Rob hatte den Baum sein lassen und starrte ebenfalls durch das Fenster. "Das sind Zombies. Wo auch immer die wieder herkommen."

"Ich weiß, wo sie hingehen." Blanke Platte begann bereits damit, die Geister seiner Ahnen um Hilfe zu bitten.

In dem Moment fiel der Baum langsam um und landete krachend mit der Spitze im grade erst angefachten Kamin. Alexa sprang mit einem Quieks zur Seite und bekam die Hintertür in den Rücken, als mit einem weiteren Schuss und noch nicht wieder befestigtem Hosengürtel das vermisste Mitglied der Gruppe in den Raum sprang. "Zo...zo...Zombies," zitterte er.

"Jaja, das haben wir gleich." Roger zielte mit einem seltsam aussehenden Schießeisen durch die Tür nach draußen. "Ist ja nicht das erste Mal." Es zischte und knallte, und dann drehte er sich zu den anderen um. "Frohe Weihnachten!"
Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tomira am 08. Dezember 2016, 17:42:33
:icon_santa:  8. :occasion1:


Beste vorweihnachtliche Grüße sendet euch hier Riankan
mit ihrer Geschichte, aus dem verschneiten Bornland.
Hier weiß man ganz genau, was man gegen die Einsamkeit
und den grimmen Frost tun sollte.
Ein Schelm wer an Übles dabei denkt oder gar an krudes Feenwerk! ;)


Kuchen , Feen und Versäumnisse zur Wintersonnwende

Es war doch zum Schreien !
Jedes Mal aufs Neue, wenn er ehrlich sein sollte. Nicht etwa, dass er nicht damit gerechnet hätte...
Aber es wäre doch nicht zuviel verlangt gewesen, ihm wenigstens eine Notiz zu hinterlassen ?
Sie waren beide oft und viel beschäftigt und er hatte gewusst, dass sie die Festlichkeiten wahrscheinlich
einfach vergessen würde. Aber es konnte doch nicht sein, dass sie ständig alles aus dem Kopfe verbannte,
wenn man ihr sogar mehrfach Notizen und Nachrichten schickte, um sie daran zu erinnern, dass sie eingeladen
war und dass man sich auf ihr Kommen freute.

Andererseits.... sie war eine seltsame Person. Geliebt und bewundert von vielen hier, aber dennoch... seltsam.
Anders konnte man es nichts sagen. Wirklich nicht. Wie sonst sollte man jemanden nennen, der sich gern und oft
in alten Büchern, Grabstätten und sogar mit Echsen herumtrieb und das nur, um zu lernen, wie man vor langer Zeit
einmal gesprochen und geschrieben hatte?

Es war ja nicht so, als wenn sie damit irgendetwas Schlimmes oder Verbotenes getan hätte und es war auch nicht so,
als wenn er nicht ebenso interessiert gewesen wäre ... aber es war dennoch immer wieder ein Stich in der Brust , wenn
man merkte, dass ihre Studien ihr auch über die persönliche Verbindung zu ihm ging. Es war.... es war einfach nicht schön.
So konnte man das mit Sicherheit sagen.

Seufzend drehte er sich um und musterte den Raum, in dem alles festlich geschmückt war. Winterlich kalt war es draussen,
der Schnee lag, wie im Bornland nicht anders zu erwarten, hoch und tief, oftmals verharrscht und sicherlich war es nächtens
kalt genug dort draussen, dass selbst die heulenden und hungrigen Wölfe sich etwas abfrieren konnten.
Aber hier drinnen ? Hier flackerte das Kaminfeuer, es war warm und heimelig.

Schnitzereien der Gänse Travias überm Türsturz und der Herren Phex und Firun überm Studierzimmer. Hesinde schmückte in einem
wirklich wundervollen Kunstwerk, das wirkte, als würde es einem bald vom Kamin entgegenkommen, selbigen.
Lächelnd betrachtete die Herrin der Weisheit und des Lernens und Lehrens, was sich zu ihren Füßen abspielte. Das Fell vorm Kamin,
vom Braunbären, der sie vor zwei Götterläufen attackiert hatte und die Sessel, bequem und einer davon zwergisch , nicht nur in Größe, sondern
auch Machart.

Weiche Läufer mit göttergefälligen Motiven, die den Rest des Boden bedeckten und dafür sorgten, dass die steinernen Kacheln nicht kalt gegen die
Füße strahlten. Alles sehr bequem. Immer. Aber wenn man dazu noch die grünen Zweige und roten wie weißen Beeren betrachtete, die zu Kränzen
und Ranken gewunden und mit glitzerndem Tand aus aller Herren Länder verziert von einer Seite der Decke zur Anderen gewunden waren, teils an
den Deckenbalken entlang und teils einfach in weichen Bögen von Balken zu Balken , dann konnte doch festliche Stimmung aufkommen. Er betrachtete
einige Blütenfeen , die sich dort herumtrieben. Die Kleinen hatte er auf Wunsch der grade schmerzlich Vermissten schon vor Jahren aufgenommen.
Jeden Winter kamen sie mit dem ersten Frost, brachten das gesamte Haus durcheinander und wirbelten durch seinen Wintergarten. Und stets, wenn er
etwas schmückte, waren sie da und betrachteten und kommentierten alles mehr als neugierig und interessiert. Aber er konnte es den fröhlichen kleinen
Dingern nicht verdenken. Also sollten sie ruhig, selbst schimmernd und flirrend, umherwirbeln und in Gewändern aus leichter , bunter Seide und hellen
Blättern den Raumschmuck erkunden und sich lachend darauf niederlassen, um zu schaukeln ,dass glitzernde Glaskugeln
und bunt bemalte Figuren aus hellem Holz fröhlich schwankten und wankten, während die Ranken fest in ihren Verankerungen verblieben.

Schließlich hatte er gelernt, nachdem sie im ersten Jahr geschaukelt hatten und die Ranken überm Kamin abgestürzt waren und beinahe das Haus in Brand
gesteckt hatten. Fingerhüte voller Saft und Wein hatten sie im Versuch zu helfen darüber geschüttet, während er sich mühte, auch damals allein ,weil er wieder
vergessen worden war, die Sache anderweitig und wirkungsvoller zu beseitigen , indem er sie mit dem Schürhaken in den Kamin beförderte, wo sie brennen
konnte, ohne Schaden anzurichten. Es war bedauerlich gewesen und ärgerlich , aber die Feenwesen hatten sich im Frühjahr dafür
entschuldigt, indem sie seinen Garten regelrecht erblühen ließen, bevor überhaupt anderswo auch nur Knospen zu sehen gewesen waren.

Seitdem wuchsen vorm Haus Heilkräuter und Zierpflanzen, die er sonst noch nirgends im Dorf oder der Umgebung gesehen hatte. Alles , was er nicht benötigte,
konnte er verkaufen und es war eine Freude, wenn er sah, dass er irgendwie zu helfen vermochte, nur weil ein paar Feenwesen ihm einen Gefallen hatten tun
wollen. Es kam dem ganzen Dorf zugute und konnte damit doch nur den Göttern gefällig sein, nicht wahr.

Diese Gedanken erheiterten ihn. Ebenso wie die Blütenfeen, die grade ein geschnitztes Holzross in fröhlichem Gelb bemalt,
von der Girlande lösten und damit durch den Raum ritten, immer grade außer Reichweite der großen Scheunenkatzen, die
sich hier irgendwann vor Jahren eingerichtet hatten.  Die beiden grau getigerten Jägerinnen waren allerdings grade ohnehin
nicht interessiert daran, die Feenwesen zu jagen. Das Kaminfeuer behagte ihnen zu sehr und der Pelz war doch besser
warm als gesträubt, also schlugen beide nur träge mit den Schwänzen und blickten hin und wieder blinzelnd hinterdrein,
wie die Feenwesen und das Holzpferdchen durch die Luft gallopierten.

Das leise Klingeln und Singen wies darauf hin, dass sich auch der Rest der kleinen Sippe irgendwo im Gebälk aufhielt
und in Feierstimmung und trunken von Honig und Naschwerk umhersirrte und mit den zarten Schellen und Flöten musizierte
und dazu in ihrer eigenen , schönen Sprache sangen.
Es war nett. Draussen war es finster und hier drinnen hell und warm. Der Schnee , der die Umgebung bedeckte, war ,
wenn man hinausblickte, eine durchgehende und unberührt wirkende Decke. Wunderschön. Allerdings auch entmutigend
in dieser Unberührtheit, die ihm sagte, dass sie schon wieder nicht kommen würde. Trotz aller Versprechen und
Entschuldigungen von ihrer Seite.

Seufzend ließ er sich in einen der Sessel fallen und beobachtete das Spiel der Feenwesen.

Und dann , als er schon nicht mehr damit rechnete, dass Braten und Kuchen , Kekse und Wein auf
dem Tisch noch angerührt werden würden, grade da pochte jemand an die Türe und er sprang regelrecht
auf, eilte dorthin, beinahe über einen der Läufer fallend und mit der wehenden Hausrobe fast am Bärenschädel
vorm Kamin hängen bleibend. Aber ohne Unfälle kam er an und in einem Schwarm bunter Lichter
und fröhlichen Lachens wirbelten die Blütenfeen um ihn herum, als er die Tür aufriss und sich nicht nur in
einer Umarmung der so schmerzlich Vermissten wiederfand, sondern gleich dazu noch helle Kinderstimmen
und andächtiges Murmeln hörte.

Sie strahlte ihn an, schob ihn und ihre Mitbringsel in Form von durchgefroren wirkenden Leuten in den Raum
und scheuchte die Kinder sofort in die Wohnstube,wo es sich vor Licht und Wärme sofort gut anfühlte und wo
genügend Platz war. Er blinzelte, ein wenig erschlagen vom Dank der Wanderer, die sie aufgelesen hatte und
die ihm nun erklärten, dass es wirklich der Travia gefällig wäre , wie er sich bereit erklärte, sie zu bewirten und
keine Widerworte, denn seine Gefährtin strahlte ihn mit leuchtend grünen Augen über die Köpfe hinweg an und
die Kappe mit den Glöckchen klimperte fröhlich und in den leuchtenden grünen, gelben und roten Flicken
schien sich das Licht des Feuers zu fangen, während eine Blütenfee sofort mit Begeisterung dabei war,
ihr tsagefällig buntes Haar zu Zöpfen zu winden und das holzpferdchen dort anzubinden, damit es ihnen
nicht davon gallopierte, wie die kleine Person ernsthaft erklärte.

Lachend nahm sie es hin, kam näher , auch die Schellen an den spitzen Schuhen , zweifarbig wie stets,
gaben munteres Klimpern von sich und er wunderte sich einen Moment, wie sie es wohl angestellt hatte,
nicht von Schnee bedeckt und verklebt zu sein. Aber nun , sie sei hungrig und die Gäste auch und
gemeinsam feiere es sich doch viel schöner als allein, habe sie sich gedacht und so waren sie nun
eben mehr als zwei und man müsse sich nicht sorgen, denn Zweisamkeit würden sie die nächsten
Tage noch genug genießen können, nicht wahr?

Richtig, nickte er nur, richtig. Soviel sie wollte, wann sie wollte, wo sie wollte. Es war egal ! Sie war da und
hatte es nicht vergessen und sie würden gemeinsam feiern und da konnten es soviele Gäste werden,
wie sie wollte. Die Feen, die Katzen , die Wanderer ! Seinetwegen auch noch ein Haufen Zwerge, Kobolde
und Elfen. Aber dann würde er anbauen müssen!

Sie lachte und er begriff, dass er das laut gesagt hatte und lachte ebenfalls und ließ sich in die Stube ziehen,
wo grade die Kinder ermahnt wurden, sich ordentlich zu setzen und man ihn dann mit leuchtenden Augen
betrachtete. Das war doch wundervoll! Sie hatte Recht ! Die leuchtenden Kinderaugen, die schnurrenden Katzen ,
die lachenden Blütenfeen und die dankbaren Erwachsenen. Aber etwas fehlte .... was nur , ja was ?

Während des Essens, gemeinsam und alle genießend und ausreichend bekommend, stellte er es für sich fest
und musterte kurz Kinder und Eltern und die Gefährtin in ihrer bunten und fröhlichen Aufmachung, bevor er
aufstand und sich entschuldigte und nach oben eilte, ohne auf ihre verdutzte Frage zu antworten, ob etwas
nicht in Ordnung sei.

Aber er würde nicht lange brauchen. Wie hatte er sich damals gefreut und wie würden sich die dort unten erst freuen,
wenn er es nur wiederfände und wenn... wo war es denn ?!
Verphext noch eins, das konnte doch nicht wahr sein, dass er nicht fand, was er suchte und ... Moment !
Da leuchtete ihm eine kleine Blütenfee den Weg und schon hatte er es und räumte es frei und grinste die Fee an ,
deren fröhliches Lachen Antwort genug war.

Das würde Freude bringen und ihnen gefallen. Also eilte er wieder hinab, umschwirrt von seiner kleinen Retterin,
kam in den Raum und hielt den Schatz, den er gefunden hatte, eng an die Brust gepresst. Was wurden die
Kinderaugen groß, als seine Gefährten zu lachen begann und was wurden die Augen der Eltern groß, als er
das schwere , alte Buch aufschlug und ihnen beinahe lebendig wirkende Bilder und Landschaften und
 Leute zeigten. Noch zusätzlich beleuchtet und geziert von den Blütenfeen, die über jede neue Seite
stolzierten und tobten und sich anpassten, als würden sie in die Geschichten und Märchen gehören.
Und da machte er es sich bequem und schlug schließlich die Seite auf , die er gesucht hatte und alle
bekamen etwas Warmes zu trinken und machten es sich bei ihm am Kamin bequem und dann konnte
der Abend lang und angenehm werden, als er den Folianten aufschlug, ein verschneites
Schloss enthüllend und das begeisterte Murmelnder Gäste hörte und die fröhliche Umarmung
der Gefährtin spürte, deren Magie leise und heimlich dafür sorgte, dass wie aus weiter Ferne
Fanfaren und Pferdegewieher erklangen und alles untermalten, während er zu erzählen begann
und ihnen Geschichten erzählte, die sei beide vor langer Zeit, als sie beide noch jung und
unbedarft gewesen waren, erlebt hatten. Aber nicht von ihnen beiden sprach er.

Stattdessen wurde begonnen mit einem geheimnisvollen :" Es war einmal , hoch oben im Norden,
noch weit hinter den Landen der Nivesen und ihrer Karene und Wölfe.... " während er hinter dem
eigenen ,weißen Barte hervor lächelte und die Stimme tiefer klingen ließ. Und schon hatte er
ihrer aller Aufmerksamkeit und wusste, dass bis zum Morgen Geschichte um Geschichte
folgen würde, weil er noch nie hatte nein sagen können , wenn sie ihn darum bat, noch
eine Weitere folgen zu lassen. Aber wen kümmerte es an einem Abend wie diesem,
 wo Travia und ihre Geschwister zu lächeln schienen und es einfach nur
ein netter Winterabend war?

Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tomira am 09. Dezember 2016, 15:21:05
:icon_santa:  9. :occasion1:


Natürlich gibt es auch zahlreiche Songs
die uns in dieser vorweihnachtlichen Zeit als Ohrwürmer "beglücken".
Einen davon hat unser bfmo18 genommen, um ihn passend für Shadowrun
umzudichten. Laßt euch gern ebenfalls inspierieren.
Wir hatten hier im Team schon viel Spaß damit! :D


Dazu bitte Jingle Bells denken ;)

Ein ganz normaler Run,
nicht viel Security,
Danny hackt die Kameras
mit seinem Tsurugi
Ritschie fliegt in der Luft,
in seinem Flying Eye,
hält für uns die Augen auf,
soweit ist alles frei

Weihnachtszeit, Weihnachtszeit,
die Schatten sind bereit
knallt den roten Mann dort ab,
der die Geschenke verteilt!

Hey!

Weihnachtszeit, Weihnachtszeit,
die Schatten sind bereit
knallt den roten Mann dort ab,
der die Geschenke verteilt!

Sammy pfeift ein Lied,
Ritschie entfährt ein Fluch
und klinkt sich aus der Drohne aus
denn wir kriegen Besuch
Tobi zieht die Pred
denn Ritschie schlägt Alarm
Karl wirft schnell nen Feuerball
und zündet die Jungs an

Weihnachtszeit, Weihnachtszeit,
die Schatten sind bereit
knallt den roten Mann dort ab,
der die Geschenke verteilt!

Hey!

Weihnachtszeit, Weihnachtszeit,
die Schatten sind bereit
knallt den roten Mann dort ab,
der die Geschenke verteilt!

Sammy schnappt die Chips,
und Tobi ballert rum,
Ritschie holt den Bulldog ran
und fährt noch einen um
So heizen wir davon,
die Daten sind befreit,
ja, mein Freund, wir wünschen dir
ne frohe Weihnachtszeit!
Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tomira am 10. Dezember 2016, 17:19:08
:icon_santa:  10. :occasion1:


Ethion, bekanntes Zeichentalent und Teil unserer
Community, entbietet euch hier winterlich verspielte Grüße
durch ihre zwei Eisdrachen. Ach, und falls ihr noch Inspirationen für
Weihnachten sucht, besucht doch ihre Homepage!


(http://i-a-grafix.ch/wp-content/uploads/2014/07/snowflakedragon2-960x678.jpg)

http://i-a-grafix.ch/

Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tomira am 11. Dezember 2016, 17:35:55
:icon_santa:  11. :occasion1:


Mit dem heutigen Inhalt unseres Adventskalenders für Rollenspieler
erhaltet ihr ein umfangreiches Paket speziell für die Spielleiter unter euch.
Niniane überreicht euch nämlich mit ihrem Beitrag gleich einen ganzen Run
für die Shadowrun Fans oder die, die es mal antesten wollten.
Also, bringt euch in Stimmung und werft euch ins Getümmel.


► Seattler Weihnachten  (http://www.drachenzwinge.de/forum/publications/Seattler_Weihnachten.pdf)
Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tomira am 12. Dezember 2016, 17:25:14
:icon_santa:  12. :occasion1:


Hier schickt euch hinter Türchen Nummer 12
Krissa ihre Geschichte mit den besten Weihnachtsgrüßen.
Gibt ja nicht überall helfende Elfen!



Sanft und voller Zärtlichkeit drückt sie ihr Bündel an sich, doch Tränen laufen ihr aus den Augen. Alle hatten sie gewarnt. Elfen kann man nicht trauen. Sie kommen und gehen. Genieße die Zeit mit ihnen, aber verliebe dich nicht, und vor allem, werde nicht schwanger. Nun wurden sie und ihr Kind immer nur böse angestarrt und Schutzzeichen in ihre Richtung gemacht. Auch ihre Stelle hatte sie verloren. Und der liebe, liebe Anton aus dem Nachbardorf, der sie vergöttert hatte und dem sie versprochen gewesen war, wie sollte sie ihm je wieder unter die Augen treten?

Wegen einer Schwärmerei, denn mehr war es nicht gewesen, immerhin so viel hatte sie inzwischen begriffen, hatte sie alles verloren, was ihr wichtig war und was sie liebte.

Aber ihre Tochter, dieser wundervolle kleine Mensch, hatte all ihre Liebe nötig und sie würde sie nie hergeben. Auch wenn sie die Zeit zurückdrehen könnte. Sie ging nach Hause, wieder einmal hatte sie nichts zu Essen, und den letzten Holzscheit am morgen verbrannt. Sie hatte so gehofft, dass an diesem heiligen Tag die Menschen gütiger sein würden, aber sie sahen sie nicht einmal. An der Ecke zu ihrem Haus hockt ein alter Mann, mit weniger Kleidung als sie an. Der Arme. Sie hat zwar nichts, aber immerhin ein Dach über dem Kopf. Sie spricht ihn an, sie nimmt ihn mit zu sich. Sie teilt den letzten Rest ihres Eintopfs von Vorgestern und das schimmelige Brot mit ihm. Er hat ein bisschen Holz dabei, so dass sie es ein wenig warm haben in der Stube. Erschöpft schläft sie beim Stillen ein. Als sie wach wird ist sie mit ihrem Kind. Der arme Mann, so unruhig. Sie betet für ihn, möge er in dieser eiskalten Nacht nicht den Tod finden.

Sie zündet ein Stück Holz an und singt ihrer Kleinen Weihnachtslieder, als sie plötzlich vor dem Haus ein Radau hört, sie sieht Fackeln und hört viele Stimmen. Sie bekommt Angst. Ist es der Mob, der sie nun endgültig vertreiben sollte?

Es pocht an der Tür. Sie macht nicht auf. Sie fängt an zu beten. Nicht für sich, sie betet zu allen guten Göttern, dass sie doch ihre Tochter beschützen mögen. Die Tritte gegen die Tür werden immer stärker, bis die Tür nachgibt. Ein Schwall Menschen schwappt hinein, mit Fackeln in den Händen. Der erste Mann groß, mit verhülltem Gesicht und breiten Schultern läuft auf sie zu. Sie weint und bettelt um das Leben und die Sicherheit ihrer Tochter. Der Mann geht unerbittlich auf sie zu, packt sie an den Schultern und hebt sie hoch. Weinend sieht sie hoch und ihm in die Augen.

Augen, grün wie die Hoffnung, und mit Tränen in ihnen, die gütig auf sie herabschauen. Augen, die sie kannte. Sachte drückt er sie an sich, vorsichtig um ihre Tochter nicht zu quetschen. "Willst du mich denn immer noch heiraten, meine Liebe?" Sie glaubt ihren Ohren kaum und ihre Beine sacken ihr weg. Ihr Anton. Er liebt sie noch! Stumm nickt sie, ihr Glück kaum fassend.

Dreckig und verfroren wie sie ist werden sie sofort vom Geistlichen, der mitgekommen war, getraut. Alle Freunde Antons sind mitgekommen. Der alte Mann hat sie erkannt und war ins Nachbardorf gerannt um Anton Bescheid zu sagen. Und Anton versteht sie, liebt sie und verzeiht ihr. Nimmt mitten am heiligen Abend all seine Freunde und kommt sie holen. Ihre Eltern versuchen noch die Mitnahme zu verhindern und brabbeln etwas von Mitgift, aber die Menge an Männern und die Vorwürfe vom Geistlichen, die Fragen wie man denn die eigene Tochter und Enkel so hausen lassen könnte, lassen sie bald verstummen.

Das alles ist mittlerweile ein Jahr her. Sie wohnt glücklich mit Anton und schmückt gerade den Weihnachtsbaum, ihr runder Bauch ihr ständig im Weg, glücklich mit sich und der Welt im Reinen. Der alte Mann, der Friedrich heißt, wohnt im Winter immer bei ihnen und spielt gerade mit der Tochter, die trotz ihrer Spitzen Ohren von Anton als eigenes Kind anerkannt wurde.


Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Iona am 13. Dezember 2016, 18:22:00
:icon_santa:  13. :occasion1:


Mit den besten weihnachtlichen
Grüßen von eurem Drachenzwingen Moderator ScarSacul!
Heute dürft ihr euch auf die Suche nach Mr. Claus machen
und müßt zur Not eigenhändig das Weihnachtsfest retten.
Ob das gut geht?  :o





„4XMas - Auf der Suche nach Mr. Claus“
(http://www.greensmilies.com/smile/smiley_emoticons_xmas4_laola.gif)                                                                                                 (http://www.greensmilies.com/smile/smiley_emoticons_santa.gif)


Das Szenario:

Der Nordpol ist in Aufruhr.  Mr. Claus ist unauffindbar, doch Weihnachten steht vor der Türe! Eine Gruppe von tapferen helfenden Elfencharakteren macht sich auf die Suche nach ihm. Hat sich Mr. Claus einfach nur wieder in der Spielzeugfabrik verirrt? Oder steckt hinter seinem Verschwinden gar der garstige Osterhase dahinter, der schon lange scharf darauf ist, sein Osterfest auf die einschaltstärkere Weihnachtszeit zu verlagern? Was geschieht, wenn Mr. Claus nicht rechtzeitig gefunden werden kann? Gelingt es den Elfen dabei noch den Rentierschlittenschein zu erwerben, ohne diesen sie sonst keine Flugerlaubnis bekommen? Und welcher der Elfen kann sich glaubhaft als Weihnachtsmann ausgeben?


Die Charaktere:

(http://www.greensmilies.com/smile/smiley_emoticons_xmas1_razz.gif) Sami Elf – der Tapfere. Mutig und wagemutig. Schwäche für Rentierrennen.

(http://www.greensmilies.com/smile/smiley_emoticons_xmas1_rolleyes.gif) Elina Elf – die Kluge. Weise und belesen. Schwäche für Gedichte.

(http://www.greensmilies.com/smile/smiley_emoticons_xmas1_confused.gif) Jarno Elf – der Vergessliche. Optimistisch und … Schwäche für..ähm..

(http://www.greensmilies.com/smile/smiley_emoticons_xmas1_thumbs1.gif) Linnea Elf – die Kreative. Erfinderisch und Bastelaffin. Schwäche für Schneemänner.


Die Orte:

Die Spielzeugfabrik – Hier treffen die Elfencharaktere aufeinander. Zeit sich für ihre Suche nach Mr. Claus vorzubereiten und auszustatten. Doch können sie Arne Elf, den Gründer der Spielfabrik Spielfabrikgründer davon überzeugen, dass die Suche nach Mr. Claus nun Priorität vor ihrer zugeteilten Arbeit in der Spielwarenabteilung hat?

Der Rentierschuppen – Myrmi  der Oberelf vergibt hier die Rentierfluglizenzen, doch bestehen die Elfencharaktere die Fahrprüfung oder müssen Sie gar dabei mogeln, um an ihre Flugrechte zu gelangen?

Das Fotolabor – Wie kommen die Elfencharaktere an ihre biometrischen Passbilder, die sie so dringend für die Ausstellung der Fluglizenz benötigen?  Es ist schwer diese im Sammelsurium von Liwi Elfs Fotolabor zu finden.

Die Höhle des Osterhasen – Tief in der Höhle des Osterhasen sind arme Häschen in den knallbunten Malminen zur Knechtschaft  verdammt. Befindet sich Mr. Claus hier? Kommt es zur Auseinandersetzung mit dem Osterhasen?

Die Weihnachtsfahrt – Manchmal müssen Elfen knallhart im Austeilen sein. Schaffen sie es, Geschenke für jedes Kind zu verteilen? Wenn sie es nicht schaffen, wer bekommt dieses Jahr keine (oder „nur“ verspätet seine) Geschenke? Heiße Grundsatzdebatten stellen die Elfencharaktere auf eine schwere Probe.


Mögliche Erfolge:

Arne Elf überzeugen – 100 EP*

Erlangung des Rentierschlittenflugscheins – 250 EP*

Rettung von 100% / 75% / 50% Weihnachten 1000 / 750 / 500 EP*

*EP = Elfenfleißpunkte
Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tomira am 14. Dezember 2016, 11:15:17
:icon_santa:  14. :occasion1:


Natürlich ist Weihnachten
oder all das was man sonst um diese Zeit herum feiert,
vor allem ein Fest von Menschen, für Menschen.
Aber wir vergessen dabei leicht,
dass es andere Wesen gibt, die ebenfalls einen großen
Anteil an unserem Wohlbefinden haben!
Ich möchte darum euren Blick nach Aventurien,
genauer nach Weiden lenken,
wo man seit jeher enger mit den Tieren
und der Natur zusammen lebt.





Sorgfältig reinigte Orpheus seine Pfoten. Dann natürlich auch noch die feinen Mordwerkzeuge seiner Rasse. Akribisch genau setzte er dabei seine Zähne zur Hilfe ein. Zufrieden mit dem Ergebnis leckte er sich schließlich noch das schwarze, seidig glänzende Fell. Dann rollte er sich, nach mehrfachem prüfen und zurecht drücken der alten Decke, endlich zusammen. Seine bernsteinfarbenen Augen ließ er nur noch ein wenig geöffnet. Er lag auf dem Brandschrank, in sicherer Höhe. Dösend konnte er so die Feiergemeinschaft im großen Zimmer beäugen. Warm war es und schummrige Dunkelheit herrschte im Raum. Der Duft von Gebratenem lag noch in der Luft und diesen unsägllich stinkenden weißen Knollen, die die Weidener zu jedem und allem meinten fressen zu müssen. Zusammen mit den Zweigen und Zapfen der Föhren, die die Zweibeiner knisternd im Feuer verbrannten, ein dennoch recht annehmbarer Geruch. Besser als die Höhlen manch anderer Freunde seiner Mia. Allerdings war es ihm viel zu laut hier. All die Stimmen!

Mias Freunde waren bisweilen so erbärmlich tollpatschig in ihrem Tun! Vor allem die Kleineren unter ihnen. Das konnte er wirklich nur mit vollem Bauch ertragen. Reste hatte es genug gegeben bei der Feier. Der Hofhund war zu langsam gewesen, um ihn ernsthaft daran zu hindern, sich die besten Stücke zu stehlen. Auf leisen Sohlen hatte er ihm direkt vor der Nase die Leckerbissen entrissen. Zufrieden mit sich, begann er zu schnurren über seine Beute. Stinkender Köter, bellender Nichtsnutz. Wozu Zweibeiner diese tumpen Gesellen brauchen konnten,  war ihm sowieso ein Rätsel.

Ein Geräusch ließ ihn aufmerken. Er öffnete träge ein Auge. Überall rannten die Bälger herum, unerzogen und völlig unfähig. Wären sie seinem Wurf entsprungen, hätte er sie im Nacken gepackt und ordentlich durchgeschüttelt, bis sie wüssten, wer der Herr im Haus war und das sie lernen müssten, allein zurecht zu kommen. Aber hier…! Nein, man hatte ihnen nur den Kopf getätschelt und dümmliche Grimassen geschnitten.

Der eine hier, dieser kleinste mit dem hellen Fell, der kaum laufen konnte zum Beispiel. Immerzu war er ihm hinterher gewankt und wollte ihn erreichen. Lästig! Sie waren oft hier, also wußte er, dass jener sicher schon einen Herbst und einen halben Sommer hinter sich hatte. Stramme junge Katzen konnten mit einem halben Sommer schon klettern, und Mäuse jagen. Was nur konnte der? Mehr als entsetzlich schrille Laute und völlig unelegante Bewegungen hatte er bislang keine von ihm gesehen.
Angeblich, das hatte seine Mia zu ihm gesagt, feierten sie heute das Fest des Sieges der Weisheit über die Dummheit, und die Kinder seien aufgeregt, weil bald die alten Geschichten am Feuer erzählt würden.

