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Autor Thema: L.A. Street Kings  (Gelesen 4386 mal)

azareon29

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  • 16. September 2018, 21:35:36
L.A. Street Kings
« am: 16. September 2018, 21:35:36 »

Am 30. August diesen Jahres (2018) endete eine Chronik, die ihren Anfang am 28. Mai 2016 nahm.
Das Spielsystem: Vampire: the Requiem. 7 Spieler zählte die Gruppe in ihren ersten Tagen. Im Laufe der zwei Jahre wechselte diese Besetzung, einige sprangen ab, andere kamen neu hinzu.  Von der ganz ursprünglichen Truppe blieben nur noch zwei übrig, die zusammen mit zwei anderen (im Laufe der Chronik neuhinzugekommen) das Ende der Chronik erlebten.
Dies ist die Geschichte der L.A. Street Kings.

Hintergrund: Die Idee für die Chronik entsprang einer Pathfinder-Kampagne eines SL auf der  Drachenzwinge, unter dem ich ein halbes Jahr eine Kampagne (nicht diese besagte Kampagne) spielen durfte (nochmals ein großes Dankeschön an den SL, er weiß, wer gemeint ist). Er gab mir seine Aufzeichnungen und daraus entsprang der Gedanke: "Hey, das eignet sich doch perfekt für eine Chronik von Vampire: the Requiem". Ich bin seit ihrem Erscheinen ein großer Fan der New World of Darkness (1. Edition). Eines führte zum Anderen, ich stellte ein  Gruppenangebot auf die Drachenzwinge und bald hatte ich eine Truppe zusammen.

