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Autor Thema: Spielleiter Rotation, die Lösung für den Fluch des ewigen SL?  (Gelesen 362 mal)

Iskierka

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Hallo zusammen,

wenn man so auf die ganzen Posts im Biete Gruppe Bereich schaut, sieht man auffällig viele Gruppen, die das in der einen oder anderen Form praktizieren. Also vorschreiben, nach bestimmten Abschnitten oder Abenteuern muss ein anderer Leiten.

Vermutlich können viele SL ein Lied davon singen, dass wer einmal den Posten inne hatte, ihn so schnell nicht wieder loswird und SL irgendwie Mangelware sind. Da kann man verstehen, dass viele Gruppen versuchen den SL Posten regelmäßig zu tauschen.
Ich habe das selbst schon versucht und es endete in einem Fiasko.
Das Problem für mich war, dass ich mit dem arbeiten musste, was der andere SL in seien Parts geschehen lassen hatte. Ob Ausgangspunkte des Abenteuers, Zustand der Helden, die Heldengruppe an sich (man lässt ja doch für seine Abenteuer geeignete Charaktere erstellen und lässt nicht ohne Ahnung vom Abenteuer bauen) und die ständigen Absprachen: man kann keine Regeln anpasssen ohne Absprache, wesentliche Magische Gegenstände müssen abgesprochen werden und wenn man sich nichts ausdenkt muss die Welt einheitlich sein. Da ist kein Raum für ausufernde Kreativität und das schränkt massiv ein. Für mich ist die Freiheit als SL das, was mir am meisten daran Spaß macht: tun und lassen können mit der Welt was ich will, mit dem System machen was ich will. Ich kann einen Weltenumspannenden Plot anlegen, Götter auftauchen lassen, die Landkarte neuzeichnen und mir ausdenken, wohin der Weg die Helden führt und was sie als nächstes erwartet. Alles worauf ich achten muss ist, dass alle ihren Spaß haben, aber nicht, inwiefern ich einem anderen SL in die Quere komme: Die Stadt da will ich nicht, gut weg damit. Das Herrschaftssystem dieses wesentlichen Landes ist doof?  Dann ist jetzt eine Demokratie statt eine Monarchie, who cares. Das Volk ist nervig? Dann gibt es das nun nicht mehr, Problem gelöst. Der Gott ist bescheuert? Done, jegliche Erinnerung an ihn ist getilgt.
Für mich ist es eher eine Lösung, in geringerem Rhytmus zu leiten und mir eine Runde zu suchen, wo ich ganz Spieler sein darf, als mir nochmal diese Beschränkungen aufzuerlegen - das war damals eine meiner schlechtesten Ideen.

Hat das denn wirklich schon in so vielen Gruppen gut geklappt, oder ist das nur eine "Modeerscheinung"? Was sind da eure Erfahrungen / Meinungen? Hat das schon mal richtig funktioniert, und wenn ja, wie habt ihr dafür gesorgt?
Ist es nicht grade für Anfänger oder Systemneulige eher eine Abschreckung, gleich eine solche Herausforderung in Aussicht gestellt zu bekommen?
« Letzte Änderung: 15. September 2018, 01:43:51 von Iskierka »
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Avalia

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Re: Spielleiter Rotation, die Lösung für den Fluch des ewigen SL?
« Antwort #1 am: 14. September 2018, 22:04:53 »

Wir spielen in unserer Dienstagsrunde seit 2014 mit Rotation. Ich leite für die Gruppe den überwiegenden Teil der Zeit und wenn ich RL keine Zeit habe, gerade eher ausgebrannt oder unmotiviert oder einer der anderen eine tolle Idee hat, leiten sie stattdessen. Und gerade wenn mal ein größerer Kampagnenabschnitt vorbereitet werden muss, funktioniert das nicht in einer Woche. Entweder macht man dann Pause oder jemand anderes leitet. Dafür hat normalerweise auch jeder Verständnis.

