Forum Drachenzwinge

Community => Rollenspiel-Smalltalk => Thema gestartet von: Weltengeist am 17. November 2020, 08:13:55

Titel: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Weltengeist am 17. November 2020, 08:13:55
Wenn ich in letzter Zeit in den Spontanrunden-Thread schaue, dann frage ich manchmal, was mit den ganzen Mainstream-Runden von früher passiert ist. Noch vor einigen Jahren fand man da eigentlich gehäuft DSA-Runden, dazu weitere Mainstream-Systeme wie Cthulhu, Splittermond oder D&D, garniert mit Forenfavoriten wie Ubiquity oder Fate. Kurz: lauter Systeme, die auf der Drachenzwinge so verbreitet waren, dass sie ein eigenes Logo besaßen und dass viele DZler die Regeln beherrschten.

Inzwischen aber dominieren hier die Nischensysteme, Indies und Selbstbausysteme. Stand heute werden dort gerade mal 7 Runden (von 23) angeboten, deren Regelwerk man in einem normal bestückten Rollenspielladen finden würde. Ohne das jetzt werten zu wollen, würde mich mal interessieren, wie diese Veränderung zustande gekommen ist. Sind die Mainstream-Runden ausgestorben? Werden die direkt im TS organisiert? Sind die auf irgendwelche Discord-Server ausgewichen, weil sie genug kritische Masse haben? Oder was passiert hier?
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Eukaryot am 17. November 2020, 08:51:46
Es hat in den letzten Jahren nach meiner Wahrnehmung eine regelrechte Indie-Explosion in der Rollenspielwelt gegeben. Und da solche Spiele in der Regel explizit auf One-Shots oder Few-Shots ausgelegt sind, während die Fans großer Systeme lieber regelmäßige Gruppen spielen, wundert es mich auch nicht, dass die Spontanrunden inzwischen von Indie-Systemen dominiert werden! :)

Darüber hinaus darf man auch nie den Faktor engagierter Einzelpersonen vergessen. Trotz der Größe der Drachenzwinge-Community ist gerade der Spontanrundenbereich doch klein genug, dass ich im Lauf der Jahre oft bemerkt habe, wie Einzelpersonen mit einer Leidenschaft für bestimmte Spiele einen Trend auslösen oder befeuern können. Ich habe das selbst erlebt. Wenn man nur oft genug System X anbietet, findet sich unter den Mitspielern der eigenen Spontanrunden schon bald jemand, der das aufgreift und dann selbst Runden anbietet. Darum ist mein Tipp an alle, die ihr Lieblingssystem auf der Drachenzwinge vermissen, immer der, einfach selbst so viele Spontanrunden wie möglich in dem System anzubieten. So baut man schnell eine Spielerschaft für das System auf und früher oder später werden das auch andere leiten wollen! ;)
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: ScarSacul am 17. November 2020, 09:51:02
Dazu kommen die Poolgruppen und Spielgruppen mit größerer Anzahl Spielender, welche sich nicht im Spontrundenbereich organisieren.
Aber stimmt schon, die Indies und Eigengewächse nehmen zu. Was ich jedoch persönlich sehr schätze und mit eigenen Spielrundenangeboten selbst fördere.  :)

Auf dem TeamSpeak sehe ich die "großen" Systeme weiter stark vertreten. Laut unserer letzten Drachenzwinge Umfrage müssen wir uns um die "Platzhirsche" glaube ich keine Sorgen machen.  ;)
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Weltengeist am 17. November 2020, 10:09:25
Wobei "die Indies werden mehr" nicht das ist, was ich meine. Auffällig ist vielmehr "der Mainstream wird weniger" (im Spontanrundenbereich). Und wer die Zwinge von vor 5 oder gar 10 Jahren noch kennt, der weiß, dass es damals zwar auch engagierte Leute wie Eukaryot oder ScarSacul gab, die ein weniger bekanntes System quasi im Alleingang bekannt gemacht haben. Aber daneben gab es zu jedem Zeitpunkt 10-15 Spontanrunden allein für DSA, dazu noch diverse für andere große Systeme wie D&D, Shadowrun, Cthulhu, Splittermond oder WoD. Die aber sind weitgehend verschwunden, und das spiegelt nach meiner Beobachtung NICHT die Entwicklung in der deutschen Rollenspielszene wieder. Wenn man mit den Verlagen über Verkaufszahlen spricht, dann schweben DSA und neuerdings D&D immer noch weit über allem anderen. Und die überwältigende Mehrheit der deutschen Rollenspieler ohne Tanelorn-Sozialisation hat von pbtA noch nie etwas gehört.