Was geschah: In Reno, Nevada, wurde eine Gruppe vor kurzem erzeugter Vampire auf eine spezielle Mission geschickt, um sich die Macht über die Stadt zu sichern. Doch das Ganze war eine Falle. Die Charaktere mussten mitansehen, wie ihre Erzeuger von anderen Vampiren vernichtet wurden, ihre Zuflucht ging in Flammen auf. Mit leeren Händen flohen sie in einem  Van aus Reno und fuhren nach Los Angeles, genauer gesagt, nach Malibu, da einer ihrer Erzeuger ihnen dort mit seinem letzten Atemzug eine Adresse genannt hatte, dort würden sie angeblich Hilfe bekommen.
In Malibu fanden sie einen bärbeißigen Gangrel namens Arthur. Er gewährte ihnen Unterschlupf, erklärte ihnen die Sachlage in und um die Stadt, dafür verrichtete die Gruppe
einige Handlangerdienste, um diese Schulden abzubezahlen. Die Charaktere taten dies, knüpften Bekanntschaften und erste, zaghafte Kontakte zu den Bünden, die Los Angeles
beherrschten. Die unangefochtenen Meister der Stadt waren die Carthians], welche im Dauerclinch mit den Invictus lagen. Die Ordo Dracul kochten ihr eigenes Süppchen (nachdem sie den Carthians dabei geholfen hatten, 1969 die gesamte Führungsriege des Invictus zu meucheln), der Circle of the Crone war nur an der Wahrung des natürlichen Gleichgewichts des Übernatürlichen interessiert, und das Lancea Sanctum trauerte seinen Tagen des Ruhms nach, denn sie waren zuerst hiergewesen, als Los Angeles gegründet wurde.
Doch die Feinde aus Reno waren den Charakteren nach Los Angeles gefolgt. Es handelte sich um die satanistische Belial's Brood, die sich nach und nach in Los Angeles breitmachten. Ohne ihr Wissen hatten die Charaktere ihnen sogar dabei geholfen, als sie dem Spuk einer lange vergessenen Geisterstadt in der Nähe von Thousand Oaks ein Ende bereiteten. Auf diesem dunklen Boden errichtete die Belial's Brut eine Mischung aus Tempel und Klausur und bereitete von dort die vollständige Eroberung der Stadt Los Angeles vor. Hinzu kam noch, dass der Vater (und in einem Fall auch Erzeuger) der beiden SanGiovanni-Brüder (die zwei hielten bis zum Ende durch) die Belial's Brood unterstützte, offenbar hatte er sie schon in Reno verraten. Das Klüngel der Charaktere versuchte nach Kräften, dieser Ausbreitung Einhalt zu gebieten, was schließlich zu einer Eskalation führte, die einen großen Teil der Vorstädte von Los Angeles im übertragenen und teils auch im wörtlichen Sinne in Brand setzte.
Das Klüngel suchte Zuflucht in der Innenstadt und bereitete sich von dort auf den Gegenschlag vor, suchte nach Verbündeten und trieb die eigenen Pläne voran.
Schließlich war es soweit. In einem cineastischen Showdown griff das Klüngel die Klausur der Belial's Brood an und schickte die Vampire dort zurück in die Hölle, aus der sie gekommen waren.
Geehrt wurden sie dafür aber nicht, stattdessen erhielt der Vater der SanGiovanni-Brüder eine Medaille (soll heißen, einen Oscar mit Reißzähnen) und wurde in den inneren Kreis der
Carthians aufgenommen. Dennoch stieg das Klüngel in der Hierarchie ihrer jeweiligen Bünde auf und erfuhr wenigstens inoffiziell Anerkennung. Die Lage normalisierte sich wieder, man trieb die eigenen Vorhaben voran. Doch der nächste Ärger folgte schon.
Auf der Suche nach einem arkanen Text für den Circle of the Crone geriet das Klüngel an den ebenso schleimigen wie charismatischen Invictus Francis Martin Patrick Boyle. Er verschaffte ihnen das Buch, dafür mussten sie im Gegenzug eine Aufgabe erledigen: tötet Nicolas Palmer.
Wer das ist, oder wo sie ihn fanden, das musste das Klüngel selbst herausfinden. Nach einer langen Suche und einigen Umwegen gelang ihnen das auch. Nicolas Palmer war der letzte noch lebende Invictus-Elder, der auf einem Schiffswrack außerhalb der Dreimeilenzone vor Redondo Beach hauste.
Mit Hilfe einer speziellen Waffe, geschaffen vom Ordo Dracul (was auch schon wieder ein Kapitel für sich war), gelang es dem Klüngel, Nicolas Palmer zu besiegen und ihn endgültig zu vernichten. Sie hatten ihre Verpflichtung gegenüber Boyle erfüllt - und dieser beschuldigte sie prompt ebendieses Mordes, um sich selbst besser im Invictus darzustellen
und Macht an sich zu reißen.
Die Carthians stellten das Klüngel vor eine Morton'sche Wahl: entweder sie erfüllen Aufträge für die Carthians oder die Carthians überlassen sie dem Invictus. Das Klüngel entschied sich für die Aufträge. Um noch Salz in die Wunde zu streuen wurde der Vater der SanGiovanni-Brüder zu ihrem Aufpasser ernannt.
Das Klüngel biss die Reißzähne zusammen und fügte sich seinem Schicksal, schwor aber insgeheim blutige Rache. Die Gelegenheit dafür bot sich bald. Die Carthians waren auf der
Suche nach Aufzeichnungen über einen gewissen Lord Machado, ein Conquistador, dessen Geschichte eng mit der Gründung von Los Angeles zusammenhing. Im Zuge dieser Suche spielte das Klüngel die Carthians gegeneinander aus, schaffte es wiederholt, Vater SanGiovanni als Klappspaten dastehen zu lassen und sabotierte Francis Boyle, wo es nur ging. Absoluter Höhepunkt dieser Sabotage war die Unterwanderung und Zerschlagung einer internationalen Menschenhandelauktion, für die Boyle persönlich haftete.
Gleichzeitig fand das Klüngel auch heraus, was es mit Lord Machado auf sich hatte. Der Conquistador war einer dunklen Macht verfallen, welche das Lancea Sanctum zur Gründungszeit von Los Angeles bekämpft und unter der Stadt eingekerkert hatte. Die Carthians wollten an diese Macht herankommen.
Das Klüngel setzte alles auf eine Karte, holte an Gefallen ein, was noch da war und drang schließlich in einer dunklen Nacht in die Tiefen von Los Angeles vor. In einer tief unter
der Stadt gelegenen, primordialen Krypta stellten sie Lord Machado und die dunkle Macht, die hinter ihm stand, ein uraltes cthonisches Wesen, für das es keinen Namen gab. Mit letzter
Kraft konnte das Klüngel Machado und die beiden Oberbonzen der Carthians vernichten (ein SanGiovanni-Bruder diablerisierte den Stadtprinzen), sowie die dunkle Kraft vergiften. Sie
entkamen der Vernichtung der Krypta gerade noch.
Wieder mal hatte sich in einer einzigen Nacht alles verändert. Die Carthians hatten ihre komplette Führung verloren und der Invictus sprang gleich in die Bresche. In den folgenden
Monaten eroberte der Invictus seine ursprünglich an die Carthians verlorenen Gebiete wieder zurück, natürlich nicht, ohne vorher sehr höflich bei vier Vampiren nachzufragen.
schließlich jährte sich die Nacht, in der die Vampire damals, völlig mittellos, in Los Angeles angekommen waren. Man gedachte der Gefährten, die man im Laufe der Zeit verloren
hatte, fragte sich, ob diese noch lebten, und blickte in die Zukunft.
Aber das war eine andere Geschichte. Meine Geschichte hatte an diesem Punkt ihr Ende erreicht. Und ich sage noch einmal: Danke fürs Mitspielen!