So ein Blödsinn! Als ob die je was Lernen würden! Die Dummheit hatte die Zweibeiner viel zu lange im Griff. Manche schienen nie zu lernen. Der Zweibeinkater, der seine Mia haben wollte zum Beispiel. Er verstand einfach nicht, dass sie sich paarte mit wem sie wollte. Kätzinnen machten das nun einmal so! Wenn sie in Stimmung waren, dann riefen sie ihre Sehnsucht heraus, und wer sich als würdig erwies, kam zum Zuge. Aufgeregt schlug sein Schwanz hin und her beim Gedanken an den Frühling und die hitzige Zeit, die dann wieder anbrechen würde.

Dieser weidener Kater erzählte ihr immer was von Bünden und Treue. Der merkte gar nicht, wie sie das langweilte! Sie gehörte nicht zu denen, die so dumm waren sich eine Schar an Welpen von nur einem Kater zulegen, um sich an seinen Bau binden zu lassen. Seine Mia war schließlich klug! Sie hielt es da wie er selbst. In der Ferne könnte die beste Beute, eine unwiderstehliche Kätzin, die schönste Scheune zum Schlummern sein, doch wer nicht fort zog, würde dies nicht finden. Der fremde Kater sollte sich mit dem begnügen, was sie ihm freiwillig gab. Sie besuchte ihn ja leider immer wieder.

Ein scharrendes Geräusch am Fuß des Brandschrankes ließ ihn nach unten schauen. Unglaublich, da war dieser Welpe mit dem hellen Fell und kletterte doch tatsächlich auf die Truhe. Was wollte der nur da? So ungeschickt wie er war würde er sicher abstürzen. Hochmütig schloß der rabenschwarze Kater mit den bernsteinfarbenen Augen wieder die Lider, und beschloß so zu tun, als würde er die Störung nicht wahrnehmen.

Von drunten waren angestrengte Laute zu vernehmen, auch ein oder zwei dumpfe Geräusche, als der Tollpatsch ausgerutscht war und unsanfte Bekanntschaft mit dem harten Holz gemacht hatte. Doch was auch immer sein Antrieb war, der Welpe hatte wohl ein Ziel. Wenigstens das! Als es still wurde öffnete Orpheus misstrauisch wieder die Augen und musste zu seiner Überraschung feststellen, dass der Welpe jetzt wirklich auf dem Deckel der Truhe saß. Angestrengt atmend. Augen hell wie der Himmel an einem Wintertag schauten zu ihm hoch und scheinbar redete er ihn auch an. Eine Hand hatte er zur Faust geschlossen und schien ihm irgendetwas damit sagen zu wollen.

Unfassbar! Mit sowas musste er sich abgeben. Seine Mia saß lachend am Feuer im Arm dieses dummen Katers, der sie alleine für sich haben wollte, und er wurde von so einem stinkenden, sabbernden Balg belagert. Aber hier oben war es so bequem, dass er nicht daran dachte seinen Platz aufzugeben.
Betont langsam stand er auf, drehte und streckte sich, damit der Welpe sehen konnte, wen er da mit seiner Anwesenheit belästigen wollte, und rollte sich dann so ein, dass er sich das Schauspiel nicht mehr länger anschauen musste. Gestraft mit Missachtung, jawohl. Langsam glitt sein Bewusstsein hinweg, dahin, wo es Mäuse in Hülle und Fülle gab, Kätzinnen, die über weiches Moos rollten, und seine Mia, die mit ihm auf Reisen war und neue Gegenden erkundete und sein Revier dadurch unendlich groß wurde in dem er der herrlichste aller Kater war.

BAMM! Hellwach sprang er auf alle Viere und sträubte Fell und Schwanz. Seine Gestalt wuchs dabei auf seine doppelte Größe an. Wer wagte es…!
Die Rechte schon leicht entlastet stand er, bereit den Angreifer sofort mit seinen geschärften Krallen anzufallen und ihn das Fürchten zu lehren. Doch was oder vielmehr wen er stattdessen sah, war die verkrampfte Faust des Winzlings, der sich gerade mit aberwitzigen Bewegungen versuchte auf den Schrank zu ziehen. Ihn erinnerten diese Zuckungen an Fische auf dem Trockenen. Er roch nach Schweiß und atmete angestrengt. Am Feuer hatte keiner sein Treiben bemerkt. Wie auch, alle anderen Zweibeinwelpen saßen dort drüben. Langsam legte sich sein Fell wieder, und er begann den geordneten Rückzug. Wobei...? Er hielt inne, das war SEIN Platz! Schon immer gewesen. Sollte er ihn nicht lieber kratzen und anfauchen?

Doch der helle Fellschopf mühte sich unbeeindruckt mit hochrotem Gesicht ab, nicht in die Tiefe zu fallen. Das wäre auch vermutlich ungut ausgegangen. Er konnte sich erinnern wie sogar seine Mia schmerzhafte Blessuren hinnehmen musste, als sie einmal von ihrem Besen geplumpst war.
Doch die saß da drüben am Feuer und bekam von all dem, was er hier mit dem Zweibein erdulden musste, nichts mit. Das würde sie wieder gut machen müssen, oh ja! Einen ganzen Vormittag würde sie ihn entschädigen müssen mit Liebkosungen.

Geduldig setzte sich er sich also in einigem Abstand hin und wartete ab, bis die jämmerlichen Bemühungen des Welpen ein Ende gefunden hatten. Es hatte es schließlich geschafft - leider konnte er sich nicht mitteilen, nicht wie mit Mia. Denn was half es schon dem Welpen hier oben zu sein? Wie immer war es die wahre Kunst auch sicher wieder hinab zu kommen! Und Katzen und Kater, dass waren die Könige in dieser Disziplin. Sicher nicht tolpatschige Zweibeiner die nicht einmal ihre Hände zu nutzen wussten. Irritiert schaute er auf die noch immer geschlossene rechte Hand des Kleinen. Ob er krank war?

Der plapperte jetzt auf Zweibeinart auch schon munter auf ihn ein. Dann ließ er sich plötzlich unversehens nach vorne fallen und aus der Hand rutschte etwas vor seine Füße.
Mißtrauisch war der prächtige Kater aufgestanden, doch der Geruch lockte ihn wieder an. Konnte das sein? Er sog den Duft ein und schaute verdutzt. Der Welpe deutete weiter auf die Brocken, die er da hingelegt hatte und machte eindeutig schmatzende Geräusche.

Er hatte ihm getrockneten Fisch gebracht? Völlig verwundert, und in seinen Grundfesten der Meinung über diese zweibeinigen Welpen erschüttert, reagierte er auch zu spät, um den Annährungsversuchen des Hellfells auszuweichen. Der hatte seinen Kopf, erstaunlicher Weise nach Katzenart, an seinem gerieben und schaute ihn aus diesen strahlend blauen Augen jetzt einfach nur an. Erstaunlich! Ein Welpe mit mehr Verstand als manch' Zweibeinkater! Orpheus war verblüfft.

Höflich schnupperte der prächtige Kater jetzt an den Leckereien, die völlig verdrückt, aber dennoch köstlich duftend vor ihm lagen. Immerhin hatte er ein Schläfchen gehalten, und so eine Köstlichkeit bekam man nicht alle Tage.

Der Kleine schien jetzt auch die Decke zu sehen, und gab weitere, wie er annahm begeisterte Laute von sich, derweil er, bevor das Zweibein es sich anders überlegte, den Fisch fraß. Doch der hatte andere Pläne. Er zog und zerrte mit ungelenken Bewegungen an dem weichen Tuch und schaffte es die schön bequeme Liegestatt damit zu zerstören. Na prima! Stattdessen nahm der Welpe das eine Ecke der Decke in die Hand und ließ sich dann ungeschickt einfach seitlich an die Wand gekuschelt darauf fallen. Es sah mich an, und zeigte seine Zähne, wie Mia es tat, wenn sie zufrieden oder glücklich war. Seltsamer Welpe! Er gab noch einige unverständliche Laute von sich, und rieb sich ausgiebig die Augen. Dann rollte sich Hellfell schließlich doch ein.  Er wirkte erschöpft und die Lider begannen zu flackern. Schon nach kurzer Zeit blieben seine Augen dann geschlossen. Auch sein Atem war wieder ruhig und still.

Unschlüssig stand Orpheus jetzt da. Der Platz war an sich zu gut um ihn aufzugeben, und bis auf den Welpen, der völlig ermattet schlief, hatte sich ja nichts geändert. Vorsichtig testete er die Liegestatt an. Mit ein wenig Mühe würde er es sich gemütlich machen können. Schnurrend, damit der kleine Zweibeiner nicht aufwachte, schob und drückte er alles zurecht, und rollte sich schließlich ebenfalls wieder auf der Decke, ganz nah bei Hellfell, zusammen. Er roch gar nicht so schlecht der Kleine, und immerhin hatte er heute wirklich wichtige Dinge gelernt, an diesem Fest der Zweibeiner. Vielleicht sollte er sich immer wenn sie hier waren dieses Welpen annehmen? Scheinbar einer der wenigen, der nicht völlig verblödet war. Ohne kätzische Hilfe würden seine Talente vermutlich verkümmern! Mit dieser Erkenntnis schlummerte der imposante Kater schließlich ein.

Die Tochter Satuarias, Mia die Schöne genannt, staunte nicht schlecht, als sie Orpheus ihren Kater von seinem Lieblingsplatz holen wollte. Da lag doch tatsächlich der kleine Bernwulf friedlich zusammen gerollt ebenfalls bei ihm und lächelte seelig. Sein linker Arm bildete dabei eine Höhlung, die der Kater fast völlig einnahm. Doch scheinbar war es bequem genug, dass ihr Freund darin schlafen konnte.

Nachdenklich sah sie zu Ihrem Gefährten am Feuer hin und dann wieder zu Orpheus. Sie dachte immer, er hasste die Abende in Weiden. Nachdenklich blieb sie stehen und ließ das Bild und die Stimmung auf sich wirken. Eine Gewissheit vertrieb die sonst in ihr tobende Rastlosigkeit, und Friede kehrte ein in ihr Gemüt. Nun gut, wenn sogar Orpheus eine Einsicht hatte, dann wollte sie eben auch das Wagnis eingehen, Kinder in dieses Aventurien zu entlassen. Auf das Satuarias Herrlichkeit weiter gelobt würde! Beschwingt und froh solch einen Fingerzeig von ihrem Vertrauten erhalten zu haben, gesellte sich Mia wieder zu der Gesellschaft der Feiernden, und freute sich auf ein neues Jahr voller Veränderungen.

Tomira 2016
Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tomira am 15. Dezember 2016, 13:25:58
:icon_santa:  15. :occasion1:

Was soll ich um den heißen Brei herum reden:
Weihnachten kann auch nerven, jawohl, wir kennen das alle!
Darum schenkt euch heute unser User CertusRaven
den ultimativen Ausweg- einen Ausflug in die Maschinenwelt.
Systemunabhängig, und garantiert ohne eine Spur
dieser heimelig, kuschligen, und überbewerteten Weihnacht! :D



► Beautiful World - Cyber Dungeon Quest  (http://www.drachenzwinge.de/forum/publications/Beautiful_World-Cyber_Dungeon_Quest.pdf)
Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tomira am 16. Dezember 2016, 09:25:37
:icon_santa:  16. :occasion1:


Hier beschenkt euch unsere Shadow66
mit einer schönen Sage aus Lorakis, genauer Selenia.
Ihr solltet euch unbedingt ein Heißgetränk
gönnen, und ein paar Plätzchen holen,
denn es wird eisig werden!
Viel Spaß beim Lesen :)





Der Eisprinz


Es ist ungemütlich geworden im Kaiserreich Selenia. Die Vorbereitungen zum Fest der Wintersonnenwende stehen kurz bevor. Vom Graulenkamm weht ein eisiger Wind und der Drache Giftfamg treibt dicke Wolken in Richtung der Stadt Herathis. Wegen der Kälte sind die Handelswege kaum befahren und auch auf den Straßen lässt sich so gut wie Niemand blicken.
Doch am Rande des Unreiches kämpfen fünf mutige Abenteurer gegen das aufkommende Wetter. Die Suche nach einem verlorenem Artefakt hat sie an diesen gefährlichen Ort gebracht, denn in Selenia kennt jedes Kind die Geschichte von dem Drachen Giftfang, dem wahnsinnigem Einhorn Irlisch und der Riesenschlange Risskir, die sich seit Jahrhunderten bekriegen.
Doch das ist nicht die größte Sorge der Abenteurer. Ein Waldläufer erzählte ihnen noch von einer ganz anderen, viel wahrscheinlicheren Gefahr;

Wenn der eisige Wind vom Graulenkamm weht,
wenn der Fluss Myrkan gefriert,
wenn der Schnee eure Spuren bedeckt,
dann hält der Eisprinz mit seinen weißen Wölfen in das Unreich Einzug

Einst angesehen und geachtet,
versprochen an eine junge Frau,
dann verbittert und kalt,
wie die eisigen Winde,
auf jenen er reist.

Wenn ihr die Wölfe heulen hört,
wenn ihr die Schatten näher kommen,
wenn ihr die Kälte in eurem Nacken spürt,
dann ist der Eisprinz mit seinen weißen Wölfen nahe


Der Wind macht das Gehen schwer und mit dem anfangendem Schneegestöber wird auch die Orientierung zu einem ernsten Problem. Der Alb zieht seinem Umhang fester um die Schultern und versucht in der Ferne etwas zu erkennen, was einen Hinweis darauf geben könnte, wo sie sich befinden, doch weit und breit nur Bäume und Schnee. „Ich sagte doch, wir hätten bei dem Waldläufer bleiben sollen! In seiner Hütte wäre es sicher warm und gemütlich! Aber du wolltest ja unbedingt aufbrechen.“ ärgerlich funkelt die Gnomin den selbst ernannten Anführer der Gruppe, einen hageren jungen Mann, an. „Der Meister sagte, wir sollen uns beeilen und woher sollte ich wissen, dass dieser Sturm aufzieht?“ Der Alb bleibt stehen, schüttelt den Schnee von seinem Umhang. „Weil ich dir gleich gesagt habe, das ein Unwetter naht! Und...“

Er wird unterbrochen von einer zarten Stimme. „Still, hört ihr es nicht?“  Die weißhaarige Albin steht ganz still, lauscht. „Was soll ich hören? Diesen verfluchten Wind?“ Die Gnomin will mit dem Fuß aufstampfen, hält dann aber mitten in der Bewegung inne – sie hört nun ebenfalls das Heulen.
„Sie werden kommen.“ „Wer?“ die Stimme des hageren Menschen zittert ein wenig. Die weißhaarige Albin tritt auf ihn zu, nimmt sein Gesicht in seine Hände. „Die weißen Wölfe Nereus. Die weißen Wölfe und der Eisprinz.“

„Ihr glaubt doch nicht wirklich an diese Geschichte?“ Ganz in schwarz gekleidet und mit einer weiten Kapuze tief ins Gesicht gezogen steht sie an einem Baum gelehnt und lässt ein spöttischen Lächeln über die Gruppe schweifen. „Ihr habt doch den Waldläufer gehört! Der Sturm zieht auf, der Schnee bedeckt unsere Spuren und nun haben wir sie auch heulen gehört!“ Nereus spielt nervös an dem Riemen seines Beutels herum. „Ja, und nur weil es donnert, stürmt Giftfang dennoch nicht Sarnburg.“ Der Alb tritt heran. „Entweder wir suchen uns schnellstmöglich einen Unterschlupf vor diesem Schneegestöber oder wir reisen weiter.“
Nach einigem Überlegen beschließen die Abenteurer, bis zum Sonnenuntergang einen Unterschlupf zu suchen, oder im Notfall zu bauen. Also stapfen sie weiter, schweigen in ihre Umhänge gewickelt.
Der Schnee wird immer dichter und das Heulen der Wölfe klingt näher, oder es ist nur die Einbildung.
Als es langsam anfängt, schummrig zu werden, scheinen sie immer noch keinen Schritt weiter gekommen zu sein. „Ich habe das Gefühl, wir laufen im Kreis!“ Der Alb richtet sich auf. „Wir gehen sicher nicht im Kreis! Der Wald sieht nur überall gleich aus.“ verteidigt er sich.
„Zu streiten bringt uns auch nicht weiter. Wir sollten lieber herausfinden, woher das sonderbare Licht kommt.“ Die Gnomin schaut die Sprecherin entgeistert an. „Welches Licht?!“ Die Albin deutet in eine Richtung. „Ein paar Schritte weiter befindet sich ein Licht.“ sagt sie, als sei dies eine völlig offensichtliche Tatsache. „Und wenn es nun eins dieser Irrlichter ist?“ Nereus schaut sich unsicher um. „Irrlichter gibt es nicht in Wäldern. Nur in Sümpfen.“
Eine raue, selten benutzte Stimme meldet sich zu Wort. „Wir gehen zu dem Licht.“ Keiner wagt es, dem  alten Varg zu widersprechen und so setzen sie sich in Bewegung. Doch weit komme sie nicht, den aus dem Unterholz preschen drei riesige, weiße Wölfe auf sie zu. „Ahhh! Der Eisprinz!! Er holt uns alle!!“ Nereus hebt die Hände und rennt panisch im Kreis. Bis die Schwarzgewandete in an den Schultern packt und ihn hinter sich schiebt, zwei Dolche zieht und die Wölfe herausfordernd an funkelt. Auch der Varg zieht sein Breitschwert und der Alb legt einen Pfeil auf die Sehne. Auge in Auge stehen die Abenteurer den weißen Wölfen entgegen.

