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Autor Thema: Eure Erfahrungen: Wie macht ihr das mit dem Feedback in euren Spielrunden?  (Gelesen 12583 mal)

Rugosch

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  • 06. Mai 2019, 09:34:27

Ist ein älteres Thema, aber nachdem das auf der DZ Con diskutiert wurde, vielleicht nicht völlig unsinnig, den Thread zu aktualisieren. Ich mag klassisches Roses and Thorns-Feedback, bei dem jede*r kurz (!) nennt, was "rosig" war und was ihn*sie "gepikst" hat. Wenn man damit durch ist, kann man die Diskussion auch öffnen. Aber die formalisierte Feedback-Runde hat den Vorteil, dass es von jeder Person erstmal nur eine Rose und einen Stachel gibt und es ein gutes Gleichgewicht für die offene Diskussion schafft. Ich habe zu oft beobachtet, dass bei Feedbackrunden eine*r das Gespräch an sich reißt, um sich "auszukotzen". Dadurch bekommen Feedbackgespräche eine einseitige Schieflage und man diskutiert plötzlich lange über ein einziges Thema, das möglicherweise nur eine Person gestört hat. Um diese Vereinnahmung des Feedbacks zu vermeiden, hat sich diese Methode ganz gut bewährt, auch wenn sie etwas stark nach "Schulunterricht" riecht. Aber nicht alles ist schlecht, nur weil es in der Pädagogik und Didaktik entwickelt worden ist ;)
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Loki

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  • 06. Mai 2019, 10:01:15

@Rugosch

Was passiert in deinem Fall, wenn jemandem einfach nichts einfällt, das ihn "gepiekst" hat? Die Aussage "Irgendetwas stört einen IMMER!" finde ich da immer seltsam.

LG
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Rugosch

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  • 06. Mai 2019, 10:25:28

@Rugosch
Was passiert in deinem Fall, wenn jemandem einfach nichts einfällt, das ihn "gepiekst" hat? Die Aussage "Irgendetwas stört einen IMMER!" finde ich da immer seltsam.
Guter Punkt. In der Praxis kommt dann oft ein Satz, der mit "Vielleicht hätte man..." beginnt und weniger einen klaren Kritikpunkt vorbringt, als über Alternativen des Spielverlaufs nachdenkt. Manchmal passiert dann das, was Kleist die "Allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden" genannt hat und ein Kritikpunkt kristallisiert sich heraus. Aber natürlich: Wenn jemandem partout keine Kritik einfällt, kann man auch passen.
Andersrum würde ich es vielleicht weniger gelten lassen. Keine Runde ist so schlecht, dass einem nicht wenigstens ein guter Punkt einfällt.
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Corvus Krau

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  • 05. Mai 2022, 08:43:20

Sehr geehrte Damen und Herren

Ich möchte grundsätzlich vorweg schon sagen, das jeder SL grundsätzlich gelobt werden muss. Ohne SL gibt es kein Spiel. Man sollte sich dafür bedanken das einem eine Bühne geboten wird um seinem Hobby nachgehen zu können.
Wenn man dann doch Mängel in der Spielführung findet, was auch oft mal nur ein persönlicher Eindruck ist, sollte man sich vorher unter den Spielern austauschen und nur gemeinsam wahrgenommene Kritik äußern. Dann werden zum einen persönliche Kritikpunkte wegfallen weil man es sowieso nie allen recht machen kann, zum anderen müssen die Spieler keine Angst haben als Buhmann dazustehen weil mehrere Personen der gleichen Auffassung waren.

Vielen Dank fürs lesen.
« Letzte Änderung: 05. Mai 2022, 20:18:17 von Corvus Krau »
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Corvus Krau
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Sensei

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  • 05. Mai 2022, 17:08:48

Sehr geehrte Damen und Herren

Ich möchte grundsätzlich vorweg schon sagen, das jeder SL grundsätzlich gelobt werden muss. Ohne SL gibt es Spiel. Man sollte sich dafür bedanken das einem eine Bühne geboten wird um seinem Hobby nachgehen zu können.
Wenn man dann doch Mängel in der Spielführung findet, was auch oft mal nur ein persönlicher Eindruck ist, sollte man sich vorher unter den Spielern austauschen und nur gemeinsam wahrgenommene Kritik äußern. Dann werden zum einen persönliche Kritikpunkte wegfallen weil man es sowieso nie allen recht machen kann, zum anderen müssen die Spieler keine Angst haben als Buhmann dazustehen weil mehrere Personen der gleichen Auffassung waren.

