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Autor Thema: Ist Rollenspiel Kunst?  (Gelesen 8489 mal)

Marot

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  • 14. August 2020, 10:51:30
Re: Ist Rollenspiel Kunst?
« Antwort #30 am: 14. August 2020, 10:51:30 »

@Nin:
Ich will nichts definieren, mich interesieren eure Antworten.  Einiges hier hat für mich durchaus neue Gedanken generiert und meine eigene Haltung geschärft. Deshalb sehe ich das hier auch nicht als zwangsläufig beendet, du musst aber natürlich nichts schreiben :) Ist ja keiner gezwungen ( auch wenn ich noch immmer nicht weiß warum Regeln keine Kunst sein können)

@Neflite: :)
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Thingdor

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  • 14. August 2020, 11:52:53
Re: Ist Rollenspiel Kunst?
« Antwort #31 am: 14. August 2020, 11:52:53 »

Die Frage die ich mir da gerade gestellt hab:
Kann man Improv-Theater als "Kunst" sehen? Wenn ja, find ich schon dass Rollenspiel "Kunst" sein kann. Ist ja im Prinzip nichts anderes. Bei Improv hat man auch oft einen Rahmen oder Setting in dem man sich bewegt (beim PnP das RW und Setting).
Das kann aber nur jeder für sich selbst beantworten. Was objektives dazu wird es wohl nie wirklich geben, da das alles so verwaschen ist ab einem gewissen Punkt.
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Aniell

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  • 14. August 2020, 13:15:21
Re: Ist Rollenspiel Kunst?
« Antwort #32 am: 14. August 2020, 13:15:21 »

Meine Meinung...

zur Thematik „ist Rollenspiel Kunst?“:

Soziologisch betrachtet ist Kunst eine Institution, die nur im reziproken Prozess verschiedener Akteure entstehen kann. Kunst ist also immer dann der Fall, wenn mehrere Akteure sich darauf einigen, dass es Kunst ist und dieses als solches gemeinsam auffassen.
Institutionalisiert wird Kunst durch entsprechende, sinnbehaftete Handlungen der Akteure. Wer also Rollenspiel als Kunst auffasst und auf andere trifft, die durch die eigene Handlung/Einstellung (Rollenspiel als Kunst aufzufassen) von der Sinnhaftigkeit überzeugt werden, und ihr eigenes Handeln dann entsprechend anpassen (Rollenspiel ebenfalls als Kunst auffassen und es so ausdrücken), der institutionalisiert Rollenspiel als Kunst (zumindest im kleinen Rahmen. Vgl. Berger und Luckmann: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit)
Es kommt also immer auf den Rahmen an in dem Rollenspiel betrachtet wird: Sehe ich es als Kunst und gibt es Alter Egos, die es auch als Kunst empfinden, ist es Kunst. Sonst nicht.


zur Thematik „regelloses Freeplay“:

Soziologisch gesehen gibt es kein regelloses Freeplay. Alle Aktionen zwischen Akteuren laufen in einer geregelten Struktur ab. Das Spiel ist dabei die grundlegende Struktur*, die den Akteuren den Rahmen setzt. Bei einem Freeplay bedeutet das zwar, dass man sehr freie Entscheidungsmöglichkeiten hat, aber es ist nicht regellos. Wie Eukaryot schon richtig andeutete, existieren allein schon auf Basis des >>gemeinsamen Spielgedankens<< regeln, die dazu führen, dass sich die beteiligten Akteure aufeinander beziehen. Wenn jeder das machen würde, was er möchte (bspw. andere nicht zu wortkommen lassen; alles so umdefinieren, dass der eigene Geschichtenstrang im Vordergrund steht oder alle einfach aneinander vorbei erzählen) gäbe es kein Spiel. (Vgl. Huizingas „Homo ludens“ und Caillois "Les jeux et les hommes")


* Struktur entsteht aus dem Fakt, das Interaktion immer aus drei Grundkomponenten besteht (gemeinsam verstandener Sinn - Legitimität - Macht (vgl. Max Weber)), die sich in gesellschaftliche Strukturen umwandeln (Institutionen - Regeln - Ressourcen (vgl. Giddens))
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uhu79

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Re: Ist Rollenspiel Kunst?
« Antwort #33 am: 14. August 2020, 14:20:04 »

Diesen soziologischen Definitionen kann ich mich anschließen  :thumbsup:
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Re: Ist Rollenspiel Kunst?
« Antwort #34 am: 14. August 2020, 14:33:55 »

@Aniell: tolle Darlegung. Aber ich glaube, jetzt hast du die Diskussion kaputt gemacht. ^^
XD
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Marot

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Re: Ist Rollenspiel Kunst?
« Antwort #35 am: 14. August 2020, 14:40:57 »

:aufdieagendaschreib: Freeplayabend ohne Regeln ausprobieren ;)