Aus dem Schneegestöber tritt eine hochgewachsene Person hervor. Eis überzieht die gestreckten Klingen und der Schweiß gefriert an Ort und Stelle. Für einen Moment hört es einfach auf zu schneien und die Abenteurer haben freien Blick auf den Eisprinzen. Weißes Haar umspielt sein Gesicht und eisblaue Augen starren aus tiefen Höhlen. Eis überzieht seine Wangen und seine Kleidung. R trägt einen Umhang aus weißem Fell und eine Krone aus schimmernden Eis. In seiner Hand ein Schwert, das wie aus Eis gefertigt zu sein scheint.
Der Varg knurrt. Aus heiterem Himmel kehrt der Schnee zurück und ein Dolch bohrt sich in die Flanke eines Wolfes. Jaulend bricht er zusammen. Der Eisprinz streckt die Hand aus und ein einzelner Eissplitter bohrt sich in den Oberarm des Alben. Mit weit aufgerissenen Augen starrt er geradeaus, als sich von dem Splitter ausgehend Eis ausbreitet und ihn schockgefriert.

Der Varg stürmt vor, doch eine Stimme, so klar und weich wie eine Eisblume erklingt. „Nein, diese Abenteurer haben dir nichts getan. Sie sind nicht schuld an dem Vergehen und du hast kein Recht, ihnen etwas anzutun.“ Eine junge Frau, bekleidet in einem weißen Kleid mit einem Blumenkranz auf dem Kopf tritt barfuß auf den Eisprinzen zu und nimmt seine Hände in ihre.Sie wirkt seltsam durchscheinend und unwirklich. Die eisblauen Augen des Prinzen werden weich. „Kassandra.“ haucht er. „Dies hier muss enden. Jedes Jahr suchst du Rache an Unschuldigen. Ich bin die Einzige, die deinen Zorn verdient hat. Ich lief in das Unreich und kehrte nicht zurück. Diese Abenteuer haben keine Schuld, also lass sie gehen. Ich bitte dich.“ Ihre Gestalt flackert. Ein Windhauch erfasst sie und es scheint, als träge er sie fort. Der Kranz löst sich aus ihren Haaren und nur ein leises „Ich bitte dich“ bleibt zurück..
Der Eisprinz blick auf, eine einzelne Träne gefriert auf seiner Wange. Dann nickt er kaum merklich, zieht sein Schwert und rammt es in den Boden. Ein Lichtblitz schießt daraus hervor und alles verschwindet in einem gleißendem Licht.

Shadow66 (2016)
Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tomira am 17. Dezember 2016, 18:05:02
:icon_santa:  17. :occasion1:

Unser User Orok erfreut euch
heute mit einer kleinen Geschichte eines Magiers,
den jeder gerne kennen möchte! Wobei...
lest selbst, warum vielleicht besser doch nicht :D

Weihnachtseinkauf

Guten Tag. Mein Name ist Trevor Blumford der Dritte. Ich bin Magier. Nein nicht für Kindergeburtstage. Nein, ich zersäge auch keine Jungfrauen. Mal davon abgesehen, das es heutzutage sehr schwer ist eine solche im bühnenfähigen Alter zu finden, ist das sicher auch eine ziemliche Sauerei. Und ziemlich sicher tödlich. Ich bin kein Las Vegas Unterhalter. Ich bin ein Kundiger in der uralten und ehrenwerten Kunst der Thaumaturgie. Sie kennen mich vielleicht als „Der Exorzist der Stars“ aus diesem unsäglichen Artikel in der Sun im letzten Jahr? Oder dem Auftritt in der Morgensendung bei BBC-3? Nein das war kein Schwindel. Ja hinter den Spukerscheinungen in der Umkleide des FC Arsenal steckte wirklich ein Hexenzirkel. Ja, diese netten älteren Damen mit Vorliebe für Silberschmuck und Kristalle haben tatsächlich ein Ritual zur astralen Projektion benutzt, um den ein oder anderen ausgiebigen Blick zu riskieren.  Das ist eine völlig andere Geschichte, über die ich ihnen ein andermal mehr erzählen werde… Hören sie auf zu kichern und kommen sie darüber hinweg!

Unsere kleine Geschichte jedenfalls spielt im vorweihnachtlichen London. Ich war wieder besseren Wissens im typischen Londoner Winterwetter unterwegs. Kennen sie das, wenn sich der Niederschlag nicht so richtig entscheiden kann, ob er nun Schnee oder Regen sein will, und so alles mit einem halbgefrorenen Matsch überzieht? Dieser Matsch, der es schafft in die kleinste Ritze ihrer Kleidung einzudringen, nur damit sie auch ja keinen angenehmen Tag haben? Ja es war ein solches Wetter, als ich an den Holzbuden des Weihnachtsmarktes direkt an der berühmten London Bridge entlang stapfte. Tweedanzug, der schwere Lodenmantel und die abgewetzte Melone auf dem Kopf konnten mich nur unzureichend vor den Elementen schützen. Ich zog den langen bunten Schal in einer weiteren Schlaufe um meinen Hals. Nicht nur der Doktor wusste so einen Schal zu schätzen. Das mein Dackel aufgeregt immer wieder die Leine um meine Beine wickelte, tat meiner Laune ein übriges. Er machte das mit Absicht, um mich zu Ärgern. Dabei wusste er genau, dass ich die Leine benutzen musste, um nicht wieder ein Bußgeld von unserer  geliebten Staatsmacht zu kassieren.
Sie fragen sich, wieso ich meinem Hund solche kleinlichen Bösartigkeiten unterstelle?
Nun weil er es mir selbst gesagt hat!

Ich sollte vielleicht kurz ein paar erklärende Worte zu Ahtunwhiho verlieren. So heißt er nämlich. Wie sie vielleicht schon vermutet haben, ist er kein gewöhnlicher wurstförmiger Vertreter der Gattung Canis Lupus. Vielmehr ist er ein Beratergeist, geankert in der weltlichen Hülle eines gewöhnlichen braunen Kurzhaardackels. Dieser Beratergeist, in eingeweihten Kreisen sprechen wir von einem Familiar, ist schon seit Generationen Teil meiner Familie. Was genau den Geist eines Cheyenne-Schamanen in die Dienste einer Londoner Zaubererfamilie gebracht hat, will er mir leider einfach nicht verraten. Ein weiterer Beweis für seinen niederträchtigen Charakter!

Sie glauben den Geist eines machtvollen Cheyenne-Schamanen der den Körper eines Dackels bewohnt als Familiar zu haben wäre eine gute Sache? Oder irgendwie erstrebenswert? Weit gefehlt! Gilt der Dackel schon als ein eigensinniger Hund, versuchen sie es mal mit einem Medizinmann der vorgibt ihre Sprache nicht zu verstehen, wenn ihm nicht passt was sie sagen. Was ja noch widersinniger wird, wenn man bedenkt das er schon länger in England lebt als die Queen! Wobei „leben“ vielleicht das falsche Wort wäre. Länger in England verweilt. Genau!
Ach, und es mag ja sein, das ihr Hund schon einmal eine Pfütze auf dem Teppich hinterlassen hat, aber mussten sie schon einmal ihr Wohnzimmer sanieren, weil ihr Vierbeiner überprüfen wollte, ob er sich an die richtige Schrittfolge für den Regentanz noch erinnerte?
Doch ich schweife ab. Passiert mir leider häufiger.

Ich war jedenfalls an diesem grauen Wintertag, bei diesem unerfreulichen Wetter auf diesem enervierenden Weihnachtsmarkt unterwegs, um noch ein paar letzte Geschenke zu erwerben. Warum erledige ich so etwas nur immer erst bei letzter Gelegenheit? Das würde mir nächstes Jahr sicher nicht passieren. Dunkel erinnerte ich mich an ähnliche Gedanken, beim Kampf durch die Menschenmassen bei Harolds im letzten Jahr.

Wohlwollend registrierte ich, dass der Markt ziemlich leer war. Die wenigen Leute hatten sich fest in ihren Jacken und Mäntel gewickelt und die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen, um sich vor dem Wetter zu schützen. Selbst die allgegenwärtigen Touristen schienen sich heute eher auf Innenraum-Attraktionen verlegt zu haben.
Ich blickte mich nach einem Stand mit originalen Harzer Räuchermännchen um, von denen mein guter Freund und Teilzeit-Mitstreiter wieder der übernatürlichen Gefahren Cyrus so begeistert erzählt hatte. Warum auch immer man sich für solche obskuren bunten Schnitzereien überhaupt begeistern konnte, sollte mir für immer schleierhaft bleiben. Aber wenigstens machten diese Weihnachtsmärkte  nach deutschem Vorbild, die seit Jahren immer mehr um sich griffen, es relativ einfach solche Stücke zu erwerben.
Sicher werden sie jetzt einwenden, das ich sie ja auch einfach über das Internet bestellen könnte, aber da gibt es leider ein kleines Problem. Magie und moderne Technologie verstehen sich nicht besonders. Jeder Computer dem ich zu lange zu nahe kommen, verwandelt sich über kurz oder lang in sehr teures, nicht sehr wohlriechendes Räucherwerk.
Bleibt also nur die Stärkung des britischen Einzelhandels mit direkter lokaler Kapitalisierung. Sprich: aufraffen und einkaufen.

Die allgegenwärtige Weihnachtsmusik, die aus versteckten Lautsprechern dudelte, half mir auch nicht sehr dabei konzentriert zu bleiben. Ich meine, weihnachtliche Kinderchöre sind ja schlimm genug, aber wenn die dann auch noch auf deutsch singen? Verstehen sie mich nicht falsch. Ich habe nichts gegen die Deutschen. BMW, Goethe, Neuschwanstein… aber es hatte schon seinen guten Grund, warum die Vorsehung die Nordsee genau dort platziert hat, wo sie nun einmal ist. Der verlockende Duft von Bratwurst ließ meine vierbeinige Stolperfalle eine neue Richtung einschlagen, und da ich nun einmal sehr an meinen Armen hänge, in jedem Sinn dieser Aussage, stolperte ich von der straffen Leine dirigiert hinter ihm her zu einer runden Hütte, in deren Mitte ein gewaltiger runder Schwenkgrill hing, auf dem allerlei Fleisch und Fleischprodukte über glühenden Kohlen brutzelte. Das hieß dann wohl eine Wurst für den Hund, und ein Glühwein für mich. Kopfschüttelnd sah ich zu wie das Tier seine Speise verschlang. Der Kampf zwischen Gier und innewohnender Hitze des Fleischnebenproduktes entbehrte nicht einer gewissen Komik. Zumal es eine nicht zu verleugnende Ähnlichkeit zwischen Wurst und Dackel gab.

Da hielt  Ahtunwhiho plötzlich inne und versteifte sich. Die eine Hälfte der Wurst trudelte unbeachtet zu Boden.
Da bemerkte auch ich es. Die Musik war zu einem leiernden Klagen verlangsamt das die Stimmung kindlichen Gesänge von besinnlich zu „wir beschwören dunkle Götter aus der 11. Dimension“ transformierte. Lautes klirren kam aus einem der Stände weiter vorne. Ich sah wie mein Dackel die Lefzen hochzog um seine kleinen, erstaunlich weißen Zähne zu entblößen.
Also einer von diesen Tagen. Nun würde gleich das Schreien los gehen, dachte ich noch.
Und so war es.
Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tomira am 18. Dezember 2016, 14:43:35
:icon_santa:  18. :occasion1:

Mit einem Gruß aus
der 6. Welt erreicht euch hier eine sehr
handfeste Geschichte, die mit einer Menge Schnee
aufwartet, und der Farbe Orange auch
einen Platz unterm Weihnachtsbaum einräumt.
Unser User fUHUx schickt euch damit mit
besten Grüßen in den 4. Advent ;)

Weiße Weihnacht

„So, ich weiß immer nicht, wie ich anfangen soll, also mach ich es mir da mal einfach, und frag mal, hehe... was genau suchst du denn?“ Der schlaksige, kleine Ork war vielleicht zwölf Jahre alt, entsprach also etwa dem Bild eines jungen, ziemlich ungepflegten Erwachsenen, der für seine Spezies vergleichsweise eher mager ausgestattet war, was Muskelmasse und physische Imposanz betraf. „Antidepressiva, Beruhigungsmittel, Schlaftabletten...“ Der Ork ließ eine buschige Augenbraue in die Höhe wandern. „Ey, Opa, jetzt hör mal zu, dafür kannst du auch in die Apotheke...“ „Nicht für das verschreibungspflichtige Zeug“, entgegnete Jack mit leichten Anzeichen von Verärgerung. Wenn der vorlaute Drekhead die Manhunter in seinem Gürtelholster noch nicht bemerkt hatte, war er es auch nicht wert, dass man ihn weiter provozierte. „Außerdem eine ganze Ladung Schnee, sagen wir, für fünftausend“, ergänzte er noch und beobachtete mit wachsender Belustigung, wie ein wenig die Farbe aus dem Gesicht des Dealers wich. Nicht jedes Straßenkind griff auf derartige Mengen zurück. „Sollen wohl weiße Weihnachten werden, hm?“, meinte der Ticker scherzhaft. „Okay, gib mir einfach noch mal eine Liste und zwei Tage Zeit, ja? Hälfte im Voraus.“ „Natürlich.“ Jack griff in die Tasche seiner abgetragenen, grauen Militärjacke und reichte dem Ork einen zwischen zwei Fingern eingeklemmten länglichen Stab. „Die Liste ist auf dem Credstick, genauso wie eine Nummer, bei der du dich melden kannst, und eine Vorauszahlung von zehn Prozent. Und jetzt mach dich an die Arbeit.“ Der Dealer machte ein Gesicht, als hätte der ältere Mann ihm gerade auf die zerfledderten Skateschuhe uriniert. „Sagte ich nicht die Hälfte?“ Jack legte den Kopf schief. „Viel zu hohes Risiko bei diesen Summen. Ich kenn dich ja nicht mal.“ Die Aussage war zwar eine Lüge, aber es war seine Art, neue Kontakte zu testen. „Außerdem interessiert niemanden, was du zu sagen hast. Komm, wenn du dich beeilst, gibt es vielleicht einen Bonus für guten Service. Und jetzt Abmarsch, ich hab noch was zu erledigen.“ Er machte noch eine wedelnde Handbewegung, um dem Ork zu verstehen zu geben, dass er verschwinden sollte, und konzentrierte sich auf die Kanäle seines Neuralinterfaces, um seinen Wagen anzuweisen, ihn zum Containerhafen in Everett zu bringen.