Shadowrun ist dafür natürlich ein dankbares System, weil man einfach mit dem Auto an einen anderen Ort fährt und gut. Oder man bespricht sich, wie bestimmte Personen ticken und baut sie mit ein. Möglichkeiten gibt es gut, solange Leute einigermaßen auf einer Wellenlänge sind: Aber das halte ich für die Grundlage einer funktionierenden Runde. Wichtig sind dabei weniger konkrete Dinge als ein gemeinsames Verständnis der Welt. Was andere erschaffen, muss ertragen oder vermeiden werden, hoffentlich aber dankbar angenommen werden.
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Re: Spielleiter Rotation, die Lösung für den Fluch des ewigen SL?
« Antwort #2 am: 14. September 2018, 22:12:35 »

Fluch des ewigen Spielleiters?
mir macht sowas total Spaß,
wenn man mit so einer negativen Einstellung an die Sache geht, wirds wohl nichts.

Ich kenne den Plot und freue mich nicht nur über meine Überraschung sondern gleich über 5 Gesichter, die den Mund nicht zukriegen.
Ich kann nicht nur einen Charakter spielen sondern jeden, den ich will
Ich kann Dinge ausprobieren, die sonst nie möglich wären
Ich mache die Regeln und muss mir keine komischen Hausregeln eines anderen antun

Kurzum: Ich bin gerne SL und das schon seit Ewigkeiten, Fluch ist es nicht sondern Segen
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Grom

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Re: Spielleiter Rotation, die Lösung für den Fluch des ewigen SL?
« Antwort #3 am: 14. September 2018, 22:25:23 »

Dass es Gruppen gibt wo man sich nicht mit dem meistern abwechselt, kannte ich vor der DZ noch überhaupt nicht. Es war für mich und die Gruppen die ich bis dato hatte, selbstverständlich dass man sich damit abwechselt. Zumindest für DSA bekommst auf der DZ für SL-Rotation nichtmal Bewerber... ist aber vielleicht auch Systemabhängig? Einen Trend hin zur Rotation sehe ich jedenfalls nicht.

Spielen wollen sie halt alle. Aber leiten wäre ja damit verbunden dass man abseits der Spielzeit sich mit dem Spiel beschäftigen müsse. Außerdem hat man das ja noch nie gemacht. Und überhaupt ist das Wetter gerade blöd. Aber um in >=2 Runden pro Woche zu spielen reichts dann doch. ¯\_(ツ)_/¯

Naja, natürlich schränkt es etwas ein. Man muss in der ein oder anderen Form eine gemeinsame Weltvorstellung haben. Aber auch davon, wo es eigentlich hingehen soll. Wenn der eine nen Low-Fantasy-Stadt-Abenteuer machen will, ist es blöd wenn der Vorgänger der Gruppe Realitätsmanipulierende Superkräfte gegeben hat. Über sowas muss man halt reden bevor man loslegt.

Aber streng genommen gilt das auch gleichermaßen für Gruppen ohne Rotation....

Auch schadet es nicht wichtige NSCs/Artefakte/Organisationen/??? auf eine Schutzliste zu setzen. Was auf dieser Liste steht, darf nur von demjenigen angefasst werden, der es auf die Liste gesetzt hat, damit die gewünschte Spur in dem jeweiligen Plotstrang gehalten werden kann.
« Letzte Änderung: 14. September 2018, 22:28:59 von Grom »
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Re: Spielleiter Rotation, die Lösung für den Fluch des ewigen SL?
« Antwort #4 am: 14. September 2018, 22:25:42 »

Da ich auch immer mal sehr schnell ausbrenne, bzw. besser gesagt ich ein Strohfeuer-SL bin, ist unser Plan, uns auf dem SL-Posten wenigstens zu zweit oder zu dritt abzuwechseln. Ich hab zwar noch keine Erfahrungen damit gemacht, aber ich mache mir kaum Sorgen, dass das irgendwas schwieriger macht als bisher. Immerhin spielen wir mit hohem Player-Empowerment, so dass eh jeder in der Runde angehalten ist, gedanklich einen kleinen SL auf der Rückbank dabei zu haben.
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Iskierka

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Re: Spielleiter Rotation, die Lösung für den Fluch des ewigen SL?
« Antwort #5 am: 14. September 2018, 22:49:46 »