Gesammelte Erfahrungen:
  • Ich werde, sollte ich das wieder machen, von vornherein klarstellen, welcher Ton im Spiel vorherrscht. Die World of Darkness ist kein Kindergeburtstag. Im Spiel passierte es
    mehrmals, dass die Spielervampire den Sterblichen moralisch überlegen waren. Das ist jetzt nichts schlechtes, es ist mir nur aufgefallen. Ein Spieler sprang ab, weil ihm meine
    Interpretation der WoD zu düster und grimmig war. Was ebenfalls kein Vorwurf ist.
  • Ich werde, sollte ich das wieder machen, in Zukunft bessere Notizen anlegen. Ab und zu geschah es, dass ich einen neuen NPC einführte, der einem anderen NPC ähnelte, aber einfach nur einen neuen Namen hatte. Ich hatte schlichtweg vergessen, dass ich diesen NPC schon hatte. Zugegeben, in L.A. stört das jetzt nicht so sehr, in dieser Stadt trifft man ja
    ständig neue Leute, aber irritierend war das schon. Vor allem, da so diverse Sideplots im Sande verliefen.
  • Wenn ein Spieler oder mehrere Spieler eine coole Idee haben, dann können sie das gerne durchführen. Mit allen Konsequenzen. Mal klappt es tatsächlich gut ... und mal überhaupt
    nicht.
  • Ich werde, sollte ich das wieder machen, die höhergestellten NPCs besser an die Spieler anpassen. Gerade im zweiten Akt der Chronik kamen einige Spieler nicht so gut mit ihrer
    Meisterin im Ordo Dracul klar, da diese eine etwas fremdartige Kommunikation pflegte (sie redete durch Tarot- und Spielkarten). Auf Papier eine coole Idee, aber in der Realität doch
    schwer umzusetzen. Es bremste den Spielfluss und störte den Spielspaß. Ein weiteres Mal werde ich so einen Gimmick nicht einsetzen. Was ich dagegen vielleicht wieder machen werde, ist ein Meister, der auf Lord Guru aus Dragon Ball Z Abridged basiert. Zusammen mit seinem etwas genervten Assistenten namens Neil. Der kam gut an.
  • Habe ich auf stimmende Chemie geachtet? Nein. Bei dieser Chronik verlief es größtenteils gut, in anderen Runden führte das schon zu Problemen. Und gerade im Storyteller-System
    dürfen sich die unterschiedlichen Persönlichkeiten schonmal aneinander reiben, denn nur so  erzeugt man dramatische Funken. Alles in allem hat sich die Truppe am Ende aber gut
    zusammengerauft.