„Guten Tag Sir, verzeihen Sie die Störung. Jack Anderson, ZQ Logistics. Ich soll hier eine Sonderlieferung in Empfang nehmen.“ Jack strich sich den schlicht sitzenden Anzug glatt. Die sich langsam aber sicher an seinem einstig trainierten Körper bildenden Notfallrationsschichten forderten, vehement an Gürtel und Nähten pressend, mal wieder ein wenig mehr sportliche Abwechslung und seltenere Mittagspausen bei McHugh's. Der Vorarbeiter des Docks, ein fleischiger Zwerg mit einem halben Dutzend Kabeln, die an verschiedenen Stellen seines kahlrasierten, im kalten Licht einer einzelnen Glühbirne glänzenden Kopfes endeten, verlangsamte seine Kaubewegungen auf ein Maß, bei dem selbst normale Menschen Aggressionen entwickeln würden, überlegte kurz und nickte dann, ohne dass sich seine wahnwitzig in der Augmented Reality hin und her flitzenden Augen ein einziges Mal auf Jack gerichtet hätten. „Kennung des Containers?“, fragte er, und Jack ärgerte sich ein weiteres Mal, dass nicht nur er, sondern auch sein Chrom verdammt alt für den Job waren. Nichts von dem neumodischen Zeug, das man mit einem kleinen Fokus der Gedanken einfach abschaltet, damit man die Welt in der Geschwindigkeit von ungeboosteten Normalos wahrnehmen konnte. Nein, Jack beobachtete mit nervenaufreibendem Detailgrad, wie die Lippen des Pumilionis bei jedem Laut, der seiner soybiergespülten Kehle entschallte, an den Reihen schmutzverkrusteter Zähne entlang schwabbelten und einen Nebel feinen Speichels in der Luft und auf dessen schmutzigem Bart verteilten.
„Ist hier drauf, zusammen mit dem üblichen Honorar“, meinte Jack zerknirscht, langte mit einer flinken Bewegung in sein Jackett und reichte dem Vorarbeiter einen Credstick. Dieser wiederum gab ihm einen kleinen Chip.
„Folgen Sie dem Wegweiser in der AR. Verlassen Sie das Gelände danach über den Wartungszugang in Abschnitt B32. Ich hab Sie nie gesehen, wenn jemand fragt.“
„Vielen Dank, einen angenehmen Tag noch.“
„Jo, Ihnen auch.“
Jack folgte dem leuchtenden Hinweismarker, der sich in der virtuellen Überlagerung der Realität vor ihm abzeichnete, die drohnenbetriebenen Verladestationen der einlaufenden Frachter entlang. Einige äußerst kältebeständige Möwen, die sich beharrlich weigerten, an der Smogwolke zu ersticken, die regelmäßig aus den nahegelegenen Industriegebieten quoll, kreischten vielstimmig erbost und kreisten über der arbeitsamen Szenerie, begierig und doch vergeblich, zwischen dem all dem Stahl etwas Essbares zu erspähen. Er hielt auf einen etwas abseits stehenden, von Salzkrusten und Rost bedeckten Container zu, dessen allmählich abblätternde Farbe man wohl am ehesten mit giftigem Abfall vergleichen würde. „Endlich frische Luft!“, rief das Mädchen darin erleichtert, als Jack den Zahlencode auf dem Magschloss eingab und die Tür öffnete. Innen hatte der Container eine spartanische Einrichtung, die an ein Sarghotel erinnerte. Die kombinierten Geruchsnoten menschlicher Ausdünstungen der letzten zwei Wochen wehten ihm entgegen. Die Kleine sah verlottert aus, aber er wusste, dass sie da, wo sie herkam, weit schlimmere Konditionen überstanden hatte. „Willkommen in Seattle, Alice, hattest du eine gute Fahrt?“ „Sehr witzig“, antwortete sie missmutig, griff sich ihren Rucksack und trat aus der stählernen Reisekapsel. Jack hob gleichgültig die Schultern. „Die meisten Schmuggler haben eben keine Business Class. Na komm, sehen wir zu, dass du unter eine Dusche kommst, die auch Wasser und keinen Steriliumnebel hat, damit du diesen Drek loswirst.“

Alice' mitternachtsfarbene Augen hatten die Größe von Golfbällen, als sie ein Frühstück beim Soybucks und eine Dusche später von Everett aus südwärts nach Downtown fuhren und ihr Blick sich auf die vom orange-abgasgrau dämmernden Morgenlicht erhellte Skyline richtete, hinter der majestätische, weiß glasierte Gipfel des Mount Rainier aufragte, eingefangen in dichtem Schneetreiben. Die penetranten Werbeüberlagerungen der Augmented Reality intensivierten sich zu wuchernden Kaskaden virtuellen Feuerwerks, die konsumbesessene Psyche ihrer im fiebrigen Kaufrausch gefangenen Nutzer anfachend, je näher sie dem Zentrum der Stadt kamen. „Also, die Besprechung findet gleich statt, wir haben alles nötige Informationsmaterial bekommen. Es gibt einen Kontakt in Übersee, der möchte, dass ich deine Vorgehens- und Verhaltensweise evaluiere, also...“, Jack brach den Satz ab, als er bemerkte, dass sein junger Schützling ihm in etwa so viel zuhörte wie einem Trideowerbespot. „Diese Stadt lebt“, kommentierte Alice geistesabwesend das emsige Geschehen auf der anderen Seite der leicht beschlagenen Fensterscheibe des Ford Americar, an dem sie sich gerade ihre Stupsnase platt drückte. „Ja, das Geschwür metastasiert bereits“, brummte Jack nur teilnahmslos und wich einem Sonntagsfahrer aus, dessen Gridlink offenbar Probleme machte. „Und man kauft das Essen einfach in diesen Märkten? Oder in... Restaurants? Keine Tauschgeschäfte? Keine rationierte Ausgabe?“ „Hör mal, Alice, wenn du etwas wissen willst, solltest du auch in einer Geschwindigkeit fragen, in der man dir eine sinnvolle Antwort geben kann. Darüberhinaus kann ich zwar verstehen, dass du es furchtbar faszinierend findest, wie leicht man hier an verschiedene Ressourcen kommt, aber du hast erstens auch noch nicht den östlichen Teil der Stadt und die Slums in Puyallup im Süden gesehen, und zweitens gibt es ein paar wichtigere Dinge, die du wissen solltest, wenn wir das hier angehen, bevor ich dir beibringe, wie man Energydrinks oder hässliche, in Nanofabrikation aus alten Plastiktüten gefertigte Overalls aus Automaten zieht.“ Jacks Stimmlage hatte sich ein wenig geändert. Er hatte sie nicht durch die halben UCAS und zwei Indianerstaaten herbringen lassen, um ihr die „Zivilisation“ der konzerndiktierten Regionen nahe zu bringen, wie es sie in ihrer Heimatstadt nicht mehr gab. Alice schwieg. „Also, es ist kurz vor Weihnachten, die Leute kaufen wie bescheuert, um in letzter Minute noch Geschenke für das Jahrestreffen mit der Verwandtschaft zu haben. Natürlich sind die Kons vorbereitet, immerhin ist das hier ihre Party, aber in all dem Konsumwahn werden häufiger Mal Dinge übersehen. Zum Beispiel eine Lkw-Lieferung mit High Tech Optronik, die in zwei Tagen in Tacoma angeliefert wird.“ „Die wir stehlen werden?“, fragte Alice monoton und wandte ihren Blick vom Seitenfenster zu ihm. Jack nickte und setzte seine Erläuterungen fort: „Was ich bereits sagen wollte, wir fahren jetzt noch einen weiteren netten Herren abholen und treffen uns dann mit dem letzten Teammitglied zur Besprechung in Milton, in der Nähe unseres Zielpunktes. Dafür müssen wir allerdings durch einige Gebiete in Downtown, in denen die Wände Augen haben, wortwörtlich, und Knight Errant ziemlich aufmerksam ist.“ Sie sah ihn fragend an. „Knight Errant?“ „Der lokale Sicherheitsdienst. Wie bei uns damals in der Arkologie, der Verein, bei dem ich gearbeitet habe. Nur fieser, rassistischer und besser bewaffnet. Du bist gewissermaßen illegal hier. Daher hab ich was vorbereitet...“ Er langte wieder in seine Anzugjacke und warf ihr ein kleines Gerät zu, das sie behände auffing. „Auf dem Kommlink ist eine Systemidentifikationsnummer, mit der du dich ausweisen kannst. Solang du hier bist, vorausgesetzt, du gehst bei der Aktion nicht drauf, ist dein Name Lily Mayflower, und du bist Kopfjägerin auf freischaffender Basis im Dienste dieser großartigen Nation, der United Canadian and American States.“ Seine Stimme troff derart vor Sarkasmus, dass man ihn in Flaschen abzapfen und an mittelmäßige Alleinunterhalter verkaufen könnte. „Kopfjägerin?“, fragte Alice verwirrt. „Eine der Berufungen, die sich bestens eignen, um den Besitz und das öffentliche und offene Tragen von registrierungspflichtigen Waffen und Augmentationen glaubhaft zu machen. Oder wärst du mit deinem Chromarm und dem Cyberdeck lieber eine Tänzerin gewesen?“ Er schnaubte und lachte leise über seinen eigenen Spruch. „Denk dran, den Mist immer auszustrahlen, sobald wir in Downtown sind. Wir wollen keine unnötigen Fragen.“

Orange beobachtete geduldig, wie die Schweinefleischklumpen langsam im Wasser des Aquariums herabsanken und einen hauchfeinen, roten Schleier darin verteilten. Blitzartig schnellte etwas heran und verwandelte die Überreste in einem blasenwerfenden Spektakel in winzige blutige Fetzen. „Wusstet ihr, das Schweinefleisch in Geschmack und Konsistenz dem von Metamenschen am ähnlichsten ist?“, fragte sie halblaut, den von einer ballistischen Schutzbrille abgeschirmten Blick nach wie vor nicht vom blutrünstigen Geschehen im gläsernen Wassertank abwendend. „Hört man so, ich frag mich nur viel mehr, warum man sich ein ganzes Zooaquarium voll mit erwachten, fleischfressenden Amazonasfischen halten sollte. Die Kosten für Frischfutter und das künstliche Klima sind wahrscheinlich immens. Nur damit man ihnen bei etwas zusehen kann, was man auch täglich bei den Jagdrudeln der Ghule in Redmond sieht.“, meinte Jack in einem Tonfall, mit dem er das eigentümliche künstliche Habitat direkt hätte trocken legen können. Die Frau davor wirbelte auf ihrem Fersenabsatz zur mit Plastahl verstärkten Eingangstür, die gerade Jack in Begleitung von einer Jugendlichen und einem unauffälligen, mit der typischen Bohnenstangenstatur seines Metatyps ausgestatteten Elfen betrat, dessen Kleidung der modernen Variante klassischer Stammesbekleidung der Salish entsprach.
„Jack. Das ist Alice, von der du erzählt hast, nehme ich an?“ Die Waffenhändlerin dehnte ihre Worte auf seltsame Weise zum Ende hin und zeigte zwei Reihen verchromter, spitzer Zähne. Jack nickte. „Und das ist... äh, Waches Wiesel, ähm... Prey war nicht anzutreffen, obwohl ich ihm klar gemacht hatte, dass ich ihn für den Job haben will. Den hier haben wir unterwegs kurzfristig von einer dieser Indigenen-Gangs aufgesammelt. Er hat schon das eine oder andere Ding durchgezogen und hat als Schamane zumindest keinen schlechten Ruf.“ Waches Wiesel schien von dem abfälligen Gerede nicht sonderlich beeindruckt und lächelte Orange stattdessen freundlich an, die ihn mit einem Seitenblick und einem hastigen Nicken zur Kenntnis nahm. „Alice... man sagt, du seist unerfahren in diesem Geschäft, aber talentiert.“, sagte sie, machte einige Schritte auf das Mädchen zu und packte sie am Kinn. „Hey, was zum...!“ „Ein bisschen jung vielleicht, aber ich habe den ersten Mann auch mit zwölf getötet.“ Jack schob sanft, aber bestimmt ihre Hand wieder weg. „Das spielt keine Rolle. Sie hat mehr durch als die meisten anderen Konzernkids in ihrem Alter, und es wird ein leichter Job. Also reg dich ab, Orange.“ Alice legte den Kopf schief, in ihrem bleichen Gesicht eine Mischung aus Verärgerung und Belustigung. „Ich kann für mich selbst sprechen, danke, Jack. Und ich kann auch auf mich selbst aufpassen.“ „Na, wenn du meinst...“ Die Frau lachte, und die Schattierungen ihrer sich dabei bildenden Grübchen ließen ihr Gesicht ein wenig wie einen Totenschädel anmuten. „Warum nennt man dich Orange?“
Die Angesprochene kicherte und ging wieder zu ihren aquatischen und gefräßigen Haustieren. „Ich habe, als ich ein paar Jahre älter war als du, im Gefängnis drüben in Hollywood Süßigkeiten reingeschmuggelt.“ Alice sah sie ungläubig an. „Süßigkeiten?“ „Ja, es gab dort im Frauentrakt einen Gangboss, die war ganz versessen auf Süßkram. Ich hab sie ihr beschafft, dafür haben ihre Schlägerinnen die Finger von mir gelassen. Als ich mir ihr Vertrauen erarbeitet hatte, schnitt ich ihr die Pulsadern auf und ließ sie an einigen verknoteten Bettlaken von einem Gitter in den Innenhof baumeln, wo sie vor ihren Freundinnen ausblutete. Danach übernahm ich ihre Gang und schmuggelte weiter Süßigkeiten, nur enthielten sie diesmal Bliss, Jazz, Novacoke und das ganze Zeug. Halluzinogene sind besonders beliebt, weißt du, weil ihre Benutzung medizinisch schwer nachweisbar ist“, erzählte sie, als wäre sie bei einem Kaffeekränzchen am Sonntagnachmittag und plaudere über ihren Alltag. Alice sah aus, als bereute sie die Neugier, die sie zu ihrer Frage veranlasst hatte. „Aber... was hat das mit der Farbe zu tun?“ „Orange sind die Overalls, die man im Knast trägt“, schaltete Jack sich ungehalten ein, „alte Geschichten können wir später erzählen. Lasst uns den Plan ausarbeiten. Wir haben einen Job durchzuziehen!“