@ Frostgeneral: ich sehe das ja genauso, ich leite gerne aber spiele auch gerne. Aber um für mich die Freiheit des SL voll zu genießen will ich ALLE Freiheiten und nicht nur ein paar ;) Wie freue ich mich schon drauf, das erste mal einen Hohen Drachen richtig RPn zu dürfen. Das darf man als Spieler nicht, wohl aber als SL ^^
Die Überschrift greift mehr oder weniger die Stimmung auf, die ich in den Biete Gruppe Beiträgen lese, die SL Rotation voraussetzen. Dort steht gerne mal: "Jeder muss mal leiten". Wären alle der Ansicht, dass Leiten toll ist, dann würden das heißen: "jeder darf mal Leiten". Außerdem führt die Überschrift dazu, dass Leute das Thema aufmachen :D

Man muss als SL schon sehr sehr gleiche Vorstellungen haben, um gemeinsam leiten zu können ohne sich in die Quere zu kommen. Und Hausregeln, Änderungen am Regelsystem oder ähnlichem sind Tabu. Das ist z.B. für SL wie mich ein Problem, da ich sowas gerne mache. Für mich ist ein Regelsystem und eine Spielwelt ein Vorschlag, aber nicht in Stein gemeißelt... Als Spieler passe ich mich an die Welt des SL an, aber gleiches erwarte ich von meinen Spielern. Das geht leider nicht gut mit SL Rotation zusammen.

Möglicherweise ist das sehr systemabhängig... ein System wie Shadowrun, dass meines Wissens nach von Job zu Job geht, eignet sich da wohl besser als Systeme wie DnD und DSA.
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Ravno

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Re: Spielleiter Rotation, die Lösung für den Fluch des ewigen SL?
« Antwort #6 am: 14. September 2018, 22:51:40 »

Wir spielen in meiner Montagsrunde mit 4 Spielleitern die sich abwechseln. Jeder jeweils einen Fall und die Privatgeschichten zwischen den Ermittlern. Jeder hat einen Char der wenn er leitet, endweder in Urlaub faehrt oder nur eine geringe Rolle spielt. Somit haben wir eine sehr hohe Abwechselung was die Geschichten angeht, vorallem da wir alle 4 einen ganz unterschiedlichen Stil haben. Wenn einer am Regelwerk etwas aendern moechte, also dem halben Bierdeckel an Regeln das wir ueberhaupt nutzen, bespricht er das mit der ganzen Runde, klappt wunderbar.

Das man als SL auch mal spielen moechte kenne ich selber sehr gut, manchmal hat man auch keine guten Ideen und brauch Zeit um wieder die Batterien aufzufuellen, da hilft Spieler sein dann ungemein, dass kann ich gut nachvollziehen. Eine sinnvolle Alternative sind fuer mich Spontanrunden, da kann ich dann spielen und wieder mit neuer Energie die Festrunde bespassen.
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Namenloser

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Re: Spielleiter Rotation, die Lösung für den Fluch des ewigen SL?
« Antwort #7 am: 15. September 2018, 12:48:28 »

Kann mich da Frostgeneral nur anschliessen.
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Hypatia

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Re: Spielleiter Rotation, die Lösung für den Fluch des ewigen SL?
« Antwort #8 am: 15. September 2018, 13:09:30 »

Es kommt immer drauf an.

In meiner "wir wechseln uns ab Gruppe" war von Gründung an klar dass mehrere Spieler gerne leiten und das diese sich abwechseln würden. Von "alle müssen mal leiten" bin ich aber auch ab, wenn zwei oder drei Spieler einer Gruppe leiten möchten reicht das in Bezug auf Abwechslung und "auch mal wieder dran sein". In dieser Gruppe wurde auch sonst vieles gemeinsam erarbeitet, Regelanpassung oder Abenteuerplanung etc.

Andererseits habe ich auch kein Problem damit mich Spielleitern blind anzuvertrauen und ihnen auf jeden noch so schmalen Pfad zu folgen und sie wild handwedeln zu lassen. Was allerdings nicht heißt dass ich nichts sagen würde wenn Dinge/Regeln/whatever auf eine Art gehandhabt wurden die mich stört - selbstverfreilich aber erst nach der Runde ;)
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Danii0206

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Re: Spielleiter Rotation, die Lösung für den Fluch des ewigen SL?
« Antwort #9 am: 15. September 2018, 13:43:02 »

Wir spielen DSA mit Meisterrotation seit ca. eineinhalb Jahren. Gegründet wurde die Gruppe vor allem um neue Spieler an das Rollenspiel heranzuführen. Dazu gehört auch, dass jeder mal leiten darf. Bisher haben wir von den angesprochenen Problemen keines gehabt. Wir nutzen Kaufabenteuer als grobe Vorlagen. Die sind von sich aus schon mehr oder weniger aufeinander abgestimmt. Über Hausregeln wird im Forum abgestimmt. Zwischen zwei Abenteuern gehen die Charaktere zurück in eine bestimmte Stadt, mit der sie auch fiktional verbunden sind. So weiß jeder, wo er mit seinem Abenteuer starten kann und enden muss, ohne große Spoiler vom vorherigen SL.