Vielen Dank fürs lesen.

Nein. Es muss nicht grundsätzlich jede SL gelobt werden. Ich mache seit 45 Jahren Rollenspiel in allen möglichen Formen, und ich leite oft viel mehr als ich spiele. Ganz besonders möchte ich dabei kein Machtgefälle in der Art, dass mir jemand dafür etwas schuldig ist oder mich dauernd grundlos loben muss. Das ist kindisch und gruselig.
Ich hatte schon viel Feedback und Kritik in meiner Karriere als Rollenspieler und als Spielleiter. Sehr oft wollen Leute bei mir oder mit mir spielen, wo es einfach grundsätzlich nicht passt. Das ist okay. Aber in so einem Fall ist Kritik auch gar nicht notwendig.
Erst wenn ich das Gefühl habe, dass jemand versteht wie und warum ich spiele/leite, bin ich bereit mir Kritik anzuhören - aber nicht, nur weil jemand unzufrieden ist.
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Flammraijl

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  • 05. Mai 2022, 18:56:15

Ich halte mein Feedback so, wie es sein sollte: Kurz und Prägnant. Minutenlanges herumgeeiere, warum da was war und wie sich jemand anders das vorgestellt hat, weil der andere dies und das getan hat, bringt niemandem etwas (außer vielleicht demjenigen, der sich gerne reden hört).

Daher gibt es bei mir folgende Feedback-Regeln:

Hauptregel: "Ich-Botschaft" Du sagst alles aus der "Ich" Perspektive. Damit fühlt sich der Spielleiter nicht angegriffen - ganz im Gegensatz zu "Du hast das aber nicht richtig gemacht!" was ein eindeutiger "Angriff" ist. Schaut mal auf eure Emotionen, wenn jemand so mit euch spricht im Gegensatz zur Ich-Botschaft.

1. Sage in 1-2 Sätzen was dir gefallen hat !
So kommt beim Spielleiter das Lob zielgerichtet und konkret an. Und wird nicht durch irgendwelche Ergänzugen zerredet. Der Grund warum, dies als Erstes erfolgen soll, ist das gute Gefühl, was damit in Verbindung steht. Egal wie das Spiel war, das Feedback startet mit etwas Gutem.
Beispiel: Ich fand Atmosphäre, die du duch die verschiedenen Geräusche im Wald geschaffen hast, super.

2. Sage in 1-2 Sätzen was dir nicht gefallen hat.
Ich erfahre konkret, was dir nicht gefallen hat. Eine Erklärung kann - muss aber nicht erfolgen. Das ist wichtig: Feedback bedarf keiner Rechtfertigung oder Erklärung. Der Spieler hat es so wahrgenommen.
Wichtig ist als Spielleiter das "nur" hinzunehmen ohne darauf einzugehen (das ist schwer, aber so ist Feedback nun mal) Ich habe es vielleicht anders wahrgenommen, dennoch kann ich dem Spieler seine Wahrnehmung nicht absprechen oder kritisieren. Es gibt dem Spielleiter aber Grund darüber nachzudenken und zu schauen ob er bereit ist etwas daran zu verbessern.
Beispiel: Ich fand es blöd, dass ich mit meiner Spielfigur nicht zwischen die Särge gehen konnte.
Ich nahm dies zum Anlass um die Karte zu überarbeiten - weil ich die Kritik angenommen habe und mir das, was dem Spieler nicht gefallen hat, noch einmal genauer angeschaut habe. Die Beispiele hier, sind natürlich endlos.


3. Sage in 1-2 Sätzen, was du dir für nächstes mal wünscht.
Hier wird es jetzt ganz konkret was sich die Spieler für den nächsten oder die nächsten Spieleabende wünschen. D.h. hier sagen die Spieler ganz klar, wie ich ihnen mehr Spielspass bereiten kann.
Beispiel: Ich wünsche mir mehr Schätze.
O.k. Geldmangel der Charaktere ist immer ein grundsätzliches Problem. Aber vielleicht liegt irgendwo einfach ein Geldbeutel mehr herum, der eingesteckt werden kann, oder die Monster haben alle einen Silbertaler mehr, dadurch hat die große Schatzkiste eben ein bisschen weniger. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt, sofern es eben noch ins Abenteuer passt. Vorsicht allerdings bei magischen Gegenständen. Das kann dann schnell ausufern.
Anderes Beispiel: Der Kämpfer wünscht sich einen Kampf pro Abend (wer könnte es ihm auch verdenken). Als Spielleiter baue ich einfach einen leichten Encounter mehr ein, aus dem er heldenhaft hervorgeht. So bekommt der Spieler ein gutes Gefühl (HA! Kampf gewonnen) und ich konnte ohne Probleme seinem Wunsch entsprechen.
Diese Wünsche sind natürlich auch endlos - das Mittelmaß ist hier entscheidend.