„In Chicago kann man nachts fast immer die Sterne sehen, wenn keine Smogwolken aus dem Osten herüber ziehen“, murmelte Alice. „Hier sind die Lichtverschmutzung und die Überlagerungen der Augmented Reality zu stark“, erklärte Jack und saugte mit zusammengekniffenen Lippen an der aufglimmenden Ares Black Label. Ein feiner Rauchfaden kräuselte sich seine Lippen entlang und verschwand im diffusen Schleier des nächtlichen Zwielichts. Sie standen in einer schmalen Gasse, in der ihnen eine beeindruckend fette Teufelsratte von der Größe eines kleinen Hundes und einige Müllcontainer, deren stinkenden Inhalt vorige Angehörige der heimischen urbanen Fauna über den ganzen, schneebedeckten Pflasterstein verteilt hatten, als einzige Gesellschaft leisteten. Die olfaktorischen Aromen von Metall und metamenschlichem Dreck waren allgegenwärtig, und die Luft schmeckte nach Angst, Abgasen und dem nächsten sauren Schneefall. „Wie kommt es, dass du wieder hier arbeitest? In den Schatten?“, zerbrach Alice unverblümt die eintretende Stille. „Soweit ich weiß, hat es deine SIN beim Crash nicht erwischt. Du bist immer noch im System. Solang, wie du für Yamate... ich meine, Evo gearbeitet hast, hättest du sicherlich andere Optionen gehabt.“ Sie sah ihn erwartungsvoll an und lehnte sich an die graffitiverschmierte Wand. „Diese Straßen sind mein Zuhause. Wir können uns nicht aussuchen, wer wir sind, nur das Beste draus machen. Das weißt du wahrscheinlich besser als ich.“ Er inhalierte ein weiteres Mal heftig und pustete den Rauch gegen eine fallende Schneeflocke. „Wir können uns aber aussuchen, ob wir diese Welt zu einem besseren Ort machen wollen, als wir ihn vorgefunden haben“, meinte Alice mit fast schon naiver Zuversicht. Jack lachte nur, und eine Nuance seines trockenen Sarkasmus war zu hören. „Geh den Plan noch mal durch. Was ist deine Aufgabe?“ Die Nachwuchsrunnerin seufzte entnervt. „Ich greife den Fahrer des Lkw matrixseitig an und übernehme Kontrolle über den Transporter. Orange und die bezahlte Gang beschäftigen die Konvoifahrzeuge, du schaltest die physische Begleitsicherheit aus.“ Sie memorierte für einen Sekundenbruchteil. „Dieser... Waches Wiesel erledigt den Wachgeist. Wir aktivieren den Störsender, bringen den Lkw zur Garage, laden dort die Fracht in einen anderen Transporter und löschen alle RFIDs, die wir finden. Danach geht es weiter zum Übergabepunkt.“
Jack nickte bestätigend. „Sehr gut. Was ist mit der Polizei?“
„Die Reaktionszeit von Knight Errant beträgt im Schnitt zehn Minuten, Orange wird sie weglocken, sobald die Cops auf den Plan treten.“
Nicken.
„Planmäßig geht es los in... fünf Minuten und... zwanzig Sekunden. Kommunikation eine Minute vor Beginn.“
Der ehemalige Konzernoffizier zeigte ihr den gereckten Daumen.
Sie schwiegen einige Minuten, bis sich in ihren Neuralinterfaces ein Kommunikationsfenster öffnete. „Wir starten nun die Ablenkung, der Truck ist gleich bei euch“, knisterte Orange' gedanklich übertragene Stimme in der Matrix. Jack gab Alice ein Zeichen, die sich hinter eine Mülltonne kauerte. Ein Glasfaserkabel verschwand in einer ihrer Datenbuchsen, von ihrem schwarzen Haar verdeckt, und ihre Lider begannen zu flattern, als ihr Geist in die virtuelle Realität eintauchte und sich vollständig den pulsierenden Datenströmen der Matrix hingab. Jack entsicherte sein Sturmgewehr. Initialeinblendungen der intelligenten Zielerfassung, Munitionszähler und Hitzemonitore tauchten in seinem Sichtfeld auf. Es war länger her, dass er selbst im Einsatz gewesen war und nicht einfach Aufgaben delegierte, aber der raue gummierte Griff und das Gewicht der Waffe waren wie alte Freunde, zu denen auch nach langen Jahren kein Vertrauen gebrochen war. Er postierte sich hinter einem weiteren Container, legte an und wartete, aufmerksam durch das holografische Visier spähend.

Die Welt wurde zu einem grauen, dumpfen Sumpf. Emotionen wandelten sich zu Farben, als reflektiere die Erde ihr Bewusstsein an den Häuserfassaden, dem Asphalt der Straße und all den Metamenschen und anderen Wesen, die sie mit Leben anreicherten. Er war ganz leicht, und doch spürte er eine gewichtige Kraft, mit der all diese Verbindungen an ihm zerrten und ihm zuflüsterten, kreischten, sich an ihn schmiegten und ihn mit dem Willen aller Seelen, die durch diesen Raum mit ihm interagierten, ein wisperndes Band schufen, ein unausgesprochenes Einverständnis, das denjenigen, die ihren Stimmen lauschten, ihre Macht verlieh. Waches Wiesel öffnete seine astralen Augen und richtete sie auf den großen, grauen Klumpen, der in den zähflüssigen, farblosen Schlieren der toten Straße entlangkroch. Eine hell lodernde Präsenz, ein Donnervogel mit Gefieder von der Farbe frisch gefallenen Schnees und dem Temperament brodelnder Sturmwolken, glitt mit lautloser Anmut über den Lkw hinweg und spannte von seinen gewaltigen Schwingen ausgehend ein feines Netz um diesen, um ihn vor plötzlichem Pech und Unglück, herbeigeführt durch den Widerwillen anderer Geister, zu bewahren. Ein Wesen der Luft. Einer derart mächtigen Kreatur war Waches Wiesel bisher noch nicht begegnet. Er sammelte seine Willenskraft und tastete nach der mystischen Verbindung zur Geisterwelt; hier im Astralraum brauchte er nur noch metaphorisch als auch wortwörtlich seine Augen zu öffnen, um sie zu wahrzunehmen, und bat eine Tierseele aus der Nachbarschaft, ihm zu helfen. Dieser Feind würde all seine Kraft einfordern.

„Jack? Jack? Hörst du mich!?“, dachte Orange, und ihr Neuralinterface übertrug es in eine Nachricht, die durch den offenen Kanal in der Matrix zur angesprochenen Person geschickt und ausgegeben wurde. „Was ist los?“, antwortete dieser ihr auf der anderen Seite. Eine Salve verteilte kleine Asphaltsplitter auf der Frontschürze des martialisch anmutenden Fahrzeugs, in dem sie saß. Dicke Platten aus Plastahl waren an die Kotflügel, Heck und das Dach des kaum noch als solches erkennbaren Muscle Cars geschweißt und gehämmert worden, aus den Felgen sprossen wirbelnde, stählerne Zacken und über der abgefrästen Dachhaube thronte ein montiertes Maschinengewehr, das mit dunklem, lautem Stampfen fortwährend großkalibrige Kugeln ausspuckte. Die Gangerin neben ihr, die es hielt, lachte manisch und grinste, als würde ihr der Fahrtwind die Haut vom Kiefer schälen. „Etwas stimmt mit der Spruchschleuder nicht, kurz nachdem er vorhin abgetaucht ist, hat er angefangen zu zucken, und letzt läuft ihm Blut aus allen Öffnungen und er rührt sich nicht mehr. Kann sein, dass ihr Geisterprobleme bekommt“, teilte Orange monoton mit, einen raschen Blick in den Rückspiegel werfend, um den Zustand des Schamanen zu bestätigen, und raste mit kreischenden, kettenbewehrten Reifen eine scharfe Rechtskurve entlang. „Drek!“, fluchte Jack. „Okay, alles klar. Ihr bleibt beim Plan. Komm mir ja nicht auf die Idee, mir jetzt helfen zu wollen, und die Cops herzuführen. Die physische Sicherheit ist betäubt. Versucht mir bitte, niemanden zu töten.“ Etwas krachte, und die Frau neben ihr sackte schlaff auf ihren Sitz. Orange wendete den Kopf und warf ihr einen schnellen, gleichgültigen Blick zu. „Ja, wir werden sehen... Wer von uns beiden ist hier der Profi, und wer war fünfzehn Jahre nicht im Geschäft, hm?“, entgegnete sie provokant. „Lass die mal meine Sorge sein. Ihr schaukelt das schon.“

Alice tauchte aus der VR auf. Klamme, kalte Flecken hatten sich überall auf ihrer Kleidung gebildet, wo Schneeflocken auf ihr gelandet waren, als sie bewegungslos an den Container da gesessen hatte. „Wir haben Kontrolle über den Lkw, kurzfristig“, sagte sie digital, und richtete sich auf, dabei rasch die herrschende Situation erfassend. „Keine Zeit“, rief Jack ihr zu, der neben dem Lkw stand, über dem sich gerade etwas verdichtete, was aussah wie die Miniaturausgabe eines grollenden Gewitterhimmels. „In den Lkw, ich übernehme das da“, befahl er ihr, diesmal tatsächlich und nicht über ihren Kommkanal, und Alice lies sich die Anweisung kein zweites Mal verlauten. „Halt dich an den Plan!“ Lichtblitze und elektrische Entladungen stoben aus der Wolkenfront und tanzten am Metall der nahen Straßenlaternen entlang, die daraufhin stroboskopartig zu flackern und flimmern begannen. Das Kreischen eines Tieres war zu hören, als wäre es weit weg und doch nahe, wie aus einer fremden, verzerrten Realität, begleitet von Brausen eines Windes, der den Schnee in einem zylindrischen Gebilde wie ein wütender Blizzard emporschraubte. Der mit Frost und Reif bedeckte Flügel eines riesigen Vogels schälte sich aus den Wolken, auf die Jack stakkatoartig feuerte. Alice hechtete zur Tür des Transporters und riss sie auf. Ihr künstlich verstärktes Herz raste in einer absurden Geschwindigkeit, als wolle es jeden Moment aus ihrer Brust brechen. Sie zerrte den Rigger aus seinem Sitz, ließ sich selbst darin fallen und fummelte hastig ihr eigenes Kabel in den Datenport des Fahrzeugs. Jack fluchte draußen beinahe ebenso ununterbrochen wie die Salven seines Gewehrs hämmerten, mit dem widernatürlichen Kreischen des Geistervogels zu einem gewalttätigen Nachtkonzert abgemischt. Sie wagte nicht, in den Spiegel zu sehen, als sie den noch laufenden Motor auf Hochtouren brachte die schneebedeckte Straße herab sauste.
Auch wenn es nur wenige Minuten waren, ehe die Kampfgeräusche in der Ferne verklangen, kam es ihr wie eine Ewigkeit vor, bis sie das vereinbarte Lagerhaus erreichte. Es war absolut still, und sie war die einzig Anwesende, als sich das Garagentor ratternd hinter ihr schloss. „Dann wollen wir mal sehen“, murmelte sie geistesabwesend zu sich selbst, öffnete den Verschlag und machte sich an einer der Kisten zu schaffen. So, wie es gelaufen war, hatte sie alle mal das Recht, ein klein wenig mehr über den Inhalt der entwendeten Kisten zu erfahren. Sie entfernte geübt die Abdeckung des magnetischen Verriegelungsmechanismus und nestelte einige Augenblicke an den Kabeln, ehe die Anzeige auf grün sprang. Vorsichtig ließ sie die Verschlüsse aufschnappen und hob den Deckel. Ein Stoffschwein grinste ihr entgegen. Daneben ein Papagei, und daneben ein grimmiger Adler. „Stofftiere... was zum?“ Langsam dämmerte es ihr. „Natürlich... High Tech Optronik. Intelligente Spielzeugdrohnen.“ Sie spürte, wie ihre Atemfrequenz wieder anstieg, als Wut in ihr hochkroch. „Scheiß doch auf die Nuyen, ich hab eine bessere Idee“, murmelte sie und verfasste eine kurze Nachricht auf einem Datenchip, die sie für Jack und Orange hier ließ, falls diese hier später eintrafen.
Sie beeilte sich mit der Verladung der Ware in das andere Fahrzeug, aber dies ungeplanterweise allein zu bewerkstelligen dauerte doch bedenklich lange. Sie besah sich die eingespeicherte Karte von Seattle, gab eine Adresse an der offiziellen Stadtgrenze ein, stellte das Fahrzeug auf Autopilot und machte sich an das Löschen verfolgbarer Marker, während sie bereits ihre Fahrt in Richtung Osten antrat.

„Sie hat was!?“, fragte Jack entgeistert. „Halten Sie bitte still, während ich die synthetische Haut appliziere“, wies ihn der Straßendoktor an. Orange lachte, und es klang für ihre Verhältnismäßigkeit beinahe herzlich. „Sie ist mit der Beute geradewegs nach Redmond, hat eine komplette Tour durch die Barrens gemacht und jedem Kind unterwegs eines der Spielzeuge geschenkt. Nenn es weihnachtliches Glück, aber sie und der Wagen kamen sogar in einem Stück zurück.“ Sie räumte unachtsam medizinisches Gerät von einer Ablage und setzte sich. Die Lage schien sie ungemein zu belustigen. „Ihr Reflexbooster hat einige Schäden abbekommen, das kann in Zukunft hin und wieder zu motorischen Störungen führen. Ich kann ihnen etwas verabreichen, was das wieder normalisiert und der Gefahr epileptischen Anfällen vorbeugt.“, teilte der Doc Jack mit, ohne darauf zu achten, was die beiden besprachen. Ärztliche Schweigepflicht hatte, wenn man eine Schattenklinik betrieb und regelmäßig mit Psychopathen und Berufskriminellen in Verbindung trat, vollkommen andere Bedeutungsausmaße, und die Existenz akustischer Filterimplantate erleichterte die Arbeit in dieser Hinsicht ungemein. „Dieser Schamane ist also tot und ich wäre es fast, damit sie ihre sinnlosen Weltverbesserer-Fantasien ausleben kann?“ Jacks sonst immer so spöttisch erscheinende Stimme schienen jeden Sarkasmus verloren zu haben und klang eher wie das Ticken einer Bombe. Orange hob beschwichtigend die Hände. „Es kommt noch viel besser. Sie hat den Lkw zu einem Fahrzeugdealer gebracht, den sie ohne jegliche Hilfe aufgespürt hat, den Computer und die Besitzer-ID umgeschrieben, den Wagen verkauft und das Geld in einem Schließfach hinterlegt. Der Code lässt sich aus den Anfangsbuchstaben der in ihrer Nachricht enthaltenen Worte ablesen, ich hab es schon ausprobiert.“ Die Frau schwenkte grinsend einen Credstick. „Wir gehen also nicht leer aus, sie kann ihr Gewissen beruhigen, und, nun ja, du weißt, für was für Leute ich arbeite. Die mögen ihren moralischen Anspruch.“ Jack brummte unzufrieden, aber in seinen Augen zeichnete sich leichtes Erstaunen ab. „Ja, du arbeitest für Terroristen.“ Orange hob nur die Schultern. „Nenn es wie du willst. Leute kämpfen besser, wenn es ihnen um etwas geht, was ihnen was bedeutet, und nicht nur um Geld, das kannst selbst du nicht abstreiten.“ Jack nickte, langsam nachdenklich werdend. „Sie sollte trotzdem aus der Stadt verschwinden. Der Käufer, Mr. Johnson, ist vorsichtig ausgedrückt nur leidlich zufrieden mit unserer geleistet Arbeit. Aber zum Glück haben wir dahingehend ja bereits Arrangements getroffen.“
„Ja, das haben wir...“, meinte sie, „aber du solltest dich erstmal ausspannen. Ich hörte, du hast eine Menge Schnee für deine Feier bestellt...“
Sie warf ihm den Credstick zu, der auf seiner Brust landete.
„Frohe Weihnachten.“
Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Iona am 19. Dezember 2016, 18:21:00
:icon_santa:  19. :occasion1:

Da Online Rollenspieler scheinbar
einen Sinn fürs Musische haben,
hier noch ein paar Schmankerl für die Ohren.
Unser Helfer uhu79 verpaßt euch damit
den richtigen Schwung zum Endspurt in
die letzte Vorweihnachtswoche! :D

3 Weihnachtslieder für Drachenzwingler

Melodie: Ihr Kinderlein kommet

Ihr Spielerlein kommet,
so kommet doch all
erhöht auf der Zwinge
die Useranzahl.