Also ich muss dem Eingangspost komplett widersprechen. Wir wollen den SL Posten nicht loswerden, sondern anderen die Möglichkeit geben, diese tolle Position auszufüllen. Wir suchen Abenteuer, die zu den Helden passen. Wir entscheiden über Hausregeln gemeinsam - was ich auch ohne Rotation so handhabe. Unser weltumspannender Plot ist im System eingebaut. Wir nehmen das, was die anderen erschaffen und bauen darauf auf (Yes and...). Und wir bezeichnen die Kreativität der anderen nicht als Beschränkung, sondern als Bereicherung.

Mir scheint, dass wir einen anderen Spielstil pflegen als Iskierka.

PS: In unserer Runde kommen auch Drachen vor.  ;)
« Letzte Änderung: 15. September 2018, 13:45:41 von Danii0206 »
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Iskierka

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Re: Spielleiter Rotation, die Lösung für den Fluch des ewigen SL?
« Antwort #10 am: 15. September 2018, 14:36:13 »

Damit gäbe es ja offenbar einige Erfolgsbausteine:

- Kaufabenteuer als Basis (mit freien Abenteuern wird es wohl schwerer)
- Gemeinsamer fester Startpunkt oder Spielsystem das aus vielen unabhängigen Einzelelementen besteht (z.B. Shadowrun)
- sehr ähnliche Vorstellung vom Leitstil (ohne oder mit wenig Hausregeln)
- Gemeinsame Vorstellung von der Art des Abenteuer Feelings
- Freiwilligkeit des Leitens
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Re: Spielleiter Rotation, die Lösung für den Fluch des ewigen SL?
« Antwort #11 am: 15. September 2018, 21:05:05 »

Ich würde den ersten Punkt weniger auf Kaufabenteuer beschränken, sondern eher von einem episodischen Aufbau sprechen, frei nach dem "Villain of the Week"-Konzept klassischer TV-Shows, aber sonst trifft es die Aufstellung meiner Ansicht nach recht gut.
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Re: Spielleiter Rotation, die Lösung für den Fluch des ewigen SL?
« Antwort #12 am: 15. September 2018, 22:00:58 »

Eher villain of the month, aber ja das passt. :)
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Re: Spielleiter Rotation, die Lösung für den Fluch des ewigen SL?
« Antwort #13 am: 16. September 2018, 17:13:54 »

Ich geb mal meinen Ketchup dazu (Senf gibt’s ja sooo oft ;) )


Spielleiter-Rotation hat in vielen Gruppen den Anreiz, dass jeder einmal spielen kann. Von einem „Spielleiter-Fluch“ würde ich aber auf keinen Fall reden. Grund ist folgender:

Stell dir mal vor, du würdest einen Roman schreiben und ich würde irgendwann mittendrin eigene Kapitel einfügen. Das führt zwangsläufig dazu, dass Ideen hineinkommen, die so gar nicht vorgesehen waren. Es tauchen Informationen, Gegenstände, oder NSCs auf, die im späteren Verlauf im besten Fall nutzbar sind... im schlechtesten Fall, dass dadurch Plot-Linien und Events verbaut werden. Vor allem bei Intrigen und/oder Nemesis-Szenarien passiert das gerne mal.

Das ist ja genau das, was du scheinbar am Meister-Posten (DM, SL, whatever) so toll findest. Die freie Hand, ohne dass man sich wegen jedem Pups absprechen muss, weil XY ja für den nächsten Meister noch relevant sein könnte. Auch ist es je nach dem echt anstrengend, die Gruppe in einem Zustand „abzugeben“, dass der andere damit arbeiten kann.