Meine persönliche Vermutung geht eher in die Richtung, dass sich die Spieler der richtig großen Systeme - gerade wenn sie nicht schon über 40 sind - mittlerweile direkt über Discord oder Roll20 organisieren und gar nicht erst den "Umweg" über die Drachenzwinge nehmen. Dafür würde auch sprechen, dass die Nutzerzahlen der Drachenzwinge in Coronazeiten nicht in dem Maße explodiert sind, wie sie es eigentlich hätten tun müssen, als haufenweise Tischrunden plötzlich auf Onlinespiel umstellen mussten. Aber ich bin auch für andere Erklärungen offen.
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Grom am 17. November 2020, 10:23:40
Meiner Wahrnehmung nach bilden sich Spontanrunden für DSA mittlerweilen primär über den Spontanrunden Channel auf dem TS3.

Führe da allerdings auch kein Buch drüber  ;D
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Eukaryot am 17. November 2020, 11:34:05
Ich habe auch den Eindruck, dass die großen Systeme wie DSA und Shadowrun vor allem den Spontanrunden-Channel auf dem TeamSpeak nutzen. Das ergibt auch Sinn, immerhin sind die Chancen bei diesen Systemen, dort spontan Mitspieler zu finden, deutlich größer als für kleinere und Indie-Systeme.

Ich habe übrigens auch das Gefühl, dass die Cthulhu-Spontanrunden in der jüngeren Vergangenheit gegenüber früher stark zugenommen haben. Seit der Edition 7 sehe ich gefühlt deutlich mehr Spontanrunden hier auf der Drachenzwinge! :)
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Askhy am 17. November 2020, 11:55:40
Dafür würde auch sprechen, dass die Nutzerzahlen der Drachenzwinge in Coronazeiten nicht in dem Maße explodiert sind, wie sie es eigentlich hätten tun müssen, als haufenweise Tischrunden plötzlich auf Onlinespiel umstellen mussten. Aber ich bin auch für andere Erklärungen offen.

Das ist aber auch irgendwie logisch. Die Leute, die in der Corona Zeit hier angekommen sind, sind vermehrt die, die sich gedacht haben "ich könnte doch mal wieder Rollenspielen, hab ich ewig nimmer" .. und nicht die Leute, die schon laufende Tischrunden hatten und jetzt nur umgestellt haben, die mussten ja auch nach keinen Alternativen wie der DZ gucken, die haben sich sicherlich einfach selbst auf online umgestellt und dafür brauchts "uns" eigentlich nicht, diese Gruppen wissen bestimmt nach wie vor nichts von einer DZ sondern spielen halt über ihren privaten TS oder Discord ;)

Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Freygeist am 17. November 2020, 13:04:51
Zugegeben, auch wenn ich mir vorgenommen habe, wieder öfter über das Teamspeak der DZ zu spielen - aufgrund einiger Handynutzer einigten wir uns damals darauf,  jene Runde über Discord stattfinden zu lassen ( scheinbar ist  Discord für Handynutzer vorteilhafter als TS ).

Als sich im Laufe der Zeit dann weitere Gruppen und Runden entwickelte, bot es sich, einen eigenen Spiele-Server auf Discord zu erstellen.
Die Folge dessen war, dass sich Spieler aus verschiedenen unserer Gruppen kennenlernten und so gefühlt ein großer Trupp entstand.

Hörte bereits des Öfteren, dass die Begebenheiten vor meiner Zeit auf der DZ noch anders waren.
Da wollte ich persönlich eigentlich meinen bescheidenen Teil dazu beitragen, wieder an alte Zeiten anzuknüpfen ( zumindest, was den Teil der angebotenen Spontanrunden betrifft ).
Wobei es am Angebot von Sponti's ja nun wirklich nicht mangelt.
Meine eher den Lounge-Bereich auf dem Server, wo sich früher verhäuft fremde Personen trafen, kennenlernten und spontan eine Spontanrunde ausriefen.
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: DeadOperator am 17. November 2020, 13:10:36
Es hat in den letzten Jahren nach meiner Wahrnehmung eine regelrechte Indie-Explosion in der Rollenspielwelt gegeben. Und da solche Spiele in der Regel explizit auf One-Shots oder Few-Shots ausgelegt sind, während die Fans großer Systeme lieber regelmäßige Gruppen spielen, wundert es mich auch nicht, dass die Spontanrunden inzwischen von Indie-Systemen dominiert werden! :)

Trifft bei mir 100% so zu! Über die Spontanrunden arbeite ich meinen "muss ich endlich mal spielen" Stapel ab. DSA spiele ich aktuell in einer festen Runde.