Und seht was in jeder
sonst langweil’gen Nacht
das Rollenspiel-Hobby
für Freude uns macht.



Melodie: Lasst uns froh und munter sein

Lasst uns heute Online geh’n
und gemeinsam fremde Welten sehn.
Lustig, lustig, trallalalala
Bald ist Rollenspiel-Abend da – bald ist Rollenspiel-Abend da.

Dann klapp ich den Laptop auf
spiel noch schnell das neue MapTool drauf,
loading, loading, trallalala
Bald ist Rollenspiel-Abend da – bald ist Rollenspiel-Abend da.

(Und eine 3. Strophe geht noch – sponsored by Iona)
Endlich ist das Headset aufgesetzt,
Warte ich auf meine Runde jetzt!
Lustig, lustig, trallalala
Bald ist Rollenspiel-Abend da – bald ist Rollenspiel-Abend da.



Melodie: Kling Glöckchen

Ping, Teamspeak, pingping pingping ping
Ping, Teamspeak, ping
Ich hass meinen Provider
heut geht nichts mehr weiter
Ich kann nicht mit euch spielen
kann wer mit mir fühlen?
Ping, Teamspeak, pingping pingping ping
Ping, Teamspeak, ping

(uhu79, 2016)
Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tomira am 20. Dezember 2016, 14:00:02
:icon_santa:  20. :occasion1:

Wer statt der herkömmlichen
Weihnacht lieber eine zusammen würfeln will, der kann sich
hier mit der ultimativen Weihnachtszufallstabelle seinen Wunsch erfüllen.
Vorbei die Zeiten, wo man sich zeitraubend selbst über Geschenke
Gedanken machte- einfach würfeln, und schon ist klar, was ihr verschenken werdet!
Los, kramt die Würfel raus, oder werft euer Würfeltool an!
Mit den besten Grüßen von unserer Niniane ;)



► Weihnachts- Zufallstabellen- Sammlung  (http://www.drachenzwinge.de/forum/publications/Weihnachts_Zufallstabellen.pdf)
Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tomira am 21. Dezember 2016, 15:58:53
:icon_santa:  21. :occasion1:

Mit lieblichen Grüßen von unserer Helferin Beo,
hier eine Legende aus der Splittermond Welt für euch
und eure Spieler.
Sie wird regional in der Gegend um Wintholt erzählt:



Die Legende vom Winterkönig

Einmal im Jahr, wenn der Winter am tiefsten und am eisigsten ist, feiert man in einem kleinen Dörfchen in Wintholt das Fest des Winterkönigs.
Das Dorf wird festlich geschmückt, Leckereien und Fresspakete werden vorbereitet und auf dem Dorfplatz wird eine große Spirale aus Tannenzweigen gelegt, dessen Mitte ein großer Lagerfeuerhaufen bildet.

Die Kinder sind in freudiger Erwartung auf die süßen Schleckereien, die es geben wird, wenn man gemeinschaftlich am Rande der Spirale steht und darauf wartet, dass das große Feuer endlich angezündet wird. Ungeduldig fragen sie immer wieder nach „Wann ist es denn endlich soweit?“ und um ihnen die Zeit bis zum Anzünden zu vertreiben, erzählen die Erwachsenen ihnen Geschichten von Heldenmut und Abenteuern. Und jedes Jahr wieder, wird auch die Geschichte vom Winterkönig erzählt, dessen Brauch seit langer Zeit so innig gepflegt wird.


                                                                                                               ~*~*~*~

Ein Räuspern geht durch die Kehle des Gelehrten Brander, der in dicken, warmen Kleidern mitten unter den anderen Dorfbewohnern steht.
„So dann – lasst mich an der Reihe sein und ich will euch erzählen, wie sich die Geschichte vom Winterkönig zutrug.“
Er lächelt in die Runde und wartet ab, bis auch die letzten Schwätzer ihm ihre Aufmerksamkeit widmen, als er mit lauter, klarer Stimme zu erzählen beginnt.


„Einst begab es sich, das Isageir, der strenge Herr des Winters, arg verstimmt war ob der Menschen. Er zürnte ihnen, da sie ihn nicht achteten und immer über den Winter jammerten. Sie zollten ihm keinen Respekt und verspotteten ihn gar, das er von niederem Range sei als andere Götter.
Aus Wut und Groll schickte er Stürme und grimmig Kälte, um den Menschen ihr Verhalten zu strafen.
Den Menschen erging es schlecht in dieser Zeit. Die Felder verkümmerten unter dem dicken Schneeteppich, die Tiere und Menschen erfroren in den eisigen Nächten. Dann begannen sie Isageir anzuflehen, er möge ihnen doch endlich den Frühling wieder schicken und baten um Vergebung für ihr Fehlverhalten, doch Isageir blieb unerbittlich.

Doch die Bitten und die Flehungen ließen dem strengen Herrn dann doch nicht gänzlich unberührt und er stellte den Menschen eine Bedingung.
        „Derjenige unter den Menschen,der meine Prüfungen besteht und mir am höchsten Punkt unter den Sternen gegenüber tritt, derjenige soll soll den Menschen Erlösung bringen und den Winter bezwingen!“

Viele versuchten sich so dann an den strengen Prüfungen Isageirs, aber sie alle scheiterten.
Doch einst, da erreichte ein fremder Jägersmann die Region. Halb verhungert und ziemlich zerschlissenen, kam er aus den Wäldern, klopfte an viele Tore und bat um Brot und Obdach. Doch viele verschlossen ihm wieder die Türen, waren ihre Vorräte doch aufgrund des langen Winters  knapp geworden oder gänzlich aufgebraucht.
Eine junge Frau allerdings erbarmte sich seiner und lud ihn in ihre Hütte ein. Sie teilte ihr letztes Brot mit ihm und bot ihm einen Platz zum Schlafen an. Auf die Frage des Jägermannes, wo denn ihre Familie sei, wandte sie sich von ihm in Tränen ab. Sie klagte voll Trauer vom langen Winter und von der Kälte und dass ihre Eltern dem strengen Herren erlegen seien und sie nichts weiter habe, als diese Hütte und das letzte Brot. Doch auch dieses war ja jetzt aufgebraucht und sie begegnete dem Blick des Jägers mit verzweifelter Hoffnungslosigkeit.
Die Trauer und Verzweiflung der Frau rührte den Jägersmann am Herzen und er fühlte sich verpflichtet, ihr das Versprechen zu geben, Isageirs Prüfungen auf sich zu nehmen und zu versuchen der Hoffnungslosigkeit ein Ende zu setzen.

So zog er am nächsten Tage los, den höchsten Berg zu erklimmen und Isageir gegenüber zu treten. Tapfer kämpfte er sich durch einen Sturm, den ihn der grimmig Gott entgegen schleuderte. Er durchschwamm einen eisigen See, der den Weg zum Gipfel kreuzte. Er stellte sich wilden Tieren und kämpfte gegen sie und immer wenn er es geschafft hatte, eine Hürde zu bewältigen, betete er zu Isageir und dankte ihm, dass er noch am Leben war. Und aller Unbill zum Trotz, schaffte es der Jägersmann den höchsten Punkt zu erreichen. Dort angekommen entfachte er ein Feuer und rief Isageir an, er möge den Winter doch endlich beenden.

Abermals verdunkelte sich der Himmel und ein weiterer Sturm zog auf, doch so nahe am Ziel blieb der Jägersmann standhaft und rief immer weiter gegen den lauter werdenden Wind an.
Der Sturm riss an ihn, ließ ihn taumeln und warf ihn hin und her. Seine Kräfte wurden ihm regelrecht aus dem Körper gezogen und als das Tosen um ihn seinen Höhepunkt erreichte, entsprangen aus dem Feuer Rauchgestalten – wilde Tierbestien, die den Jägersmann umkreisten und bedrohliche Laute ausstießen.

Mit zitternden, tauben Händen fasste er seinen Bogen und stellte sich schon darauf ein, am Ende seiner Reserven ebenfalls ein Opfer des Zorns Isageirs zu werden.
Der Wind wirbelte den losen Schnee auf und aus dem Schneegestöber trat plötzlich eine Gestalt auf den Jägersmann zu.

Grimmig war das Gesicht des Fremden und eiskalt sein Blick. Er musterte den Jäger wortlos und dem Mann wurde klar, wem er da gegenüber stand – Isageir persönlich!
Mit blau gefrorenen Lippen und steif gefrorenen Gliedern, ließ sich der Jäger auf sein Knie fallen und senkte das Haupt. Gefasst wartete er darauf, dass der eisige Herr ihn nun richtete und sein Leben nahm. Isageir aber, statt den Mann zu töten, setzte ihm eine Krone aus Eis aufs Haupt, fasste ihn bei den Schultern und richtete den Mann auf.

Mit klarer, kräftiger Stimmer sprach Isageir zum Jägersmann:
        „Du, mein treuer Vasall, hast alle Prüfungen bestanden. Du allein hast den Winter und damit mich bezwungen. Trage diese Krone voll stolz, denn du hast sie verdient. Doch diese Krone ist auch deine Aufgabe! Erinnere die Menschen an ihre Pflicht mich zu ehren. Erinnere sie, was geschehen kann, wenn sie dies nicht tun! Und damit du dieser Aufgabe gerecht werden kannst, soll dir die Gunst des Lebens gewährt werden, damit du von der Natur des Winters erzählen kannst – denn du bist der Winterkönig und ab jetzt Mittler zwischen mir und den Sterblichen!“

Damit schenkte er dem Jägersmann königliche Insignien und ließ ihn, beschützt von den Tieren aus Rauch, den Berg hinab steigen und den Menschen die Lehre Isageirs bringen.“

Stille herrscht und alle Blicke sind auf Brander, den Gelehrten, gerichtet. Er schmunzelt und genießt die nachdenkliche Ruhe, als alle – Erwachsene und Kinder – noch ganz gefangen von der Geschichte sind. Da spürt er ein Zupfeln an seinem wollenden Mantel und er blickt an sich herab. Neben ihm steht die fünfjährige Esma und guckt mit großen, fragenden Augen herauf.
„Jaa!?“ lächelte Brander Esma entgegen und wartet auf die offensichtliche Frage, die ihr ins Gesicht geschrieben steht.
„Du, Onkel Brander? Was ist denn aus der Frau geworden, die den Jägersmann Unterkunft gegeben hat? Haben die beiden noch geheiratet?“
Und Branders lächeln wird breiter, als er in die Hocke geht und Esma direkt in die Augen sieht. Mit sanfter Stimme meint er zu ihr:
„Dies, liebe Esma, steht auf einem anderen Blatt und sollte von jemand anderem erzählt werden. ...“

Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tomira am 22. Dezember 2016, 12:55:15
:icon_santa:  22. :occasion1:

Mit lieben Weihnachtsgrüßen
und einer Schale Kekse schickt euch hier Riankan
noch einmal einen Gruß aus Aventenurien.
Unterstützt wird sie dabei von Ethions kleinem
Krümeldrachen, der für Euch schon mal
die Plätzchen vorkostet- soll ja keiner
von Bauchgrimmen geplagt werden! ;)



(http://i-a-grafix.ch/wp-content/uploads/2015/02/20150213_1528492-360x491.jpg)

picture by: Http://i-a-grafix.ch


Feiern , glitzern, tanzen , lachen ,
Lauter schöne Dinge machen,
Punins Häuser schimmern reich,
Schnee , der macht die Kanten weich.

Firun hat die Stadt gefunden,
Ifirn aber , Mensch verbunden,
Bittet und fleht, wie sie's immer tut,
Dass Väterchens Kälte rasch wieder ruht.

So ist es denn Lachen statt Weinen,
Das hallt durch die Straßen und Gassen,
Kein  ersterbendes Klagen und Greinen,
Von erfrierenden Massen.

Also lachen die Kinder und toben umher,
Die Eltern wird's freuen,
Tsa gleich noch mehr,
Wie sie doch toben durch's Häusermeer.

Den Tag über spielen und rennen,
Abends dann Heim an den Herd.
So wird man's traviagefällig nennen,
Und was wäre daran verkehrt?

Der Travia zu Dienst ist auch jener,
welcher nimmt Bettler und Arme bei sich auf.
Sie haben es eindeutig bequemer,
Als draussen, flußab und flußauf.

Das Hause der Tsa ist bunt und ganz hell,
Wo kleine Echsen dem Winter zum Trotze,
Laufen und klettern , sehr flink und recht schnell,
Und altem Geweihten feierlich man färbet die Glatze!

Selbst im Tempel des Herren der Stille,
Der er liegt gegenüber dem Hause der fröhlichen Tsa,
Schimmern Kerzen und Lichtlein nach ruhigem Wille,
Denn dies Fest aller Menschen hat es einmal im Jahr.

So feiern sie alle,
Still wie auch laut,
Und draussen im Falle,
Firun Ifirn vertraut.



Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tomira am 23. Dezember 2016, 12:38:09
:icon_santa:  23. :occasion1:

Mit besten Grüßen von unserer Doom Shroom.
Ein kleines Stimmungsbild aus der Finsterland Welt.
Es geht auf den Endspurt zu werte Leser! ;)


Das düstere, feuchtkalte Regenwetter in Alexanderstadt war zur allgemeinen Überraschung letztens in Schnee übergegangen, und es war in den letzten Tagen klirrend kalt geworden. Die Behörden hatten den meisten Sandlern erlaubt, in leerstehende Häuser zu ziehen, wenn auch nur auf das drängen diverser Hilfsorganisationen. Trotzdem brannten hier und da ein paar Tonnen, an denen einzelne traurige Gestalten sich aufwärmten. Die meisten Leute, die sich das leisten konnten, stellten Lichter in die Fenster und Eingänge, um in der Nacht die Dunkelheit zu vertreiben. Das sah zwar nett aus und machte die langen Nächte erträglicher, aber wenn man unerkannt durch die Gassen schleichen wollte, reichte es nicht mehr aus, nur die Gaslaternen zu vermeiden. Wollte man dann noch jemanden verfolgen, wurde die Sache noch schwerer. Es half dabei keineswegs, dass die Zielperson selbst deutlich zu erkennen war. Da der Mann, um den es in diesem Fall ging, das Licht nicht scheute kam er deutlich schneller vorwärts als seine beiden Schatten.