Edit: aber nur noch mal kurz:
nach Aniell Definition von regeln haben ja alle Dinge Regeln. Jede menschliche Interaktion und auch jede Kunst. Damit ist die Behauptung regeln würden Kunst stören ja auch nicht sinnvoll, und darum gehts mir. Wie viele Regeln Freeplay genau hat war jetzt so interessant nicht.
 ( dennoch will ich mal wissen was passiert, wenn es gar keine gibt auch nicht die, dass es keine gibt ;)
« Letzte Änderung: 14. August 2020, 14:59:54 von Marot »
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uhu79

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Re: Ist Rollenspiel Kunst?
« Antwort #36 am: 14. August 2020, 15:17:46 »

"Marot's Spielabend ohne Regeln" hört sich bereits nach einem Kunst-Happening an oder nach einer Orgie oder einem Desaster, je nachdem, was die Teilnehmer im Anschluss darüber berichten werden  :D
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Aniell

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Re: Ist Rollenspiel Kunst?
« Antwort #37 am: 14. August 2020, 15:22:17 »

@Aniell: tolle Darlegung. Aber ich glaube, jetzt hast du die Diskussion kaputt gemacht. ^^
XD

Das war nicht meine Absicht :dontknow:

"Marot's Spielabend ohne Regeln" hört sich bereits nach einem Kunst-Happening an oder nach einer Orgie oder einem Desaster, je nachdem, was die Teilnehmer im Anschluss darüber berichten werden  :D

Eine desaströse Orgie als Kunst-Happening?  :D

Klingt spannend, ich wär dabei  ;D   :laughing6:
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Re: Ist Rollenspiel Kunst?
« Antwort #38 am: 14. August 2020, 17:04:32 »

Ich auch - hätte freitags Zeit :D

"Kunst liegt im Auge des Betrachters" fällt mir noch ein :D
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Re: Ist Rollenspiel Kunst?
« Antwort #39 am: 16. August 2020, 21:20:58 »

Ich gebe Aniell recht. Ich glaube mit Regeln ist es ähnlich wie mit der Kommunikation. So wie es keine Nichtkommunikation geben kann, so kann es keinen Zustand ohne Regeln geben. Selbst in der Anarchie gibt es die Regel, wir haben keine (weiteren) Regeln. Und wir man in der Kommunikation zwischen verbaler Kommunikation (unter die ich jetzt auch mal alles schriftliche fasse, der Einfachheit halber) und non-verbaler Kommunikation (Gesten, Mimik, zeigen von Reaktionen und Gefühlen usw.) so kann man bei Regeln zwischen formellen (häufig schriftlich oder mündlich fixiert) und informellen Regeln unterscheiden. Informelle Regeln sind Regeln die in einer Gruppe bestehen, die aber nirgends fixiert oder besprochen wurden, aber die dennoch das sind und an die sich die meisten in der Gruppe, wenn nicht sogar alle, halten.

Wenn ich sage: Rollenspiel ist Freizeitbeschäftigung, basta, dann erschaffe ich damit eine Grundhaltung, die von mir so wahrgenommen wird und aber auch von anderen.

Wenn ich sage Rollenspiel ist Kunst, erschafft das eine andere Haltung. Keine von beiden ist besser oder schlechter, sie unterscheiden sich aber massiv.
Es geht mir mit der Frage um das Selbstverständnis der Rollenspieler/innen und damit meine ich alle Bereiche. Die Erschaffer/innen, die Spielleiter/innen, die Spieler/innen.

Und genau das, sollte jeder für sich selbst entscheiden dürfen. Wobei in der Spielgruppe das nicht mal einheitlich sein muss. Auch ein jemand der nur zuhört, kann das für sich ganz selbst festlegen. Ob es lange gut geht, wenn es in der Spielgruppe da unterschiedliche Sichten und damit ja auch Anforderungen an das Spiel gibt, ist da mal ganz außen vor gelassen.

Wenn man sein Rollenspiel oder Leiten offiziell als Kunst aufgefasst haben will, dann muss man Gleichgesinnte suchen und letztlich versuchen eine offizielle Expertise oder eine Anerkennung bekommen, wie die Aufnahme in einem Verband, einem Zusammenschluss von Kunstschaffenden usw.

Ich bleibe bei meiner Einschätzung. Rollenspiel am Tisch oder online ist in der Regel und meistens keine Kunst. Vielleicht mag es hier auf der Zwinge einen höheren Anteil als in der gesamten Rollenspielgemeinschaft an Sitzungen/Runden geben, bei denen man ernsthaft prüfen könnte, ob es sich um Kunst handelt. Aber das ist auch schon Alles. Es ist halt wie mit dem Malen. Nicht alle die malen, machen Kunst, sonst wären Malerarbeiten auch unbezahlbar.
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