Darüber hinaus darf man auch nie den Faktor engagierter Einzelpersonen vergessen. Trotz der Größe der Drachenzwinge-Community ist gerade der Spontanrundenbereich doch klein genug, dass ich im Lauf der Jahre oft bemerkt habe, wie Einzelpersonen mit einer Leidenschaft für bestimmte Spiele einen Trend auslösen oder befeuern können.

Hihi... Marot, ich schaue in Deine Richtung ;D
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Marot am 17. November 2020, 16:28:40

Hihi... Marot, ich schaue in Deine Richtung ;D

 :-[ :-*
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Eukaryot am 18. November 2020, 19:24:37
Ich habe die Diskussion über problematische Spontanrunden in ein neues Thema (https://www.drachenzwinge.de/forum/index.php?topic=154739.0) abgetrennt!
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: DeadOperator am 18. November 2020, 19:27:13
Finde ich nicht. Meine Erkenntnisse aus dem Thread inkl. OT-Beiträge:

1. Haben sich in den TS-Bereich verschoben
2. Haben nicht den besten Ruf.
3. Die angebotenen Runden, die übrig bleiben und ausgeschrieben werden, sind dann halt eher von den Indies.

Finde ich persönlich das schade? Nein.
Ich finde, es gibt viel cooles Zeug neben DSA und D&D.

Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Beo am 18. November 2020, 19:30:20
Ich finde ja, das die Statements und Gedanken zu den "Problematische Spontanrunden" genauso zur Erklärung der Eingangsfrage gehören, als jedwede andere Erklärung oder Vermutung. Aber sicher ist die "Problematik" auch einen eigenen Thread wert.
Allerdings würde ich gerne drauf verweisen wollen, dass genau diese abgetrennte Problematik anscheinend für etliche genau einer der Gründe ist, warum die sogenannten Mainstreamrunden nicht mehr im Spontanbereich groß angepriesen werden.

Ich selber habe auch mit DSA Spontanrunden aufgehört aus vielen, im anderen Thread genannten, Gründen.

Und noch zur Ergänzung: Ich glaube auch, dass sich halt mittlerweile mehr den je coole "Alternativen" für Kurzstories auf dem Markt tummeln. Das war vor etlichen Jahren nach meinem Gefühl her noch nicht so.
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Aniell am 18. November 2020, 20:11:19
Mein Eindruck ist, dass sich die Leute, die Interesse am Spontanrundenbereich hatten und immer noch haben, auch einfach weiterentwickelt haben.

Hinzu kommt, dass sich der Status eines Systeme auch ändert. Vor 5 - 10 Jahren war nach meinem Eindruck Fate und PbtA "Indie-Kram", was mittlerweile auch Mainstream ist.

Der Spontanrundenbereich ist eine Ecke in der man Neues ausprobieren kann und auch gerne soll mMn. Das ist heutzutage halt mit schlanken, regelarmen Systemen besser und schneller möglich als mit den Platzhirschen und Regelmonstern wie DSA, SR oder auch CoC. Und wie es auch schon angesprochen wurde, eignen sich letztere einfach besser für ein langwierigeres Kampgnen-Play als bspw. Erzählrollenspiele.

Mein Fazit ist hier also mehrgliedrig:
- das Angebot an Systemen hat sich dahingehend verändert, dass es mittlerweile schöne und schlanke Regelsysteme gibt, die sich gut für einen One- oder Few-Shots eignen.
- die Spieler haben ihre Bedürfnisse dahingehend geändert, da man Mainstreamsysteme oft im festen Gruppenverbund bespielen kann und das auch tut. Dafür braucht man keine Spontanrunde.
- In einer Spontanrunde möchte ich schnell ins System kommen, wenig Regeln beachten müssen und agil spielen können. Und so wie ich das beobachtet habe, scheint es nicht nur mir so zu gehen.


Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Marot am 18. November 2020, 20:13:23
Naja die Frage geht etwas unter weil sich hier zwei Themen mit einander vermischen wie mir scheint. Durch die ganze Diskussion wurde mir das noch mal sehr deutlich klar.
 Spontanrunde ist nicht gleich Spontanrunde.
 Wenn ich hier nämlich die ganzen Kritikpunkte und Probleme les ( jetzt im anderen thread) dann schreit in mir etwas laut auf „Das stimmt doch nicht!“ Aus meiner Sicht, ist der Spontanrundenbereich im Forum nämlich einer der lebendigsten und inovativsten im ganzen deutschen Rollenspielbereich. Wir haben täglich spannende, qualitativ hochwertige Runden die man so regelmäßig nirgendwo sonst findet. Wir haben richtig professionelle Oneshot- Spielleiter/innen, die ganz genau wissen was sie tun und einen fantastischen Abend bieten können und dazu Spieler/Innen bei denen einem die Ohren schlackern vor Freude, wenn man zuhört.
Es mag andere Plattformen geben, die das auch bieten, aber nicht in der Menge und nicht in der Regelmäßigkeit, da lege ich mich fest.
Und gleichzeitig, das ist leider auch wahr haben wir einen ziemlich fragwürdigen Ts-Spontanbereich, der regelmäßig Probleme macht und wo Standards die im Forenspontanbereich völlig normal sind nicht eingehalten und teilweise nicht einmal bekannt sind.
Saftytools, Timingtipps, vorgefertige Charakter, die Idee das man zusammen eine spannende Geschichte erzählt. As alles scheint leider noch nicht Überall angekommen zu sein. Im Indie Bereich ist es praktisch selbstverständlich, weil es schon teilweise in den Regelwerken mit drinn steht.

Und deswegen plädiere ich erneut dafür die Mainstreamspontanrunden im Forenspontanbereich anzubieten und nicht in dieser Fastfoodhölle im TS.
 Denn ganz ehrlich, spontan ist ja schön und gut, aber eine gute Spontanrunde braucht etwas Vorbereitung. Wenn ich mich um 18 Uhr in den TS hocke und sage: „hey ich leite da mal was“ ( ohne mir Gedanken zu machen) und die Spieler kommen um 19 Uhr und sagen „ Alles klar“ ( ohne sich Gedanken zu machen) und spielen irgendwelche zusammengewürfelten Charakter, dann muss ich mich nicht wundern wenn die runde nicht so toll wird ( Sie kann natürlich trotzdem toll werden, die Wahrscheinlichkeit ist aber geringer). Auch ein Oneshot hat etwas Mühe verdient. Meine Oneshots schreibe ich in der Regel 3 Wochen vorher aus und denke dann unterbewusst über sie nach. Nach einer Woche erstelle ich Charakter und mache individuelle Charakterfragen und lasse das ganze in mir gären. Es mag nur ein Abend sein aber das heißt nicht, dass er keinen Vorbereitung verdient hat. Das Selbe gilt für die Spieler/innen. Sie haben Wochen Zeit sich drauf einzustellen, die denken drüber nach, sie wissen wer mitspielt, sie konnten im Vorfeld sagen „Mit dem will ich bitte nicht spielen“. Das alles sorgt für eine viel höhere Bereitschaft den Abend gut werden zu lassen. Alle Beteiligten haben schon was investiert und geben sich jetzt mühe das alle spaß haben.

Und das bräuchten die Mainstream Runden auch häufiger. Weg vom Fastfood hin zu spannenden vorbereiteten Onshots. Und die gibt es ja auch. Schaut euch an was Frosty macht oder die Einsteigerunden für D&D , Pathfinder und Co. oder die tollen Cuthuluabenteuer von Euka oder Sic Daniel und wie sie alle heißen. Loki bietet wieder mal Spittermond an ( und ich hab keine zeit ☹) und selbst Ravno leitet regelmäßig D&D.
 Wir haben hier klasse Mainstreameonshotrunden, aber es könnte und sollten mehr werden.
 Und da hat Ravno recht, wenn man etwas möchte, macht man es am besten selbst oder iniziert es zumindest.
 Ich würde mir sehr über Splittermond oder Savage World runden von Weltengeist freuen, wo sind die Einsteiger DSA Runden von OnkelKain? Warum konnte ich noch nie bei Iskierka  spielen  oder Shadowrun bei  Olzberg?
 Ja, das war jetzt provokativ, aber warum auch nicht. Ihr seid die Mainstream Spezialisten, ihr kennt die Systeme. Wenn ihr also wollt, dass sie mehr vertreten sind im Spontanbereich und nicht nur von so kruden Freaks wie Ravno, Timo, Expacis und mir bevölkert werden + gelegentlicher Besucher der hohen Herren Scar und Euka :D, dann gibt es da ein einfachen Mittel.
Erobert den Spontanbereich zurück, bietet tolle Onshots an und ich garantiere auch sie werden voll, unter anderem mit mir selbst 😉
Und je mehr gute Spontanrunden es gibt umso weniger wird der TS Spontanbereich nötig 😉

Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Frostgeneral am 18. November 2020, 20:40:00
Die Drachenzwinge ist richtig geil.
Jeder der hier ist und mitliest weiß das.
Indies boomen bei uns, herzlichen Dank an all die Spielleiter, die ihre Systeme auf ein Podium heben.

Ich glaube nicht, dass es an Mainstream Oneshots mangelt.
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Xorlagosch am 18. November 2020, 21:14:07
Denn ganz ehrlich, spontan ist ja schön und gut, aber eine gute Spontanrunde braucht etwas Vorbereitung. Wenn ich mich um 18 Uhr in den TS hocke und sage: „hey ich leite da mal was“ ( ohne mir Gedanken zu machen) und die Spieler kommen um 19 Uhr und sagen „ Alles klar“ ( ohne sich Gedanken zu machen) und spielen irgendwelche zusammengewürfelten Charakter, dann muss ich mich nicht wundern wenn die runde nicht so toll wird ( Sie kann natürlich trotzdem toll werden, die Wahrscheinlichkeit ist aber geringer). Auch ein Oneshot hat etwas Mühe verdient. Meine Oneshots schreibe ich in der Regel 3 Wochen vorher aus und denke dann unterbewusst über sie nach. Nach einer Woche erstelle ich Charakter und mache individuelle Charakterfragen und lasse das ganze in mir gären. Es mag nur ein Abend sein aber das heißt nicht, dass er keinen Vorbereitung verdient hat. Das Selbe gilt für die Spieler/innen. Sie haben Wochen Zeit sich drauf einzustellen, die denken drüber nach, sie wissen wer mitspielt, sie konnten im Vorfeld sagen „Mit dem will ich bitte nicht spielen“.


Ich kann hier nur für mich sprechen, aber ich finde 3 Wochen vorher nicht mehr als Spontan, dass ist dann schon ein geplantes Abenteuer. Spontan ist für mich innerhalb einer Woche oder aber direkt am Abend.

Und da hat Ravno recht, wenn man etwas möchte, macht man es am besten selbst oder iniziert es zumindest.

Es geht hier ja nicht darum, dass mehr Leute etwas anbieten sollen, sondern darum warum es diese Runden interessehalber nicht mehr gibt wie früher.
Ich habe mich als DSA 4.1 Meister aus dem Spontanbereich zum großen Teil raus gezogen, da ich lange Zeit viele Abenteuer für Neulinge und andere im TS angeboten hatte.
Dazu dann aber nur zweit oder dritt Klassige Angebote zurück bekommen hatte damit ich selber mal Spielen konnte. Daher habe ich für mich beschlossen, wenn sich keiner von den Spontanleitern die Mühe macht für mich was richtiges zu Leiten dann sehe ich es auch nicht ein, für die Community noch etwas anzubieten. Mit richtig meine ich NSC die eine Motivation habe und nicht :"Schau mal da, Räubertrupp 0815 hat schon wieder dem Bauern ne Kuh geklaut weil sie es können, habe genug Dukaten aber in den Kassen rumliegen."