Calwinia schüttelte den Schnee von ihrem Umhang und unterdrückte grade noch ein Seufzen. Die Mine ihres Begleiters verdüsterte sich zusehends. "Weshalb musstest du mich unbedingt mitschleppen?" flüsterte er und stampfte auf, um seine Füße zu wärmen.

"Nur eine Vorsichtsmaßnahme. Wenn er was bemerkt, tun wir so, als wären wir ein Liebespaar in Schneeromantik." Calwinia hastete zur nächsten Ecke und winkte ungeduldig. "Ich hoffe, er ist bald da, wo immer er auch hin will."

"Liebespaar in..." Thorsten verstummte abrupt. "Bei den Heiligen, was ist das denn?"

Vor ihnen tauchte eine langgesteckte Halle auf, die im Gegensatz zu anderen Häusern nicht erleuchtet war. Eine Sporthalle, wenn sich Calwinia recht erinnerte. Die Zielperson verschwand grade durch eine Nebentür. Das an sich wäre nicht weiter merkwürdig gewesen. Was ihre Aufmerksamkeit anzog war das Dach der Halle,welches sich langam öffnete. Es klappte einfach auf,und das sollten Hallendächer in dieser Gegend einfach nicht tun. Ausserdem erhob sich etwas aus dem Gebäude.

Thorsten stieß mit Calwinia zusammen, da er nicht gemekrt hatte, daß sie stehengeblieben war. "Ist das... ein Luftschiff?" fragte er ungläubig.

"Sieht ganz so aus." Calwinia wollte weitergehen, aber ihr künstliches rechtes Bein weigerte sich bei der Kälte, sofort zu funktionieren und so fiel sie fast hin. Thorsten stützte die Machinatorin im letzten Moment, was ihm aber nur einen grimmigen Blick einbrachte. "Ich denke, es geht um Werbung und Wirtschaftsspionage," lenkte er sie schnell ab.

"Ich verstehe es auch..." Calwinia unterbrach sich, als das Gefährt, welches sich nun bis zur kleinen Gondel aus der Halle erhoben hatte, auf einmal zu leuchten begann. Helle Schrift erschien deutlich lesbar aus dem dunklen Hintergrund in dieser eisklaren Nacht."

"Wendels Kerzenmanufaktur wünscht allen einen warmen, beschaulichen Winter. Kaufen sie Wendels Kräuterkerzen sollten sie erkältet sein. Wendels Kerzen sind bis zum Jahreswechsel um 10% reduziert!"

"Also, da soll mich doch der Erlkönig holen!" Thorsten starrte dem Luftschiff mit offenem Mund hinterher, als es in Richtung des Stadtzentrums abdriftete. "Gleich kommen die reichen Todel aus dem Theater, da sehen das dann ziemlich viele Leute."

"Das muss mehr kosten als es einbringt," meinte Calwinia und zog Thorsten mit sich, zurück auf die breiteren Straßen. "Aber es ist spektakulär. Theokant Wachs wird den Bewerb wohl verlieren. Nur fürchte ich hat die Nacht mir nicht viel eingebracht. Lass uns gehen."

Ihr Bein klickte beim Laufen leise. "Ich werde es reparieren lassen müssen."

"Immer noch besser als ein Holzbein oder so." Thorsten hob theatralisch den Arm. "Wir können froh sein, dass wir in so fortschrittlichen Zeiten leben. Wenn ich erst mal zum technischen Studium zugelassen bin, werde ich auch solche Dinge erfinden, die uns allen helfen, auch den ärmeren Leuten."

"Laß das nur deine Mutter nicht hören. Sonst hält sie dir wieder einen ewigen Vortrag über die Vorzüge der Magie."

"Kann ich ja nichts für, keinerlei magisches Talent zu haben."

So langsam wurde es still in Alexanderstadt, als die beiden schließlich zu ihrer Wohnung gingen. Das Luftschiff sahen sie nicht noch einmal. Nur ein paar verschneite Gardisten , die mit hochgezogenen Schultern auf Patroulie waren, überquerten einmal vor ihnen einen kleinen Platz. Es war alles ganz anders als sonst in dieser tiefverschneiten Nacht. Und vor allem machte das ganze Weiß die Stadt gleich viel sauberer.

Calwinia zog Thorsten mit sich in eine hell erleuchtete Kneipe Sich aus den dicken Klamotten schälend winkte Thorsten nach der Bedienung und bestellte zwei Ribiselschnaps.

"Vielleicht sollten wir ein paar dauerhafte Partner suchen," überlegte Calwinia. "Auch jemand der mit Magie kann."

"Gar keine so dumme Idee." Er prostete ihr zu.

Die beiden nippten an ihrem Schnaps und betrachteten die Strasse. Eine einzelne Schneeflocke tanzte vor dem Fenster und landete dann auf dem Sims. In der Kneipe begannen ein paar Schichter Winterlieder zu singen. Was scherte es, wenn man morgen wieder mit Mord und Totschlag, Diebstählen, Industriespionage, Monstern und Korruption zu tun haben würde. In diesem Moment war die Welt perfekt.
Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tomira am 24. Dezember 2016, 09:43:40
:icon_santa:  24. :occasion1:

Für unser letztes Türchen des kreativen Adventskalenders
haben wir uns ein besonderes Schmankerl aufgehoben.
Lars Reißig, Autor für die Splittermond Welt,
schickt euch hier eine kleine Geschichte mit besten
weihnachtlichen Grüßen & Glückwünschen
zum 10 jährigen Jubiläum der Drachenzwinge.

Viel Spaß beim Lesen und FROHE WEIHNACHTEN euch allen
von eurem Drachenzwinge Team, und insbesondere
mir ,Tomira!
Danke auch an alle kreativen User, war toll, dass wir allen
Unkenrufen zum Trotze, den Kalender voll bekommen haben!
Auf ein tolles Rollenspieljahr 2017!!!

Morgen könnt ihr noch mal reinschaun, da haben wir noch
was zum Schmunzeln für euch... ;)




Schneetreiben
Von Lars Reißig


Keuchend und schnaufend ließ Alayina sich in eine Schneewehe hinter einer Tanne fallen und versuchte, wieder zu Atem zu kommen. Ihr Herz raste, die Lungen brannten. Der schneidende Wind fing die kleinen Dampfwölkchen von ihren Lippen und sandte sie als Myriaden winziger Eisgeschosse in ihr gerötetes Gesicht zurück. Die junge Albin bleckte die Zähne, kniff die Augen zusammen, spannte die verfrorenen Gesichtsmuskeln und schlug sich mit den behandschuhten Fäusten vor den Oberkörper, um gleichzeitig den lockeren Schnee aus der Pelzweste und die Eiseskälte aus den Gliedern zu vertreiben.

Aber der Wind und die Kälte waren nicht ihre größte Sorge. Hektisch schaute sie erst zur Linken, dann zur Rechten hinter dem Baumstamm hervor, der sie für den Moment vor fremden Blicken verbergen sollte. Niemand war zu sehen. Waren sie noch hinter ihr? Längst waren die Grenzen zwischen Jägern und Gejagten verschwommen. Es zählte nur noch, wer den anderen zuerst ausmachte, wer seine Gelegenheit nutzte und die Jagd beendete. Und bei Swibalga der Bogenmaid, sie hatte nicht vor, sich erwischen zu lassen! Sie würde es zuende bringen!

Das Schneetreiben tilgte bereits ihre Spuren aus der Welt um sie herum. Die tiefen Fußabdrücke füllten sich zusehends mit dicken, unablässig herabfallenden Flocken, und der Wind würde rasch dafür Sorge tragen, dass eine makellose Schneedecke jedes verräterische Zeichen ihres halsbrecherischen Spurts zum Waldrand verbergen würde.
Gut.

Für zwei, drei rasselnde Atemzüge gestattete sie sich noch, liegenzubleiben, dann raffte sie sich wieder auf. Auch wenn der Schneefall ihr helfen mochte, sich zu verbergen, waren er und seine stille Gefährtin, die Kälte, sehr zweifelhafte Verbündete. Alayina konnte nicht ausruhen und darauf hoffen, nicht entdeckt zu werden. Sie musste in Bewegung bleiben und ihre Gegner überrumpeln.
Die Albin stemmte sich hoch, noch immer im Schutz des Baumes, hinter dem sie Zuflucht gesucht hatte, konzentrierte sich, spürte den magischen Fluss um sich herum und murmelte ein paar Worte in dem, was ihr Großvater die "Andere Sprache" genannt hatte, um die Kräfte der Natur durch sich hindurchfließen zu lassen. Augenblicklich schärfte sich ihr Gehör – ein Schneeluchs hätte sich nicht mehr unbemerkt an sie heranpirschen können. Einige Herzschläge lang hörte sie nur ihr eigenes, mühsam unterdrücktes Keuchen, den Wind und das Ächzen der Bäume. Dann – das Knirschen von Schnee unter leisen Sohlen, flüsternde, vom Wind nur fast übertönte Stimmen. Sie kamen den Hügel hinauf, hatten ihre Spur nicht verloren!

Ein grimmiger Ausdruck trat in ihre Züge. Sie musste sich ihren Verfolgern stellen, auch wenn sie in der Überzahl waren. War sie eine Jägerin, oder war sie Beute, die sich hetzen ließ, bis ihre Kräfte erlahmten?

Die Schritte und Stimmen waren nun nicht mehr zu hören. Sie hatten offenbar die Hügelkuppe erklommen und wurden nun ihrerseits vorsichtiger, besannen sich auf die Tugenden des Jägers. Sie durfte ihnen keine Zeit lassen, einen Plan zu fassen, sie durfte sich nicht einkreisen oder wie ein verletztes Kitz in die Enge treiben lassen. Rasch bereitete sie ihre Wurfgeschosse vor, rief sich die andere Seite des Hügels wieder vor ihr geistiges Auge und malte sich aus, wo ihre Häscher lauern würden. Das Herz pochte ihr bis zum Hals. Sie hatte nur einen Versuch.

Zwei tiefe Atemzüge, dann sammelte sie erneut magische Kraft aus der Natur und verlieh ihr mit den Worten, die ihr Großvater sie gelehrt hatte, Zweck und Richtung. Magie prickelte durch ihre Beine, als würde sie in einen heißen Zuber steigen, und der Zauber war kaum vollendet, als sie bereits den nächsten begann. Zu allem entschlossen setzte sie sich bereits nach den ersten Silben in Bewegung, rannte los, und kraft ihres Willens war sie schneller als ein Vogel im Flug. Der eisige Wind riss ihr die Worte des nächsten Zaubers von den Lippen, atemlos, und Schneeflocken schlugen seltsam hart auf ihre Wangen, während ihre Beine sich schneller bewegten als das Auge ihnen folgen hätte können. Schnee spritzte hinter ihr auf, als sie den Schutz des Waldes verließ und in weitem Bogen und doch windgeschwind auf die Hügelkuppe zuhielt. Ihr scharfes Gehör fing den Beginn eines Rufs oder einer Frage auf. Sie war bemerkt worden. Doch sie war schnell, so schnell! Ihre Verfolger würden keine Zeit haben, sich auf ihren Angriff vorzubereiten. Ihr nächster Zauber wirkte, erneut schoss magische Kraft durch ihren Körper, in ihre Beine. Sie sprang, und es war, als schleuderte die Erde sie von sich fort. Sie schrie, schrill wie ein Falke, halb Kampfschrei, halb, weil sie die unbändige Kraft ihres Zaubers, ihren gewaltigen Satz nach dem schnellen Lauf, nicht anders zu bewältigen wusste.

Unter sich sah sie in staunende Gesichter: große Augen, offene Münder. Sie hatte sie überrascht! Als ihre Schneebälle flogen, fanden zwei ihr Ziel, noch bevor sie selbst auf dem Boden aufkam. Sie rollte sich ab, sprang auf und warf den dritten, in ihrer verkrampften Hand fast zum Eisklumpen gepresst. Halaran schrie empört auf, als das Geschoss ihn vor der Brust traf. Drei Treffer, und die Jungen hatten nicht einmal einen einzigen Schneeball nach ihr zu werfen vermocht!

Sie würden ihr das heimzahlen, früher oder später. Würden ihr Schnee in den Kragen stopfen oder mit einem kleinen Zauber den Baum schütteln, unter dem sie hindurchginge. Sie würden sich rächen, sie necken. So war es immer. Aber als die vier gemeinsam ins Dorf zurückliefen, denn es wurde nun rasch dunkel draußen, da fühlte sich Alayina wie eine waschechte Schildmaid. Sie hatte diese Jagd für sich entschieden, und das würde ihr niemals jemand nehmen können.
Titel: Re: Adventskalender - Gemeinschaftswerk der Drachenzwinge Community
Beitrag von: Tomira am 25. Dezember 2016, 12:37:27
:icon_santa:  25. - Nachlese :occasion1:

Wie gestern schon angekündigt,
hier noch ein Produkt von uhu79!
Wir hoffen ihr hattet einen schönen heiligen Abend
und wünschen euch noch schöne Feiertage ;)




In der Reihe
"Weihnachtslieder für Rollenspieler"
geht's heute weiter mit dem Klassiker
"O [Spielsystem]"

O Turbo-Fate, O Turbo-Fate
dich leit’ ich, wenn’s mir dreckig geht
Denn hab ich noch so wenig Plan
ich frag einfach die Spieler dann
O Turbo-Fate, O Turbo-Fate
dich leit’ ich, wenn’s mir dreckig geht

O DSA, O DSA
was brauch ich die Tabelle da?
Ich wollt‘ doch nur den Goblin haun
und nicht in alle Bücher schaun
O DSA, O DSA
was brauch ich die Tabelle da?

O Shadowrun, O Shadowrun
wann kommt denn heut‘ die Action dran?
Ich hab den größten Würfelpool
ihn mal zu werfen, wär schon cool
O Shadowrun, O Shadowrun
wann kommt denn heut‘ die Action dran?

O Splittermond, O Splittermond
das mit den Ticks ist ungewohnt
Und auch der Rest ist so-la-la
zumindest ist’s nicht DSA
O Splittermond, O Splittermond
das mit den Ticks ist ungewohnt

U biquity, U biquity
ich glaub, dich spielte ich noch nie
Und selbst wenn doch, weiß ich’s nicht mehr
Ich bin soooo Indie, I don’t care
U biquity, U biquity
ich glaub, dich spielte ich noch nie

O Drachenzwing', O Drachenzwing'
ich höre dich schon sagen:
Das Spielsystem ist einerlei
es geht doch um den Spaß dabei
Doch Drachenzwing', O Drachenzwing'
ich kann kein' Spaß vertragen

(Und weil’s so schön war, noch ein Nachtrag - inspired by Shogoth64)
O Forentroll, O Forentroll
was trollst du mir die Ohren voll?
Du spammst nicht nur das Forum dicht
nein auch im Voicechat nervst du mich
O Forentroll, O Forentroll
was trollst du mir die Ohren voll?

(uhu79, 2016)