Erst wenn das Feedback durch ist und irgendwas unklar geblieben ist, sollte der Feedback-Nehmende nachfragen, wie es gemeint ist oder wie er es verstanden hat. (Auch hier "Ich-Botschaft"). Ich habe das so verstanden, dass es dir um mehr .... geht.

Natürlich darf auch der Spielleiter Feedbäck geben, er kann dies ganz allgemein machen (so mache ich es oft), wo ich sage, welche Situation mir gut gefallen hat, wo ich fand das es gehakt hat und was ich mir evtl. von den Spielern wünsche (z.B. mehr Interaktion mit den NCS) usw....

Grüße
Flammi
« Letzte Änderung: 05. Mai 2022, 19:00:50 von Flammraijl »
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Mein Lebenslauf 1984 - heute:
Leiter einer zunächst im wöchentlichen, heute monatlichen Intervall stattfindenden Maßnahme zur Teambildung, deren Schwerpunkt auf Problemanalyse, taktischem Vorgehen und Kommunikation in Krisensituationen liegt.
Auf Deutsch: Spielleiter

Power Gamer: 38% Butt-Kicker: 67% Tactician: 54% Specialist: 58% Method Actor 38% Storyteller: 79% Casual Gamer 25%

Corvus Krau

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  • 05. Mai 2022, 20:31:53

Sehr geehrte Damen und Herren

Ich möchte grundsätzlich vorweg schon sagen, das jeder SL grundsätzlich gelobt werden muss. Ohne SL gibt es Spiel. Man sollte sich dafür bedanken das einem eine Bühne geboten wird um seinem Hobby nachgehen zu können.
Wenn man dann doch Mängel in der Spielführung findet, was auch oft mal nur ein persönlicher Eindruck ist, sollte man sich vorher unter den Spielern austauschen und nur gemeinsam wahrgenommene Kritik äußern. Dann werden zum einen persönliche Kritikpunkte wegfallen weil man es sowieso nie allen recht machen kann, zum anderen müssen die Spieler keine Angst haben als Buhmann dazustehen weil mehrere Personen der gleichen Auffassung waren.

Vielen Dank fürs lesen.

Nein. Es muss nicht grundsätzlich jede SL gelobt werden. Ich mache seit 45 Jahren Rollenspiel in allen möglichen Formen, und ich leite oft viel mehr als ich spiele. Ganz besonders möchte ich dabei kein Machtgefälle in der Art, dass mir jemand dafür etwas schuldig ist oder mich dauernd grundlos loben muss. Das ist kindisch und gruselig.
Ich hatte schon viel Feedback und Kritik in meiner Karriere als Rollenspieler und als Spielleiter. Sehr oft wollen Leute bei mir oder mit mir spielen, wo es einfach grundsätzlich nicht passt. Das ist okay. Aber in so einem Fall ist Kritik auch gar nicht notwendig.
Erst wenn ich das Gefühl habe, dass jemand versteht wie und warum ich spiele/leite, bin ich bereit mir Kritik anzuhören - aber nicht, nur weil jemand unzufrieden ist.

Ja dann sind wir halt anderer Meinung und das ist vollkommen ok. Mein Anstand sagt mir halt, dass ich mich trotzdem für seine Arbeit bedanken sollte.  Er hat vermutlich sein bestes getan uns schöne Stunden zu bescheren.
Es ist aus psychologischer Sicht ratsam Kritik zwischen zwei positiven Argumenten zu platzieren. Der Spielleiter wird dadurch nicht entmutigt und versucht dann eher der Kritik gehör zu schenken auch wenn es ihm vermutlich nicht schmecken wird.
Ich wollte halt eine Basis schaffen das alle mit gutem Gefühl aus der Runde gehen und es keinen Grund gibt sich dann anderweitig auszukotzen. Niemand ist perfekt.
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