Ich habe vorhin mit Beo ein wenig geschnackt gehabt und bin selber am Überlegen, den Spontanbereich in DSA 4.1 wieder etwas mehr zu beleben.
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Frostgeneral am 18. November 2020, 21:31:00
Xor, ich warte nur darauf, dass du bei mir Wildermark mitspielst
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: dx1 am 18. November 2020, 22:17:24
Denn ganz ehrlich, spontan ist ja schön und gut, aber eine gute Spontanrunde braucht etwas Vorbereitung. Wenn ich mich um 18 Uhr in den TS hocke und sage: „hey ich leite da mal was“ ( ohne mir Gedanken zu machen) und die Spieler kommen um 19 Uhr und sagen „ Alles klar“ ( ohne sich Gedanken zu machen) und spielen irgendwelche zusammengewürfelten Charakter, dann muss ich mich nicht wundern wenn die runde nicht so toll wird ( Sie kann natürlich trotzdem toll werden, die Wahrscheinlichkeit ist aber geringer).
Als ich vor Jahren noch viel unsicherer war, als es ums Spielen, Spontansein und Leiten ging, habe ich eines Samstagabends im TS-Empfang, der zu der Zeit noch regelmäßig zum Quatschen benutzt wurde, eine Runde "Piraten der Quaribik" mit PDQ# angeboten. Es fanden sich ein paar Spieler, die von dem System noch nie gehört hatten. Im Vorgespräch einigten wir uns auf "die ganz normale Hollywoodkaribik plus fliegende Schiffe", das Spielerschiff war mehr oder weniger ein Zeppelin und die Figuren entsprachen dem Genre … bis auf diese eine, cross-gegenderte Figur, die bestimmt auf einem mir heute noch unbekannten Anime basierte und offenbar von einem Otaku gespielt wurde. Passte von vorn herein überhaupt nicht ins Setting, aber niemand legte ein Veto ein und wir hatten verdammt viel Spaß. Zumindest ich, andere Meinungen habe ich nie gehört.

Als ich während eines Rollenspiel-Gruppenurlaubs erwähnte, dass mir doch die gelegentliche Tischrunde fehlt, wurde mir empfohlen, an einem bestimmten Tag des Monats zu einer bestimmten Uhrzeit in einer meiner Wohnung nahe gelegenen Buchhandlung zu sein. Dort läuft das so ab: Gegen Ladenschluss füllt sich das Geschäft mit zwanzig oder mehr Menschen. Aus einem Schacht unter einer Falltür werden stapelbare Stühle und Klapptische geholt und per wilder Menschenkette im Raum verteilt. Dann ertönt die Frage: "Wer bietet heute was an?" Daraufhin heben eine handvoll Personen Hand und Stimme, stellen in wenigen Worten nacheinander ihre Spiele vor und dann finden sich die Runden zusammen, spielen und etwa vier Stunden später wird wieder aufgeräumt. Wegen ungünstiger Umstände – erst privat, dann Pandemie – war ich nicht so oft dort, wie ich gerne wollte, aber alle Runden waren großartig. Entweder hatte der Anbieter (fast) fertige Figuren dabei oder die Figurenerschaffung war Teil des Spiels. Indies haben hier den ganz klaren Vorteil, dass man für den Figurenbau keine Software oder mehrere Kilogramm Papier benötigt und teilweise sogar das gemeinsame Vorbereiten der Runde zum eigentlichen Spiel gehört und die SL – falls überhaupt vorhanden – genauso innerhalb des Settings improvisiert wie die Spieler.

Und in diesem Jahr habe ich endlich, dank toller Mitspielerinnen und Mitspieler, einen echten Oneshot leiten können. Rollenspielerurlaub. Nach ein paar Tagen des Rumfragens hatte ich genug Leute und einen Termin für eine Runde PDQ#-Firefly. Wir setzten uns gegen 20 Uhr zusammen und machten fest, was für eine Art von "Abenteuer" passieren sollte. Ab 20:30 Uhr wurden die Werte notiert, während ich mich vorbereitete und zwei Stichworte notierte. Um 21 Uhr ging es los und kurz vor Mitternacht folgte der Epilog einem echten Finale. Ich würde jetzt garantiert nicht grinsen, wenn ich den Abend drei Wochen vorher vorbereitet hätte.