"Krasse" Momente:
  • Einer der Vampire hatte sich eine sterbliche Freundin angelacht, die eines Tages spurlos verschwand. Das Klüngel fand ihren Entführer. Während die anderen Vampire über das weitere Verfahren diskutierten, verhöhnte der Entführer den Partner der Entführten mit ihren Qualen. Der Partner entfernte daraufhin das Skrotum des Entführers mit einer Axt. Der Rest des Klüngels musste ihn ghulen, um noch etwas Verwertbares aus ihm rauszubekommen. Sie überließen den Entführer einem Paar sehr sadistischer Zwillinge >:D (Meine Spieler wissen, wer und was gemeint ist ;))
  • In Pasadena gab es eine Irrenanstalt, die einem Vampir aus dem Klüngel beim ersten Besuch sehr negativ in Erinnerung geblieben war. Er hatte sich die ganze Zeit beobachtet gefühlt, als würden die Gebäude selbst ihn beobachten. Er sollte recht behalten, etwas stimmte mit diesem Ort tatsächlich nicht. Für den Circle of the Crone sollte das Klüngel dort eine Art von Exorzismus durchführen. Im Zuge dessen zerriss der Schleier zwischen den Realitäten und das Klüngel sah die Irrenanstalt in ihrem wahren Antlitz, riesige Massen aus Fleisch, Muskelsehnen, Blutbahnen, Augen und anderen Organen in Form der Gebäude. Als der Exorzismus gelang, wurden die Fleischgebäude von einer unsichtbaren Hand in den Nachthimmel gerissen.
  • Das Klüngel hatte eine Jugendgang infiltriert, um Francis Boyle eins auszuwischen. Doch der Anführer, ein soziopathischer Sozialarbeiter (sic) wollte nicht mitspielen und eröffnete das Feuer. Die Invictus-Alucinor nutzte daraufhin ihre Disziplin Majesty, um ihn vor versammelter Mannschaft dazu zu bringen, sich etwas anzutun. Durch extrem gutes Würfelglück gelang es ihr, ihn dazu zu überreden, sich selbst in die Leber zu schießen. Durch weiteres Würfelglück kostete sie das auch keine Menschlichkeit.
  • Einer der Gebrüder SanGiovanni wollte dem Circle of the Crone beitreten. Bei seiner Initiiation im Griffith Park, was durch die Hintergrundmusik "Dance of the Sugar Plum Fairy" ohnehin schon sehr surreal geriet, hackte man ihm eine primitive Steinaxt in den Magen, damit er das Land mit seinem Blut tränke und stärke. Regeltechnisch gab dieser Vampir seine gesamten Blutpunkte bis auf einen einzigen aus. Anschließend musste er ein seltsames Gebräu aus Unkraut, Pfützenwasser und Blut trinken, was ihm sehr bizarre Visionen der Zukunft bescherte.
  • Als der Vater der Gebrüder SanGiovanni gegen Ende der Chronik immer aufdringlicher und unverschämter wurde, erteilte ihm einer seine Söhne eine nachhaltige Lektion. Dank einer Blutlinien-Disziplin namens Mergé Sorcery produzierte dieser Vampir ein spezielles Gift in seinem untoten Körper, welches er dem Vater einflößte. Danach brauchte es nur noch eine Neonröhre und einen Spiegel, um den Vater in einen Zustand zu versetzen, als hätte er ein Sonnenbad genommen. Regeltechnisch hatte er fast alle möglichen Felder mit schwer heilbarem Schaden gefüllt und stand kurz vor Torpor.


Werde ich wieder mal eine Runde Vampire: the Requiem leiten? Im Moment nicht. Und auch nicht in den nächsten Monaten. Mir fehlt momentan Zeit und eine coole Grundidee. Sollte ich beides  mal haben, wer weiß?

In diesem Sinne, nochmals Danke an alle Beteiligten und gehabt euch wohl
Azareon
« Letzte Änderung: 21. Mai 2020, 00:18:10 von azareon29 »
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  • 16. September 2018, 21:57:02
Re: L.A. Street Kings
« Antwort #1 am: 16. September 2018, 21:57:02 »

Vielen Dank Azareon, das Du uns deine Welt der Dunkelheit gezeigt hast. Ich hatte viel Spass und konnte mich gut verwirklichen mit meinen Charakter. Ganz großes Lob, noch einmal von meiner Seite.

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azareon29

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  • 18. September 2018, 14:51:37
Re: L.A. Street Kings
« Antwort #2 am: 18. September 2018, 14:51:37 »

Vielen Dank Azareon, das Du uns deine Welt der Dunkelheit gezeigt hast. Ich hatte viel Spass und konnte mich gut verwirklichen mit meinen Charakter. Ganz großes Lob, noch einmal von meiner Seite.
*verneig*

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