Hier gibt es in der Regel 3 Optionen:

1. Gast-Meister:
Du hast also 1 Haupt-SL, der primär meistert. Jetzt kann ab und an einer der Spieler ein Einzel-AB leiten. Dieser muss sich dann mit dem SL absprechen und der SL hat quasi das Vetorecht. Wichtig fände ich hier, dass es immer noch 1 Hauptmeister gibt. Dadurch hat man im Notfall immer noch eine Person, die die über georndete Handlung dirigiert.
Die Alternative ist hierbei eine gemeinsame SC-Basis, also eine Stadt, Haus, etc, von der es aus startet. Auch das schränkt aber gerne mal ein.

2. Meister-SC:
Wird gerne genutzt, ist aber ein sehr sehr zweischneidiges Schwert. NSCs sind tatsächlich auch beim Meister etwas anderes, als feste Scs, die vom Meister gesteuert wird. Es passiert dann zu gerne Mal, dass der Meister einem einen SC mitschickt, den er total super findet, der aber durch das Wissen über den Plot schlicht Möglichkeiten und Optionen verwehrt oder blockt. Ist deswegen immer kritisch zu sehen.

3. Einfach keine Kampagne:
Ist bei Meisterrotation wohl das sinnigste, dass man quasi „Spontanrunden in fester Konstellation“ spielt. Es gibt also keine übergeordnete Kampagne. Problem ist, eine wirklich durchgängige Handlung gibt es so nicht oder nur teilweise. Wie sich die Charaktere entwickeln, ist hierbei auch schwer, da ja auch das wieder zu Stress führen kann. Grundvoraussetzung ist deswegen, dass alle Entscheidungen durchdiskutiert werden oder man sie schlicht akzeptiert.

Schwerwiegendstes Problem bei der Rotation ist, dass es für viele ein Zwang zu sein scheint. Und wenn ich meistern MUSS, mache ich das sofort weniger gerne, als wenn ich es machen WILL. Das führt zu dem Mangel an Bewerbungen für solche Runden. Die Kampagnen klingen spannend, aber wenn man einen zwingt, Abenteuer XY zu meistern.... im schlimmsten Fall ist derjenige mit dem AB völlig überfordert, keiner hat Spaß und alle denken sich „Danke, war Müll“. Oder das AB gefällt der Person als Spieler super, aber als Meister würde er einen anderen Stil wählen/bevorzugen. Da ist halt Avalias Aussage durchaus richtig: Ohne gleiche Wellenlinie und gleichem Verständnis der Welt kann man ne Rotation nicht hinbekommen. Spielen geht, da würde ich ihm widersprechen. Man kann sehr sehr unterschiedliche Ansichten von der Welt haben und trotzdem problemlos zusammen spielen. Zusammen leiten... siehe Roman-Beispiel und deine eigenen Ausführungen.
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Kekse, meine Freunde, Kekse! Sie entfachen die Macht des Allfeuers und schaffen das Geheimnis der Konvokation.

Vertraut eurem Meister! Wenn er euch töten will, könnt ihr euch eh nicht wehren, so sehr ihr euch auch wehren möget.
Der Meister gibt seinen kostbaren Plot in eure Hände, so wie ihr eure Charaktere in seine.
Behandelt seinen Plot so, wie er mit euren Helden umgehen soll.

posbi

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Re: Spielleiter Rotation, die Lösung für den Fluch des ewigen SL?
« Antwort #14 am: 16. September 2018, 18:13:11 »

Ein aus meiner Sicht wichtiger Punkt fehlt in der Diskussion noch:

SL-Rotation bedeutet, dass ich hin und wieder SL bin. Das wurde ausgiebig duskutiert.

Es bedeutet aber auch, dass ich als Spieler immer wieder andere SL habe (je nach Gruppe sogar noch unterschiedliche Systeme), und spätestens da kann es sehr ungemütlich werden.

Selbst wenn jedes Gruppenmitglied gerne hin und wieder mal leitet, so ist es doch sehr selten, dass mit als Spieler alle unterschiedlichen SL-Stile gleichermaßen gefallen. Jedes Mal eine andere Konstellation, da ja auch die Spielergruppe mal einen method actor mehr, mal einen weniger hat, das hat mich schön häufig sehr gestört.

Ich würde dem SL, der  zwischendurch auch mal spielen möchte, eher raten sich dafür eine zweite Gruppe zu suchen. Diese kann ja durchaus teilweise personenidentisch mit seiner Gruppe sein.
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