DSA, mein Einstiegssystem im zarten Alter von 18 und sofort als "Meister", entspricht nicht meiner Art – entsprach es rückblickend nie – weshalb ich es auch garantiert nie mehr anbieten werde, weder spontan, noch anders. Wie heute von anderen bereits erwähnt, ist es ein Universalsystem. Nicht im Sinne von "man kann alles damit spielen", sondern als "jeder soll damit glücklich werden", was aber nur funktioniert, wenn die Gruppe eine gemeinsame Basis zwischen Storyteller, Powergamer, Method Actor usw. findet und sich auch über Thema und Stimmung einig ist. Durch diese Vielfalt, die angeboten wird, erhöht sich der Aufwand zur Abstimmung und wie wir Menschen nunmal so sind, nehmen wir _individuelle_ Abkürzungen, was zwangsläufig im Konflikt endet.
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Vrania am 18. November 2020, 22:25:05
Ich finds tatsächlich auch relativ schade, dass wenige D&d oder DSA Spontanrunden angeboten werden, denn ersteres ist für mich vertrauter Grund, auf dem ich mich gerne bewege und letzteres würde ich gerne mal ausprobieren. Unabhängig von meinen Festrunden würde ich gern öfter mal Spontanrunden spielen, aber bin von den unbekannten Regelwerken meistens doch abgeschreckt.
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: dx1 am 18. November 2020, 23:19:27
… bin von den unbekannten Regelwerken meistens doch abgeschreckt.
Warum, bzw. wodurch?
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Doom Shroom am 18. November 2020, 23:31:26
Hier auch so dass ich selbst für Spontanrunden meist direkt aus den Poolgruppen Leute nehme. Die kenn ich und weiß was kompatibel ist.
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Doom Shroom am 18. November 2020, 23:43:12
Das ist ein absolut dämlicher Kommentar, da ich nicht mal Menschen gemeint habe.
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Vrania am 18. November 2020, 23:46:18
… bin von den unbekannten Regelwerken meistens doch abgeschreckt.
Warum, bzw. wodurch?

Ich fühle mich in fremden Runden ohnehin unsicher... Wenn die dann noch mit einem mir unbekannten Regelwerk in einem Setting das mir nicht so vertraut ist stattfinden, sind mir das meistens einfach zu viele Unsicherheiten. Ich würde jedenfalls deutlich häufiger an Spontanrunden teilnehmen, wenn es entsprechende Angebote für D&d gäbe.
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: dx1 am 18. November 2020, 23:55:01
Ich fühle mich in fremden Runden ohnehin unsicher... Wenn die dann noch mit einem mir unbekannten Regelwerk in einem Setting das mir nicht so vertraut ist stattfinden, sind mir das meistens einfach zu viele Unsicherheiten. Ich würde jedenfalls deutlich häufiger an Spontanrunden teilnehmen, wenn es entsprechende Angebote für D&d gäbe.
Du fühlst Dich also nur mit diesem einen System wohl. Danke für die schnelle Antwort. Wie ist es denn innerhalb dessen mit verschiedenen Settings? Ich hab mit Ausnahme von Neverwinter Nights am PC nie D&D gespielt, weiß aber, dass es etliche Welten gibt. Ich frag nur aus Interesse, um Deinen Standpunkt zu verstehen, nicht, um daran irgend etwas zu ändern oder Dir "zu helfen".

Das ist ein absolut dämlicher Kommentar, da ich nicht mal Menschen gemeint habe.
Ich hab ein paar Sekunden später auch bemerkt, dass ich Dich vielleicht missverstanden habe und meine Antwort gelöscht. Darum fehlt jetzt den Mitlesern der Zusammenhang.

Um Deine Reaktion nachvollziehbar zu machen wiederhole ich also meinen zurückgezogenen Kommentar, wenn auch wahrscheinlich nicht wortwörtlich:

"Man sollte Menschen nicht mit 'was' bezeichnen".

Es tut mir auch nicht leid, dass ich mich nicht aufgrund meiner Lage auf irgend einem Spektrum herausreden kann. Ich habe schlicht sofort geantwortet und erst danach über andere Lesarten nachgedacht.

EDIT

Die Antwort bezog sich hierauf:
Hier auch so dass ich selbst für Spontanrunden meist direkt aus den Poolgruppen Leute nehme. Die kenn ich und weiß was kompatibel ist.
Was ich gelesen habe: 'Ich nehme Leute, die kenn' ich und weiß was kompatibel ist.'
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Onkel Kahin am 18. November 2020, 23:57:53
Ich wollte demnächst mal wieder einige Spontanrunden DSA4.1 anbieten, die sich speziell für Neulinge anbieten.
Vielleicht magst du da ja reingucken :)
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Weltengeist am 19. November 2020, 06:19:42
Und da hat Ravno recht, wenn man etwas möchte, macht man es am besten selbst oder iniziert es zumindest.

Es geht hier ja nicht darum, dass mehr Leute etwas anbieten sollen, sondern darum warum es diese Runden interessehalber nicht mehr gibt wie früher.

Danke. Ich hab schon langsam angefangen, an mir selbst zu zweifeln.

Mir ging es nicht um "Ich brauche mehr Mainstream-Spontanrunden". Tue ich nicht.
Mir ging es um "wieso hat sich das Angebot so verändert und ist das möglicherweise ein Problem für die Drachenzwinge".
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Ravno am 19. November 2020, 10:37:16
ist es denn ein Problem? Und wenn ja was sollen wir dagegen machen?
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Weltengeist am 19. November 2020, 11:15:17
ist es denn ein Problem? Und wenn ja was sollen wir dagegen machen?

Das ist wie gesagt meine Frage: Ist es ein Problem? Zum Beispiel weil weniger DZ-Einsteiger (die suchen ja nicht im TS und quatschen da Leute an) im Forum eine Runde für die verbreiteten Systeme finden? Oder ist das ohnehin egal? Zum Beispiel weil sich Leute ohnehin heute anders organisieren und Webforen nur noch ein Medium für alte Säcke wie mich sind?
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: DeadOperator am 19. November 2020, 12:08:22
Es ist dann ein Problem, wenn neue Mitspieler*innen kommen und sich mit der Erwartungshaltung im Forum anmelden, hier schnell eine DSA-Runde zu finden. Ich denke, man sieht das ganz gut im Bereich "Vorstellung". Wenn wir viele Neumitglieder haben wollen, hilft es sicher, wenn wir auch den Mainstream abdecken. ABER:

Dagegen versuche ich in meinen Spontanrunden doch auch immer Einsteiger aufzunehmen. Ich plane auch schon ein paar Runden "Schnupperrunden" zu nennen, um darauf mehr aufmerksam zu machen. Ich habe zumindest das Feedback bekommen, dass die Einsteiger dann auch ganz froh waren, mal was neues kennengelernt zu haben. Ist natürlich nicht repräsentativ, aber ich glaube, es geht darum Einsteiger abzuholen. Ob mit DSA, D&D oder was ganz anderem ist dann vielleicht nicht ganz so wichtig wie das angenehme Erlebnis.
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Eukaryot am 19. November 2020, 13:03:16
Ich gehe davon aus, dass die meisten DSA-Spieler, die auf die Drachenzwinge kommen, auf der Suche nach einer festen Gruppe sind und eher selten Spontanrunden spielen wollen. Und wenn wir uns das Unterforum Biete Spielgruppe (https://www.drachenzwinge.de/forum/index.php?board=9.0) oder die große Gruppenliste (https://www.drachenzwinge.de/forum/index.php?topic=136807.0) ansehen, sind DSA und andere große Systeme stark vertreten. Dass Indie-Spieler mehr Spontanrunden spielen wollen und eher selten feste Gruppen ist dabei genauso logisch. Und wer beides mag, spielt sein großes System wahrschienlich in der Festrunde und dazwischen gerne eine Indie-Spontanrunde. Ich sehe hier also absolut kein Problem! 8)

Was hingegen mit Sicherheit gut ankommt, sind Einsteigerrunden für große Systeme. Die sind etwas für komplette Anfänger, die verständlicherweise nicht direkt mit einer festen Gruppe einsteigen wollen. Wenn sich also noch mehr Leute dazu berufen fühlen, so etwas anzubieten, ist die Community bestimmt sehr dankbar! ;)
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: DeadOperator am 19. November 2020, 13:43:08
Gut, ich gelobe, mich da zu engagieren :D
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Zang Fei am 19. November 2020, 14:44:44
Eine Spontanrunde kann ja auch ein Startschuss für eine langfristige Runde werden.
Gerade wenn man hier die "Frischlinge" mit auffängt, die weder die Community noch das System kennen.

Vielleicht kann man sich hier auch mal sowas überlegen wie eine Spontanrunden-Sonntag.
jeden ersten Sonntag im Quartal (Häufiger funktioniert m.E. nicht) stellen Spielleiter am Samstag Abend ab 17 Uhr Gruppenangebote Online, und dann schaut man was am Sonntag so passiert.

Wenn das von längerer Hand geplant wird, kann das sicherlich ganz schön werden.
Titel: Re: Was ist mit den Mainstream-Spontanrunden passiert?
Beitrag von: Eukaryot am 19. November 2020, 14:45:00
Gut, ich gelobe, mich da zu engagieren :D

:thumbsup: